Ex-IWF-Chef spricht in neuer Biographie von "einvernehmlicher, aber dummer Geschichte"
Der neueste Streich des Ex-IWF-Chefs Dominque Strauss-Kahn beschäftigt derzeit die französischen Medien. Das Buch "Affaires DSK - la contre-enquête" (dt. Die "Gegenuntersuchung") ist vergangene Woche in Frankreich erschienen. Verfasst hat die Biographie der Journalist und Strauss-Kahn-Vertraute Michel Taubmann.
Im Mittelpunkt stehen die Beschreibungen von Strauss-Kahn über die Geschehnisse an jenem Tag im Mai, an dem er auf die Hotelangestellte Nafissatou Diallo in einem Hotel in New York traf. Laut Süddeutscher Zeitung beschreibt er die Geschehnisse in dem Buch so: Er sei nackt aus dem Bad gekommen und habe plötzlich vor dem
Zimmermädchen Nafissatou Diallo gestanden. Dann habe sie habe ihm zunächst tief in
die Augen geblickt und dann sein Geschlecht "fixiert". Strauss-Kahn habe dies als
"Einladung" verstanden und es kam schließlich zu "dieser einvernehmlichen,
aber dummen" Geschichte.
Ein Mann mit freier Sexualität
Einvernehmlich war er also, und dumm auch. In der neuen Biographie ist weiters zu lesen, dass Strauss-Kahn zu seinem "freien Sexleben" steht. Dies sei in der Politik- und Geschäftswelt nicht ungewöhnlich und vor allem "nicht illegal", lässt der Ex-IWF-Chef, die es bisher noch nicht mitbekommen haben, wissen.
"Verabscheute Prostitution"
Seine Verwicklung in einen illegalen Sexarbeiterinnen-Ring passt da freilich nicht ins Bild. Deshalb betont Strauss-Kahn in dem Buch weiters, er "verabscheue" Prostitution und Zuhälterei. Ähnlich wie Berlusconi scheint auch er mit Blindheit gegenüber den Rahmenbedingungen einer stets verfügbaren, körperlichen Zuwendung an älteren Männern geschlagen zu sein. In der Biographie ist diesbezüglich zu lesen, zwar habe er an "freizügigen Abenden" im Carlton teilgenommen, aber dafür nie "auch nur einen Centime bezahlt". Und natürlich ahnte er nicht, dass die Damen käuflich sein könnten. Ein Mann zu leichtgläubig für diese Welt. (red)