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Aus dem Archiv: Das Gemälde zeigt eine Zwangsverheiratung in Herat, eine Stadt im westlichen Afghanistan. Die Malerin/Der Maler des Bildes ist unbekannt.
Eine Frau in einem weißen Kleid, im Liebesglück strahlend mit einem kräftigen und zweifellosen "Ja". Das ist die herkömmliche Vorstellung von einer Vermählung - in Österreich auch gerne vor dem römisch-katholischen Altar des "Herren" gesehen. Haben die Frauen keine Chance aus eigenem Willen "Ja" oder "Nein" zu sagen ist Zwang im Spiel. Von Liebesheirat oder freier Entscheidung ist dann keine Rede mehr. Viel mehr werden die Mädchen als Besitz der Familie an den Ehemann weitergereicht. Dafür erhalten die Familien Geld oder andere "Brautgeschenke". Oft werden die Hochzeiten aber auch innerhalb der Familien arrangiert, um Besitz innerhalb der Familie zu sichern. Die Betroffenen sind meist minderjährig, machen im Sommer Urlaub in ihren Herkunftsländern und kehren nicht mehr nach Österreich zurück.
PolitikerInnen aller Couleurs brüskieren sich in regelmäßigen Abständen über die sogenannte Zwangsverheiratung. Vor allem nach den Sommermonaten, wenn Schülerinnen nicht mehr in die Schule kommen, häuft sich die Betroffenheits-Rhetorik. "In unserer Gesellschaft hat Zwangsheirat keinen Platz", betonte etwa die Innenministerin der ÖVP Johanna Mikl-Leitner. Sebastian Kurz, Staatssekretär für Integration, sprach von "Verbrechen, das nicht geduldet werden darf". Die FPÖ-Frauensprecherin Carmen Gartelgruber will gar "mit allen nötigen Mitteln die Ausbeutung der Frauen" verhindern. Auch die SPÖ-Frauen, von Stadträtin Sandra Frauenberger, Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek bis Gisela Wurm reihen sich in die Statementliste ein, ebenso die Grünen Alev Korun und Judith Schwentner. Ein politischer Schulterschluss könnte man meinen, den es in der politischen Arena sonst eher selten gibt.
Doch so leicht ist es dann doch nicht beim Schutz von betroffenen Frauen. Die Differenzierungen zeigen sich spätestens bei den Herangehensweisen. Während die einen Gesetze beschließen, um Täter besser verfolgen zu können, fordern die anderen zuerst den Opferschutz und dann eine wirksame Verfolgung der Täter. Unterbringungsmöglichkeiten, wo Mädchen anonym vor ihren Eltern versteckt Zuflucht finden können, werden in den Regierungsprogrammen seit 2003 festgehalten. Auch Gabriele Heinisch-Hosek wurde nicht müde, Notwohnungen einzufordern. Laut Schätzungen des Frauenministeriums sind rund 200 Mädchen pro Jahr von einer Zwangsverheiratung betroffen. Zuverlässige Zahlen zu dieser Thematik gibt es freilich nicht: Die Dunkelziffer ist hoch. In der einzigen dafür spezialisierten Beratungsstelle in Wien (Orient Express) ließen sich 2010 79 Klientinnen zur Zwangsverheiratung beraten, 23 von ihnen waren bereits davon betroffen.
Law and Order
Bisher gibt es keine einzige Notwohnung für Betroffene, dafür aber eine Gesetzesverschärfung zur Verfolgung der TäterInnen. Bislang galt Zwangsverheiratung in Österreich als schwere Nötigung. Allerdings endete die Verfolgung der TäterInnen an den Landesgrenzen. Anfang November passierte eine Vorlage von Justizministerin Beatrix Karl den Ministerrat, in der festgeschrieben ist, dass die Strafverfolgung von TäterInnen auch im Ausland auf den Weg gebracht werden kann.
Die Grüne Nationalratsabgeordnete Alev Korun hält den Ansatz der Regierung für Grund verkehrt: "Seit Rauch-Kallat Frauenministerin war, werden Notwohnungen versprochen. Dabei hat man nur die Gesetze der Täterverfolgung verschärft. Die Frauen, die wegen Zwangsheirat Anzeigen erstatten, haben somit keinen Zufluchtsort und sind nach einer Anzeige Freiwild," so Korun gegenüber dieStandard.at. Der Opferschutz bleibe "bei der Symbolpolitik auf der Strecke. Gesetze, im Vergleich zu Notschlafstellen, kosten eben nichts". Bestehende Einrichtungen seien mit von Zwangsheirat betroffenen Mädchen schlicht überfordert.
Die von Korun seit 2006 geforderten Einrichtungen werden derzeit von Frauen- und Innenministerin ausverhandelt. Julia Valsky, Sprecherin der Frauenministerin, erklärt gegenüber dieStandard.at, dass bis Ende des Jahres ein Modell ausgearbeitet werden soll. Ob dieses in bestehende Strukturen implementiert oder als eigenständige Institution aufgebaut wird ist bisher unklar. Klar ist, dass das Geld dafür je zur Hälfte vom Innen- und Frauenministerium fließt, und dass die Notunterkünfte in Wien angesiedelt werden sollen. Dass es bisher noch keine einzige Unterkunft für betroffene Frauen gibt, führt Valsky auf die "schwierigen Verhandlungen" mit der ehemaligen Innenministerin (Maria Fekter, Anm.) zurück.
Blick nach Berlin
Ähnlich wie die Frauenministerin argumentieren die Betreiberinnen von "Papatya". Die Berliner Einrichtung besteht seit 25 Jahren und bietet jungen Frauen, die aufgrund von Konflikten von zuhause geflohen sind und von ihren Familien bedroht werden, Schutz und Hilfe. Die Ansiedlung der Einrichtung in einer Millionenstadt wie Berlin ist für die Betreiberinnen unerlässlich. Neben einem Krisenzentrum können von Zwangsheirat betroffene Mädchen bis zu zwei Monate, in Ausnahmefällen auch länger, in betreuten Wohngemeinschaften leben. Wenn es deren Situation erfordert, vermittelt "Papatya" den Betroffenen Wohnmöglichkeiten auch für die Zeit nach der Akutbetreuung. Die Frauenministerin liebäugelt mit der Berliner Einrichtung, die derzeit die einzige Notaufnahmeeinrichtung für von Zwangsverheiratung betroffene Mädchen in Deutschland ist.
Und Wien?
Die Frauenstadträtin Sandra Frauenberger begrüßt das Gesetz gegen die Zwangsehe im Ausland und erklärt, dass die Stadt Wien den Bund seit Jahren drängt, sich mit Zwangsheirat zu befassen. Nachdem es noch keine spezifischen Einrichtungen gibt - außer "Orient Express" in Wien Leopoldstadt, das aber keine Notunterkünfte bieten kann - werden die BeamtInnen in den mit der Thematik konfrontierten Abteilungen mit Handlungsleitfäden ausgestattet. Diese Leitfäden sollen dazu dienen, im Akutfall den Umgang mit den Betroffenen zu erleichtern und Unterstützung möglichst professionell abzuwickeln. Allein: Für die Opfer gibt es bis auf weiteres keine. (Sandra Ernst Kaiser, dieStandard.at, 17.11.2011)
Gesetzesinitiative zum Gewaltschutz von Frauen von Islamisten vereitelt
Offenbar erstmals öffentliche Stellungnahme zu dem Fall - In einem Blog bezeichnete sie sich als "Opfer eines Angriffs" vor drei Jahren
Saransh Dua hat vor zwei Jahren GotStared.at gegründet, um jungen Leuten zu vermitteln, dass sexuelle Belästigung und sexistische Witze nicht cool sind
Mehrere Menschen wurden unter Verdacht des Menschenhandels festgenommen - Den Schwangeren wurde Geld versprochen
Horrende Zahlen über weibliche Mordopfer: Dem will die neue Regierung nun Abhilfe schaffen - Frauenrechtlerinnen sprechen von "Massaker"
Fünf Jahre Haft für Mutter, die sich nach einer vierten Tochter sehnte
Zahl der getöteten und verletzten Mädchen und Frauen stieg 2012 um 20 Prozent
Die Menschenrechtsorganisation will dadurch weit verbreitete, alltägliche sexuelle Übergriffe eindämmen
Gewaltbetroffene Frauen müssen ein Mindesteinkommen für ein eigenständiges Niederlassungsrecht nachweisen
Radikale Islamisten beendeten eine Tanz- und Musik-Show gewaltsam - Säkulare Gesellschaft wiederholt im Visier
Nach jahrelanger Forderung findet die Eröffnung im Juni statt - Platz für acht junge Frauen - Orient Express übernimmt die Betreuung
Erneut wurden in dem Pazifikstaat Frauen getötet - UNO will, dass die Regierung einschreitet
Autonome Frauenhäuser und Männerberatung: Opfer können nur geschützt werden, wenn man auch mit Tätern arbeitet - 90 Prozent der Gewalt häuslich
Jährlich kommt es in Indien zu 100 bis 500 Säureattacken
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MenschenrechtlerInnen legen Bericht vor: "Viele Opfer sexueller Gewalt melden die Fälle nicht"
20-Jährige wurde mit Benzin übergossen und auf brennende Reifen geworden - In dem Südpazifikstaat werden immer wieder angebliche Hexen getötet
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Mehr Engagement gefragt - Pro Jahr werden geschätzte drei Millionen Mädchen beschnitten
Hundstorfer und Heinisch-Hosek präsentierten Kampagne gegen Gewalt: Eine DVD mit Porträts von 16 jungen Männern sollen andere Männerbilder zeigen
Die Initiative "stopFGM" ist zehn Jahre alt - Geschätzte 155 Millionen Frauen weltweit betroffen - Dunkelziffer dürfte weitaus höher liegen
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Frauen würden verschleppt, vergewaltigt, gefoltert, getötet - Sexuelle Gewalt als Kriegswaffe, die oft nicht geahndet wird
Heinisch-Hosek: "Alarmierende Zahlen" - Bewusstsein für Gewalt ist gestiegen: Gewalt gilt nicht mehr als Privatsache
es ist heuchlerisch hier "harte kante" gegen zuwanderer zu zeigen. das ist typisch, die echten probleme (z.B. kriminalitaet) werden nicht angegangen, dafuer sucht man sich ein scheinfeld bei dem man sich mit den zuwandererverbaenden streiten darf wie man den zuwanderern denn nun am besten helfen darf.
mit sicherheit gibt es faelle von zwangsheirat in denen gewalt eine rolle spielt, gegen sowas sollte der staat angehen. andereseits gilt wohl fuer die ueberwiegende zahl der faelle dass es sich einfach um arrangierte ehen handelt. dieses ehemodell war bis vor ein paar jahrzehnten weltweit mehr oder weniger der standard, seit ein paar jahrzehnten wird im westen die liebesheirat bevoerzugt. und wenn man ehrlich ist hat sich die liebesheirat nicht als sinnvoll erwiesen, ihr folgte die demographische katastrophe, hohe scheidungszahlen und ungluecklich sind die selbtverwirklicher am ende auch noch. wenn die zuwandere ihr ueberlegenes modell weiter praktizieren sollte man sie lassen.
arrangierte Ehen bleiben erlaubt, Zwangsehen werden bestraft.
Der Unterschied ist leicht erklärbar: in beiden Fällen suchen die Eltern aus, aber bei Zwangsehen kann man das Angebot nicht ablehnen.
Dass in Zeiten, als es täglich ums Überleben ging die Qualtiät der eigenen Ehe nicht so wichtig war ist nachvollziehbar. Der Hader mit der eigenen Ehe ist ein Wohlstandsproblem, nicht ein Problem der Liebesehe.
Dass Sie die enorme Gewalt gegen indische Frauen in arrangierten Ehen so völlig übersehen wundert mich nicht.
http://en.wikipedia.org/wiki/Dowry_death
Sehr geehrter Herr Benn, ich muß Ihnen entschieden widersprechen! Wie können Sie bei der Zwangsheirat von einem überlegenen Modell sprechen, ein Modell, das für unendlich viele Frauen Unterdrückung, Entmündigung, Tyrannisierung und Gewalt, die nicht selten wegen "Ehrenrettung" zum Tod führt, bedeutet?
Ich empfehle Ihnen die Lektüre des Buches "Eure Ehre-unser Leid" von der Türkin Serap Cileli, dann werden Sie hoffentlich Ihre Meinung ändern.
ja bei manchen fuehrt dieses system zu gewalt, aber im weit ueberwiegenden teil der faelle nicht. trotzdem muss man etwas gegen die wenigen faell tatsaechlicher verschleppung, gewaltausuebung angehen, keine frage.
aber bitte auch nicht vergessen, dass das westliche modell auch oft zu gewalttaten fuehrt.
wie ist das wenn den leuten eingeredet wird, das wichtigste auf der welt seien ihre eigenen "gefuehle" 14 jaehrige damit anfangen sich gegenseitig liebe zu gestehen, und das dann bis sie 40 sind unzaehlige male wiederholen? welche eiferuschtsdramen spielen sich regelmaeßig ab?
nur "im Westen" seit einigen Jahrzehnten existiert und mit Scheidungsraten von 40-50% einhergeht. Die arrangierte Ehe ist nicht nur in islamischen Ländern üblich, sondern genauso in ganz Indien, China und weiten Teilen Afrikas. Und arrangiert heißt nicht (immer), das ein 14jähriges Mädchen mit einem schwitzendem, dicken 50jährigen verheiratet wird (gern bemühte Vision der Islamophobiker), sondern das sie sich von ihren 30 Cousins ein paar näher anschauen kann und sich dann für einen entscheidet.
Nötigung (auch zur Ehe) oder auch Vergewaltigung in der Ehe ist in der Türkei genauso verboten wie bei uns (nur noch nicht so lange strafrechtlich verfolgt). Weil aber vor allem in ländlichen Gebieten immer noch verbotene alte Traditionen gelebt werden, wurde dieses Jahr von der Regierung ein eigenes Verbot der Zwangsehe vorgeschlagen, ist aber glaube ich noch nicht durch.
Ohne den frauenfeindlichen Islam verteidigen zu wollen: Der Koran sieht Freiwilligkeit für die Ehe vor - Zwangsheirat ist "nur" eine überlieferte Tradition, die lange Zeit weltweit ziemlich stark verbreitet war und die es heute zB auch in der hinduistischen Kultur noch gibt.
Im Islam gibt es den sogenannten "Wali mudschbir", ein Heiratsvormund, der die jungfräuliche Braut auch ausdrücklich gegen ihren Willen mit einem beliebigen Moslem verheiraten darf. Sie hat allerdings das Recht zur Scheidung nach Erreichen ihrer Volljährigkeit.
Gesetzliche Praxis ist das im Iran, Saudi-Arabien und teilweise in Malaysia.
"die dritte generation" hat wohl schon ein wenig das wissen über ihre herkunftskultur verloren.
es gibt nicht "den" islam! genauso gut könnten Sie mormonen, pfingstler, strache und pfarrer josef friedl in einen topf werfen.
unzählige praxen, die in iran, saudi-arabien oder malaysia von religionsvertretern als religiös begründet werden, werden vom großteil der islamischen community abgelehnt, weil sie keinen bezug zum koran haben oder als unzeitgemäß abgelehnt werden.
Naja, nehmen Sie die Mitgiftmorde in nordindischen Provinzen. Die Familie der Braut zahlt der Familie des Bräutigams hohe Summen, später kommt es dennoch oft zu Nachforderungen. Das junge Paar lebt nach Heirat übrigens im Familienverband des Bräutigams, hauptsächlich unter der "Aufsicht" der Schwiegermutter. Können die Nachforderungen nicht geleistet werden, geschehen häufig tödliche "Unfälle" mit Kerosinkochern. Das tut nicht der Bräutigam - der hat ohnehin wenig zu melden...
Die Strukturen sind zweifelsohne äußerst patriarchal, abermit vielen konkreten Täterinnen.
.
da scheinen Sie sich in diesen "strukturen" nicht sehr gut auszukennen.
im "privaten" (wie z.b. bei verlobungen bzw. verheiratungen) haben mütter, großmütter, schwiegermütter und tanten da oft ein gewichtiges (wenn nicht das gewichtigste) wort mitzureden.
Nein, es sind oft genug auch die Mütter, die soetwas arrangieren und ihre Töchter verheiraten.
Meist nach dem Motto: Was mir nicht geschadet hat wird auch dir nicht schaden....
Oder um die "Familienehre" nicht auf's Spiel zu setzen und vor den Verwandten schlecht dazustehen.
machen ja auch mit. Die Großmütter, Mütter, Schwiegermütter, Tanten... alle weiblichen Verwandten, die das mit betreiben, sind also zumindest Mittäterinnen. Insofern ist das Binnen-I hier schon passend. Wenn jemand dieses Geschäft mit jungen Frauen unterbinden kann, dann die Frauen. Die Männer haben wenig Grund daran etwas zu ändern.
Auch Mütter ordnen Zwangsheiraten an. Das ist so ähnlich wie bei der Beschneidungspraxis in afrikanischen und arabischen Ländern - es ist eine Tradition, die zwar stark mit einem frauenfeindlichen Weltbild zusammenhängt und von Männern leichter abgeschafft werden könnte als von Frauen, reproduziert wird die Tradition aber häufig bewusst und mit der Überzeugung, dass die Tradition richtig und wichtig sei, von Frauen.
Häufig wird der Druck viel subtiler ausgeübt, von Kindheitsbeinen an. Das Mädchen wird früh darauf "vorbereitet", später mit dem Kousin verheiratet zu werden, es hat die negativen ökonomischen und ehrenrührigen Konsequenzen im Falle einer Weigerung dermaßen verinnerlicht, dass es glaubt, gar keine andere Wahl zu haben als sich zu opfern. Für die Familie. Dann leidet die junge Frau still vor sich hin, bis sie einige Jahre später selber Kinder haben wird, denen sie diese "Werte" weitergeben kann ...
Man kann diesen jungen Frauen kaum helfen, da man sich mit dem Ansinnen, es zu tun, automatisch gegen die Familie stellt. Und die verteidigt sie bis auf Äußerste. Bei gleichzeitiger totaler Selbstaufgabe.
stimmt, so ist es. manchmal. nicht in jeder familie. zumindest nicht in jeder türkischen. und die töchter haben freundinnen in der schule - die zwar meist aus der gleichen migrantengruppe stammen (interkulturelle freundschaften - gibt's sowas überhaupt noch?) - aber vielleicht auch aus familien stammen deren lebensmodell nicht ganz so rigide ist. und dann - jeder mensch hat ein hirn und manche schalten es auch ein ...
Wenn an jeder Schule über Werte und Gesetze im Zusammenhang mit Familie, Partnerschaft und Sexualität gesprochen wird und die Schulpflicht bis 18 verlängert würde (wobei auch eine Lehre mit Berufsschulbesuch als Schulbesuch gilt), würde man mit Sicherheit einigen jungen Leuten helfen.
Nebenbei auch in Bezug auf die Berufschancen. (Für Leute, die nur einen Pflichtschulabschluss haben, gibt es nicht annähernd ausreichend Stellen).
Dass Mädchen nicht mehr in die Schule kommen, weil sie nach einer Zwangsheirat im Ausland leben, kommt äußerst selten vor.
Solange sie eine Schule besuchen müssen, werden sie eher nicht verheiratet, und mit 18 hat man eher die Reife, sich gegen den Lebensentwurf der Eltern und auf eigene Beine zu stellen.
Selbstaufgabe führt letztlich immer zu Zerstörung, entweder Selbstzerstörung (psychisch oder durch Krankheit) oder die unterschwellige Aggression richtet sich gegen andere.Der Mensch ist für ein Konzept "Familie über alles" schlichtweg nicht geschaffen.
die erinnerungen an lebenslange ehen der generationen vor uns sind stark von einzelnen guten beispielen (die es heute genauso gibt) oder idealvorstellungen verklärt.
in wirklichkeit hat der "zwang", auch im falle von "unüberbrückbaren differenzen" zusammenbleiben zu müssen, auch früher zu sehr viel leid, gewalt, alkoholismus, depression usw. geführt.
scheidungskindern geht es übrigens nach der trennung der eltern sehr oft besser als in der zeit vor der trennung (in der täglich gestritten wurde).
wäre etwa eine Möglichkeit ihnen den Weg aus dieser quasi "gottgegebenen" Lage zu zeigen - aber das kostet halt auch Geld und wie wir am bedrückend mageren Ergebnis des Bildungsvolksbegehrens gesehen haben, ist es den "alteingesessenen" ÖstereicherInnen ja nicht einmal die Bildung ihrer eigenen Kinder Wert ihren Hintern zu heben...
es gibt in bezug auf muslime keine "mehrheitsgesellschaft". sie sind nicht eingewandert um in einer gesellschaft aufzugehen, sondern einfach nur mit ihrer kleinen gemeinschaft umgezogen, gesellschaftlich sind sie teil der herkunftslaender. nur weil man zufaellig nahe beieinander wohnt heißt das noch nicht dass man den zugewanderten seine gesellschaftspolitik aufzwingen sollte - oder auch nur kann
Auch in der "Minderheitsgesellschaft" wird das Problem meistens negiert. Die Mädchen und Frauen sind völlig auf sich gestellt. Sie werden nicht nur von ihren Familien, sondern auch von der österreichischen Gesellschaft mit ihren gesamten demokratischen, menschenrechtlichen Werten in der Regel im Stich gelassen!
alleine wenn ich das schon lese...daher in österreich zwangsheirat ja durch mehr als nur ein gesetz nciht möglich sit und minderjährige schon gar nicht...
kann ein gesetz gegen zwangsheirat ja nur auf österreicher in "anderen ländern" anspielen...und so ein gesetz dann auf österreich zu beschränken ist schon mehr als nur heisse luft...das ist spott....
ich wette das gesetz ist kein einziges mal zur anwendung gekommen....
Meiner Meinung nach sollten diejenigen, die ihre Kinder zwangsverheiraten des Landes verwiesen und mit einem Einreiseverbot für die gesamte EU belegt werden.
Dieses Gedankengut hat in unserer Gesellschaft nichts verloren. Völlig unerheblich ob Männer oder Frauen zwangsverheiratet werden: den Opfern sollte jede Unterstützung zuteil werden die sie benötigen und die kriminelle Sippe die dahinter steht sollte zur Kasse gebeten werden.
Außer heisser Luft ist seit den letzten Jahrzehnten da nichts zu hören und sehen!
Wirklich Nägel mit Köpfen hat biser die Schweizer Politik gemacht:
( http://www.tagesschau.sf.tv/Nachricht... l-bestraft )
Ursprünglich sollten die TäterInnen das Land verlassen müssen, doch das schien dann doch eine zu harte Bestrafung. Wobei, solche veralterten und fundamentalistischen Ansichten haben in Europa wirklich keinen Platz mehr.
gibt es natürlich, aber die folgen sind andere. männer haben mehr bewegungsfreiheit, mehr kontakte. frauen, die von zwangsehe betroffen sind, werden idr bereits vorher stark kontrolliert, können wenige kontakte außer haus pflegen, etc. sie kommen von einem herrschaftsverhältnis in das andere. der zwangsverheiratete mann hat mit oder ohne job weitgehend machen, was er will. ob die frau ausser haus oder arbeiten darf, hängt von ihm ab.
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