Radikale Schule für kleine Frauen

  • Das Mädchen-ABC der Virginia Woolf-Schule, hier im Bild der Buchstabe V: "VORNE
 IST DER VORNAME. VERONIKA, VIVIEN, VERA, VERENA, VIOLETTA, VRONI, 
VALERIE, VENUS, VIKTORIA, VIOLA, VIVI, VALENTINA, VITA UND VIRGINIA UND 
VANESSA."Copyright: Virginia Woolf Schule/Ruth Devime
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    foto: virginia woolf schule/ruth devime

    Das Mädchen-ABC der Virginia Woolf-Schule, hier im Bild der Buchstabe V: "VORNE IST DER VORNAME. VERONIKA, VIVIEN, VERA, VERENA, VIOLETTA, VRONI, VALERIE, VENUS, VIKTORIA, VIOLA, VIVI, VALENTINA, VITA UND VIRGINIA UND VANESSA."
    Copyright: Virginia Woolf Schule/Ruth Devime

  • Zur Person:
Ilse Rollett ist Bildungsforscherin und AHS-Lehrerin. Sie war lange Zeit in der Erwachsenenbildung und als Supervisorin tätig. Seit September 2011 leitet sie das Bundesgymnasium Rahlgasse in Wien. In der Virginia-Woolf-Schule unterrichtete Rollett nie selbst. Sie war dort von 1991 bis 1994 für die Öffentlichkeitsarbeit und Begleitforschung zuständig.
    foto: rollett

    Zur Person:

    Ilse Rollett ist Bildungsforscherin und AHS-Lehrerin. Sie war lange Zeit in der Erwachsenenbildung und als Supervisorin tätig. Seit September 2011 leitet sie das Bundesgymnasium Rahlgasse in Wien. In der Virginia-Woolf-Schule unterrichtete Rollett nie selbst. Sie war dort von 1991 bis 1994 für die Öffentlichkeitsarbeit und Begleitforschung zuständig.

  • Zur Person:
Ruth Devime hat gemeinsam mit Margot Mähner, Dorothea Wettstein und Gabriele Doubek die Virginia Woolf-Schule gegründet. Sie ist seit vielen Jahren als feministische Erwachsenenbildnerin tätig.
    foto: ruth devime

    Zur Person:

    Ruth Devime hat gemeinsam mit Margot Mähner, Dorothea Wettstein und Gabriele Doubek die Virginia Woolf-Schule gegründet. Sie ist seit vielen Jahren als feministische Erwachsenenbildnerin tätig.

  • Der Buchstabe G: GABI GEHTS GUT. IHRE GÖREN, GISELA, GUDRUN UND GERTRUDE GRINSEN SEIT GESTERN GANZ GENIAL ...Copyright: Virginia Woolf Schule/Ruth Devime
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    foto: virginia woolf schule/ruth devime

    Der Buchstabe G: GABI GEHTS GUT. IHRE GÖREN, GISELA, GUDRUN UND GERTRUDE GRINSEN
    SEIT GESTERN GANZ GENIAL ...
    Copyright: Virginia Woolf Schule/Ruth Devime

  • Und der Buchstabe Z: "ZWEI ZARTE AMAZONEN UND ZWANZIG ZAGHAFTE 
ZWERGINNEN ZIEHEN DURCH DIE ZEITEN. MIT IHREN ZELTEN UND ZEBRAS ZÖGERTEN
 SIE MIT DEN ZUG ZU FAHREN. AM HORIZONT SITZEN ZIEGEN UND TANZEN ZUR 
ZIEHAHARMONIKA. ZWISCHEN ZEHN UND ZWÖLF KAMEN DIE AMAZONEN UND 
ZWERGINNEN ZU DEN ZIEGEN UND ZUSAMMEN FEIERTEN SIE EINE ZEREMONIEN UNTER
 ZARTGRÜNEN ZITRONENBÄUMEN......."Copyright: Virginia Woolf Schule/Ruth Devime
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    foto: virginia woolf schule/ruth devime

    Und der Buchstabe Z: "ZWEI ZARTE AMAZONEN UND ZWANZIG ZAGHAFTE ZWERGINNEN ZIEHEN DURCH DIE ZEITEN. MIT IHREN ZELTEN UND ZEBRAS ZÖGERTEN SIE MIT DEN ZUG ZU FAHREN. AM HORIZONT SITZEN ZIEGEN UND TANZEN ZUR ZIEHAHARMONIKA. ZWISCHEN ZEHN UND ZWÖLF KAMEN DIE AMAZONEN UND ZWERGINNEN ZU DEN ZIEGEN UND ZUSAMMEN FEIERTEN SIE EINE ZEREMONIEN UNTER ZARTGRÜNEN ZITRONENBÄUMEN......."
    Copyright: Virginia Woolf Schule/Ruth Devime

In der feministischen Grundschule Virginia Woolf in Wien wurde statt Turnen Selbstverteidigung gelehrt - Zwei Schulfrauen blicken zurück

Die Forderungen nach mutigen Bildungsreformen sind derzeit besonders laut zu hören. Doch wie ergeht es Bildungseinrichtungen in Österreich, die pädagogisch tatsächlich neue Wege bestreiten? Die Virginia Woolf-Schule im Wiener WUK war eine davon und beeinflusste mit ihrem radikal-feministischen Ansatz auch über ihre aktive Zeit hinaus das Bildungssystem in Österreich. Zehn Jahre später (die Schule existierte von 1991 bis 2001) schaffen es feministische Bildungsziele kaum mehr in die Öffentlichkeit. Zwei ehemalige Schulfrauen rekapitulieren das bis heute im deutschsprachigen Raum einmalige feministische Schulprojekt. 

Neue Methoden

"Neue Worte und neue Methoden" - so hat sich die britische Schriftstellerin Virginia Woolf die Förderung junger Mädchen vorgestellt. In ihrem Essay "Drei Guineen" forderte die feministische Ahnfrau ein alles neu für die Mädchenbildung auf dieser Welt. Vermutlich hätte sie sich kaum vorstellen können, dass rund 50 Jahre später tatsächlich eine Grundschule in Wien gegründet wurde, die stolz ihren Namen trug und ihre Grundsätze hochhielt.

Selbstverteidigung statt Turnen

Was in der Virginia-Woolf-Schule gelehrt wurde war jedenfalls nicht Sachkunde, Turnen oder Englisch. Es gab keine Fächer sondern Unterrichtsprinzipien: dazu zählte neben Frauengeschichte, Frauensprache und dem Aufspüren des alltäglichen Sexismus auch Selbstverteidigung (Wendo) und Arabisch. "Die Sprache haben sich die Mädchen selbst ausgesucht", so die ehemalige Schulfrau Ruth Devime nicht ohne Stolz.

Die Erwachsenenbilderin gehörte zu den Gründerinnen der Virginia Woolf-Schule. Den Anstoß für eine feministische Mädchenschule gaben allerdings die betroffenen Mütter selbst. Deren Töchter waren in der koedukativen Schule unzufrieden und auf dem besten Wege, schon vorhandene Fähigkeiten durch das Regelschulsystem wieder zu verlernen, erläutert Devime. Außerdem waren sie ständig Störungen von Buben ausgesetzt.

Gesellschaftlicher Rückenwind

Der Kritik an der Koedukation schlossen sich zu Beginn der 1990er Jahre auch feministische Schulforscherinnen an. Sie gaben zu bedenken, dass 15 Jahre nach der gesetzlichen Einführung der Koedukation in Österreich die Erreichung der Chancengleichheit für Mädchen noch in weiter Ferne lag. Der Virginia-Woolf-Schule kam zugute, dass in den 1990ern Mädchenförderung sehr ernst genommen wurde, erläutert Ilse Rollett, die damals für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig war.

Der gesellschaftliche Trend sprach also für die neue Grundschule und auch von behördlicher Seite wurden dem Projekt keine Steine in den Weg gelegt. Formal genossen die Schülerinnen Heimunterricht, tatsächlich wurden sie ganztags in den über 200 m2 großen Räumlichkeiten des Frauenzentrums in Wien unterrichtet.

In Bezug auf das pädagogische Konzept ließen sich die Schulfrauen von Alternativschul-Lehrplänen, die es in Deutschland bereits gab, inspirieren. "Die haben wir quasi mit der feministischen Brille überarbeitet," so die heutige Direktorin der AHS Rahlgasse in Wien.

Das Lernen sollte frei und individuell sein, soviel stand fest. "Wenn frau eine Gruppe zwischen sieben und zehn Mädchen betreut, braucht es keinen Zwang. Die Mädchen wollen ja lernen", so die beiden Schulfrauen unisono. Besonders wichtig sei es ihnen gewesen, auf die Bedürfnisse und Lebenswelten der Mädchen einzugehen. Die "kleinen Frauen" sollten nur an sich selbst gemessen werden, und nicht an Buben oder sonstigen patriarchalen Maßstäben. Die Noten sollten sich die Mädchen, nach reifer Diskussion in der Gruppe, selbst geben. Die meisten Betreuenden waren keine ausgebildeten Pädagoginnen, sondern Frauen, die einen Fachbereich besonders gut beherrschten und ihn den Mädchen mit Begeisterung vermitteln konnten.

Gewaltschutz

Einen großen fachlichen und auch ideologischen Stellenwert nahm die Selbstverteidigung ein. Die Mädchen bekamen über vier Jahre hinweg zweimal die Woche Unterricht in der von Frauen entwickelten Kampfsportart Wendo ("Weg der Frauen"), um sich bei Bedarf gegen Gewalt und sexuelle Übergriffe von Männern zur Wehr zu setzen. Auch andere Schulklassen nutzten dieses Angebot im Frauenzentrum. Für Devime ist Männergewalt gegenüber Frauen bis heute eines der größten Probleme in der Koedukation: "In der Schule sind Mädchen den Übergriffen von Burschen schutzlos ausgesetzt. Die Lehrer und Lehrerinnen finden Ausreden wie: er hat es ja nicht so gemeint, oder: sie kann sich schon wehren. Heute gibt es flächendeckend Frauenhäuser in Österreich. Nur die Mädchen lässt man in dieser Situation allein."

Nicht nur deshalb war es ihnen wichtig, den Mädchen die Bedeutung der Beziehungen unter Frauen näherzubringen. Statt einem Betragen hatten die Mädchen in ihrem Zeugnis deshalb eine Note für "mädchenfreundliches Verhalten" stehen: "Ich war und bin überzeugt: wie Frauen miteinander tun, verändert die Welt", so Devime. Ihr feministisches Ziel sei es auch nie gewesen, so etwas wie Gleichstellung zwischen den Geschlechtern zu erreichen. Ihr Herz schlägt für eine matriarchale Gesellschaft, in der Frauen und Kinder zusammenleben und Väter auch leben können, aber keine Entscheidungsmacht haben.

Konflikte und Druck

Solche radikal-feministischen Ansichten hätten sie natürlich des Öfteren in Konflikt mit den Eltern, vor allem den Vätern der Mädchen gebracht. Das gibt Devime gerne zu. Für sie ist es nun einmal das bessere Lebenskonzept, wenn Mädchen und Mütter die relevanten Entscheidungen treffen und nicht die Männer, wie im Patriarchat. Erwartungsdruck auf die Mädchen habe es jedenfalls nicht gegeben: "Mir war das wurscht. Gut sollte es ihnen gehen und sie sollten wissen, wer sie sind. Bei manchen ist mir das sicher besser gelungen, als bei anderen."  Rollett gibt zu bedenken, dass es sich bei der Virginia-Woolf-Schule mit den Schulfrauen, den Schülerinnen und den Eltern um eine sehr kleine soziale Gruppe gehandelt habe: "Das Korrektiv hätte größer sein können."

Das Vermächtnis

Zehn Jahre nach dem Ende der Virginia-Woolf-Schule ist die Situation an Österreichs Schulen jedenfalls eine andere als vor ihrem Schulprojekt, da sind sich die Schulfrauen einig. Vieles von dem, was in ihrer Schule praktiziert wurde, sei in das Regelschulwesen eingeflossen, meint Rollett: "Es ist heute viel leichter, in Schulen die Geschlechter einmal kurzfristig oder für bestimmte Fächer zu trennen." Zudem habe die Genderthematik zu einem gewissen Grad auch in der PädagogInnen-Ausbildung Einzug gehalten. Devime verweist darauf, dass der Ruf der "radikalen Virginia-Woolf-Schule" engagierten Lehrerinnen in der Regelschule einen Freiraum verschaffte, mit dem sie arbeiten konnten. "Und es gibt ja auch wirklich sehr viele coole Weiber an den österreichischen Schulen", lobt die Erwachsenenbildnerin ihre nicht ganz so radikalen Kolleginnen. Allein: Die Chancen für die Gründung einer feministischen Grundschule in der Gegenwart schätzt Rollett für gering ein: "Die Mädchen heute denken, dass sie keine spezielle Förderung mehr brauchen." (Ina Freudenschuß, dieStandard.at, 27.11.2011)

Lesen Sie am Donnerstag, was ehemalige Schülerinnen der Virginia-Woolf-Schule über ihre Zeit in einer feministischen Grundschule sagen, was sie heute beruflich machen und ob die Schule aus ihnen "starke, widerständige, mutige Frauen" gemacht hat.

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Posting 26 bis 75 von 147
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Und sind's jetzt Ihre Probleme mit Frauen hoffentlich los?

fällt euch kein besseres argument ein , als leuten über die ihr rein garnichts wisst, probleme mit frauen zu unterstellen?

Das Projekt mag grenzwertig sein, aber Ihre Reaktion drauf genauso.

Das Projekt war nicht grenzwertig sondern hat die Grenzen weit überschritten.

Sagt man in einem Land mit Religionsunterricht......

Der ist aber nicht verpflichtend.
Und praktisch jeder Religionslehrer ist noch harmloser als diese Indoktrination.

Aber egal, Sie werden's und wollen's eh nicht einsehen...

ich habe menschenkenntnis und auch eine gewisse frauenkenntnis
es gibt halt solche, und solche....

Eine Gesellschaft

welche Frauen/Mädchen so erzieht und Männer mit ihren Problemen alleine lässt, ja sogar verachtet; das ist kein Erfolgsrezept sondern Anzeichen des Zerfalls dieser Gesellschaft.

Mann und Frau liest es und denkt sich vielleicht seinen/ihren Teil. Aber einige Kinder kennen nichts anderes mehr als DAS! Wenn ich immer nur schwarz/weiß sehe und lerne, erkenne ich einfach keine Farben. Wie krank muss sich so eine Erziehung von klein auf erst auswirken?

Zum Glück ist und bleibt dieser feministische Radikalismus eine Randerscheinung! Das hat nichts mit Gleichberechtigung für ein besseres Miteinander zu tun sondern ist offener Rassismus. Unglaublich dass so etwas unter dem Deckmantel "Feminismus" seinen Platz in der Zeitung erhält!

Weil sich hier so viele über den Traum vom Matriarchat aufregen:

Der Unterschied ist, dass ihr Männer NICHT jahrhunderte-, wenn nicht sogar jahrtausendelang von Frauen unterdrückt wurdet. Aber nein, sobald Frauen mal an die Macht wollen, ist das gleich ungerecht und buuuh. Fühlt sich da wer in seinem männlichen Stolz gekränkt?
Das ist wirklich über alle Maßen lächerlich.

ich lebe erst kurze zeit

ob vor 50, 100 oder 500 jahren frauen von männern unterdrückt wurden hat weder auf mein leben, noch auf das anderer männer oder frauen direkten einfluß.
allein das als "argument" anzuführen ist schon widersinnig.

es geht um da hier und jetzt und da ist jede macht die nur aufgrund des geschlechts einen führungsanspruch haben möchte, abzulehnen - egal ob M oder W und egal was vorherige generationen getan haben.

"Der Unterschied ist, dass ihr Männer NICHT jahrhunderte-, wenn nicht sogar jahrtausendelang von Frauen unterdrückt wurdet."

Wurden Sie persönlich jahrtausende lang unterdrückt?
Womöglich sogar von mir persönlich?
Ich habe da so meine Zweifel, so alt sind wir beide wohl nicht.
Wäre es nicht langsam an der Zeit, sich von dieser Art Sippenhaft zu lösen, statt einfach das Pendel mit zuviel Schwung in die andere Richtung zu stoßen und so die Saat für die nächsen Jahrhunderte Zwietracht zu säen?

In Matriarchaten, die noch existieren

existieren andere Begriffe und Lebensformen als in patriarchalen. Männer werden nicht unterdrückt, Frauen üben alle gesellschaftlich wichtigen Arbeiten aus, ihnen gehört fast alles und vererbt wird an die Töchter. Zwischen Männern, Frauen, Kindern und Natur innen wie außen besteht Balance. Sie leben gleichberechtigt zusammen.

...und nicht zu vergessen auf dem Technologischen Niveau vom Späten Mittelalter in Europa stehen geblieben.

Was ich nicht verstehe ist warum all die Frauen die das "Matriarch" als Ziel haben sich nicht trauen für ein paar Jahre in einer solchen Gesellschaft zu leben.

wie alt sind sie bitte?

3000?

Im übrigen stammt JEDE Frau von genauso vielen "Unterdrückern" ab wie jeder Mann.

UND von genauso vielen "Unterdrückten".

Es is schon rein logisch betrachtet vollkommener Schwachsinn, von den eigenen Vorfahren nur die Hälfte als eigene Vorfahren anzuerkennen und zwar auf Basis dessen, ob man selber mit oder ohne Nudel auf die Welt gekommen ist, was im übrigen ein blanker Zufall ist.

naja, ich lebe noch keine Jahrhunderte bzw. Jahrtausende, und auch Sie bzw. keine Frau lebte bislang solange... ;-) (vielleicht lebten wir ja in den vergangenen Jahrtausenden schon öfter mal, vielleicht in wechselnden geschlechtlichen Re-Inkarnationen, wer weiss :-/ )
Und Ausgleich für vergangene Jahrtausende jetzt schaffen zu wollen, wäre gleichermaßen masochistisch wie größenwahnsinnig.

... Ich fand aber die Schilderung der matriarchalen Wunschvorstellung interessant - und auch erfrischend offen. Aber doch spiegelgleich zu patriarchalen Positionen für 100 Jahren, und heute eine Randposition. Ob wir in 100 weiteren jahren dort stehen, oder wieder dort wie vor 100 Jahren, oder (hoffentlich) ganz wo anders, wiisen wir eh alle nicht...

Nicht alle Männer haben einen männlichen Stolz, das ist eine Pauschalverurteilung.

Ich wüsste nicht, worin sich mein männlicher Stolz begründen könnte.

Und anschließend sperren wir auch alle Deutschen und Österreicher ein weil die damals Völkermord begangen haben.
Und die Spanier und Portugiesen gehören dafür weggesperrt weil sie damals den amerikanischen Kontinent ausgebeutet haben.
Die Katholiken natürlich nicht zu vergessen, die haben auch nicht wenig Dreck am Stecken.

entschuldigens, ich als frau, hätt am liebsten gar kein durchs geschlecht zum herrschen erkorenes pack an der spitze von staat, familie, vereinen und anderen systemen.

das ist nix anderes als ein patriachat, genauso deppat.

Ich persönlich hab meines Wissens in den letzten Jahrtausenden eher niemanden unterdrückt und fürchte mich vorm Traum vom atriarchat auch nicht, weil er einfach EXTREM unrealistisch ist.

es gibt aber männer ,die sich sehr wohl für die jahrtausende unterdrückung schuldig fühlen.
hier das video dazu ;-))
http://www.youtube.com/watch?fea... 35lXdvok9s

Ich bin sicher ein Frauen-Typ, das heißt ich verstehe mich mit Frauen (freundschaftlich) besser als mit Männern und kann denke ich auch ihre Gedanken und Gefühle ganz gut nachvollziehen.

Aber solche Ansätze disqualifizieren sich. Genauso wie feministische Veranstaltungen wo dann NUR Frauen hindürfen. Anscheinend ist man längst dazu übergegangen sich selbst zu ändern, anstatt an den schiefen Verhältnissen was gradezubiegen.

Ich finde Frauen zwar toll, aber ich will mich auch nicht dafür schämen müssen ein anderes Geschlecht zu haben. Das ist reiner Sexismus und bedient sich genau jener Logik die man dem Patriarchat vorwirft.

Die Revolution frisst ihre Töchter...

2. versuch,

einen link zu einem neutralen wikipedia-eintrag zu posten:

http://de.wikipedia.org/wiki/Sexismus

Ironischerweise war es ja gerade die Frauenbewegung, welche die Koedukation forderte und in Österreich in den 70ern dann auch bekam.

Wenn es nicht um Kinder (bzw. Mädchen und Buben) gehen würde, würde wahrscheinlich jeder "das Kind beim Namen nennen" .. was diese beiden Damen von sich geben ist in der hauptsache Rassismus .. in diesem Fall Geschlechterrassismus.

Interessant allerdings das endlich mal eine dieser "Gender-Hardlinerin" dazu steht, was auch auf viele ihrer "Glaubensgenossinen" zutrifft .. daß es schon länger nicht mehr um Gleichberechtigung geht!!

"Es ist heute viel leichter, in Schulen die Geschlechter einmal kurzfristig oder für bestimmte Fächer zu trennen."

stimmt.
z.b. im schwimmunterricht.

wieso existierte die schule nur von 1991 bis 2001?
woran ist sie gescheitert?

vielleicht ist folgendes ein mitgrund?
"Ihr feministisches Ziel sei es auch nie gewesen, so etwas wie Gleichstellung zwischen den Geschlechtern zu erreichen"

Für meine Tocher will ich was besseres.

Irgenwie komisch... Gäbe es heutzutage noch Bubenschulen wären sie ein böser Hort des Patriarchates. Mädchenschulen sind aber nur toll und supa?

Versteh ich nicht ganz...

PS.: Sind es nicht die Buben, die im jetzigen Schulsystem unter die Räder kommen? Bräuchten nicht die die Extrahilfe?

"PS.: Sind es nicht die Buben, die im jetzigen Schulsystem unter die Räder kommen? Bräuchten nicht die die Extrahilfe?"

Nun ja, die feministischen Reaktionen reichen von "die Jungs sind selber schuld" bis hin zu "recht so, schließlich haben uns die Männer Jahrtausende lang unterdrückt".

Das ist eine sehr undifferenzierte Sicht,

denn es kommt ganz darauf an, was dort gemacht wird. Man kann in reinen Bubenschulen Buben auch darin unterstützen, ihre inneren Gefühle wahrzunehmen und zunehmend darüber sprechen zu lernen, zu weinen, wenn sie traurig sind. Sie können sogar probieren ohne Spott und Hohn Kleider zu tragen und ermutigt werden, einander auch an den Händen zu halten beim Spazierengehen, Liebe, die sie empfinden, durch zärtliche Gesten auszudrücken, sie können kochen lernen und die Bedeutung des 'Reinigens', sowie Empathie und Fürsorge durch praktische Übungen erlernen. Um das Patriarchat zu verlernen.

Insbesondere müßte gerichtlich geprüft werden,

ob Eltern, die ihre Kinder in eine derartige Schule geben, die Obsorge zu entziehen ist.

Und dann ist die Welt in ordnung?

Ich sehe keine Vorteile, weder für Frauen noch für Männer, wenn mann ein groß angelegtes Reimer-Experiment durchzuführen.

Nachdem das Jahr nun fast schon um ist bietet sich auch die "Zitrone des Jahres" an.

feministische pädagogik gut und wichtig

abgesehen davon, dass man sich für die meisten forumseinträge hier fremdschämen muss, zeigen sie aber zumindest deutlich, dass feministische pädagogik wichtiger denn je ist.
wer will schon, dass das eigene kind mit solchen männlichen ungusteln in die klasse geht. also ich würde meinem kind das ersparen wollen.

eher sind ihre Beiträge zum fremdschämen -.-

Also ich find "die meisten Forenbeiträge hier" eigentlich eher ziemlich gemäßigt. Viele Sprachen wohl nicht aus der Sicht dass Feminismus per se was falsches ist, sondern eher aus der Sorge, das einseitige Erziehung IMMER schlecht ist. Egal ob feministisch, leistungsorientiert, kreativ oder was weiß ich.

Es hat einfach in manchen Ausdrucksformen etwas fundamentalistisches, etwas totalitäres.

Mit anderen Worten:

Das einzige Argument für die feministische Pädagogik, das Sie anführen können, ist der Umstand, daß es Leute gibt, die nichts von feministischer Pädagogik halten.

ich finde das auch gruselig

feminismus ist gut und wichtig, aber: mädchen so isoliert zu erziehen, ihnen ständig angst vor dem bösen geschlecht einzureden ist einerseits furchtbar und andererseits für das "reale" leben nach der schulzeit wenig hilfreich ...
auch selbstverteidigung ist gut, jede frau sollte die möglichkeit haben, einen kurs zu suchen, aber statt des sportunterrichts? warum sollen frauen keinen sport machen?

Ihr Kind wird (leider) noch auf "männliche ungustln" stoßen, dass ihm/ihr die Spucke wegbleibt.

Sie wird auch auf "weibliche Ungustln" stossen .. aber das macht sich natürlich nicht so gut und klingt auch gar nicht reisserisch.

Ich habe nicht gemeint, dass es nur männliche "ungustln" gibt.
Ich wollte damit eigentlich ausdrücken, dass man das Kind nicht während der Schulzeit vor sämtlichen Leuten, die einem nicht passen, bewahren soll, da sie früher oder später sowieso einmal ins Leben kommen werden.
Aus eigener Erfahrung kann ich auch sagen, dass es auch sehr viele weibliche "ungusteln" gibt, aber da ich die Phrase komplett übernehmen wollte, kam das vielleicht etwas männerfeindlich rüber. War nicht so gemeint.

es gibt auch einen feministischen Rassismus

und der wird hier überdeutlich. Wer Menschen aufgrund ihres Geschlechts vorverurteilt disqualifiziert sich von selbst. "Ungusteln" gibt es sowohl unter Frauen als auch Männern. Meine Tochter zB leidet in der Schule wesentlich stärker unter "ungustlichen" Mädchen als "ungustlichen" Burschen. Solche pauschalierende Vorurteile sind einfach beschränkt u. stehen auf der gleichen Stufe wie "alle Neger sind Drogendealer".

"feministische Pädagogik" ist so überflüssig wie "deutschnationale Kriminologie" oder "katholische Entwicklungsbiologie". Also wie jede andere Wissenschaft auch, die sich selbst ideologische Scheuklappen aufsetzt.

Die gesamte alltagswelt ist ideologisch überformt und wird was das geschlechterverhältnis anbelangt von einer klaren geschlechterhierarchie bestimmt, die permant reoroduziert wird. Diese Totalität kann nur durchbrochen werden durch enklaven einer gegenwelt von der aus die bedingungen dieses hermetischen kreislaufs unterminiert werden.

Sprich, in einer Welt, in der sich alltäglich mit dem Hammer auf den rechten Daumen hauen, brauchts als Gegenbewegung Leute, die sich täglich auf den linken Daumen hauen, weil dadurch dann ein Gleichgewicht hergestellt wird.

es kann nur durch egalität durchbrochen werden, ned durch ein völlig unsinnige "Gegenwelt"

"Diese Totalität kann nur durchbrochen werden durch enklaven einer gegenwelt"

sagt wer außer dschingis khan? ungerechtigkeit hat noch nie gerechtigkeit geschaffen sondern konflike noch mehr geschürt.
ihre argumentation ist eine entschuldigung ihres tuns.

... für eine Welt ohne Männer.

Oder wenn man gnädig ist, dürfen die auch leben - aber um Himmels Willen keine Entscheidungen treffen.

Tja .. nachdem William Gibsons "Gensplicing" noch immer Utopie ist wird man(n) zu Zuchtzwecke vorerst noch benötigen ;-)

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