Näherinnen in China

"Wenn du nicht arbeiten willst, begehe Selbstmord"

24. November 2011, 17:00
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    foto: apa/oliver multhaupt

    Näherinnen in China.

Clean Clothes kritisiert die Coolness versprechende Surf-, Snow- und Skate-Bekleidungsindustrie - Unterdessen nehmen in China die Proteste zu

Wien - Ihr Publikum ist jung, sie versprechen ihnen Coolness und Lifestyle. Der Spaß endet aber bei den Produzenten in Asien. Internationale Marken rund um Surf-, Snow- und Skate-Bekleidung - von Burton über Nitro bis zu Quiksilver - laden den Zorn der Non-Profit-Organisationen auf sich: Denn anders als Outdoorkonzerne wie Mammut und Jack Wolfskin würden diese nichts zur Verbesserung der nach wie vor miesen Arbeitsbedingungen in China beitragen, sagen Experten von Clean Clothes.

Zehn große Boardersporterzeuger wurden unter die Lupe genommen. Keiner gab Auskunft über Ort und Bedingungen der Produktion. Sechs wiesen keinen Verhaltenskodex auf, der etwa Kinderarbeit verbietet, existenzsichernde Löhne und die Maximalarbeitszeit festlegt, wie auch gewerkschaftliche Organisationen zulässt. Bei den vier übrigen fehlten glaubhafte Kontrollen der internen Regeln.

Die Proteste in China nehmen zu, sagt May Wong, Arbeitsrechtsexpertin bei Globalization Monitor in Hongkong. Sie erzählt von Näherinnen, die 16 Stunden täglich arbeiteten, um finanziell über die Runden zu kommen, von fehlenden Arbeitsverträgen und Gesundheitsgefährdung. "Wenn du nicht arbeiten willst, dann begehe Selbstmord", müssten sich Angestellte von ManagerInnen sagen lassen, erzählt sie. Werde der Druck auf die Fabriken zu groß, wanderten sie in das Landesinnere Chinas ab, wo noch jüngere billigere Arbeitskräfte zu bekommen seien. (vk, DER STANDARD, Printausgabe 25.11.2011)

rockandrollübermensch
00
27.11.2011, 15:17
non profit organisationen

liebe redaktion!

wenn Ihr schon selbst nicht die namen der 10 hersteller-marken nennen wollt, oder dürft, dann könntet Ihr wenigstens einen Link zu den non profit organisationen anführen. Oder werden dort auch wieder keine Markennamen genannt?
Ansonsten macht es auch exakt !null sinn! überhaupt darüber zu berichten.
Boykott?

Bustardo
00
26.11.2011, 14:08

"Wenn du nicht arbeitest begeh ich Selbstmord", sagen die Manager zu den Arbeiterinnen.

Na dann, wie wärs mit "viel spaß dabei" als Antwort?

Cristoph Koch
00
28.11.2011, 17:27

da steht aber ""Wenn du nicht arbeiten willst, dann begehe Selbstmord"... Den Rat sollten sich jene, welche die Zeit und die Dreistigkeit haben ihn zu erteilen, genau überlegen. Die einzigen die per se NICHT arbeiten und NICHT arbeiten WOLLEN sind eigentlich doch die Kapitalisten, die lassen ja gerne arbeiten....

Quer denker1
10
26.11.2011, 13:26
Diese Verallgemeinerung ist Nachweis für journalistische intelligent.

Wiener Studentin
00
24.11.2011, 22:27

an der Unterdrückung der Arbeiterklasse hat sich eben nichts geändert. Wir haben das Problem lediglich "ausgelagert". Durch die Arbeiterbewegung und den Druck durch diese in den meisten Staaten Europas sah sich das Kapital gezwungen, gewerkschaftliche Organisation, Sozialleistungen, Urlaub, Mutterschutz, Rechtsschutz und Schutz der körperlichen Unversehrtheit der Arbeiter zu gewährleisten. Sprich: in Europa gibt es trotz wieder ansteigender Unterwanderung der Arbeitnehmerrechte meist keine Möglichkeit, den eigenen Profit nicht nur durch legale sondern durch ausbeuterische, (in europ. Ländern illegale) Methoden NOCH weiter zu steigern, weshalb Unternehmen in Länder abwandern, in denen diese Regelungen nicht existieren.
Bin keine Marxistin

Wiener Studentin
00
24.11.2011, 22:46

sondern sogar Wirtschaftsstudentin. Aber als solche weiß ich auch, dass oben genannte Gründe zwar nicht alleiniger, aber eben MITgrund für Outsourcing sind. JA, stimmt, Unternehmen lagern etwa die Produktion aus "Produktivitätsgründen" in den Osten aus. Nur sollte man imstande sein zu hinterfragen, warum der Osten "produktiver" ist. Vielleicht aus von mir oben genannten Gründen?

Wenn dem so ist dann ist der Ausdruck "größere Produktivität" aber völlig (!!) Fehl am Platz ... das bagatellisiert die Vorgänge dahinter ganz schön ...

Gleichzeitig über/unterbieten sich Staaten bei ihren Steuerzuckerln für Unternehmen und Vermögende und der Unterwanderung der Arbeitnehmerrechte geradezu, eben damit ihnen die Unternehmen nicht wegrennen

Wiener Studentin
00
24.11.2011, 22:50

und die Staaten damit einfach einen Teil ihrer wirtschaftlichen Grundlage verlieren ... das Kapital hat eben die Politik in der Hand...

Adam Smith (der Vater der freien Marktwirtschaft, die ja gut und zu fördern ist im Gegensatz zum Kapitalismus) sagte schon in einem Zitat, er verachte, denn sie ernten, was sie nicht säen.
Oder wie C. Chase-Dunn schreibt: Arrighi finds Smith giving advice to legislators about the "dangers of allowing big capital to dictate state-policies that are not in the interest of the nation as a whole". Was hat Smith wohl damit gemeint?! Hmmm...

nachtigaller
 
01
26.11.2011, 06:45
gier - unbeherrschtheit - unwissenheit

diese drei geistesgifte haben die ganze welt durchseucht. die westliche welt ist zu gierig, die eigenen arbeitsressourcen zu nutzen, die konsumenten sind unbeherrscht und unwissend, kaufen daher jeglichen dreck und wenn noch so viel blut daran klebt. wenn die währungen zu kippen drohen, weil die produktivarbeit ausgelagert wurde, diktiert der sklavenhalter die bedingungen, zu denen er das geld wieder zurückborgt. das ist sun-tse in reinkultur, der krieg wird verloren bzw gewonnen, ohne einen schuss abgeben zu müssen.

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