Femtech

"Macht ist die Möglichkeit, zu gestalten"

25. November 2011, 18:26

Frauen in mächtigen Positionen sind nach wie vor die Ausnahme - Beim Femtech-Netzwerktreffen wurde über Vorurteile und Sonnenseiten diskutiert

Mit "weitgehend zufällig" umschreiben sowohl Gabriele Zuna-Kratky, Direktorin des Technischen Museums, als auch Standard-Chefredakteurin Alexandra Föderl-Schmid ihren Weg an die Führungsspitze. Beim Femtech-Netzwerktreffen am Montag im Wiener Tech Gate wurde über Macht - schillernd und handfest - diskutiert.

Zita Küng, Gründerin und Inhaberin des Schweizer Beratungsunternehmens EQuality, sieht gerade hinsichtlich der Karriereambitionen noch "Erfolgsreserven". Machtvolle Positionen anzustreben erscheint bei Männern selbstverständlich - wenn Frauen diesen Anspruch äußern, werden sie als machtbesessen abgestempelt. "Was aber nicht heißt, dass Frauen planlos sind oder weniger Ambitionen hätten", sagt Küng.

Als klassischen Frauenfehler bezeichnet Föderl-Schmid ihr zögerndes Verhalten, als sie von Oscar Bronner 2007 gefragt wurde, Chefredakteurin des Standard zu werden. "Weil mir die Schuhe meines Vorgängers Gerfried Sperl zu groß erschienen." 2009 hatte die Zeitung die höchste Auflage seit ihrer Gründung, ergänzt sie. "In sieben Jahren hatte das Technische Museum fünf verschiedene Leitungen - auch bei meiner Bestellung liefen Wetten, wie lang ich durchhalten werde", sagt Zuna-Kratky. Mittlerweile ist sie zwölf Jahre Direktorin. Während dieser Zeit wurde der Frauenanteil von 20 Prozent auf 45 Prozent erhöht. Wichtig sei, mit seiner Macht verantwortlich umzugehen und Entscheidungen auf möglichst breite Beine zu stellen.

Macht, um Herrschaft zu erlangen

Für den Schriftsteller Michael Köhlmeier sind Miteinander und Verantwortung in Bezug auf Macht reine Verzierungen. Er sieht die Machtdefinition wie Macchiavelli als Mittel, um die Herrschaft zu erlangen. "Und diese kann grausam oder milde sein", ergänzt er. Aber seit den 68er-Jahren herrsche ein Streben gegen die Macht, dabei treffe der Spruch: "Was man gern macht, macht man besser" auch auf die Lust zur Macht zu.

Dass Macht wenig schillernd und viel mehr anstrengend und nicht immer einfach sei, ergänzt Föderl-Schmid. Entscheidungen müssen getroffen werden. Und dabei könne man nicht "everybody's darling" sein. Auf solchen Positionen habe man weniger Ressourcen, auf die zurückgegriffen werden könne, man werde einsamer. "Aber Macht ist auch die Möglichkeit, zu gestalten", sagt sie. (Gudrun Ostermann, DER STANDARD, Printausgabe 26./27.11.2011)

Kommentar posten
23 Postings
the idler
04
27.11.2011, 16:39
Kurz:

Männliche ausbeuterische, korrupte und machtgeile Netzwerke = Böse.

Weibliche ausbeuterische, korrupte und machtgeile Netzwerke = Gut.

Keine weiteren Fragen.

Gender
02
27.11.2011, 14:44

Macht euch endlich frei von Machtvorstellungen. Es ist abstrakt und macht krank.

Intelligenz und Kompetenz welche eine Idee oder ein ...... weiter bringt, kann nur durch Gemeinsamkeit oder das Bessere bewerkstelligt werden.

Wo bin ich hier?
Welches Jahr?

Gender
10
27.11.2011, 14:57
Alphatier

Wölfen wurde jahrelang ebenfalls zugeschrieben, dass ihre Rudel von einem Alphatier beherrscht werden. Langzeitbeobachtungen an frei lebenden Wölfen zeigten jedoch ein deutlich vielfältigeres soziales Gefüge, in dem die Leittiere zwar die primäre Führungsaufgabe erfüllen, aber nur situationsbezogen autoritär auftreten.

breiter
04
27.11.2011, 11:46
Endlich wird dargestellt, dass es um Macht geht

moki328
11
27.11.2011, 08:46
Solange die Gender-Debatte den Begriff des Patriarchats nicht inhaltlich definiert wieder aufgreift,

ist es reiner Zufall, ob eine Frau den Job besser macht oder nicht. Es gibt schreckliche patriarchale Weiber, die konkurrenzorientiert ihre Pfründe sichern, nach oben buckeln und nach unten treten, destruktiv Ausbeutung von Menschen und Welt vorantreiben.
Silvia Bovenschen formulierte schon Anfang der 80er Jahre: "Die Frau kann werden, was der Mann schon ist.", nämlich abgetrennt von innerer und äußerer konkreter Wahrnehmung, von innerer und äußerer Natur...
Heute am Höhepunkt patriarchaler Macht treten Frauen nicht selten auf verantwortungsbewusste Frauen hin, die als Mütter ihre Kinder durch eine zerstörerische Welt begleiten. Sie werden aufgefordert auf Selbstverwirklichung zu setzen und Kinder als lästig und behindernd abzugeben.

Pygar
 
30
26.11.2011, 11:04
Spiele mit der Macht

Dieses Buch möchte ich jeder Frau empfehlen:
Marion Knaths: Spiele mit der Macht (Wie Frauen sich durchsetzen)
ISBN 978-3-492-25250-8

»Ein Muss für alle Frauen, die ihr Gehirn einsetzen wollen, um sich durchzusetzen.« Louann Brizendine, Bestsellerautorin

Annegret Huber
05
27.11.2011, 12:46
Warnung vor Aussagen von Louann Brizendine

Louann Brizendine als Referenz anzuführen, ist wenig schmeichelhaft: Für ihr Buch "The Female Brain" erhielt sie den "Becky Award", der verliehen wird an "people or organizations who have made outstanding contributions to linguistic misinformation".
Leute vom Fach hatten nämlich nachgewiesen, dass die von ihr verwendeten wissenschaftlichen Werte frei erfunden waren (vgl. http://people.ischool.berkeley.edu/~nunberg/... ies.html).
Trotzdem wurden ihre Aussagen in journalistischer Berichterstattung ungeprüft übernommen und haben mittlerweile eine Verbreitung gefunden , die sachlich nicht gerechtfertigt ist.
NB: Leute wie Brizendine schaden den berechtigten Anliegen von Männern UND Frauen im Bestreben um die Gleichstellung der Geschlechter

Pygar
 
20
27.11.2011, 13:38

Der Link funktioniert leider nicht. Ich kenne Mme. Louann Brizendine auch nicht und kann nichts dazu antworten. Ich habe nur die Kritik vom Buchcover abgeschrieben.

Das empfohlene Buch allerdings entspricht der Realität und ich kann es nur empfehlen.

Die Biographie von Menschen, die es empfehlen oder auch nicht, ist nicht mein Kriterium.

Annegret Huber
00
28.11.2011, 08:57
nicht Biographie

Mein Kriterium ist ebenfalls nicht die Biographie, sondern das (Nicht-)Vorhandensein von Daten.

maxmilgram
00
28.11.2011, 00:05

geht eh, man muss nur die klammer und den punkt wegnehmen.
http://people.ischool.berkeley.edu/~nunberg/... ckies.html

Pygar
 
40
26.11.2011, 11:02
Spielregeln

Frauen sollten die Spielregeln der Männer im Business kennen. Das ist zwar lästig und in vielen Dingen wird eine Frau lächerliches Gehabe ablehnen. Allerdings erleichtert es den Weg zur Macht ungemein. Und wenn eine Frau diesen dann beschreitet kann Sie diese Spielregeln auch sukzessive ändern! Allerdings ist sie ihren Feinden immer einen Schritt voraus, weil sie die Spielregeln kennt und das Spiel zu spielen weiss.

Pygar
 
121
26.11.2011, 10:51
Machtvolle Positionen = Natürliche Ordnung

Machtvolle Positionen sind die Positionen wo Frauen hingehören und vor dem patriarchalen Niedergang auch immer waren.

Keine Frau soll zu bescheiden sein und sich die machtvolle Position (was auch immer diese sein mag) nicht zutrauen. Denn, besser als ein Mann füllt SIE eine machtvolle Position auf jeden Fall aus. Selbst wenn etwas schief läuft oder es Rückschläge gibt, da der Kampf gegen verkorkste Männer eben für Frauen viel härter ist, macht es eine Frau immer besser! Das ist garantiert so und ich kenne keinen Fall wo es anders war.

Jede Frau sollte wissen, dass sie es nicht nur für sich oder die natürliche Ordnung tut, sondern Alle erfreut, wenn Sie "gestaltet".

Pygar
 
20
30.11.2011, 22:34

Bevor hier einige in Ahnungslosigkeit wild um sich schlagen, sollten sie sich weiterbilden und die folgenden Bücher lesen:
The Natural Superiority of Women von Ashley Montagu;
Y Descent of Men: The Descent of Men von Steve Jones;
Adam's Curse: A Future Without Men von Bryan Sykes.

the idler
14
27.11.2011, 16:36

Ihr Gelaber ist dermaßen primitiv und sexistisch, dass einem schlecht werden könnte.
Ein Schlag in's Gesicht für alle die für Gleichberechtigung kämpfen.

Nur gut, dass SIE niemand ernst nimmt.

Lord Jim
01
27.11.2011, 14:15

"besser als ein mann füllt SIE eine machtvolle position auf jeden fall aus"
wenn Sie mit besser skrupelloser, härter, paranoider und megalomanischer meinen haben Sie in nicht wenigen fällen leider durchaus recht (was natürlich daran liegt daß man als frau leider ein noch größeres schwein sein muß um überhaupt in eine solche position zu gelangen, und soziale intelligenz und empathie in führungspositionen nicht gefragt sind - danke kapitalismus - bzw. machthungrige menschen ohnehin an einem psychologischen defizit zu leiden haben das der soziopathie nahe kommt)

moki328
00
27.11.2011, 11:58
Richtig witzig werden Ihre Aussagen erst, wenn Sie

statt dem großen "Sie" einen Namen einfügen: z.B. "Fekter". Hihi!
Ja Frauen dürfen jetzt auf die Spielwiese der Macht des Patriarchats und alles dort lernen.
Dadurch dass nun viele Frauen in Führungspositionen sind, hat sich in der Welt nicht das Geringste verbessert, manches gar verschärft, da die Wörter "Liebe", "Natur" zu Unwörtern geworden sind und man gar nicht mehr zu sagen weiß, was an Positivem die alten Mütter einst gearbeitet haben und wie sie zu ihrer Weisheit gekommen sind. Man wundert sich, dass "Muttersprache" und Herzensbildung bei Kindern gleichzeitig mit dem Engagement der Mütter für Kinder abnehmen, da Mütterarbeit als wertlos angesehen wurde und wird..

Pygar
 
50
27.11.2011, 13:30

Es war nicht anders zu erwarten, denn Frauen sind seit 3 Jahrtausenden patriarchalisiert worden. Sie haben diese Verhaltensweisen de facto schon mit der Muttermilch bekommen. Wenn sich sich von dieser überwältigenden Ideologie befreien, indem sie nachdenken, was da eigentlich passiert, müssen sie dennoch patriarchale Spielregeln kennen und beachten, um an die Macht zu gelangen. Das heisst es ist nicht einfach und dauert. Dennoch geht es allen Frauen und Männern besser, je mehr Frauen die Macht haben.

p1234
14
26.11.2011, 17:29

War dieser Quargel eigentlich sarkastisch oder ernst gemeint?

Antagonist1
00
26.11.2011, 20:02
ES kann nicht anders -

Es meint alles ernst und glaubt, die Welt sieht das auch so (so blöd - aber das bleibt in Klammer).....:-)

Pygar
 
100
26.11.2011, 18:49

War deine Frage eigentlich dumm oder männlich-dumm (entspricht in etwa 'sehr dumm') gemeint?

Antagonist1
10
30.11.2011, 14:11
Komparation

Der Elativ zu dumm ist somit "pygar-dumm"...:-)

Lord Jim
13
27.11.2011, 22:20

da man niemandem unterstellen möchte ein dermaßen dummes gewäsch von sich zu geben, das selbst in einer welt in der es nicht an dummheit mangelt nur fassungslosigkeit hervorruft (leider wird mit der fähigkeit des schreibens immer noch die gabe des denkens in verbindung gebracht), würde ich meinen die frage von antagonist1 war diplomatisch gemeint.ich für meinen teil bin froh nicht zu Ihrer geburt beigetragen zu haben, da die meisten menschen zwar im laufe ihres lebens ihre perspektive erweitern, fanatiker sich allerdings meist bis ins grab davor zu hüten wissen.

Kondratjew -Zyklus
 
24
26.11.2011, 04:01
Gabriele Zuna-Kratky und Alexandra Föderl-Schmid haben "mächtige Positionen" ?

Selten so gelacht.

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