Feministische Pädagogik

Brave Mädchen unerwünscht

Bericht | 1. Dezember 2011, 06:15
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    Die Virginia-Woolf-Mädchen in den 1990ern: In der Schule wurden jeweils 7 bis 10 Mädchen in einer altersübergreifenden Gruppe unterrichtet.

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Mit der ideologischen Ausrichtung der Virginia Woolf-Schule haben die ehemaligen Schülerinnen heute ihre Probleme - Die Selbstverteidung und das Kreativsein möchten sie aber nicht missen

Dass Schulbildung das weitere Leben von Kindern maßgeblich beeinflusst, gehört heute zu den Gemeinplätzen in der Bildungsdebatte. Adressiert wird hier meist das Regelschulsystem und seine Probleme. Wir wollten wissen, was aus Mädchen wird, die sich zumindest einen Teil ihrer Schulkarriere außerhalb dieses Systems befanden und stattdessen eine radikal-feministische Grundschulbildung genossen. Wo Frauensprache wichtiger war als Grammatik und Selbstverteidigung bedeutender als Turnen (siehe Artikel "Radikale Schule für kleine Frauen"). Bei den vier Absolventinnen der Virginia-Woolf-Schule, die wir getroffen haben, kam das rückblickend nicht nur gut an.

"Wertschätzung für mich selbst"

"Wenn ich an meine Volksschulzeit zurückdenke, fallen mir viele Erlebnisse ein, allerdings fast keine, die mit Lernen zu tun haben." Ines verbindet ihre Zeit in der Virginia-Woolf-Schule vor allem mit Spielen, Selbstverteidigung und "viel Schokoladepudding-Machen", wie sie schmunzelnd hinzufügt. Später im Gymnasium hatte sie deshalb Probleme: "Ich hatte Defizite gegenüber den anderen SchülerInnen in fast allen Bereichen. Egal ob Mathe, Deutsch oder Sachunterricht."

Trotz der harten Zeit damals schaffte sie aber die Regelschule: Nach erfolgreich abgeschlossenem BWL-Studium arbeitet die 24-Jährige heute in ihrem ersten Job als Assistentin einer Geschäftsführung in Wien.

Ines findet es zwar gut, jungen Mädchen beizubringen, dass sie sich nicht an gesellschaftliche Erwartungen richten müssen, die an Mädchen gestellt werden. Allerdings sei es auch verkehrt, Mädchen zu lernen, dass Männer immer böse und schlecht sind. "Die Männerfeindlichkeit, die in der Virginia-Woolf-Schule sehr stark zum Ausdruck gebracht wurde, kann ich nicht teilen."

Die Grundschule habe ihr "viel Selbstvertrauen und Wertschätzung für mich selbst mitgegeben und mich gelehrt, stolz darauf zu sein, wer ich bin als Mädchen und heute als Frau." Von Männern werde sie sich auf keinen Fall unterdrücken lassen. Und dem Thema Gender blieb sie in gewisser Weise auch beruflich treu: Ihre Spezialisierung im Studium wurde das Gender- und Diversitätsmanagement.

"Zu extreme Umsetzung"

Klara spielt gern mit ihren langen, blonden Haaren, wenn sie spricht. Heute darf sie lange Haare tragen und es macht ihr sichtlich Spaß. In der Virginia-Woolf-Schule gab es diesbezüglich aber öfters Zoff. "Die Lehrerinnen haben uns vermittelt, dass ihnen mädchentypisches Aussehen nicht gefällt." Lackierte Fingernägel waren zum Beispiel ein Problem. Dafür konnten sich die Mädchen mit wilden Haaren ein Lob in der Schule einholen. "Und natürlich wollen siebenjährige Mädchen ihren Lehrerinnen gefallen", gibt sie heute kritisch zu bedenken. Die Lehrerinnen hätten sie manchmal wohl auch bewusst provoziert, um aus ihnen eine wütende Reaktion herauszuholen. "Wir sollten gegen sie ankommen, uns gegen sie auflehnen. Aber so hat das nicht funktioniert."

An der Schule mochte sie, dass sie sehr viele Projekte und Ausflüge machten, auch die Gemeinschaft in der kleinen Gruppe will sie nicht missen. "Dennoch überwiegen bei mir eher negative Erinnerungen. Rückblickend sind das für mich Situationen, wo wir einfach nicht kindgerecht behandelt wurden."

Im Prinzip findet die 21-Jährige die Idee einer eigenen Mädchenschule aber sehr gut. "Es stimmt ja, dass Burschen in der Regelschule oftmals bevorzugt werden." Die Umsetzung in der Virginia-Woolf-Schule sei allerdings in vielerlei Hinsicht "zu extrem" gewesen. Das Hauptproblem sieht sie darin, dass die Lehrenden keine pädagogische Ausbildung hatten. "Es sollte immer alles transparent und offen vor allen besprochen werden. Das hat uns als Kinder oftmals überfordert."

Nach der Matura nahm sich Klara erst einmal ein Jahr Auszeit, jetzt macht sie eine Lehre als Friseurin in Wien, um später einmal als Maskenbildnerin am Theater arbeiten zu können. Sich selbst als Feministin zu bezeichnen, das gefällt ihr nicht. "Eine Anti-Feministin bin ich aber freilich auch nicht. Gleichberechtigung und frauengerechte Sprache finde ich schon wichtig."

"Sie hätten uns mehr fördern können"

Anna versteht sich heute als politisch aktiv. Wer oder was sie in diese Richtung prägte, kann sie rückblickend nicht genau benennen: War es die Schule, war es ihr politisiertes, familiäres Umfeld oder die UniBrennt-Bewegung, an der sie sich beteiligt hatte? Vermutlich war es von allem ein bisschen etwas.

Gut gefiel ihr an der Virginia-Woolf-Schule jedenfalls das Fach Selbstverteidigung. "Das hat eigentlich allen wahnsinnig getaugt". In der Schule hätten die Mädchen kreativ sein können, es wurde viel gebastelt, selbst Geschichten geschrieben, gemalt; auch die Freiräume, die ihnen zur Selbstbeschäftigung gelassen wurden, findet die 21-Jährige rückblickend toll.

Schade findet sie, dass das Lernpotential, das eine so kleine Gruppe bringt, zu wenig genutzt wurde. "Sie hätten uns schon mehr fördern können". Auf dem Gymnasium merkte sie dann, dass sie nicht auf demselben Bildungsstand wie die anderen Gleichaltrigen war.

Was sie heute auch kritisiert, war die männerfeindliche Einstellung bei den meisten Schulfrauen. "Wir haben schon vermittelt bekommen, dass von Männern und auch Vätern nichts Gutes zu erwarten ist." Als kleines Mädchen habe sie deshalb regelrecht Angst vor Männern gehabt.

Da es sich beim FZ um einen reinen Frauenraum handelt, durfte beispielsweise auch ihr damals 9-jähriger Cousin nicht mit hinauf kommen, wenn ihre Tante sie von der Schule abholte. "Es gab ein riesen Geschrei, auch die anderen Mädchen wurden regelrecht hysterisch, dabei war mein Cousin doch noch ein Kind", erzählt Anna. "Das sind Erlebnisse, die ich niemals vergessen werde."

Die Germanistik-Studentin sieht sich heute schon als Feministin. "Aber nicht so, wie uns das damals vermittelt wurde. Einem kleinen Mädchen vorzuschreiben, wie es sich kleiden soll, ist für mich kein Feminismus".  Und: "Ich bin für Gleichstellung, aber das heißt ja nicht, dass ich mein ganzes Leben gegen das System ausrichten muss."

Unterfordert

Aus ihrer Grundschulzeit vermisst Alina eigentlich nichts. "Es geht mir in keinster Weise ab, in der Frauensprache reden zu müssen", vermerkt sie knapp. Sie hätte diese Jahre in der Virginia-Woolf-Schule anderswo wesentlich besser nützen können.

Schulisch gab es das Problem, dass sie sich vom Unterrichtsstoff nicht gefordert fühlte. "Ich war immer sehr gut in der Schule und habe mich schnell gelangweilt. Erst jetzt im Studium habe ich das Gefühl, dass ich geistig richtig gefordert werde", so die Master of Business Administration (MBA)-Studierende.

Von strikten Vorschriften, wie die Mädchen auszusehen und sich zu verhalten hatten, berichtet auch Alina. Sie hätten zu Mittag stets zu zweit von einem Teller essen müssen, weil das als frauenfreundliches Verhalten gewertet wurde. "Bis heute graust mir davor, mit anderen Menschen mein Essen zu teilen", so die 21-Jährige.

Wie ihre Kolleginnen findet sie die Idee einer reinen Mädchenschule aber prinzipiell gut. Allein, bei der Virginia-Woolf-Schule hätten viele Faktoren nicht gestimmt: "Sie hatten diese Verbissenheit aus uns etwas zu machen, das sie gerne gehabt hätten, anstatt uns einfach so sein zu lassen wie wir waren."
Von der aktuellen Schuldebatte erhofft sie sich, dass SchülerInnen künftig individueller gefördert werden, damit sie leichter ihren beruflichen Weg finden. Außerdem hält sie es verfrüht, wenn SchülerInnen schon mit 14 vor die Wahl gestellt werden, was sie einmal werden wollen. "Viele wissen nicht mal mit 20 was sie werden wollen." (Ina Freudenschuß, dieStandard.at, 1.12.2011)

Hinweis der Autorin:

Angesichts der hitzigen und aggressiven Diskussion, die sich im Forum unter dem von mir verfassten Artikel "Brave Mädchen unerwünscht" ergeben hat, möchte ich folgendes klarstellen:

In dem besagten Artikel werden vier Absolventinnen porträtiert. Die Texte spiegeln in gekürzter Form wider, was die jungen Frauen mir über ihre Grundschulzeit erzählt haben. Es handelt sich um vier Einzelperspektiven und ob sie sich mit denen der anderen Absolventinnen decken, wissen weder die LeserInnen noch ich.

Es ist nicht die Aufgabe von dieStandard.at, die Virginia-Woolf-Schule in Schutz zu nehmen. Und ich denke, die Wahrnehmungen der ehemaligen Schülerinnen sind mindestens genauso relevant wie diejenigen der ehemaligen Schulfrauen. Deshalb wurde ihnen hier auch Raum gegeben.

dieStandard.at distanziert sich allerdings davon, dass das Erscheinen dieses Artikels auf dieStandard.at für alle möglichen anti-feministischen Reflexe im Forum benützt wird. Pauschal-Verurteilungen gegen die Virginia-Woolf-Schule, Frauenräume im allgemeinen, alternativ-pädagogische Ansätze oder DEN Feminismus werden nicht wahrer, nur weil ein kritischer Artikel zu einem feministischen Projekt auf einer feministischen Seite erscheint.

Wir würden gern weiter über komplexere Fragen in Sachen Geschlechtergerechtigkeit berichten. Das wird aber erschwert, wenn dann immer gleich diejenigen losschreien, die schon immer wussten, dass DER Feminismus "scheiße" ist. In diesem Sinn: Reißen Sie sich zusammen, sonst wird das Forum in diesem Artikel gesperrt. (freu)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 291
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texö
00
5.12.2011, 18:23
Wenn von Ungleichheitsverhältnissen

ausgegangen werden muss, dann kann mit der einfachen Umkehrung ("was würden denn die Feministinnen sagen, wenn es plötzlich Bubenschulen mit demselben Programm auf Buben gemüntzt gäb!") nichts klar gemacht werden. Das Umkehrargument geht von falschen Voraussetzungen aus, nämlich von Gleichheit. Geschlechtergleichtberechtigung gibt es, vielen Kämpfen sei Dank, rechtlich. Aber die Praxis??? Und wer wird dabei gefragt? Frauen? Männer? Wessen Stimme zählt in den Ungleichheitsbelangen von Frauen?

texö
00
5.12.2011, 18:19
gleichstellung

vor dem Recht. als menschenrechtliche Norm.

Wie (und wer!!) beseitigt Ungleichheit?

Wer setzt dann die Norm, ab wann "Gleichheit" als erreicht gilt? Die Betroffenen von Ungleichheit? Der verfassungsgerichtshof? Die Frauenhäuser als mittelbare Instanz (in Bezug auf Frauen)??
Wer? Welche?
Jene, die in Bezug auf Ungleichheit die mächtigere Position inne haben?

Und Gruppierungen, die unter Ungleichheitsverhältnissen leiden: haben sie schon Gerechtigkeit erlangt mit dem Ausgleich der Ungleichheit? (Verteilungsgerechtigkeit, z.b.)

Nur mal so als Anregung an die Debattierer, die an eine einfache Antwort glauben.

Das geläuterte gesuderte Übliche
00
5.12.2011, 16:38
Das Recht auf freie Meinungsäußerung wird hier mit Füßen getreten!

PlasticVoice
01
3.12.2011, 04:17
Ich bin positiv überrascht von dieStandard!

Das ich jemals einen derartigen Artikel hier lesen werde hätte ich nicht für möglich gehalten.

Hitecut
320
2.12.2011, 12:58
Bezüglich "Hinweis der Autorin"

Ich halte die Aussage dieses Nachtrages für bedenklich, wenn auch nicht verwunderlich für dieStandard. Dass man sich dazu genötigt sieht einen kritischeren Artikel sofort zu rechtfertigen spricht nicht für die Objektivität dieser Seite. Ebensowenig, dass man die kritischen Postings ins Eck antifeministischer Reflexe stellt. Einmal mehr scheint man sich nicht einer offenen Diskussion stellen zu wollen bzw. fühlt sich mehr als unwohl dabei und droht (sowieso schon stattfindende) Zensur an. Damit reiht man sich seitens der Redaktion nur in die Reihe derjenigen ein, die von vielen als eines der größten Probleme einer echten Gleichberechtigung gesehen werden, nämlich die abgehobenen, dialog- und konsensfeindlichen Feministinnen.

panda rage
18
2.12.2011, 12:28

liebe autorin, vielen dank für diesen kritischen artikel. auch wenn es DEN feminismus nicht gibt, sind die bschriebenden zustände in dieser schule doch sehr typisch für eine ideologie, die sich kritischer aneinandersetzung üblicherweise durch extreme emotionalisierung des themas entzieht, die von polarisierung, schwarzweissdenken und sexismus (pardon, politisch korrekt heisst es "positive diskriminierung") geprägt ist und die immer wieder deutlich zeigt, dass sie an einer tatsächlichen gleichberechtigung nicht interessiert ist (was ja auch schon durch den namen deutlich gemacht wird)

Christa Sima
61
2.12.2011, 08:41

Also ich hab auch Probleme damit, wenn Mädchen in der Schule schon so auf sexy tun. Ich finde lackierte Fingernägel und mit offenen Haare spielende Mädchen haben in der Schule so und so nichts verloren. Ich wäre für eine einheitliche schuluniform und dann gäbe es den täglichen blöden Zoff mit dem G´wand acu nicht. Weibchentum ist einfach lächerlich!

stephan huber1
04
2.12.2011, 11:26
offene haare haben in der schule nichts verloren?

hat das eigentlich sehr weh getan, als Ihnen der große, schwere hammer auf den kopf gefallen ist?

metalwoman
00
8.12.2011, 17:25

Offene Haare sind ja okay, aber wenn kleine Mädchen sich bereits darin üben, sich wie erwachsenen Frauen "zweifelhaften Rufes" zu benehmen, sollte uns das doch zu denken geben.

Hippo Krates
 
04
1.12.2011, 20:02
Außerdem hält sie es verfrüht, wenn SchülerInnen schon mit 14 vor die Wahl gestellt werden, was sie einmal werden wollen. "Viele wissen nicht mal mit 20 was sie werden wollen."

trotzdem ist in zeiten wie diesen die wahrscheinlichkeit relativ groß dass frau in diesem wunschberuf lesen, schreiben und rechnen können sollte...

insertnamehere
 
024
1.12.2011, 17:50
Wow.

Da hatte man Kleingruppen und individuelle Betreuung zur Verfügung und schaffte es trotzdem, dass die Kinders hinterher bei dem, was sie in der Volksschule eigentlich lernen SOLLTEN, Defizite gegenüber solchen haben, die zu 30st Frontalunterricht hatten?

UND dann hat nicht mal die Indoktrinierung sonderlich durchschlagend funktioniert (nicht, dass ich das für eine sonderlich erstrebenswerte Sache hielte, es scheint aber immerhin eins der Ziele gewesen zu sein)?

Das nenn ich mal spektakuläres Scheitern einer Idee.

insertnamehere
 
014
1.12.2011, 18:20

Wie auch immer, es gehört hier mal ein Lob ans Redaktions-Team her.

Das war eine echt interessante Reportage.

El Zorro
03
1.12.2011, 21:00
Richtig

Man muss dieStandard.at anrechnen, dass sie diesen Artikeln veröffentlichen obwohl er "gegen sie verwendet werden kann"

watzlilaus "walmoerder" wondratschek
 
42
1.12.2011, 17:09
Die Revolution frisst ihre Kinder...

Irgendwie kommen mir diese "Frauenraeume" verdaechtig vor (genauso wie die "Maennerraeume" der katholischen Kirche, Fussballklubs..): Offensichtlich koennen sich leicht bis mittelschwer Gestoerte ausleben und ihre manchmal abstrusen Theorien vertreten.

Die Geschichte mit dem Essen von gemeinsamen Teller als "frauenfreundlich" spricht Baende: Man will ein "Gemeinsamkeitsgefuehl" erzwingen, indem man Leute zwingt, ihre Tabus zu brechen. Gut, dass diesen Tanten nur Volksschulkinder zur Verfuegung standen. Bei Pubertierenden waeren sicher Einfuehrung in den Lesbianismus auf dem Lehrplan gestanden (Naja, eine Minderjaehrige dahingehend zu konditionieren wird ja von vielen Feministinnen nicht als Verbrechen angesehen - siehe "Vagina Monologe"..)

andreas weissnicht
50
1.12.2011, 22:10

Sind Sie ein bisserl homophob?

Oder gefällt Ihnen nur der Gedanke nicht, dass es Frauen gibt die nicht für Männer die Beine breit machen?

PS: Ich bin ein Mann

texö
00
5.12.2011, 18:46

danke, andreas weißnicht.

watzlilaus "walmoerder" wondratschek
 
27
2.12.2011, 01:08
13 - jaehrige "Frauen"

sollte man sexuell in Ruhe lassen.
Sollte auch fuer Frauen gelten: Wenn mich das "homophob" macht - damit kann ich leben.
Fuer manche Emanzipationsfans ist das nicht selbstverstaendlich: In der Originalfassung der von Feministinnen gefeirten "Vagina Monologues" hatte ja eine der Figuren in diesem Alter ein solches Erlebnis - und genoss es: "If it was rape, it was a good rape."

derrabe
08
1.12.2011, 16:48

Hab ich das richtig verstanden?

Den mädchen wird selbstständigkeit und selbstbewustsein beigebracht, indem man ihnen sagt wie sie sich verhalten sollen und wenn es nicht passt wird druck auf die jenige ausgeübt?

Hippo Krates
 
02
1.12.2011, 17:07

genau so isses.
und als vorbereitung auf den unausweichlichen kampf mit den bööööööösen männern im späteren (arbeits)leben, lernen sie .... ähm... tja.... N_I_X (außer ein bissl pseudoselbstverteidigung und puddingmachen).
mein kompliment an die junge dame, die es t.r.o.t.z dieser schule zu etwas gebracht hat. ich möchte gern wissen was in den köpfen von eltern vorgeht, wenn sie ihre tochter in eine schule schicken, von der selbst die absolventinnen sagen, dass sie beim übertritt in die AHS/HS "Defizite gegenüber den anderen SchülerInnen in fast allen Bereichen" hatten.

aber auf die "bildungsfernen mitbürger mit migrationshintergrund", deren kinder nicht bildungsmindeststandards erreichen, wird regelmäßig (verbal) hingehaut...

Hippo Krates
 
31
1.12.2011, 16:13
"Wenn ich an meine Volksschulzeit zurückdenke, fallen mir viele Erlebnisse ein, allerdings fast keine, die mit Lernen zu tun haben."

Ines verbindet ihre Zeit in der [...]-Schule vor allem mit Spielen, Selbstverteidigung und "viel Schokoladepudding-Machen."
"Ich hatte Defizite gegenüber den anderen SchülerInnen in fast allen Bereichen. Egal ob Mathe, Deutsch oder Sachunterricht."

Diese Aussagen könnten auch von einer Absolventin der Lisl-Gehrer-Volksschule kommen: machma halt für die Dirndln 4 Jahre Beschäftigungstherapie ("solln's halt a bissl spieln und kochen [zumindest Pudding] lernen") -- Lesen, Schreiben, Rechnen, Faktenwissen is ja nicht so wichtig...

(wenn wirdie 4 Jahre Beschäfigungstherapie auch noch wegstreichen sind wir aber schon hart am Bildungkonzept für Mädchen á la Taliban...)

Dethomaso
04
1.12.2011, 15:26
Da ja der Großteil der Volksschullehrer/innen Frauen sind,...

...wird die Welt dort nicht sehr männerdominiert sein.

emma goldman
70
1.12.2011, 17:44

... wie kann es dann sein; dass in allen männerdominierten gesellschaften die hauptsächlichen beziehungspersonen der kindheit frauen sind

t 3
 
01
2.12.2011, 09:59
lassen sie

die worte "dann" und "nännerdominierten" weg, und stellen sie (sich) die frage nochmal...

Orjares
015
1.12.2011, 15:12
"Es stimmt ja, dass Burschen in der Regelschule oftmals bevorzugt werden."

Ist das tatsächlich der Fall?

Sowohl Notenstatistik als auch Selbstmordstatistik (!) besagen beide das Gegenteil.

Feministen haben richtig erkannt, dass es ein krankhaftes System gibt und dieses "patriachales System" getauft. Falsch ist allerdings, dass dies von "den" Männern gewollt ist und von "den" Männern durchgesetzt wird.

Männer als Feindbild zu vermitteln ist hier der komplett falsche Weg, leiden doch unzählige Männer ebenfalls innerhalb dieses Systems (3mal soviele Männer als Frauen begehen Selbstmord, ganz zu schweigen von den Unzähligen, die sich in den Suff flüchten und damit nicht nur ihr Leben zerstören).

texö
00
5.12.2011, 18:45
...

und so sind wir Männer halt leider nicht in der Lage, eine emanizpatorische Männerbewegung zu gründen, die auch mit Machtverzicht zu tun hätte, weil wir uns vorher lieber selbst killen, als dass wir uns ändern. (oder dass wir die auffangen können, die schon an der Klippe stehn)
Fröstel

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