Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
vergrößern 500x262Die Zombies aus "The Walking Dead", und die ...
vergrößern 800x600... die sie überlebt haben - bis jetzt.
Monströs nobel ist es in den letzten Jahren zugegangen. Manierliche, traditionsbewusste, blutsaugende-blaublütige Vampire mit ausgeprägtem Sinn für Romantik und Affinität zu Literatur und klassischer Musik hatten in den Kinos, Büchern und auch TV-Serien (Fernsehauge: Hungrig nach schlimmen Dingen) die Oberhand. Doch nun wird die blasse Elite von einer Massenbewegung bedroht. Eine amorphe Masse schwankt langsam aber gierig auf sie zu, stinkend, schlurfend und Instinkten folgend, die ihnen ihre Existenz sichern, aber eben nicht viel mehr.
Die Serie "The Walking Dead" lief Mitte Oktober in der zweiten Tranche im US-amerikanischen Kabelfernsehen an und konnte zum Staffelstart einen ZuschauerInnen-Rekord für Drama-Serien verbuchen (Zombies im Erfolgstaumel). Vielleicht liegt es an dem derzeitig katastrophalen Serienangebot in den hiesigen TV-Kanälen, oder weil sich immer mehr vom Fernsehangebot via Internet emanzipieren: Auch im deutschsprachigen Raum wird die Serienvariante der gleichnamigen Comic-Reihe fleißig konsumiert. Serie wie Comic folgen einer kleinen Gruppe Überlebender auf ihrer Flucht vor Zombies durch den Süden der USA.
Warum jetzt Zombies?
Auf der Suche nach gesellschaftskritischem Potential, oder zumindest nach einer interessanten Lesart für den neuen Stoff, erweist sich der Monster-Staffellauf als hilfreich. Dank der noch frischen Erinnerung an den Vampir-Hype werden die Unterschiede zwischen Vampir und Zombie doch recht deutlich, die nicht erst seit gestern auch als "Klassenunterschiede" gedeutet werden. Sam Leith schrieb im Prospect Magazine von Vampiren als individualistische Schnösel, die die Monster der Rechten wären. Zombies bilden hingegen einen gesichtslosen Haufen, der durch die Straßen wabert - die Monster der Linken. Die Sorgen und Ängste der Mittelschicht würden sich, laut Leith, über Vampir bzw. Zombie-Stoff als Angst vor der Ausbeutung von Oben (die Blutsauger Vampire) und als Angst vor dem Umsturz durch die proletarischen Massen (Zombies) ausdrücken.
Letztere interessieren derzeit offenbar wieder mehr. So konnten sich von der gnadenlosen Strukturanalyse durch den Zombiefilm auch jene überzeugen, die vor ein paar Wochen die auf Puls 4 ausgestrahlte Horrorkomödie "Shaun oft the Dead" sahen: Nach einer durchzechten Nacht fällt Shaun (Simon Pegg) bei seinem morgendlichen Gang zum Greisler um die Ecke erst mal keine große Veränderung auf. Menschen schlurfen blindlings durch die Straßen, Gestalten in abgerissenen Klamotten kommen mit ausgestreckten Armen auf Shaun zu. Der entschuldigt sich nichtsahnend höflich und umschifft die mittlerweile Untoten mit ihrem Begehren auf Überleben geschickt. Zuhause angekommen schlürft Shaun mit leerem Blick und in klassischer Zombiehaltung seinen Kaffee, in Erwartung auf einen lähmenden Arbeitstag im Elektrohandel. Dort spricht er immer wieder davon, dass er in diesem Laden nicht verrotten wolle - seine Chance kommt schon noch. Bis dahin ist er halt nur halb lebendig - oder halbtot.
Occupy the Streets
Da weckt eine ganze Zombie-Serie selbstredend Neugier und Hoffnung auf mehr von dieser Art. Wie wird in "The Walking Dead" die Sache mit der Sozialkritik gemeistert, wenn überhaupt? Und warum diese hohen Quoten? Leiths Theorie bezüglich Mittelschicht-Ängsten folgend, würde sich zumindest für die Frage nach dem aktuellen Erfolg eine Antwort anbieten: Parallel zum Staffelstart bahnten sich USA-weit große Protestmärsche ihren Weg durch die Straßen.
Aber auch der schon seit längerem im TV gut funktionierende Plot des Ausnahmezustandes drängt sich als Erklärung auf. Wie schon in "Lost" geht es in "The Walking Dead" um die Frage, wie sich eine kleine Gruppe organisiert, die sich in einer länger andauernden, höchst brenzligen Situation befindet. Welche gesellschaftlichen Strukturen vor der Katastrophe sind vergessen, welche setzen sich durch? Welche Werte sind dem Ausnahmezustand zum Opfer gefallen?
Mit Feminismus war es das dann
Geht es nach den Autoren der amc-Serie "The Walking Dead" steht eines fest: Der Feminismus wird im Falle einer Zombie-Invasion so ziemlich als erstes eliminiert. Die Gruppe von Überlebenden, die aus der von Zombies belagerten Stadt geflüchtet ist, hatte es offenbar sehr eilig damit, jeglichen Fortschritt rückgängig zu machen. Die Frauen waschen in der Gruppe die Wäsche am Fluss, die Gattin eines totgeglaubten Polizisten wirft sich gleich in die Arme seines besten Freundes. Frau braucht schließlich Schutz, und so bleibt das Heldentum bis dato noch männlich besetzt. Auch unterwirft man sich - zumindest in der ersten Staffel - obrigkeitshörig Autoritäten aus besseren Tagen, obwohl man meinen könnte, dass sich Zombies etwa von einer Uniform, die sich Hauptfigur Rick Grimes noch immer anzieht, wenig beeindrucken lassen.
Ob dieses doch recht primitive soziale Gefüge das zentrale Thema ist, wofür die Zombies nur die Hintergrundmusik spielen, oder ob doch sie die eigentlichen Stars der Serie sind - darüber sind sich die RezensentInnen nicht einig. Mehr Übereinstimmung gibt es schon darüber, dass der katastrophale Kontext der Serie auf eine reale ökonomische Unsicherheit trifft, die tatsächlich viele vor basale Fragen des Überlebens stellt. "The Walking Dead" gibt keine verlockenden Perspektiven darauf, was in solchen Zeiten aus uns wird. (Beate Hausbichler, dieStandard.at, 1. November 2011)
"The New Normal" will pädagogisch wertvoll sein und vor allem niemanden verschrecken – Das Ergebnis ist eine brave Sitcom
Geldadel und gefährliche Ladys waren einst wichtige Serienzutaten - Mit "Revenge" tauchen diese Spezialitäten der 80er wieder auf
Die TV-Serie "Real Humans - Echte Menschen" fragt nach den Grenzen der Gleichberechtigung zwischen Mensch und Maschine
Die Serie "Apartment 23" schmeißt damit nur so um sich und drängt das Wort zurück in die Klauen der Hate-Speech
Eine verkrachte CIA-Agentin im "Kampf gegen den Terror" - Am Sonntag startete die Serie "Homeland"
Die Sexismus-Debatte ist vollends in Österreich eingetroffen und wird auch sehr österreichisch geführt - "Im Zentrum" als perfekt inszenierter Herrenwitz
Frauen über 45 im Fernsehen: Der US-Serie "Hot in Cleveland" reicht das schon als Running Gag
Die narzisstische Traumwelt der Kachelmänner wurde Sonntagabend bei Günther Jauch präsentiert
Die Serie "2 Broke Girls" zeigt im TV endlich wieder, dass vermögend sein nicht der Standard ist, und läuft doch Gefahr, "Arm/reich"-Klischees zu bedienen
Im wöchentlichen TV-Magazin "Bambule" stellt Sarah Kuttner einfache, doch keine trivialen Fragen
also verstehe ich das richtig, dass Vampire rechts sind, und Zombies links?
oder sind diejenigen, die sich vor Vampiren fürchten, rechts, und jene, welche sich vor Zombies gruseln, links?
oder umgekehrt?
und Vampire und Zombies sind alle gemeinsam sind gegen den feminismus?
und was ist dann mit den Werwölfen (linksliberal?), den Metamorphen (neokonservativ?) und den Trollen (rechtsradikal?)?
und standen "Charmed" und "Buffy" für neoliberalen postfeminismus, während "Angel" zur selben zeit das heraufdräuen der teaparty ankündigte?
oder wie oder was?
.. gleiche Rolle in der Gesellschaft vielleicht...
Was ich damit sagen will, Gleichberechtigung wie wir sie kennen ist purer Luxus den sich eine Gesellschaft leisten kann, da sie in keiner Ausnahmesituation ist. Im Falle eines Krieges wird man kaum Frauen an der Front sehen, im Falle des Weltuntergangs und der Ausrottung der Menschheit aufgrund einer höheren Gewalt, zählt ein "Mein Bauch gehört mir" nicht mehr. Wenn Nachkommen gebraucht werden, sind Frauen die einzigen die diesen austragen und sich in Kriesenzeiten sinnvoll darum kümmern können, in diesen Belangen sind sie besser, da sie für militärische Operationen nicht herangezogen werden, da sie körperlich nicht so ausdauernd/kräftig sind.
Die Frage stellt sich so auch gar nicht - die Unterdrückung von Frauen ist eine negative Begleiterscheinung von solchen Krisenszenarien, aber keine Voraussetzung zur Lösung derselben!
Oder wollen Sie ernsthaft behaupten, wenn die Menschheit am Abgrund steht, dass dann die Familienpolitik des dritten Reiches zur Rettung der Menschheit wieder eingeführt werden muss?
Nochmal nachdenken, bevor Sie hier so einen Schmarrn daherschwurbeln.
Natürlich kommt es wenn es hart auf hart kommt zu einer realistischen Arbeitsteilung. Man hat den Luxus nicht mehr, das jemand etwas "spielen" kann, wie Soldat oder Sanitäter, wozu man nicht als normale Person des jeweiligen Geschlechts in der Lage ist.
Wir können uns den Luxus erlauben Tätigkeiten die körperlich von einer Person erledigt werden könnten durch zwei ausführen lassen beispielsweise oftmals im Rettungsdienst, wo die Frau einen 2ten braucht, wo ein mann jedoch genügt.
Feminismus wie er heute existiert mit Frauen können alles stimmt einfach nicht, ein Abzug einer Waffe emanzipiert zwar ordentlich aber das betätigen einer Waffe macht noch lange keinen guten Soldaten.
Wobei ein Szenario, dass wir dringend mehr Menschlein brauchen, zu den unwahrscheinlichsten überhaupt gehören wird (für einzelne Gesellschaften schon eher). Bis dahin sind die Chancen gut, dass einem/r das auch schon stärker durch Technik abgenommen werden könnte.
Auch kriegstechnisch wird man immer weniger Muskelmasse und Menschenmasse brauchen.
Eine fatale Seuche als bestes Äquivalent der Zombieapokalypse könnte aber sicher am ehesten zu einem solchen allgemeinen Backlash führen; und natürlich neigen emanzipierte Gesellschaften teilweise zu einer demographischen Selbstlimitierung, können also quantitativ zurückgedrängt werden, wenn sie ihre Ideen nicht effizient weitergeben.
Das ist richtig - emanzipierte Gesellschaften haben zwar weniger Kinder und schauen daher rein vom demographischen Standpunkt alt aus (pun intended). Aber eine nicht wachsende Gesellschaft hat auch Vorteile. Die Lösung des Dilemmas ist aber sicher nicht ein Zurücknehmen von Emanzipation, sondern ein intelligenteres Verbreiten der eigenen Werte (nach außen und nach innen gegenüber Einwanderern)
Es besteht kein Zweifel mehr, dass das Niveau im TV kontinuierlich sinkt. Zombies findet man heute sowieso meist nur mehr am Computer. In der Realität sind sie selten geworden, denn wer beschwört schon Zombies herauf? Die machen doch nur Probleme.
Obwohl ich manchmal das Gefühl habe, dass die Bonzen in der Polit-Kaste und einige deren Manager-Kumpanen auch eine Art von Zombies sind. Nicht Untote, aber wenn man die Verhaltensweisen vergleicht ...
Zombies sind ursprünglich nichts anderes als die Versinnbildlichung des modernen konsumorientierten apolitischen, massenmedial verblödeten Menschen. Das aufkommen der Zombies ist also nicht Ausnahmezustand, sondern (phantastische) Vollendung des gegenwärtigen Zustands.
um zur feminismusktritik auch noch was zu sagen:
die natur kümmert sich nicht um gleichberechtigung, was ja an sich wieder eine gleichberechtigung darstellt. diskriminierung ist ein konstrukt einer gesellschaft. kräftigere schnellere menschen werden in einer solchen gesellschaft eben andere tätigkeiten durchführen als schwächere oder beeinträchtigte- aber war ja klar, dass man da wieder irgenwas konstruieren muss um die eigene existenz rechtfertigen zu können...
FÜR DIE SELBE ARBEIT werden Frauen meist gleich entlohnt.
Ausnahmen gibts immer, IN BEIDE RICHTUNGEN.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.