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Menschenhändler zwangen Opfer in Wien zu Prostitution

Michael Möseneder , 23. November 2011, 18:21
  • Innenministerin Johanna Mikl-Leitner und österreichische sowie bulgarische Behördenvertreter bei der Pressekonferenz

Schlag gegen bulgarische Gruppe - Auch Minderjährige und Behinderte unter den Opfern

Wien - Tagsüber mussten sie auf den Straßenstrich gehen - in der Mariahilfer Straße, in der U-Bahn-Station Westbahnhof, wo die Stammfreier zu ihnen kamen. Wurde es dunkel, brachten die Zuhälter sie in schmuddelige Bordelle - waren dort zu viele Frauen, mussten sie im Auto schlafen. "Sie" sind die Opfer eines Clans bulgarischer Menschenhändler, die mindestens 28 Frauen aus ihrer Heimat in Wien zur Prostitution gezwungen haben sollen.

Eineinhalb Jahre ermittelte die Exekutive beider Länder für die "Operation Montana", am 14. November schlugen die Fahnder ab fünf Uhr morgens zu. Sieben mutmaßliche Haupttäter - alle Mitglieder einer Familie - wurden festgenommen, insgesamt sind es 22 Beschuldigte, dazu kommen 34 Kontaktpersonen, die teils kleinere Aufgaben im Rahmen des Menschenschmuggels erledigten. 31 Opfer sind bekannt, neben den Frauen auch drei Männer, die zum Betteln gezwungen wurden. Gerald Tatzgern vom Bundeskriminalamt schätzte am Mittwoch bei einer Pressekonferenz, dass es rund 100 Betroffene gibt.

Benannt ist die Operation nach einem verarmten Landstrich im Nordwesten Bulgariens. Mehrere der Opfer stammen von dort, in die Prostitution wurden sie mit der "Lover-Boy-Methode" gelockt. Die männlichen Verdächtigen spielten den Frauen - eine davon minderjährig, eine behindert - die große Liebe vor. Schirmten sie immer mehr von der Familie ab, versprachen Verdienstmöglichkeiten im Westen. In Wien mussten sie dann um 20, 30 Euro ihren Körper verkaufen. Gezwungen mit Schlägen, Vergewaltigungen und Drohungen gegen die Familie.

Dreijähriger als Pfand

In einem Fall war der dreijährige Sohn eines Opfers in der Hand eines mutmaßlichen Täters, schildert Claudia Dannhauser von der Wiener Polizei. Die Frau sorgte dennoch für einen Durchbruch bei den Ermittlungen: Sie vertraute sich bei der vorgeschriebenen Kontrolluntersuchung einer dortigen Mitarbeiterin an - was ungewöhnlich ist. Denn viele der Frauen sahen sich bei der Befragung durch die Polizei zunächst nicht als Opfer. "Es hat erst dann ,Klick' gemacht", sagt Dannhauser. Viele waren bis zuletzt überzeugt, für ihren Freund für eine bessere Zukunft zu arbeiten.

"In einem Fall hat eines der Opfer zu Hause von ihren Erlebnissen erzählt. Doch ihre Schwester war überzeugt, dass ihr das nicht passieren könnte, und ließ sich mit einem Verdächtigen ein", erzählt Tatzgern. Möglichkeiten zum Ausbruch hatten sie kaum. "Die meisten sprechen weder Englisch noch Deutsch und können lateinische Schrift nicht lesen."

Als Illustration für die Forderung der Grünen, Menschenhandel als Asylgrund zuzulassen, sieht Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) den Fall nicht. "Wir haben in Österreich bereits einen sehr hohen Schutz für Opfer." EU-Bürgerinnen stehe frei, ob sie in die Heimat oder hierbleiben wollen, manchmal bekämen sie auch eine neue Identität. (Michael Möseneder, DER STANDARD Printausgabe, 24.11.2011)

Hintergrund: Montana - die ärmste Region der EU

Die Stadt Montana liegt im Nordwesten Bulgariens und damit in jenem Landesteil, der laut Eurostat 2008 die ärmste Region in der EU war. Das BIP pro Person machte lediglich 28 Prozent des EU-Durchschnitts aus. "Eckpunkte" sind die Städte Montana, Vraza und Vidin. Die Region grenzt an Rumänien und Serbien. Die Nordwestecke Bulgariens ist seit der Wende als "rote" Hochburg bekannt, da sich die Linke dort behauptete. Das Region wird im Land spöttisch als "nordverfallene" bezeichnet. Laut Nationaler Statistik ist es der Landesteil mit der geringsten Beschäftigungsquote, mit der raschesten Alterung der Bevölkerung und der niedrigsten Geburtenrate. Die Arbeitslosigkeit beträgt offiziell nur zwölf Prozent, wird aber weit höher geschätzt, da sie lediglich die registrierten Arbeitssuchenden ausweist.Bemühungen der Regierung, durch Programme und finanzielle Anreize Investoren anzulocken, haben wenig Erfolg gebracht. Gewisse Hoffnungen sind mit dem Bau einer Donaubrücke bei Vidin und damit einer direkten Verbindung nach Rumänien verbunden. Deren Fertigstellung lässt allerdings noch auf sich warten. (APA)

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10 Postings
velvetways
20
8.12.2011, 14:05
wo ist da die Zwangsprostiution???

wenn man den Artikel genau durchliest, stellt man fest dass die Frauen NICHT gezwungen wurden. Es geht hier um den Straftatbestand der Zuhälterei - Liebe wird vorgespielt wurde um die Frauen "abzukassieren"; dieses ist strafbar und wurde auch dank des offenen Umgangs mit Prostitution in Wien (Vertrauenspersonen in der Untersuchungsstelle) der Polizei bekannt. Nach meinen über 20 Jahren Erfahrungen sind die meisten Frauen bewusst und freiwillig in der Prostitution.
Dieser Artikel ist eigentlich ein feministisches Kampfpost, das der Prostitution immer und überall den "Zwang" umhängen will.

odd eyed
01
18.4.2012, 00:45

"In Wien mussten sie dann um 20, 30 Euro ihren Körper verkaufen. Gezwungen mit Schlägen, Vergewaltigungen und Drohungen gegen die Familie."

falls das stimmt, war das wohl der zwang.
die frauen sind meistens aus einer notlage in diesem gewerbe, oder glauben sie wirklich, dass prostituierte das gerne machen? stellen sie sich einfach mal vor, sie müssten jemanden sexuell befriedigen, den sie abstoßend und ekelhaft finden. das so eine ständige erniedrigung die psyche i-wann völlig kaputt machen kann, daran muss ich hier wohl immer wider erinnern. dazu kommt noch das erhöhte risiko, körperlicher schäden und die erschwerte ausstiegsmöglichkeit. bis in ein höheres alter kann man sowas ja auch nicht machen und was dann? sozialfall.

Böses Beelzemädchen
01
24.11.2011, 15:15
Man muss wirklich ein

extrem notgeiler Mann sein, um Sex mit diesen Frauen, die im Gewand in einem Auto schlafen, die Sprache nicht sprechen, wer weiß wie oft duschen, .... als befreiend und entspannend aufzufassen.

again and again
22
24.11.2011, 16:07
Und darum fahren betagtere Damen

auch nach Südafrika oder in die Karibik auf "Abenteuerurlaub". Weil dort wesentlich reinlichere Zustände vorherrschen. ;-)

Böses Beelzemädchen
00
24.11.2011, 16:36
Am Meer, ich denke die alten Damen

verbringen meist Urlaub an einem Strand, ich glaube, dass diese Lover-Boys sicher sauberer sind, aber gesund ?

again and again
00
24.11.2011, 17:33
Na selbstverständlich geht es nur um Strand und Meer.

Was denn sonst? ;-)

Wieso glauben Sie, dass Lover-Girls in Österreich weniger oft duschen als Lover-Boys in Südafrika?

knurrhoernchen
00
5.12.2011, 18:27
Hmmm!

Ich denke, dass ein Stangerl leichter zu reinigen sein wird, als ein Küberl :)

Nebenbei:
Ich werde sowieso nie jene Männer verstehen, die gerne im Sud ihrer Vorgänger herumpritscheln. Dafür braucht es schon eine akademische, homoerotische Bubenkuscheleinstellung mit olympischen Touch ;-)

again and again
00
5.12.2011, 19:29
Ich denke, dass ein Stangerl leichter zu reinigen sein wird, als ein Küberl.

Meinen Sie damit, dass alle Frauen etwas hmmm ungereinigter sind als Männer?

Wollen Sie jetzt mit homophoben Aussagen auftrumpfen?

Klar, in Afrika wird Hygiene ja weit besser sein als in Österreich, wenns grad in die Argumentationsschiene passt. :-)

Böses Beelzemädchen
00
5.12.2011, 22:16
Da steht doch, dass sie tagsüber am Straßenstrich

stehen und abends zeitweise in einem Auto schlafen müssen, weil keine Betten da sind. Zuhälter, die den Damen nicht ausreichend Betten zur Verfügung stellen, werden sicher auch nicht in Luxusbadezimmer investieren. Im Sommer am Meer und bei Sexboys in Luxushotels ist es mit dem Duschen/Baden/Schwimmen sicher leichter sauber zu sein beim SEx. Die alten sexgierigen Damen klauben sich die Loverboys ja nicht am Straßenstrich auf.

again and again
00
8.12.2011, 13:30
Weil keine Betten da sind.

Da steht aber nicht, dass keine Duschen da sind.

Und wie (sauber) lebt der Loverboy denn das restliche Jahr, wo er nicht in der Dusche der Abenteuerurlauberin duschen kann?

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