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Berlin - Ein landesweites Hilfetelefon soll in Deutschland künftig auch Opfern von Zwangsheirat Unterstützung bieten. Die Hotline "Gewalt gegen Frauen" solle ab Ende 2012 bundesweit in mehreren Sprachen zu Verfügung stehen, sagte Familienministerin Kristina Schröder am Mittwoch bei der Übergabe einer Studie (Titel: "Zwangsverheiratung in Deutschland - Anzahl und Analyse von Beratungsfällen") zu Zwangsverheiratungen an die Integrationsbeauftragte der deutschen Regierung, Maria Böhmer (beide CDU). Zwangsheirats-Opfer bräuchten "ein Ohr, das zuhört, einen Mund, der Auswege beschreibt und Hände, die helfen", sagte Schröder.
Das Gesetz zur Einrichtung der Hotline, die sich auch allgemein an weibliche Opfer von Gewalt richtet, soll am Donnerstag erstmals im deutschen Bundestag beraten werden. Die Kosten dafür werden für 2012 auf etwa 3,1 Millionen Euro veranschlagt, ab 2013 mit jährlich etwa sechs Millionen Euro.
Die meisten Betroffenen haben türkische Wurzeln
Nach der von Schröders Ministerium in Auftrag gegebenen Studie sind in Deutschland vor allem Menschen mit Migrationshintergrund im Alter zwischen 18 und 21 Jahren von Zwangsverheiratung bedroht und betroffen. Für die Untersuchung wurden im Jahr 2008 insgesamt 3443 von Zwangsverheiratung Betroffene in 830 Beratungsstellen erfasst. Schröder betonte, dass die Dunkelziffer von Zwangsheiraten in Deutschland vermutlich höher liege, seriöse Aussagen hierzu seien aber nicht möglich. Klar sei nur, dass die "Bedrohung für eine große Zahl von Menschen" existiere.
Die Ministerin fügte hinzu, dass unter den Betroffenen auch sechs Prozent Männer seien, diese sähen sich jedoch häufig nicht als Opfer und würden deshalb oft keine Hilfe suchen. Häufigstes Herkunftsland der Eltern sei mit 44 Prozent die Türkei, gefolgt von Serbien, dem Irak und Afghanistan mit jeweils sechs bis neun Prozent. (APA)
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