Kein Erfolg mit "Verhunzung der Sprache durch Gendern" und "Kampfemanzen" bei Voves
Graz - Die Beantwortung einer dringliche Anfrage der steirischen FPÖ zum Thema "Änderung der Bundeshymne - Bekenntnis zur steirischen Landeshymne" im Landtag am Dienstagabend an LH Franz Voves geriet eher kurz. Voves antwortete: "Ich versuche auch ein höflicher Landeshauptmann zu sein, aber das sind genau die dringlichen Anfragen, die wir 2011 im Landtag brauchen. Ich frage mich, warum Sie mich nicht einfach so fragen." Der FPÖ-Abgeordnete Hannes Amesbauer handelte sich später eine Ermahnung des Landtagspräsidenten ein.
Gegen "Verhunzung"
Amesbauer erklärte, ihm sei persönlich keine Frau bekannt, für die es das dringlichste Anliegen sei, die Hymne zu ändern. Amesbauer sprach auch von einer "Verhunzung der Sprache durch Gendern". Aus aktuellem Anlass habe man die steirische Landeshymne in die Anfrage hineingepackt, vielleicht werde ja auch bald das Wort Steirerland gegendert. Die Hymne sei ein "identitätsstiftender Charakter für Österreich, eine Mehrheit der Österreicher - laut OGM 70 Prozent quer durch alle Parteien - ist klar ablehnend", so Amesbauer.
Voves mit wenig Verständnis für die acht Fragen
Voves antwortete: "Ich halte die geschlechtergerechte Änderung der Bundeshymne für einen wichtigen symbolischen Schritt. Freilich ist mir bewusst, dass damit nicht alle, leider immer noch bestehenden Probleme im Zusammenhang mit der Gleichstellung der Geschlechter gelöst sind. Dass damit nicht alle relevanten Fragen gelöst werden können, kann aber kein gültiges Argument gegen einzelne symbolische Schritte sein. Ich hätte bald gesagt, Sie wollen soziale Heimatpartei sein und verzichten auf das soziale Gefühl der Frauen und Mütter in diesem Land." Bei all den Problemen, vor denen die Politik in Europa, Österreich und auch in der Steiermark stehe, habe er, Voves, wenig Verständnis für diese dringliche Anfrage mit acht Fragen.
Ermahnung wegen Kampfrhetorik
In seiner Replik sagte der freiheitliche Mandatar u.a., die Bundeshymne sei nicht nach dem "feministischen Geschmack der Kampfemanzen, die Sie in den Parlamentsklubs untergebracht haben". Daraufhin wurde Amesbauer von Landtagspräsident Manfred Wegscheider ermahnt: "Ich bekomme langsam das Gefühl, dass das Thema nicht so ernsthaft behandelt wird, wie wir erwartet haben." Er forderte den FPÖ-Mann auf, auf seine Wortwahl zu achten. (APA)