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Bascha Mika (57) war 21 Jahre Chefredakteurin der Berliner "taz". "Die Feigheit der Frauen" verkaufte sich rund 40.000-mal.
Standard: Ihr Buch "Die Feigheit der Frauen" verstehen Sie als Weckruf. Hat's geklingelt?
Mika: Ich denke schon. Das zeigen mir die Anfragen zu Veranstaltungen. Ich bin bis März ausgebucht. Das Bedürfnis nach Debatte ist wahnsinnig groß.
Standard: Würden Sie das Buch heute anders schreiben?
Mika: Wenn ich Kontroversen aus dem Weg gehen wollte, würde ich einen anderen Titel und an Stellen eine freundlichere Wortwahl wählen. Ich wollte es nicht.
Standard: Als ehemalige "taz"-Chefredakteurin: Hat Sie die Kritik just dieser Zeitung irritiert?
Mika: Mich irritierte die Kritik der ersten Lesung. Ich hatte das Gefühl, ich war bei einer anderen Veranstaltung. Ich weiß, warum ich meinen Studierenden über Ethik und sauberes Handwerk im Journalismus erzähle.
Standard: Haben Sie das Gefühl, Sie werden manchmal wissentlich missverstanden?
Mika: Ja, allerdings viel häufiger von Journalisten. Eine Kollegin von der Zeit schrieb, heute gehöre doch mehr Mut dazu, Mutter zu sein. Ja, mein Gott, kritisiere ich denn, wenn jemand Mutter ist? Ich schreibe über jene Frauen, die von sich sagen, sie wollen alles.
Standard: Was sind die Karrierefehler von Journalistinnen?
Mika: Wenn es um Karriere geht, konzentrieren sie sich zu sehr auf die journalistische Produktion. Im Printjournalismus wollen alle schreiben. Diesen Fehler machen übrigens auch junge Männer. Anfangs wollen alle schreiben. Ich verstehe das sehr gut, das ist ein toller Job. Aber Entscheidungen werden anderswo getroffen. Viele Journalistinnen sagen, sie könnten das zwar, aber warum sollen sie sich das antun? Es ist doch sehr viel schöner, wenn ich meine Artikel sehen und sie gedruckt im Blatt lesen kann.
Standard: Der Wille allein reicht?
Mika: Natürlich nicht. Eine Kollegin, die Verantwortung übernehmen will, hat keine Karrieregarantie. Denn dann kommt die "gläserne Decke", und dagegen hilft Mut alleine nicht. Aber Mut ist wichtig, damit Frauen
nicht aus dem Berufsleben aussteigen.
Standard: Was empfehlen Sie Neueinsteigerinnen?
Mika: Es ist wichtig, sich nicht abdrängen zu lassen in diese typischen weiblichen Berichtsfelder, dass sie genauso gut knallharte Politikberichterstattung machen, dass sie sich nicht davor scheuen, sich in den Konferenzen auseinanderzusetzen. Die taz war das erste quotierte Unternehmen in Deutschland, und trotzdem war zu beobachten: Frauen erscheinen weniger zu den Konferenzen. Sie sagen, ich bleib lieber am Schreibtisch, als mich dem Flügelschlagen und Hahnengeschrei der Männer auszusetzen. Verständlich, aber wir wissen: Nicht der Fleißige gewinnt, sondern der, der sein Thema durchsetzt. Was nützt mir das schönste Thema, wenn so ein Kerl in der Konferenz das Maul aufmacht und mir den Platz wegnimmt?
Standard: Sie verließen vor zwei Jahren die "taz" und schreiben wieder: Genug Hahnengeschrei?
Mika: Nach 21 Jahren taz, davon 14 Jahre auf der Blattmacherebene, darf ich mir das leisten. Wobei: Blattmachen vermisse ich. (Doris Priesching/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 8.11.2011)
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so verwurzelt ist es bereits dass ihnen der sexismus gar nicht mehr auffällt...natürlich hat verinus recht! stellen sie sich mal öffentlich hin und sagen etwas über stutenbissigkeit und tussigehabe...versuchen sie das mal im büro - viel spaß.
Sie andererseits kann sich in aller ruhe in der öffentlichkeit hinstellen und etwas über flügelschlagen und hahnengeschrei sagen...offensichtlich hat Feministmus bei ihnen erreicht was er wollte sexismus gegen männer wird als normal empfunden
aber (als Mann) sage ich, dass Wertungen wie Kerl und Maul aufmachen ja nicht zwingend als ausschliesslich negativ empfunden werden müssen, zumindest sind solche Typen oft erfolgreich. Und wenn sie dann doch aufs Maul fallen (so wie derzeit in der Krise), dann freuts einen auch.
Eine Asymetrie und ein Rosinenpicken ist natürlich vorhanden, siehe die Diskussion Pensionsalter für Frauen, da muss man schmunzeln...
Stimme (ebenfalls als Mann) zu. Ich weiß welcher Typ von Mann sie ankotzt und warum. Lauter schreien ist wichtiger als was man schreit (oder sagt oder flüstert), egal wie dämlich es ist, hauptsache es ist laut. Diese Erkenntnis schmerzt fast so sehr wie jene der Ungerechtigkeit des Universums.
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