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In der Installation "Genitalpanik" stellt Valie Export ihre berühmte Hose aus.
Irgendwann kommt natürlich die Frage nach den Geschlechtsorganen des Kindes und da fällt auf, dass es für Mädchen immer noch keine kindgerechten Ausdrücke für die anbetungswürdigen Sexualorgane der Frau gibt. Ein informelles Brainstorming unter Freundinnen hat schon einmal zu Tage gebracht, dass es bis heute keine einheitlich verständlichen Begriffe gibt: Bei den einen hieß die Vulva "Fifi", bei den anderen "Mumu", manche Eltern signalisierten mit "Pipi" ihren Mädchen, dass es außer Harn lassen zwischen den Beiden keine Action gäbe und die Ärmsten unter uns wurden mit der Bezeichnung "da unten" zur Frau sozialisiert.
Das Schicksal einer Frau, die Jahre ihres Lebens damit verbringt, zu entdecken, dass "da unten" eben doch eine Menge zu fingern ist, will ich meinem Kind natürlich ersparen. Aber eine einfache Lösung gibt es nicht: Denn auch wenn es die Vernunft gebieten würde, meinem Kind bereits im Kleinstkindesalter von ihrer wundervollen Vulva zu erzählen, bin ich der Ansicht, dass totaler Ernst auch albern rüber kommen kann.
Eine ansprechende Alternative hat mir jüngst eine Freundin erzählt. Sie hielt ihrem Kind im Alter von fast drei Jahren einen Spiegel vor die Vulva und erklärte ihr, wo die Klitoris zu finden sei. Und das hat bestens funktioniert, denn das Mädchen weiß jetzt, was es hat und kann es auch benennen! So gut, dass sie kurze Zeit später einen fremden Mann auf dem Spielplatz fragte, ob er denn mal ihre Klitoris sehen wolle.
Damit nicht genug, brachte sie ihren um ein wenig älteren Bruder mit ihrem Stolz gehörig durcheinander. Seine Geschlechtsteile sind ja jederzeit greif- und sichtbar, dennoch wurde er eifersüchtig. Der Klitoris-Hype in der Familie gipfelte darin, dass er sich vor seinen Eltern aufstellte und forderte: "Ich will auch eine Klitoris!". So soll es sein und nicht anders. (DieMama, 2.12.2011)
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