Wien

Kinderwunsch soll für Lesben und Schwule erfüllbar werden

10. November 2011, 14:08

Rot-Grün will einen Antrag beschließen, in dem der Bund aufgefordert wird, gesetzliche Änderungen vorzunehmen

Wien - Die Stadt Wien will sich dafür einsetzen, dass sich gleichgeschlechtliche Paare künftig ihren Kinderwunsch erfüllen können. Zu diesem Zweck wird Rot-Grün im November einen Resolutionsantrag im Landtag beschließen, in dem der Bund aufgefordert wird, entsprechende gesetzliche Änderungen vorzunehmen. Kernpunkte des Appells: Verpartnerte Lesben in der "Homosexuellen-Ehe light" soll der "Zugang zu medizinisch unterstützter Fortpflanzung" - also die künstliche Befruchtung - erlaubt werden. Generell soll eingetragenen PartnerInnen die Adoption von Kindern ermöglicht werden.

"Das Gesetz (zur Eingetragenen Partnerschaft, Anm.) ignoriert den Kinderwunsch von Schwulen und Lesben völlig", kritisierte die zuständige Wiener Stadträtin Sandra Frauenberger am Donnerstag in einer Pressekonferenz. Sie bedaure zutiefst, "dass wir den Aspekt der Regenbogenfamilien nicht integrieren konnten". Unter Regenbogenfamilien fallen sowohl homosexuelle AlleinerzieherInnen als auch Formen des Zusammenlebens mit zwei Mamas oder Papas. Die Gleichstellung in Sachen Kinder kann Wien auf landesrechtlicher Ebene nicht umsetzen, da sie in der Kompetenz des Bundes liegt.

Experimentierfreudiger

Derzeit ist es in der Bundeshauptstadt für gleichgeschlechtlich Liebende lediglich möglich, Pflegekinder aufzunehmen. Genaue Zahlen, wie viele Kinder bei homosexuellen Paaren leben, gebe es allerdings nicht, so Frauenberger. Für Deutschland gibt es allerdings Schätzungen, wonach rund 30.000 Kinder in schwulen oder lesbischen Familienverhältnissen aufwachsen.

Der Kölner Psychologe Dominic Frohn zerstreute auf der heutigen Fachkonferenz für Regenbogenfamilien in Wien etwaige Bedenken, dass der Nachwuchs durch derlei Konstellationen in seiner Entwicklung negativ beeinflusst werde, "sie probieren allerdings mehr aus und sind später sogar gefestigter", erklärte Frohn. Hinsichtlich der Geschlechterrolle trete zudem ein "breiteres Verhaltensrepertoire" zutage: "Da dürfen Mädchen auch mal aggressiv sein und Buben weinen", so der Psychologe, der die Lebenssituation von Kölner Regenbogenfamilien wissenschaftlich unter die Lupe genommen hat.

Bis 1971 ein Totalverbot

Bei der Diskussion über das Thema Regenbogenfamilie, mit dem sich die ganztägige Fachkonferenz beschäftigt, sei Österreich im Vergleich zu anderen europäischen Ländern gewissermaßen Nachzügler, betonte Wolfgang Wilhelm von der Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen. Das habe damit zu tun, dass hierzulande Homosexuelle lange Zeit strafrechtlich verfolgt wurden. So gab es bis 1971 ein Totalverbot und noch mehr als 20 Jahre länger den umstrittenen "Homosexuellen-Paragrafen" 209. Letzterer wurde 2002 vom Verfassungsgerichtshof gekippt. Die Regelung stellte sexuelle Beziehungen von Männern über 19 Jahren mit Männern unter 18 Jahren unter Strafe. Bei heterosexuellen oder lesbischen Beziehungen lag das Schutzalter bei 14 Jahren.

Frauenberger sprach sich heute einmal mehr für die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare aus. Eine entsprechende Aufforderung an den Bund wird ebenfalls im Resolutionsantrag enthalten sein. Außerdem will die Stadt das Namensrecht geändert wissen. Derzeit haben gleichgeschlechtliche Paare nämlich offiziell keinen "Familiennamen", sondern einen "Nachnamen". Außerdem ist es verpartnerten Menschen - falls sie sich für einen Doppelnamen entscheiden - nicht gestattet, diesen mit Bindestrich anzuführen. (APA)

Lesen Sie weiter:

"Familie ist dort, wo Kinder sind" - Immer mehr gleichgeschlechtliche Paare wollen Kinder und gründen eine Regenbogenfamilie - Doch rechtlich sind diese benachteiligt

Link:

Verein FAmOs - Familien andersrum Österreich

 

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 135
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Charles Milton Ling
20
13.11.2011, 00:27
Kinderwunsch?

Man wird da wohl die Biologie ein wenig verändern müssen.

noirc80
02
13.11.2011, 00:59

nein. nur du musst ein bisschen in biologie nachlernen.

Charles Milton Ling
10
13.11.2011, 01:08
Dachte immer,

die Vermehrung unser Spezies ginge anders voran. Aber es schon 40 Jahre her, erinnere mich vielleicht nur vage an mein Studium.
Inzwischen stelle ich mir männliche Schwangerschaften vor. Sehr nett.

sophie mörz
00
13.11.2011, 03:26

sagt ja auch niemand, dass es zur vermehrung samen und ei braucht. damit is es aber aus der biologischen perspektive auch schon wieder vorbei, abgesehen von der austragung des kindes. danach bestimmt nicht mehr die biologie sondern der mensch.

Mössbauer
00
12.11.2011, 20:27

Also wenn Schwulen erlaubt wird Kinder zu adoptieren oder mit Hilfe künstlicher Befruchtung zu einem Kind zu kommen, dann will ich als alleinstehender Mann dieses Recht auch !!!

noirc80
00
13.11.2011, 01:00

ja, das sind mir die liebsten. ich mag eigentlich kein schokoladeneis, aber wenn der eines bekommt will ich auch eines. auf das es dir zu den ohren raus kommen möge!:)

sophie mörz
00
13.11.2011, 03:23

hmm, also ich bin ja eine freundin ihrer kommentare, aber diesen und seinen sarkasmus versteh ich jetzt grad nicht. abgesehen davon, dass der herr vorposter das bestimmt ebenso sarkastisch gemeint hat, aber ja: wenn man den gedanken fortsetzt ist das recht alleinerziehender auf adoption diskutierbar. bestimmt ist es für ein kind immer besser je mehr bezugspersonen und verantwortliche es gibt, deswegen würde ich wenn ich zur adoptionsbehörde gehören würde ein paar einer einzelperson vorziehen...aber so absurd finde ich es nicht in diesem zusammenhang hier auch auf alleinerziehende aufmerksam zu machen.

Mössbauer
00
14.11.2011, 13:41

Mein Kommentar hat mit Sarkasmus gar nichts zu tun. Er ist vielmehr ernstgemeint. Ich bin geschieden und Vater einer Tochter. Ich möchte weitere Kinder, meine Beziehungen zu Frauen scheiterten. Wenn Schwule jetzt Kinder adoptieren oder per künstlicher Befruchtung Kinder erhalten könne, möchte ich das als Alleinstehender auch.

kidjo
00
16.11.2011, 07:14

"Wenn Schwule jetzt Kinder adoptieren oder per künstlicher Befruchtung Kinder erhalten könne"

Wieder einer dem allein schon die Begrifflichkeiten Schwierigkeiten bereiten.

sophie mörz
22
12.11.2011, 02:24
versuch einer zusammenfassung

kinder aus regenbogenfamilien haben keine bessere oder schlechtere entwicklung als kinder heterosexueller eltern (bei nachfrage schicke ich gerne links). ein kind in einem zu hause mit gleichgeschlechtlichen eltern, hat es besser als ein kind im heim. künstliche befruchtung: dies ist streitbar im sinne, dass das kind den wunsch entwickeln kann seine biologische abstammung kennen zu wollen - unfruchtbaren heterosexuellen paaren wird das recht auf künstliche befruchtung gewährt, homosexuellen nicht - dies ist eine offensichtliche ungleichbehandlung. die logik der natur: die natur hat jene logik, die der mensch ihr verleiht: behinderte kinder werden gott sei dank nicht mehr getötet, weil sie "unnütz" sind (evolutionär betrachtet).

sophie mörz
12
12.11.2011, 02:34

mobbing: homosexuelle eltern setzen ihre kinder der gefahr aus aufgrund ihrer homosexualität gemobbt zu werden. hier wird mit zweierlei maß gemessen: durch unterschiedlichste faktoren wird ein kind der gefahr von mobbing ausgesetzt (übergewichtige eltern, arme eltern, rothaarige eltern, etc). = ungleichbehandlung

lösung?? gleichgeschlechtlichen paaren kinder zu verbieten, oder die gesellschaft zu respekt und toleranz zu erziehen? was ist besser? und kommen sie mir nicht mit "ja aber was ist bis dahin".. dieses "dahin" kann sich nicht entwickeln, solange keine vorreiter_innen da sind. wenn es ihnen so ein anliegen ist, dass jene nicht gemobbt werden, nehmen sie ihre kinder und bringen ihnen bei respekt vor jeder lebensform zu haben.

sophie mörz
23
12.11.2011, 03:24

geschichte: die fixierung auf die heteronormative kleinfamilie stellt einen wimpernschlag der menschlichen geschichte dar, die sich noch dazu eher schlecht als recht bewährt. in der ganzen geschichte war es üblich, dass kinder (auch) von gleichgeschlechtlichen eltern groß gezogen wurden (seinen die nun lesbisch/schwul, die oma und mami, der onkel und papa oder irgendwelche anderen menschen, die zufällig ins leben des kindes kamen). aber hauptsache wir berufen uns auf die evolution und deren vorgaben wenn es um kindeserziehung geht. weil die ja nur die EINE logik hat, die von samen und ei ausgeht. mhm. was für eine intellektuelle unterforderung.

sophie mörz
22
11.11.2011, 14:01
rede eines mannes, der von 2 frauen groß gezogen wurde

http://www.youtube.com/watch?v=yMLZO-sObzQ

vielleicht hilft das ja ein bisschen.

sophie mörz
22
11.11.2011, 18:30

hier noch eine längere version, wo er die ganze thematik zusätzlich in der "ellen"-talkshow kommentiert.

http://www.youtube.com/watch?v=z... re=related

you dont see me
62
11.11.2011, 11:48

der kinderwunsch von homosexuellen ist ja legitim.
bei den ganzen diskussionen/veröffentlichungen wird
aber so gut wie nie auf die kinder eingegangen,
mM nach der wesentlichste teil.
also wie stehen die kinder dazu beziehungsweise
wie weit kann es einem (klein)kind überhaupt bewusst gemacht werden, was da möglicherweise
auf sie zukommt ? wie kann man ein kind auf mögliche
probleme überhaupt vorbereiten und was tut der
staat (der muss es ja auch bewilligen) dafür ?
bitte jetzt keine vergleiche mit "herkömmlichen" eltern, denn die elternschaft für selbst gezeugte kindern steht ja wohl außer frage auch wenn
es viele unfähige eltern gibt.

sophie mörz
21
11.11.2011, 13:54

ich kann ihre bedenken nachvollziehen. wirklich. aber was sich durch die ganze diskussion zieht, ist, dass hier konsequent mit zweierlei maß gemessen wird. JA, homosexuelle eltern zu haben IST eine sondersituation. aber das lässt sich auf soviele lebensweisen übertragen, die man heterosexuellen menschen nicht vorhält, wenn sie kinder bekommen. ICH, wie wahrscheinlich die meisten menschen, möchte auch die optimalsten bedingungen für mein (vielleicht zukünftiges) kind schaffen, nur leider ist dieser wunsch begrenzungen ausgesetzt, die man leider in kauf nehmen muss. das gilt für ALLE menschen mit kinderwunsch.

you dont see me
11
11.11.2011, 15:40

die gesellschaft macht es zu einer sondersituation.
mir geht´s auch gar nicht um die sexuelle ausrichtung der eltern.
mich stört einfach diese einseitige sichtweise, in der
es immer nur um die erfüllung der wünsche der eltern geht (egal ob homo od. hetero).
ich werde einfach den eindruck nicht los, dass die wünsche der kinder anscheinend überhaupt nicht beachtet werden.
ein "guter" vater oder mutter zu sein hat in der praxis eigentlich mehr mit pflichten, verantwortung, anstrengung, verzicht zu tun als mit wunscherfüllung.
was jetzt nicht heisst, dass es nicht trotzdem glücklich macht.

sophie mörz
11
11.11.2011, 19:52

wenn ich pauschal von "kinderwunsch" spreche, gehe ich davon aus, dass es sich bei betreffenden eltern um den wunsch handelt all die verantwortung, die pflichten, die arbeit, etc... ebenso mitzunehmen, wie die freude an einem kind. ich glaube wir sind in unserem denken nicht sehr weit entfernt von einander, ich bin die erste, die zb für die einführung eines elternführerscheins ist (vielleicht nicht so dogmatisch wie dieses schlagwort hier klingt, müsste mal halt ausklügeln). vielleicht in einer ähnlichen form der kurse der (ich glaube) ma11 für werdende pflegeeltern. habe davon erfahren und war sehr beeindruckt welche angebote es hier gibt, die die eltern mit sehr viel freude und engagement in anspruch nehmen.

ichbittedich
23
11.11.2011, 10:52
realität von heute:

alleinerziehende elternteile (viele),
patchwork-familien (immer mehr),
mutter-vater-kind-familien (immer weniger)

zum thema mobbing: kinder sind grausam
zueinander. ob der grund jetzt homosexuelle eltern oder rote haare sind
etcetc ...

bei adoptionen gibt es natürlich strenge
auflagen, nicht jeder kann einfach so
mal schnell ein kind adoptieren.
homos. eltern sind genauso
gute/schlechte eltern wie heteros.
auch. das ist auch durch zahlreiche studien
untermauert.

annahme sie seien ein heimkind:
wollen sie im heim aufwachsen
oder mit eltern in einem fürsorglichen
zuhause? die kinder werden auch nicht
gezwungen sich adoptieren zu lassen!

bisher konnte ich hier KEIN glaubhaftes,
und SACHLICHES argument derer die dagenen sind, lesen.

Shirin Maier
03
11.11.2011, 10:12
Uff!

"Da dürfen Mädchen auch mal aggressiv sein und Buben weinen".

das dürfen die kinder aus hetero beziehungen selbstverständlich gar nie nicht.

Roter Baron
62
11.11.2011, 10:04
halt ich für diskussionswürdig

ich kenne einige frauen
die mit väterentbehrung aufwuchsen,
was alle gemeinsam haben:
sind alle mit männern zusmannen
die mindestens 10 jahre älter sind als sie.

roter baron

Doppelkeks
12
11.11.2011, 11:34

Nur weil man einen Vater hat, heißt das nicht, dass man eine stabile männliche Bezugsperson in seinem Umfeld hat. Nur weil man zwei Mütter hat, heißt das nicht, dass man keinen Mann als stabile Bezugsperson haben kann.

Thank God I'm A Country Boy
11
11.11.2011, 11:10

und? Ist das jetzt irgendwie schlimm?
(Und ich bin bei einer alleinerziehenden Mutter aufgewachsen und mein Mann ist jünger als ich)

·Übermorgen·
168
10.11.2011, 22:38
Das doppelte Maß der Fr. Frauenberger

Kommt einmal eine Bierwerbung etwas kokett daher, dann wird dagegen gewettert Frauen würden als Konsumgut oder als primäre Sexobjekte dargestellt. http://goo.gl/NQkYX

Wenn echte Kinder nun zum realen Prestige- und Konsumgut für unausgelastete Homosexuelle werden ähnlich wie ein kleines Schoßhündchen, dann ist dass sogar erwünscht. Weit hat es die Menscheit gebracht.

Im Sinne der Kinder ist das nicht.

Auslandsösterreicher
00
26.11.2011, 10:39

Richtig, ins Heim mit den familienlosen Kindern auf dass sich diese als "primaere Sexobjekte" fuer sadistische Aufsichtspersonen bewaehren.

Mir ist uebrings noch nie aufgefallen, dass "unechte Kinder" fuer Homosexuelle als Prestige- und Konsumgut verfuegbar waeren.

Fazit: Es bringt nichts, wenn man seine Weltsicht durch Bierwerbung und die Reaktionen daraus bilden laesst.

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