Zwangsheirat in Kirgistan

Entführungen von jungen Frauen wird der Kampf angesagt

10. November 2011, 17:28

Jährlich werden bis zu 16.000 Frauen entführt und zur Heirat gezwungen - Aktionsmonat für ein Ende Missbrauchs

Bischkek - Nach jahrelanger Kritik von MenschenrechtlerInnen hat die mittelasiatische Republik Kirgistan (Kirgisistan/Kirgisien) erstmals dem traditionellen "Brautraub" den Kampf angesagt. Jährlich würden bis zu 16.000 junge Frauen in der Ex-Sowjetrepublik von Männern entführt und zur Heirat gezwungen, kritisierte das Büros des Ombudsmanns der Republik am Donnerstag in der Hauptstadt Bischkek. Diese grobe Menschenrechtsverletzung sei Thema eines staatlichen Aktionsmonats, um den Missbrauch zu beenden.

Sicherheitskräfte, das Bildungsministerium sowie Nichtregierungsorganisationen würden sich an der Aufklärungskampagne beteiligen, hieß es. Nach Darstellung von MenschenrechtlerInnen hatte der traditionell übliche Brautraub in den vergangenen Jahren immer schlimmere Ausmaße angenommen.

Selbstmorde

Einheimische schilderten, dass viele Mädchen sich aus Verzweiflung das Leben nehmen würden. Viele Frauen würden in diesen Zwangsehen vergewaltigt und geprügelt.

Kirgistan hatte als erstes Land Mittelasiens eine Demokratie nach westlichem Vorbild eingeführt. Die sozialdemokratische Führung in Bischkek bekennt sich zu westlichen Werten. (APA)

Johannes Benn
90
11.11.2011, 01:03
.

moechte irgendjemand ernsthaft bezweifeln dass viele der "gezwungenen" eheleute am ende gluecklich werden?

sowieso
01
11.11.2011, 17:22
sicher so um die 50%

die männliche hälfte der eheleute

hilde svensen
31
10.11.2011, 20:08
"Die sozialdemokratische Führung in Bischkek bekennt sich zu westlichen Werten."

Fällt niemanden auf, wie man in alter Manier, nach dem Motto: "Am deutschen Wesen soll die Welt genesen" die Welt betrachtet. Westliche Werte = Norm, Rest der Welt = Abnorm und muss genormt werden.

anders and
 
11
11.11.2011, 07:08
nein, das fällt mir nicht auf!

Weil die Verbreitung von eigenen Einstellungen uralt ist - schon die alten Griechen haben das praktiziert, genauso wie Buddhisten, Christen, Humanisten.

Ihr Beispiel zeigt doch nur auf in welche Barbarei man verfällt, wenn man sich auf das ursprüngliche eigene Wesen beruft und alle Einflüsse von außen abschütteln möchte -
insofern ist es ein ausgezeichnetes Beispiel, aber exakt für das Gegenteil von dem, was Sie aussagen wollten.

DreadCat
01
11.11.2011, 13:16
Was daran ist nun besonders "deutsch"?

Diejenigen, die im Jahre Schnee die Sabinerinnen geraubt hatten (eine der berühmtesten & ältesten bekannten Aktionen dieser Art, nicht), waren zumindest mal keine Deutsche. Mir war bis vorhin auch nicht bekannt, daß dies in der BRD gesteigert üblich war od ist.

Daß alles genormt werden muß (Kalauer Gurke), stimmt wohl, aber das ist ja kein rein dt Phänomen.

Viell sollten Sie Ihre Germanophobie wo anders ausleben.

anders and
 
10
11.11.2011, 13:52
besonders deutsch war im 19. und halben 20. Jahrhundert der Anspruchruch

einen Sonderweg zu gehen und sich nicht an die international geltenden Vorstellung zu halten, die von Christentum und Aufklärung geprägt waren.

Genau diesen Anspruch haben auch Kirgisen die für die Enführung von Frauen eintreten. Da gibt es in der Haltung zu Außeneinflüssen, natürlich nicht in der Sache, eine klare Parallele zu den deutschen Nationalisten vor 1945.

anders and
 
10
11.11.2011, 13:49
beslon

Michael Schmied
03
10.11.2011, 22:31

Statt "westlich" bitte "menschlich" einsetzen, dann klappt es auch.

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