Corporate Governance Kodex

Schluss mit männlich, alt, österreichisch

11. November 2011, 17:32

Mehr Frauen, jüngere Personen und MigrantInnen sollen in Aufsichtsräte börsenotierter Unternehmen - Konkrete Quoten werden nicht genannt

Wien - Börsenotierte Firmen sollen in Zukunft freiwerdende Posten im Aufsichtsrat bevorzugt mit Frauen, jüngeren Personen und NichtösterreicherInnen besetzen. Das geht aus den neuen "Diversitäts-Regeln" die in einem reformierten Corproate Governance Kodex verankert werden sollen. Der Vorstand soll dem Aufsichtsrat ferner regelmäßig über seine Maßnahmen zur Bekämpfung der Korruption berichten.

Dies geht aus einem am Freitag veröffentlichten Entwurf zur Anpassung des Regelwerks hervor. Er ist von einem Arbeitskreis rund um den Kapitalmarktbeauftragten Richard Schenz erarbeitet worden. Der Arbeitskreis ruft zur Kommentierung der Änderungsvorschläge auf.

"Weiters sind unter Beachtung der unternehmensspezifischen Situation Aspekte der Diversität des Aufsichtsrats im Hinblick auf die Internationalität der Mitglieder, die Vertretung beider Geschlechter und die Altersstruktur zu berücksichtigen", will der Kodex den Hauptversammlungsmitgliedern vorschreiben. Die meisten Aufsichtsräte sind heute von älteren männlichen Inländern dominiert. Als Voraussetzung wird die fachliche Qualifikation genannt. Konkrete Quoten für Frauen, Nicht-Österreicher und Junge werden nicht genannt.

Erklärungsnot bei Nicht-Erfüllung

Die Vorgabe solle zu einer "Comply or Explain-Regel" werden, erläuterte Wirtschaftskammer-Vizepräsident Schenz in einer Aussendung. Das bedeutet, dass das Unternehmen seine Gründe erklären muss, wenn es die Regel nicht umsetzt. Die Erklärung dazu hat in einem jährlich zu publizierenden Corporate Governance-Bericht zu erfolgen. Schenz: "Damit soll unter Beachtung der unternehmensspezifischen Situation der Anteil der Frauen und der internationalen Mitglieder in den Aufsichtsräten der österreichischen börsenotierten Unternehmen weiter gefördert werden."

Tagesaktuell: Korruptionsbekämpfung

Geradezu tagesaktuell mutet eine weitere geplante Bestimmung an. Der Vorstand soll dem Aufsichtsrat "mindestens einmal jährlich über die Vorkehrungen zur Bekämpfung der Korruption im Unternehmen" berichten. Weitere neue Bestimmungen betreffen das Verhältnis zwischen Aufsichtsrat und AbschlussprüferIn. ErstereR soll sich stärker um die Unabhängigkeit der/des letzteren kümmern, im Gegenzug muss der Vorstand die Prüferin/den Prüfer gesondert mit einer Analyse des Risikomanagements beauftragen, was "auch im Rahmen einer Erweiterung des Prüfungsvertrags stattfinden kann". Nach Angaben des Aktienforums erklären aktuell 90 Prozent der börsenotierten österreichischen Unternehmen, den Corporate Governance-Kodex zu befolgen. (APA)

Kommentar posten
21 Postings
Mann40
02
14.11.2011, 07:53

"Börsenotierte Firmen sollen in Zukunft freiwerdende Posten im Aufsichtsrat bevorzugt mit Frauen, jüngeren Personen und NichtösterreicherInnen besetzen."

Nichtösterreicher?

Das kann doch nicht ernst gemeint sein.

Challenger
00
14.11.2011, 05:51

Warum nicht eine Quote für fachlich Qualifizierte?

mistvieh666
 
00
13.11.2011, 21:14

der ganze schwachsinn hat auch was positives:
diese "und was war jetzt genau meine leistung" typen kommen vielleicht doch irgendwann mal in erklaerungsnot.
obwohl: die hauptvariante ist eher, dass die argumentation: "die weiss auch nicht warum sie hier ist, warum soll ich fuer mich wissen" eine hoehere wahrscheinlichkeit hat.

dieDritteGeneration
03
13.11.2011, 12:34

Ich schlage Bushido vor.

Und das 20-Jährige afghanische Mädchen, dem ich gerade addieren beibringe, damit es vielleicht nächstes Jahr in die Hauptschule gehen kann.

Cynicism
08
13.11.2011, 10:33
Bisher sind in den Aufsichtsräten nur Säugetiere.

Wo bleiben die Fische und das Geflügel? Wo die Reptilien?

Für mehr Bartagame in Führungspositionen!

again and again
00
13.11.2011, 01:54
"Schluss mit männlich, alt, österreichisch"

Bedeutet das jetzt, dass "männlich, jung, österreichisch" zum Zug kommt?

hiesiger Greis
00
13.11.2011, 03:21

nein, es sollen lauter Protektionskinder hinein kommen, damit alle leichter Geld verdienen können, während sich andere umsonst plagen müssen. Denen zwingt man den hochbezahlten Posten, den sie gar nicht wollen, mit einer Quote auf, während andere können sich 100-mal bewerben und kriegen nix.

Rammst
02
12.11.2011, 18:54
"Positive Diskriminierung"

Beste Voraussetzung für das Unwort des Jahrzehnts!
Oh Einstein, wie wahr du sprachst!

bernd12345
00
12.11.2011, 17:36
Mit Internationalität sind nicht zwingend

Migranten gemeint. Eine internationale Besetzung habe ich zB auch dann wenn ich einen italienischen Manager in den AR setzt der in Italien wohnt und zu den Sitzungen zureist.

marty fink
010
12.11.2011, 10:44
Na klar,

und wo bleiben die Bärtigen, die Kleinwüchsigen, die Riesen und die Albinos?

Wie, sie trauen sich nach Kompetenz zu fragen?

Christian Müllner
00
13.1.2012, 13:16

Da bin ich.

igor malejewitsch pustekuchen
02
13.11.2011, 13:25

Also bärtig geht schon mal gar nicht - sind ja Männer!

Di Fazz
02
13.11.2011, 14:38

Fr. Conchita Wurst?

Erwin Wolfram
00
11.11.2011, 23:46
...

ja bei maennern mit erfahrung verdienen naemlich die banken zu wenig...

Altus
04
11.11.2011, 23:35
Verblödung...

.. ob mit oder ohne Zipferl... als ob dieses Gesülze wirklich von Interesse wäre. Was zählt ist Kompetenz, und dazu zählt auch die soziale.

Robert Meiersfelder
 
08
11.11.2011, 22:42
Denkt niemand an die Kinder

Mehr Babys in die Aufsichtsräte

Trollscore
07
11.11.2011, 21:47

Und Linkshänder!!!!!!!

Kann nicht sein, dass die Rechtshänder so ein Monopol haben!!!!

Daniel100
02
12.11.2011, 14:27
Mein Haustier sollte auch nicht vergessen werden!!

Schleißlich haben auch die Römer unter Kaiser Caligula dessen Pferd zum 2. Konsul ernannt!

Prof. Bienlein
27
11.11.2011, 18:55
Anstatt die Qualifiziertesten zu nehmen, ...

...wählt man die Leute danach aus, ob sie ein Zipferl haben, oder eben nicht. "Ihhh, was hast du denn zwischen den Beinen, geh' weg!!"

Lectrice
00
13.11.2011, 16:04

Na ja, die mit dem Zumpferl haben ziemlich viel Schmarren gemacht. Was beweist, dass das Zumpferl alleine nur ein leeres Argument ist.

gaisbock
31
11.11.2011, 20:38
"DIE QUALIFIZIERTESTEN" machen sich aus dem Staub

jetzt lassen sie die Frauen, die Jüngeren und Migrantinnen die Suppe auslöffeln. Wünsche viel Vergnügen.

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