Meint Gender auch Männer?

Blog | 16. November 2011, 07:00
  • Auf babylog.at wird zur Abwechslung mal bei Papas nachgefragt, wie das jetzt so ist, mit Krippe oder Stillen.
    foto: ap/niklas larsson

    Auf babylog.at wird zur Abwechslung mal bei Papas nachgefragt, wie das jetzt so ist, mit Krippe oder Stillen.

Die Blogosphäre war wieder kreativ, hochaktiv und aktivistisch: Männlichkeit in Graz und wie Bitterfotze "Happy, happy" wurde

Ende Oktober fand in Graz zum 15-jährigen Jubiläum der Männerberatung Graz eine Männertagung zum Thema "Diversität von Männlichkeit" statt. Internationale (Raewyn Connell) und nationale MännerforscherInnen (Erich Lehner) sprachen über dieses Gebiet der Genderforschung, das nach Meinung der Denkwerkstatt-Bloggerin in den Gender Studies aber eindeutig vernachlässigt werde. Sie hörte sich bei der Tagung um und stellte trotz "interessanter Vortragender ein Vorpreschen in eine recht problematische Richtung fest." So sei zwar ein kritischer Ansatz dagewesen, dennoch wurde das eine oder andere Klischee bemüht - etwa das vom von Lehrerinnen sanktionierten Bewegungsdrang von Burschen. Auch von einer weitrechenden Unkenntnis einiger grundlegender Ansätze und Überlegungen der Gendertheorie wurde auf Denkwerkstatt berichtet. Die auf der Tagung teilweise vorhandene Distanzierung von wissenschaftlichen Zugängen per se enttäuschte die Autorin, sollten diese doch gerade in der Arbeit zu den Themen Gewalt, Beziehungen oder Gesundheit in Männerberatungsstellen zur praktischen Anwendung kommen. Stattdessen trat dem Beitrag zufolge zutage, dass noch immer viele meinen, die Männer bzw. "Männlichkeit" wären in den Gender Studies nicht mitgemeint. Dass zahlreiche Studien zeigen, dass nicht nur Frauen, sondern auch Männer unter traditionellen Männlichkeitsbildern leiden, hätte sich auch bei Mitarbeitern von Männerberatungsstellen nicht ausreichend herumgesprochen. Weitgehend einig war man sich aber, dass Stereotypen wie die, dass sich nahezu alle Männer nicht um ihre Kinder kümmern wollen und jene von Frauen, die um jeden Preis Besuchsrechte unterbinden, langsam ad acta gelegt werden sollen.

Working Dad

Bleiben wir noch ein wenig bei den Vätern. Auf babylog.at wurde frau gleich doppelt fündig. Zum Beispiel in Sachen "Working Dad": In einem Video-Interview darf endlich auch mal ein "Karriere-Mann" Antworten auf Fragen wie "Wann mit dem Kind in die Krippe ?" oder Stillen geben. "Presse-Chefredakteur"-Michael Fleischhacker gibt in einem Video-Interview Auskunft. Das wollen wir öfter sehen: Arbeitende Väter erzählen, wie sie das alles so machen, mit Familie, Beruf und so weiter. Die Aufmerksamkeit etwas mehr auf Väter (und nicht nur auf Väterrechtler) zu richten ist längst überfällig und dreht den gestrengen Fokus von Müttern weg. Gute Idee und sehr sehenswert.

Und nochmal wird es interessant im Elternblog babylog.at. 2007 erschien der Roman "Bitterfotze" von Maria Sveland, in dem sie die emanzipatorischen Errungenschaften ihres Land am Leben einer frischgebackenen schwedischen Mutter abklopft. Der teilweise sehr autobiographische Roman beschreibt das Zerbrechen einer Illusion über einen Handlungsspielraum, der sich mit der Geburt eines Kindes selbst in einem Land mit einer ungleich höheren Bereitschaft zur Väterkarenz als Anderswo (Österreich, Deutschland z.B.) als erschreckend klein darstellt. In ihrem neuen Buch "Happy, happy" stellt Sveland ihren Weg aus dem wie sich herausstellte doch sehr traditionellen Beziehungsmuster vor: Scheidung. Wenig überraschend löste wie schon das erste Buch auch dieses eine Diskussion in Schweden aus. Ist Scheidung eine Lösung? Purer Egoismus von Frauen?

Netz-Feminismus hilft

Und zu guter Letzt: Über einen kleinen Erfolg von Netz-Feminismus konnte letzte Woche die mädchenmannschaft.net berichten. Sexistische und gewaltverherrlichende Facebook-Seiten wurden und werden teilweise noch immer geduldet. Zumindest für ein paar davon gab es aber nun das Aus. Nach einem umfangreichen Protest über Twitter und einer Petition auf change.org konnte einiges an Müll endlich entfernt werden. Dass Seiten mit Namen wie "What's 10 inches and gets girls to have sex with me? My knife" auf Facebook nicht nur problemlos online gehen konnten, sondern sich auch reger Beliebtheit erfreuten, ist an sich schon ein Desaster. Aber immerhin wurden nun auf konsequentes Drängen und protestieren hin einige Seiten dieser Art entfernt. Das ist zwar nur ein erster kleiner Erfolg, denn eine offizielle Stellungnahme von Facebook lässt noch auf sich warten. Der Blog des Ms. Magazine, der die Facebook-Auftritte von Gewalt gegen Frauen-Seiten schon länger verfolgt und kritisiert, listete daher einige neue und konkretere Forderungen an Facebook auf 

Dort ist auch gleich die noch laufende Petition "Dislike" zu finden, mit der gegen Gewalt- und Sexismus Seiten unterschrieben werden kann. (beaha, dieStandard.at, 16. November 2011)

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zu hoffen ist,

dasz die Tante keine oeffentlichen Gelder verbraet

sanktionierten Bewegungsdrang von Burschen

ein Klischee, natuerlich.

lol

also "wissenschaftlichen Zugänge" und "Gendertheorie" in einen Zusammenhang zu bringen is schon sehr feine Klinge.
Großes Kino.

Wann kommt endlich dieses bekloppte, jegliche sprachliche Verständigkeit in den Schatten rückende frau/man wieder aus der Mode, das eine so bekloppte Formulierung, die jeder Grundlage entbehrt! "man" ist ein Pronomen und "Frau,Mann" sind Nomen! Niemand würde "jederfrau" statt jedermann sagen oder niefrau statt niemand, das wäre der selbe Unsinn. Mir tut solch dümmliche Wortverhunzung regelrecht weh, die in schlichten Gemütern vielleicht auch noch originell oder witzig anmutet.

http://www.duden.de/rechtschr... rgendeine/

Ist dir die Sprache zu schwer,

dann bist du zu schwach.
Btw. heißt das niefraud.
Das mit der Sprache ist wie mit der Genforschung... es gibt sie und sie wird angewandt.
Was frau daraus macht, ist ihr eigenes Problem.

Wenn schon, dann "fra".

Sprich, "man/fra" beziehungsweise "niefrad". Konsistent sollte man schon bleiben, wenn man schon mit der deutschen Sprache auf Kriegsfuß steht.

Aber sicher :)

Sprich es aus und du wirst erkennen, dass "man" phonetisch dem "Mann" näher ist, als "fra" der "Frau"

Es gibt auch Theorien, die besagen,...

...dass "man" vom althochdeutschen "mana" (=Frau) abstammt. Grammatikalisch ist es jedenfalls ein geschlechtsneutrales Indefinitpronomen und das Anhängen eines Nomens daran wegen "phonetischer Nähe" zum Wort "Mann" eher peinlich.

Was ist dir denn geschehen, frau?

Und was heißt Btw., ist das auch so ein neumoderner Ausdruck, der in keiner Weise mit dem Duden begründet werden kann oder hats dir die Sprache verhaspelt?

BTW

moechte ich erwaehnen, dass BTW By-the-way heisst, frei uebersetzt: "Nebenbei bemerkt".

Da anscheinend viele ihre jeweilige Sprache dafuer schaetzen, dass sie bestimmte Ausdrucksmoeglichkeiten enthaelt, die andere Sprachen nicht aufweisen, schliesse ich daraus, dass auch jeder Sprache einige Ausdrucksmoeglichkeiten fehlen. Das Uebernehmen solcher ausdrucksstarken Elemente aus anderen Sprachen ist also eine Bereicherung fuer die Ausdrucksmoeglichkeiten der eigenen Sprache, und somit zu befuerworten.

Wenn sich etwas auf Deutsch nicht treffend aussagen laesst, warum dann nicht einfach mal in Englisch, Franzoesisch, Spanisch, usw. - war doch auch immer schon so, siehe diverse franzoesischstaemmige Alt-Wiener Ausdruecke.

also Deutsch

kann unser Hoernchen auch nicht

Bin Österreicher

und kein Deutscher!

deswegen bleibt die Sprache

trotzdem Deutsch

Nur in deinem Hirn

auch im

B-VG

Hervorragend auf den Punkt gebracht

Im Prinzip kommen diese Akronyme aus einer anderen Netzära.
Heute werden die Daten sehr schnell übertragen aber es gab auch Zeiten, als die Übermittlung eines Textes sehr lange dauerte. Damals war von "Mulimedia" noch nichts in Sicht. Selbst einfachster HTML-Code brachte die Posterinnen auf die Wartezeit-Palme.
Nachdem das Netz Sprachen und Länder übergreifend ist, sind Akronyme wie "btw" natürlich sinnvoll.
Die Posterinnen, die mit der schnellen Schreib- und Denkweise Schwierigkeiten haben, entstammen erfahrungsgemäß der Generation, der fortgeschrittenen Jugend.
"Niefraud" ist z.B. eines dieser verdammt schnellen Wörter. Die Weitergebildeten wissen bei dem Wort sofort worum es geht.

Dann werde ich - des Englischen auch mächtig - 'fraud' gerne in dieser Sprache verstehen!

btw" natürlich sinnvoll.

nicht sinnvoll, nur prolo

Ich nicht, denn DAS ist tatsächlich Sprachentwicklung, auch wenn ich mittlerweile nicht mehr immer alle solchen Abkürzungen kenne, finde ich völlig in Ordnung, dass neue Einflüsse da sind, war immer so und die Zeit bleibt nicht stehen!
Das ist ein völlig anderes Thema aber!

Sprachentwicklung gut

u. schoen, aber wenn ich "eigenes" durch "fremdes" ersetze, ist das nicht Entwicklung sondern schlicht "deppert". Vor allem im Marketingsprech ist das krass. Wandern musz jetzt hiking heiszen u. spazieren gehen "footing". Denen koennte ich stundelang in die Pappn hauen

No no, wer sprach denn da eben von prolo?

wenn ich "footing"

hoer, werd ich zum Tier :)

Ehrlich gesagt, solche Leut kenn ich gar nicht.
In welch dubiosen Kreisen bewegen Sie sich?

da es Denglisch

auch in einer it. Variante, milanish genannt, gibt, kann es natuerlich sein, dasz ich das eher von hier habe. Ist jedenfalls Neusprech fuer Jogging.
http://www.fitforlife.ch/2011/02/a... 50-runner/

"Neugierig schlüpfte ich deshalb heute Mittag in dieses Wunderding, um damit ein kleines Footing zu absolvieren. Leicht ist er .................."

Als ob "Jogging" nicht schon blöd genug wäre.
Jetzt dürfens in Wien gar nicht rennen, weil die Feinstaubbelastung so groß ist.
Aber uns das Rauchen verbieten, die Dödeln.

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