Unser Reflex ist: "So eine Urschl"

Interview | 25. November 2011, 06:15
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    foto: diestandard.at

    Die Juristin und Politikwissenschaftlerin Birgitt Haller ist Mitarbeiterin des Instituts für Konfliktforschung und Expertin für familiäre Gewalt. Haller hat unter anderem die erste Evaluierung des Gewaltschutzgesetzes 1997 durchgeführt, im vergangenen Jahr wurde unter ihrer Leitung eine Studie über Partnergewalt gegen ältere Frauen in Österreich durchgeführt.

Mythen und zu wenig Forschung sind laut Expertin Birgitt Haller die vorherrschenden Probleme bei der Verfolgung sexualisierter Gewalt

Bei Gewaltdelikten in Österreich sind keine Statistiken verfügbar, ob sie durch einen Partner/Ex-Partner oder durch einen anderen Täter verübt wurden. Auch über die Tatsache, dass die Verurteilungen seit 2001 deutlich gesunken sind, kann nur spekuliert werden. Mehr Forschung und genauere Erhebungen fordert daher die Juristin und Politikwissenschaftlerin Birgitt Haller und kritisiert im dieStandard.at-Interview auch das Verhalten von Ärzten und Ärztinnen im Falle von Gewalt und sexualisierter Gewalt an Frauen. 

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dieStandard.at: Sie haben an der Konferenz "...selber schuld!?" (derStandard.at berichtete: Bei Vergewaltigung wird selten verurteilt) teilgenommen. Dort wurde unter anderem thematisiert, dass die Verurteilungsquote bei Vergewaltigungen gesunken ist. Warum ist das so?

Haller: Dieses Ergebnis hat mich sehr irritiert. Die Verurteilungen sind von 20 (2001) auf 13 Prozent (2010) gesunken. Die Anzeigen gehen hingegen rauf, was wahrscheinlich daran liegt, dass die Hemmschwelle anzuzeigen, sinkt. Bei Vergewaltigungen sind die Anzeigen von 574 im Jahre 2001 auf 810 im Jahr 2010 gestiegen.
Warum die Verurteilungen gesunken sind, weiß ich schlichtweg nicht. Eigentlich bin ich davon ausgegangen, dass mit der gesetzlichen Verankerung der Prozessbegleitung seit 2006 die Verurteilungen steigen. Die Prozessbegleitung ist dazu da, dass die Betroffenen bessere ZeugInnen sind und damit auch Täter eher überführt werden können.

Wir dürfen aber nicht vergessen: Vergewaltigung ist einer der massivsten Übergriffe. Ein Posttraumatisches Stresssyndrom kann sich entweder in einer Flucht vor dem Geschehenen, Aggression oder einer emotionalen Erstarrung ausdrücken, wenn man aber wenig über diese psychologischen Folgen weiß, könnte man zum Beispiel das Verhalten eines erstarrten Opfers als "emotional total unberührt" bewerten, und daraus schließen: So schlimm kann das nicht gewesen sein.

dieStandard.at: Dennoch dürfen sich RichterInnen in Österreich keiner psychologischen Gutachten bedienen.

Haller: Eine Staatsanwältin meinte auf der Konferenz, dass der OGH gegen Glaubwürdigkeitsgutachten ist, deswegen holt man halt keine ein. Aber auch wenn der OGH dagegen ist, könnte man es trotzdem machen. Wenn ich in der Justiz etwas verändern will, muss ich auch gegen die Instanzen angehen - aber das machen die wenigsten.

dieStandard.at: Ist sexuelle Gewalt auf strafrechtlicher Ebene ausreichend abgedeckt?

Haller: Ich denke schon. Der Begriff der Vergewaltigung ist breit und umfasst ziemlich viel, auch gibt es eine klare Strafandrohung. Jeder Form der Penetration ist als Vergewaltigung strafbar. Hier liegt meines Erachtens nicht das Problem.

Seit es das Gewaltschutzgesetz* gibt, sind die Betretungsverbote deutlich angestiegen. Daraus kann man schließen, dass die Bevölkerung weiß: Gewalt in der Familie gibt es und nicht das Opfer ist daran schuld, sondern der Täter. Dieses Bewusstsein gibt es bei sexualisierter Gewalt nicht. Eine Frau, die vergewaltigt wurde, geht noch immer lieber in die anonyme Ambulanz in ein Krankenhaus, als zur/zum GynäkologIn, der/die die Frau schon länger kennt. Daran sehen wir, wie stigmatisiert sich Opfer von sexueller Gewalt fühlen.

Das Wichtige am Gewaltschutzgesetz war, dass die Polizei kapiert hat, dass auch Gewalt in der Beziehung Gewalt ist und dass sie den Auftrag haben, dagegen etwas zu tun. Dass es um die Frau als Opfer geht und nicht um die zu schützende Beziehung oder Kleinfamilie. Bei sexueller Gewalt haben diesen Prozess aber bisher weder Justiz noch Ärzteschaft mitgemacht.

dieStandard.at: Warum auch nicht die Ärzteschaft?

Haller: Viele ÄrztInnen schauen weg. Im Zuge unseres Projektes "Partnergewalt gegen ältere Frauen" hat sich gezeigt, dass manche Frauen jahrzehntelang Antidepressiva bekommen, "weil sie es ja nicht leicht hat, daheim", oder was auch immer da für Sprüche daherkommen. Statt genauer nachzufragen, wie man sie unterstützen könnte, damit es nicht so weitergeht.

Das Projekt hat übrigens auch bestätigt, dass jede zweite Frau, die in einer Beziehung Gewalt erlebt, auch sexuelle Gewalt erlebt - also auch ältere Frauen. Sexuelle Gewalt trifft nicht nur Junge, aber davon wird noch immer oft ausgegangen.

dieStandard.at: Dass sexualisierte Gewalt nur jüngere Frauen treffe oder aufgrund eines bestimmten Verhaltens sind altbekannte Mythen. Stadträtin Sandra Frauenberger meinte im Zuge der Konferenz, dass diese Mythen auch Einfluss auf die strafrechtliche Verfolgung hätten. Basieren diese schlichtweg auf Vorurteilen von RichterInnen?

Haller: Passiert Ihnen das nicht? Wenn mir etwa jemand sagt, eine Frau hat einen Mann, der sie heimbrachte, noch auf einen Kaffee in die Wohnung gelassen - da denk ich mir spontan: Ist das eine Urschl! Das denke ich ganz reflexhaft, obwohl ich mich mit dem Thema befasse. Ich habe also bestimmte Bilder sofort parat. Aber, wie bei allen Formen von Vorurteilen: Wenn ich mir über sie bewusst bin, habe ich zumindest die Chance, diese auszuhebeln.

dieStandard.at: Auch gilt oft noch immer der Fremde im dunklen Park als die große Gefahr, obwohl nach wie vor Sexualdelikte mehrheitlich in Beziehungen passieren.

Haller: Ja. Wir haben in Österreich das große Problem, dass es eine Einteilung gibt, die nicht sehr hilfreich ist. Es wird zwischen "Delikte in familiären Beziehungen in Hausgemeinschaft" und solchen ohne Hausgemeinschaft bzw. "Bekanntschaft", "Zufall" und "Unbekannt" unterschieden. Aber "in Hausgemeinschaft" kann vieles bedeuten, das kann der Vater sein, der sein Kind vergewaltigt, das kann der Mann sein, der seine Ehefrau vergewaltigt - das ist sehr unspezifisch.
Die Deutschen erheben das nach "Partner" bzw. "Expartner". Mich würden diese Zahlen auch für Österreich interessieren, denn im Moment können wir nicht nachvollziehen, ob die angezeigten Taten in gewählten Beziehungen oder in Verwandtschaftsverhältnissen passierten. Es gibt schon eine Arbeitsgruppe, in der auch das BMI und das BMJ vertreten sind, die eine Änderung dieser Erfassung diskutiert.

dieStandard.at: Wie sehen die Zahlen zu sexueller Gewalt innerhalb von Beziehungen oder Ex-Beziehungen in Deutschland aus?

Haller: In Deutschland sind zu 49 Prozent die Partner oder Ex-Partner die Vergewaltiger. Im Rahmen einer EU-Studie hat es 2006 auch eine Untersuchung von 100 Wiener Akten über Vergewaltigung gegeben. Die Studie hat gezeigt, dass Fremdtäter öfter verurteilt werden, denn - so meine These - dann gilt es als Verbrechen, nicht aber innerhalb der Familie.

dieStandard.at: Nach diesen zu fragen ist aber in Österreich doch verboten.

Haller: Naja, das kann dann schon so gefragt werden, dass es irgendwie durch geht. Der Ausgang eines Prozesses hängt generell davon ab, wie fit und firm die agierenden Personen vor Gericht sind. Wenn ein Täter einen guten Strafverteidiger hat, vielleicht eine patscherte Anwältin beim Opfer und dann noch ein junger Richter - da passiert dann einiges.

dieStandard.at: Wie hoch sind die Falschanzeigen bei Vergewaltigungen?

Haller: In der bereits erwähnten Erhebung von der EU aus dem Jahre 2006 liegt die bei 4 Prozent, zum vergessen also.

dieStandard.at: Sehen Sie bei den Verjährungsfristen Handlungsbedarf?

Haller: Nein. Wenn eine minderjährige Person vergewaltigt worden ist, fängt die Verjährungsfrist erst mit 28 an zu laufen, das halte ich für ganz wichtig. Ansonsten hängt sie von der Strafandrohung ab. Bei Vergewaltigung sind es von 6 Monaten bis zu zehn Jahre, das ist lange. Ansonsten hätte man wiederum große Schwierigkeiten bei der Beweisbarkeit.

dieStandard.at: Was muss in Bezug auf das Sexualstrafrecht in Österreich noch passieren?

Haller: In Österreich sind noch zu viele Fragen offen, denken wir an die sinkenden Verurteilungen. Da ist noch viel Forschung nötig, ansonsten sind wir auf Vermutungen angewiesen. Auch beschäftigt mich, dass sowohl unter den Angezeigten als auch unter den Verurteilten überproportional viele Migranten sind. Da würde mich auch interessieren, ob und inwieweit hier Vorurteile eine Rolle spielen. (Die Fragen stellte Beate Hausbichler, dieStandard.at, 25. November 2011)

Wissen

*Mit dem 1997 in Kraft getretenen Gewaltschutzgesetz wurde der Polizei die Möglichkeit gegeben, im Falle von Gewalt innerhalb der Familie einzuschreiten und eine Person aus dem gemeinsamen Haushalt zu entfernen, sofern akute Gefahr für die bedrohte Person besteht. Auch Einstweilige Verfügungen, mit denen Verlängerungen von Betretungsverboten beantragt werden können, wurden über das Gewaltschutzgesetz geregelt.
 >> Stichwort Gewaltschutzgesetz

Vergewaltigung ist im Strafrecht als Delikt gegen sexuelle Integrität und sexuelle Selbstbestimmtheit verankert.

Links

Institut für Konfliktforschung 

Studie zu Partnergewalt gegen ältere Frauen (pdf)

Weiterlesen auf dieStandard.at/Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen: Die Fahnen wehen wieder

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Posting 1 bis 25 von 109
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Damned its me
 
00
26.11.2011, 08:55
Bitte zurück an den Start (Teil 2)

Weiters, meines Wissens hat sich gerade die Polizei ein Gewaltschutzgesetz-Gesetz incl. Wegweiserecht gewünscht. Weil die Polizisten - ja, damals ausschließlich männlich - es nicht ausgehalten haben, dass Gewalttäter in der Wohnung verblieben sind und das Opfer und ggf. mit Kindern die Wohnung verlassen mußte. Eine belastende Situation auch für die einschreitenden Polizisten...
Aber nein, Männer UND Polizist - die haben bestimmt keinerlei Gefühle...

Damned its me
 
21
26.11.2011, 08:48
Bitte zurück an den Start (Teil 1)

Zum Thema Beahuptete Vergewaltigung. Zitat: "In der bereits erwähnten Erhebung [..] liegt die bei 4 Prozent, zum vergessen also."
Frage: Ab wann ist es nicht mehr zum Vergessen? Sind 4 Prozent der Männer nicht's wert? Mir persönlich sind aus meinem Umfeld 4 Fälle bekannnt, wo bösartig behauptet wurde, dass der Mann vergewaltigt/missbraucht hat. Incl. fehlender Rehabilitation durch die Gerichte und Problemen am ARbeitsplatz. Dass sich die Männer dabei selbst darum kümmern müssen, aus der Gewalttäterkartei der Interventiosstelle herausgenommen zu werden, wissen nur wenige. Hat Frau Haller übersehen, dass sie damit auch betroffenen Frauen mit dieser Aussage einen Bärendienst erweist?

Harry Y.
 
00
28.11.2011, 16:51
"mir sind 4 Fälle aus meinem persönlichen Umfeld bekannt"

wo die Männer Ihnen gegenüber etwas behauptet haben, was aber deswegen nicht unbedingt stimmen muß, oder? Zweitens kommt eventuell noch dazu, dass manche den Unterschied gar nicht wissen und vielleicht sogar angesoffen waren; also das gar nicht mehr so genau wissen.

keywords
00
28.11.2011, 17:25

naja kann durchaus sein, dass sie halt schrecklichen geschmack bei der partnerwahl bewiesen haben. das kann passieren.

nichts desto trotz:
96% der beschuldigungen wegen gewalt stimmen. nur ein bruchteil der fälle hat konsequenzen für den täter. was ist wohl schlimmer?

- ein mann muss umziehen weil ihn seine nachbarschaft nicht mehr mag und sich einen neuen job suchen, er ist in seinem leben vorübergehend eingeschränkt, seine gefühle sind verletzt
- eine frau ist für immer in ihrem leben eingeschränkt, womöglich so stark verletzt dass sie keine kinder mehr bekommen kann, weiteren übergriffen ausgesetzt (da ja die hälfte der täter aus dem direkten umfeld kommen) und kann nie wieder ein normales sexualleben geniessen

es ist halt schwierig.

keywords
00
28.11.2011, 16:48

nein, garnicht.
hoffentlich haben ihre bekannten durch einen arbeitsplatzwechsel wieder ein angenehmeres leben.

aber was machen die 96% der frauen, denen gewalt widerfahren ist und denen niemand glaubt?

Erwin Wolfram
00
25.11.2011, 18:45
...

ja nachdem die sachwalter und rechtlich bevollmaechtigten nichts zusammengebracht haben gibts nun die prozessbegleitung, die sind dann nicht haftbar und bekommen auch kein gehalt, daher muessen sie es sich selbst zusammenbringen, in der situation ist der staat ja nicht, der sucht sich einfach due duemmsten als opfer um politikiwissenschafterinnen damit befassen zu koennen was die justiz zu korrupt ist. so werden die taeter das auch machen und es wird keine einzige verurteilung mehr geben. es ist eben schoen vertreter des nazistaates lesen zu koennen.

120 Jahre Karl Schranz
05
25.11.2011, 16:15
für diestandard.at eine relativ gute und realistische einschätzung

da hat man hier schon schlimmeres gelesen.

und es stimmt: jeder ertappt sich doch dabei, manchmal "was geht die auch allein mit dem dorthin" oder "naja, was zieht die sich auch so an?" zu denken.

eins sollte für alle verbrechen klar sein: egal ob ich mich fahrlässig in bestimmte situationen begebe, die schuld für das verbrechen liegt einzig und allein beim täter. punkt.

Narrenfrei
02
25.11.2011, 18:10

13% verurteilt, 4% Falschanzeige, der Rest ist unaufgeklärt? Irgendwie sehr unbefriedigend. Auch die Aussage, dass die 4% zu vergessen sind, finde ich nicht recht gelungen. Ist ja eigentlich auch 1/3 der Verurteilungen. Ein Viertel der Vergewaltigungen in denen irgendetwas bewiesen werden kann sind also vorgetäuscht. Zum Vergessen ist schon was anderes.

Die "Prozessbegleitung" ist dazu da, dass die Betroffenen bessere ZeugInnen sind. Wie soll man sich das vorstellen? Stehen diese Begleiter auch den Angeklagten zu Verfügung? Inwiefern helfen die? Hoffentlich doch nicht so, wie das Scheidungsanwälte gern tun. Hoffentlich geht es hier um Mentales.

Ansonsten ein gut geführtes Gespräch.

keywords
00
28.11.2011, 16:52

wieso 1/3?

falschanzeige bedeutet ja nicht, dass es zu einer verurteilung gekommen ist. ich interpretiere das so:
von 100% anzeigen werden 13% verurteilt. von 100% anzeigen sind 4% erfunden und 96% wirklich passiert.

die wahrscheinlichkeit, dass also jemand verurteilt wird und die anzeige falsch war, ist also winzig.

oder verstehe ich das falsch?

Narrenfrei
00
25.11.2011, 18:14

Sollte eigentlich keine Antwort, sondern ein eigener Beitrag sein, sorry.

Thegoodshepherd
20
25.11.2011, 16:10
Für mich ist der Paragraph mit "der Urschel" irgendwie zweideutig, zumal er keinerlei...

Andeutung darauf macht, was daran richtig oder falsch sein sollte. Gut, eine Frau lädt einen Mann nach dem Ausgehen auf einen Kaffee in ihre Wohnung ein - sie kommen sich näher oder auch nicht, sie landen im Bett, oder er geht nach dem Kaffee nach Hause. Wo liegt nun das Problem. Nicht alle Männer, die Frauen nach Hause bringen sind darauf aus, die Frau zu verführen und die wenigsten hegen die Absicht die Frauen zu vergewaltigen. Ich finde es bedenklich, wenn Frau Haller versucht Männer grundsätzlich als die bösen Wölfe und Frauen als das arme Rotkäppchen darzustellen. Mir ist klar, dass Frauen vorsichtiger sein müssen als Männer, aber jemanden, der einen Verehrer in die Wohnung bittet, als Urschel zu bezeichnen, ist wirklich jenseits.

keywords
13
25.11.2011, 16:12

da gehts um was anderes.

theoretischer fall: sie trifft jemanden, nimmt ihn auf einen kaffee mit nachhause, ist etwas betrunken, er missversteht sie und zwingt sich ihr auf.

einE richterIn könnte denken: tja, selber schuld, wennst einen wildfremden mit nachhause nimmst. sei halt net so deppert.

zum glück gibts leute wie sie, die nicht automatisch an sowas denken.

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23
25.11.2011, 14:34
Zensi reproduziert Machtverhältnisse auf digitaler Ebene

und führt zu struktureller Benachteiligung andersgeschlechtlicher Forenuser :-D

Lilith Boessse
 
46
25.11.2011, 11:16
unterschiedliche "schmerz"grenzen

ich hoffe sehr, dass dieses thema weiterhin und vermehrt in der öffentlichkeit aufgezeigt, besprochen wird!
was veranlasst männer, das "stärkere" geschlecht, frauen weh zu tun?

ein problem in der schwierigkeit, dass thema auf einigen wenigen ebenen zu diskutieren ist die unterschiedliche wahrnehmung von schmerzen, gewalterfahrung und grenzübertretungen.

männer raufen und später prügeln sich sehr häufig, es ist teil des mehr oder weniger ernsten spiels. mal verliehrt mann, mal gewinnt er und geht gestärkt aus dem kampf raus. (und fühlt sich toll) der schmerz bleibt an der oberfläche und wird abgeschüttelt.

frauen erleben schmerzen anders, er trifft immer auch die seele und lässt sich nicht einfach abschütteln.
gerade auch

./.

Taschmahal
22
25.11.2011, 15:28

Was veranlasst solche Diskussionen immer allgemein von Männern zu sprechen...
Sprechen sie doch von Straftätern, denn glaubens mir der Prozentteil vergewaltiger Männer von Männern die sich auch trauen etwas zu melden, liegt noch xfach und dem hier angesprochenem.
Laut der allgemeinen Aussage, gehts aber nur Männer gegen Frauen, Schwachsinn.

keywords
01
25.11.2011, 15:37

ja eben. auch das ist eine katastrophe. menschen in not muss geholfen werden.

das wäre einen artikel wert.

es geht aber nicht männer gegen frauen. es geht gewalttätige männer gegen frauen mit gewalterfahrung.

Taschmahal
00
25.11.2011, 15:46

Nein aber es wird hier genau darauf ausgelegt, dass es ehr wohl um Männer gegen Frauen geht, genauso wie es bei all den 50:50 Artikeln genau darum geht.

keywords
03
25.11.2011, 15:55

ich habe nicht das empfinden.

sehr wohl aber, dass sich männer angegriffen fühlen, wenn nicht explizit und im ausreichenden maß hinzugefügt wird, dass auch männer opfer sein können.

darum gehts allerdings nicht beim thema sexuelle gewalt an frauen. ich weiss den prozentsatz nicht, schätze aber das verhältnis frauen vergewaltigen frauen als eher gering ein. daher finde ich es einfach unmöglich, ständig darauf hinzuweisen, dass männer auch von frauen psychisch gewalt erfahren.

das bestreitet keiner. aber hier gehts auch nicht um gewalt an kindern oder hunden, die auch opfer sein können. sondern um ganz spezielle opfer.

Lilith Boessse
 
65
25.11.2011, 11:35
./. weil der mann der stärkere ist und eine frau mitunter wenig chancen hat, sich gegen einen "wildgewordenen", agressiven

mann zu wehren. ist sie mit ihm alleine, ist sie ihm hilflos ausgeliefert. (ich weiß wovon ich spreche!)

müßig zu sagen, dass für frauen sexualität etwas anders ist, als für männer. sie öffnen sich sprichwörtlich. auch hier bleibt wieder nichts an der oberfläche, berührt die seele und ist eine auf vielen ebenen sehr intensive gefühlserfahrung.
diese äußerst schöne erfahrung im kontext von brutalität und übergriffigkeit zu erleben, ist ein harter schlag - nicht nur äußerlich!

ein übergriff beginnt nicht zuletzt deshalb bei frauen viel früher und kann viel weniger leicht abgeschüttelt werden, sitzt tief und bleibt lange als gewalterfahrung erlebt.
nicht alles, was von frau als - heftige -gewalt erlebt, wird von mann als solche erkannt

dieWolfsmutter
00
26.11.2011, 22:03
Um

Stärke gehts da glaub ich weniger. Sie sind gewalttätiger. Wenn frau genauso gewalttätig agiert, sind Kerle längst nimmer so stark.

Jetzt stellt sich halt die Frage, welche Richtung wir mit dieser These einschlagen sollen.

Nirgendwer
01
25.11.2011, 18:29
"berührt die seele"...

... hm bei ihnen vielleicht (herzlichen glückwunsch, klingt eh ur schön..) - aber auf mich und ganz viele frauen* die ich kenne passt diese passive rolle der empfindlichen blume, die sich jemandem öffnet und "ihm" in ihrer ganzen verletzlichkeit ausgeliefert ist, absolut nicht. und selbst wenn es so wäre, sodass manche stärker unter einer vergewaltigung leiden würden: was sagt das über den gewaltakt an sich aus? ist der etwa danach zu bewerten, wie sehr die betroffene darunter leidet? vergewaltigung als akt der gewalt ist immer zu verurteilen, ohne dass man vorher danach fragt, wie gering oder groß der dadurch verursachte schaden ist.. meine meinung.

Lilith Boessse
 
00
26.11.2011, 10:50
hm, mag sein, dass das bei ihnen anders ist.

frauen und männer empfinden unterschiedlich, dazu stehe ich.

ich wollte nur aufzeigen, dass für das eine geschlecht die befindlichkeiten/empfindlichkeiten des anderen nicht immer nachvollziehbar sein müssen. und dass es deshalb erklärungsbedarf gibt.
ich finde die frau in ihrer empfindsamkeit nicht automatisch als "die passive"! das habe ich nicht gesagt, und davon sollte auch nicht ausgegangen werden.

und ich stehe drauf, dass männer und frauen unterschiedlich sind. das macht die anziehung ja aus. wenn m und f gleich wären, wärs doch a bißl fad, oder ;O)

Nirgendwer
00
26.11.2011, 14:45
wieso...

...machen sie das gerade am "geschlecht" (was auch immer genau das heißen mag) von menschen fest? ist es nicht viel einleuchtender, dass das von person zu person unterschiedlich ist? und ich kann mir nicht helfen, aber sich öffnen hat für mich so einen passiven touch.. ich steh im übrigen drauf, dass menschen unerschiedlich sind.. wenn alle "m"s und alle "f"s untereinander gleich wären, wärs erst recht fad :)

120 Jahre Karl Schranz
11
25.11.2011, 15:56
sie drehen da aber auch kräftig an der verallgemeinerungsmühle

es gibt auch "schwache" burschen und männer, die körperlichen und seelischen missbrauch erleben.

das soll hier nicht das verhältnis umdrehen, aber dieses "frauen erleben gewalt viel schlimmer"-gerede ist im prinzip nur die andere seite der "männer sind vom mars, frauen von der venus"-these

Taschmahal
11
25.11.2011, 15:32

Und genauso ist es einfach verallgemeinert

Männer = stark
Frauen = schwach

ein schwacher Mann wird sicher eher nicht gegen eine starke Frau durchsetzen körperlich als auch geistig.

Es liegt in der Natur (und damit reduzier ich das jetzt nicht rein auf die menschlichen Gene und suche auch keine Ausrede der Männer)

Der stärkere setzt sich durch, aus.

Das von Naturwegen im Durchschnitt Männer stärker als Frauen sind und geschlechtliche Akte zwischen eben jenen Geschlechtern stattfindet, wird auch zu einer entsprechenden Anzahl an Missbrauchen führen.

Trotzdem würd ich nicht auf die Idee zu kommen und zu fragen "Warum tun (starke) Männer, (schwachen) Frauen sowas".

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