Klappe 1

Alltag in einem Frauenhaus

25. November 2011, 07:00

dieStandard.at zeigt im Rahmen der "16 Tage gegen Gewalt" Videos österreichischer Fraueneinrichtungen: Den Beginn machen die Autonomen Frauenhäuser

Welche Schritte können Frauen setzen um aus einer Gewaltbeziehung herauszukommen? Welche Wege führen aus der Gewaltspirale heraus? Im Videobeitrag des Vereins Autonome Österreichische Frauenhäuser sind Möglichkeiten des Handelns, des „einen-Ausweg-Findens" zu sehen: Klappe auf! gibt Einblicke in das Beratungsangebot der Frauenhelpline gegen Männergewalt (0800/222 555) und erzählt vom Alltag in einem Frauenhaus.

Jeder Frau kann männliche Gewalt widerfahren. Sie betrifft Frauen aller Altersstufen, aller Schichten und Kulturen. Jede fünfte, in einer Beziehung lebende Frau wird iÖsterreich Opfer von Gewalt. Frauenhäuser sind die wichtigsten Hilfseinrichtungen für Frauen und deren Kinder, die Gewalt in der Familie erleben. 2010 waren es in Österreich 3.448 Frauen und Kinder, die aufgrund von akuten oder langjährigen Gewalterfahrungen in der Familie ihr eigenes Zuhause aufgeben und ins Frauenhaus flüchten mussten.

Die Frauenhelpline versteht sich als erste Anlaufstelle für alle Fragen im Zusammenhang mit Männergewalt gegen Frauen. Die telefonische Beratung gibt Entlastung, Stärkung und Orientierung auf dem Weg aus dem Kreislauf der Gewalt. Oft sprechen Frauen in einem solchen Gespräch tatsächlich das erste Mal über ihre Situation. Die Frauenhelpline ist rund um die Uhr und kostenlos erreichbar, die Beratung ist vertraulich und anonym. Je nach Bedarf werden Beratungen in Arabisch, Englisch, Bosnisch-Kroatisch-Serbisch, Polnisch, Russisch und Türkisch zu bestimmten Zeiten angeboten. (red)

Klappe 1: Autonome Frauenhäuser
Regie, Kamera: Katja Schröckenstein
Schnitt: Katja Schröckenstein, Rudi Gottsberger, Thomas Parb
Konzept: Felice Drott, Maria Rösslhumer, Katja Schröckenstein
Trailer: Doris Mayer

Weitere Informationen:

Frauenhelpline gegen Männergewalt
im Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser
www.frauenhelpline.at
www.aoef.at

 

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19 Postings
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20
27.11.2011, 16:27
Ich werde nie ganz verstehen, warum sich Frauen aus Gewaltbeziehungen nicht befreien.

Aber für viele Frauen hat der Mann anscheinend einfach ein Macho und gewalttätig zu sein, sonst ist er ein unmännliches "Weichei" und nicht attraktiv (wird in der "Pick-up"-Literatur oft als "Mr. Nice-Guy Syndrom" bezeichnet, das die über-netten Typen sind, die nie eine abbekommen WEIL sie einfach zu nett und konziliant sind ). Diesen Frauen ist nur schwer zu helfen, es wäre Aufgabe der Psychologinnen, sie auf ihr selbstzerstörerisches, fatales "Beuteschema" in der Partnerwahl aufmerksam machen. Und wenn sich so eine Frau dann doch mal aus einer Gewaltbeziehung befreit, sucht sie sich wieder einen Schläger. Und heult dann und fragt, warum das immer nur ihr passiert... Die können einem echt leid tun *seufz*

Epistula non erubescit
00
13.1.2012, 09:18

diese netten Typen, welche nie eine Frau bekommen....
diese Filme werden von Männern gemacht.

Und sehr oft beginnt Gewalt dann, wenn Frau am abhängigsten ist: in der Schwangerschaft (keine Möglichkeit Geld zu verdienen, aus Angst hochschwanger auf der Straße zu sitzen bleiben wohl viele, dann sollen sie nicht mehr arbeiten, denn das macht ja unabhängig...)

noirc80
21
28.11.2011, 07:20

och je. um was ging es gleich wieder? um die armen netten guys, die keine abbekommen oder halt warte mal, ging es nicht grad um opfer häuslicher gewalt? und die sind jetzt selber schuld, weil sie sich nicht einen "netten" genommen haben? tja, das ist allerdings ein nice-guy-problem, dass sich die nice guys meistens um sich selber drehen und nur ihre problemchen kennen, oh, die netten sind gar nicht so nett, sie sind einfach nur sehr ich-bezogen.

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21
28.11.2011, 11:08
Nein, ich wollte nicht auf die Schuldfrage hinaus, sondern dass ich es nicht nachvollziehen kann

warum eine Frau Erniedrigung und Gewalt dem Single-Leben vorzieht. Bevor ich mir sowas bieten lasse, bleibe ich doch lieber alleine. Oder suche mir jemanden, der eher "weichgespült" als "Macho" ist. Aber nichts ist so schwer zu durchschauen wie die menschliche Psyche...

noirc80
11
28.11.2011, 21:36

jaja. ich werd auch nie verstehen, warum manche ihren senf dazu geben, anstatt sich mal mit der materie zu befassen, dann würden sich kommentare wie deiner einfach erübrigen, ist ja nicht so, dass es nicht genügend erklärungen gibt, wo man nachlesen könnte, welche beweggründe die opfer haben, die "zurück gehen"
weichgespült: wusste nicht, dass jemand, der nicht gewalttätig ist heutzutage als "weich gespült" gilt. interessantes denken. das du das hast!

noirsurblanc
01
28.11.2011, 02:12
also, oft läuft das so ab:

frau wurde bereits in der kindheit opfer von gewalt und konnte keine schutzmechanismen entwickeln (z.b. erkennen von gewalttätern vor beginn der beziehung).
in der beziehung wird sie zuerst mit liebesbezeugungen überschüttet, dann langsam/schleichend träufelt psychische gewalt ein (abwertung, beschimpfung u.ä.) bis es – wenn das selbstbewußtsein zerstört ist – zu den ersten handgreiflichkeiten kommt.
dann riesen entschuldigung und nett sein, dann wieder gewalt (psychisch und physisch).
langsam entwickelt sich ein kreislauf aus gewalt und entschuldigungen, dessen runden immer enger werden, oft begleitet von abhängigkeit (z.b. finanzieller natur).

noirsurblanc
00
28.11.2011, 02:13
also, oft läuft das so ab: 2

durch die zerstörung des selbstbewußtseins vor der psychischen gewalt ist es umso schwerer für das opfer, den kreislauf zu durchbrechen.
das war jetzt nur eine verkürzte darstellung, näheres können sie in der fachliteratur nachlesen :-)

noirsurblanc
00
28.11.2011, 02:22

ups, entschuldigung ...
gemeint war natürlich physische gewalt

dieDritteGeneration
33
26.11.2011, 11:08

Eine Bekannte lebt grad in einem Frauenhaus. Es gibt fast nur Migrantinnen dort, viele sind wohl wirklich geflüchtet, andere wiederum sehen das eher als Auszeit von ihrer Beziehung, und geben offen zu, dass sie auch ihren Partner geschlagen haben.

Schlussendlich gehen die meisten wieder zurück zum alten Partner.

Neuer Nick neues Glück
02
26.11.2011, 18:25

"Schlussendlich gehen die meisten wieder zurück zum alten Partner."

Und wenn nur jede Fünfte hinterher ein neues, besseres Leben beginnt ist das eine gute Sache.

dieDritteGeneration
12
26.11.2011, 20:21

Das ist einfach zuwenig. Das Frauenhaus ist ja im Prinzip eine gute Sache - als erste Nothilfe - aber löst das zugrundeliegende Problem nicht.
Die Frauen gehen ja oft aus guten Gründen zurück: Etwa massivster psychicher Druck der gesamten Familie (Familienehre, etc) oder auch um das Erlangen der österreichischen Staatsbürgerschaft nicht zu gefährden. Eine Ehe mit einem Bürger der die österreichische Staatsbürgerschaft bereits erhalten hat ist da nunmal der schnellste Weg.

Fux220385
01
25.11.2011, 11:01

Da ich gerade den "Personenschutz" in/durch Zivilprozessen analysiere, muss ich anmerken, der Regierung ist mit dem 2. Gewaltschutzgesetz und der damit einhergehenden Erweiterung der "Opferschutzrechte" (va im Hinblick auf häusliche Gewalt und Stalking) ein Schritt vorwärts gelungen. Auch abgesonderte Vernehmungen sind nunmehr möglich, sodass sich Täter und Opfer bei Unzumutbarkeit nicht mehr bei Gericht begegnen müssen.

Sollten Sie betroffen sein, wird Ihnen das Frauenhaus als Opferschutzeinrichtung sicher eine angemessene Beratung bereitstellen können und Ihnen weitere Rechte erklären können und/oder als Prozessbegleiter zur Verfügung stehen (unter gewissen Voraussetzungen versteht sich).

Nennt mich Loretta
 
31
26.11.2011, 05:50
Das heißt also Angeklagte und deren Rechtsvertretung haben keine Möglichkeit Fragen zur Zeugenaussage eines vermeintlichen Opfers zu stellen?

Toller "Fortschritt".

Wiener Studentin
410
25.11.2011, 20:33

Frage: wohin können sich eigentlich Männer wenden, sollten sie Opfer von Gewalt werden (wurscht ob von anderen Männern oder Frauen ausgehend) ... für die gibt es lediglich Täterberatungsstellen (was einem männlichen OPFER nicht wirklich weiter hilft) und für Frauen wiederum nicht offen stehen (für die gibt es lediglich Opferanlaufstellen).

Schönes Bild, das da in unseren Köpfen existiert bzw. falsche Rollenbilder, die wir da einzementieren?!
Frau = Opfer
Mann = Täter
andersrum nicht vorgesehen und wenn's mal so sein sollte --> fällst halt durch den Rost?

dolstnaretna hasenstück
01
27.11.2011, 17:12
"durch den Rost fallen " sagen wir nicht.

virginia plain
13
26.11.2011, 12:46

auch ein männliches gewaltopfer kann zur polizei gehen und eine anzeige machen. verstehe Ihre frage nicht

der gärtner
23
26.11.2011, 18:45

psychische gewalt ist leider in den seltensten fällen ein anerkanntes verbrechen.

pick up artist - experte für genderfragen
00
28.11.2011, 15:35
kenne ich

und suche bei widerholter anwendung ganz einfach das weite - diese konsequenz fehlt aber zu vielen männern und frauen.

rabbit heart
05
26.11.2011, 00:39
der weiße ring

es gibt den weißen ring, eh ziemlich bekannt.

"Der Weisse Ring hilft Opfern von Verbrechen, ungeachtet Alter, Geschlecht, Nationalität, Art des Verbrechens, wenn sie in Not geraten sind."

http://www.weisser-ring.at

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