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vergrößern 500x410Die aktuellen Zahlen in einer Balkengrafik.
Wien - Das mittlere Bruttojahreseinkommen von unselbstständig erwerbstätigen Frauen liegt in Österreich weiterhin nur bei 60 Prozent von jenem der Männer. Im Jahr 2010 kamen Frauen auf einen Medianwert von 18.270 Euro, Männer auf 30.316 Euro (beide zusammen: 24.516 Euro). Betrachtet man nur ganzjährig Vollzeitbeschäftigte, erreichten Frauen immerhin 81 Prozent. Spitzenverdienste von mehr als 500.000 Euro erzielten fast zur Gänze männliche Angestellte, teilte die Statistik Austria am Dienstag in einer Aussendung mit.
Arbeiterinnen bei 44 Prozent
In der Privatwirtschaft ist der geschlechtsspezifische Einkommensunterschied deutlich größer als unter den öffentlich Bediensteten. Arbeiterinnen erreichten mit 10.492 Euro brutto im Jahr nur rund 44 Prozent der vergleichbaren Einkommen der Männer. Weibliche Angestellte, die mit rund einer Million Personen die größte Gruppe ausmachten, erzielten ein mittleres Einkommen von 20.292 Euro und somit nur 50 Prozent des Einkommens der männlichen Angestellten.
Kleinste Schere bei BeamtInnen
Bei den Vertragsbediensteten belief sich das aus den Lohnsteuerdaten errechnete mittlere Einkommen der Frauen mit 25.768 Euro auf 77 Prozent des Vergleichswerts der Männer. Der kleinste Einkommensunterschied bestand zwischen Beamtinnen und Beamten: Frauen bezogen mit einem mittleren Bruttojahreseinkommen von 46.726 Euro rund 93 Prozent des Einkommens ihrer männlichen Kollegen.
Finanzielle Krux Teilzeit
Ein Teil der Einkommensdifferenz ist laut Statistik Austria auf Teilzeitbeschäftigung zurückzuführen. Schließt man diese sowie saisonal Beschäftigte aus, so betrug das mittlere Einkommen der Frauen 30.775 Euro, Männer verdienten im Mittel 38.056 Euro. Relativ - im Vergleich zu den Männern - stieg das mittlere Jahreseinkommen der ganzjährig vollzeitbeschäftigten Frauen dementsprechend auf 81 Prozent.
Vollzeit-Beamtinnen kriegen mehr als Kollegen
Der relative Einkommensanteil der Frauen im Vergleich zu den Männern erhöhte sich für Arbeiterinnen auf 68 Prozent, für weibliche Angestellte auf 66 Prozent und für vertragsbedienstete Frauen auf 93 Prozent. Ganzjährig vollzeitbeschäftigte Beamtinnen erzielten im Mittel mit 50.606 Euro mit 101 Prozent sogar ein geringfügig höheres Bruttojahreseinkommen als ihre männlichen Kollegen (50.304 Euro). Als Erklärung verwies die Statistik Austria darauf, dass sich hier der hohe Anteil junger männlicher Exekutivbeamter mit niedrigen Anfangsgehältern auswirke.
Ganz wenige Spitzenverdienerinnen
Im Jahr 2010 erreichten insgesamt 5.073 Personen ein Bruttojahreseinkommen von mehr als 250.000 Euro. Unter diesen Personen waren Frauen mit lediglich 8 Prozent deutlich unterrepräsentiert. Mit zunehmend höheren Einkommen sinkt der Frauenanteil noch weiter ab. Unter den 919 Personen mit einem Bruttojahreseinkommen von über 500.000 Euro befanden sich nur 47 Frauen (5 Prozent). 177 Personen erzielten 2010 ein Jahreseinkommen von mehr als einer Million Euro, unter ihnen waren nur fünf Frauen.
Heinisch-Hosek: Weiter Maßnahmen setzen
Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek bezeichnete die Zahlen als "alarmierend": "Sie zeigen aber auch, dass die Maßnahmen für mehr Einkommenstransparenz überfällig waren und goldrichtig sind." Ihr Ziel als Frauenministerin sei weiterhin die Verringerung der Lohnschere, stellte sie klar. "Maßnahmen wie der Online-Gehaltsrechner, die Einkommensberichte für Unternehmen oder die Gehaltsangaben in Stelleninseraten sind wichtige Schritte auf dem Weg zu mehr Lohngerechtigkeit in unserem Land."
Teilzeit bezeichnete die Ministerin als "Karrierekiller", der zudem das Risiko für Frauen erhöhe, in die Armut abzugleiten: "Eine Teilzeitkraft bekommt für die gleiche Arbeit um bis zu 30 Prozent weniger Stundenlohn als eine Vollzeitkraft." Deshalb sollten Unternehmen ihren Teilzeitbeschäftigten Vollzeitjobs intern anbieten, bevor sie extern ausschreiben.
WKÖ-Hochhauser gegen "Schlechtreden" von Teilzeit
Die Generalsekretärin der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) Anna Maria Hochhauser hingegen will sich Teilzeitarbeit nicht "schlechtreden" lassen: "Das nützt niemandem, schon gar nicht den Frauen." Für viele Frauen eröffne Teilzeit erst die Möglichkeit, nach der Babypause wieder eine Beschäftigung anzunehmen.
Eigentlich eine Verbesserung
Hochhauser betonte außerdem, dass die jüngsten Daten der Statistik Austria "mit Vorsicht" zu betrachten seien: Die Daten seien nicht bereinigt um jene Merkmale, die für das geschlechtsspezifische Verdienstgefälle hauptverantwortlich gemacht werden, nämlich Unterschiede in der Ausbildung, Beschäftigungsdauer und Berufserfahrung oder Erwerbsunterbrechungen. Würden die Einflüsse wie Teilzeit und saisonal Beschäftigte berücksichtigt, so reduziere sich der relative Einkommensnachteil der Frauen gegenüber den Männern auf 19 Prozent. "Im Vergleich mit dem Vorjahr zeigt sich somit sogar eine Verbesserung der Einkommen der Frauen um fast ein Prozent", konstatierte Hochhauser.
Aus Sicht der Wirtschaftskammer sollten Maßnahmen zur Verbesserung der Vereinbarkeit und zur Änderung von Rollenbildern im Vordergrund stehen: "Ein umfassendes Kinderbetreuungsangebot jenseits von '9 to 5' ist essenziell", so Hochhauser. Zudem sollten Mädchen und junge Frauen durch gezielte Berufsinformation bereits in der Schule dazu ermuntert werden, in klassische - und lukrativere - Männerdomänen, wie IT, Technik und Naturwissenschaften, vorzudringen. (APA/red)
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... ist ziemlich extrem... in der Grafik sieht man das mal gut...
... die Unterschiede zwischen den Geschlechtern kommen meineserachtens daher, dass es in Ö nach wie vor üblich ist, dass Frauen Ihren Schwerpunkt auf die Betreuung des Nachwuchses legen und Männer auf die finanziell/wirschaftlichen Bedürfnisse der Familien... Wenn sich das ändert, dann bin ich mir sicher, dass die Gehälter automatisch nachziehen.
Mehrjährige Arbeitspausen sind ein Karierekiller. Nach dem 12 Monaten Zivildienst und 6 Monaten Studium habe ich ca 40% weniger verdient, als davor.
Beamte gibt es fast keine jungen mehr, außer im Sicherheitsbereich. Darum sind nur ältere, besser verdienende in der Statistik. Man dürfte die Beamten eigentlich nur mit gleich alten Angestellten seriös vergleichen. Das zweite ist der um vieles höhere Akademikeranteil, Beamte sind Ärzte, Lehrer, Universitätspersonal, Verwaltungsmanager, etc., alle "niedrigeren" Chargen sind idR Vertragsbedienstete = Angestellte.
... die das ganze Leben im Erwerbsleben stehen... und Hausfrauen, von denen ich den Eindruck habe, dass sie ein sehr glückliches Leben und eine sehr gleichberechtigte Beziehung führen...
Ich habe das Gefühl, dass es zum Teil bei dieser ganzen Diskussion darum geht, mehr menschliche Arbeitsleistung wirtschaftlich verwerten zu können...
Beispiel: Ich bin mir sicher, dass eine Verkürzung der Karenz-Zeit auf 3 Monate die Gehaltsschere recht schnell wesentlich verkleinern würde... Trotzdem würde ich es für ziemlich zynisch halten, wenn die Bezugszeit mit der Begründung der Frauenförderung entsprechend gekürzt werden würde.
wenn die friseurin weniger verdient als der ingenieur, dann liegt das nicht etwa an unterschiedlicher qualifikation oder verantwortung, sondern ist ein "geschlechtsspezifischer Einkommensunterschied "...
wann regt sich "die standard" denn mal über den "geschlechtsspezifischen faulenzerunterschied" auf, daß kaum männer sich ihren tag mit kaffeehaussitzen und shoppen vertreiben, während ihre frau sich in einer führungsposition mit 70-stunden-woche abstrampelt, um dem luxusmännchen la dolce vita zu finanzieren?
wär nämlich genauso irreführend und sinnlos wie das bejammern der einkommennachteile in schließlich selbst gewählten berufen
vielleicht aber die sicht darauf nicht
ich wollte darauf hinaus (selbstverständlich gibt es die "luxusweibchen" - niemand sagt, sie würden die mehrheit repräsentieren oder wären prototypisch), daß unsere gesellschaft und ihre althergebrachten normen eben diesen rückzug aufs privat- anstelle des berufslebens durchaus kennt und traditionell eben bei frauen "fördert". was je nach finanzlage und goodwill des "ernährers" natürlich auch entsetzlich schiefgehen kann
diese falle zu erkennen und entsprechend für eigene unabhängigkeit (vorzu)sorgen, ist nun mal letztlich die aufgabe der betroffenen. nach mehr gehalt für die zu schreien, die das nicht leisten (wollen), scheint mir nicht zielführend
Solange noch dem Anwesenheitskult gehuldigt wird statt nur den Output zu bewerten und solange die Arbeitswelt so wenig flexibel ist, fällt es frau schwer, einen Vollzeit auszuüben, sofern sie ihre Kinder auch genießen und begleiten und nicht nur als organisatorische Herausforderung in ihr Leben integrieren will
in seiner firma gibts einen weiblichen fahrer auf ca. 25 männer.
sie verdienen nicht schlecht, auch weils ein scheiss job ist.
ich war mal in der it branche und habe dort nicht schlecht verdient. die frauenquote war ähnlich wie bei den lkw fahrern.
welche branchen werden bei diesen studien überhaupt verglichen?
also dass Frauen für gleiche Arbeit weniger verdienen als Männer ist eine Schweinerei.
Aber dass Teilzeit bei der Durchschnittserhebung nicht als Faktor einfliesst und dann die Schlagzeile - wahrheitsverzerrend - lautet "Frauen erreichen 60 Prozent des Männergehalts" ist einfach dümmlich.
"also dass Frauen für gleiche Arbeit weniger verdienen als Männer ist eine Schweinerei."
Das tun sie auch nicht. Das ist ein Mythos.
Die 81% entstehen dadurch, dass in gut bezahlten Jobs weniger Frauen sind.
Das ist das Problem!
Und nicht die unterschiedliche Bezahlung. Die gibt es nicht.
... junge Frauen bekommen schwer Jobs, bei denen ein mehrmonatiger Ausfall überdurchschnittlich problematisch ist... das sind aber jene Jobs, mit denen man Punkto Gehalt/Erfahrung am schnellsten weiterkommt...
... zudem wird wegen des höheren Ausfallsrisikos weniger gezahlt... (Risikoprämie)
... diese Nachteile sind ungerecht... und ich wäre durchaus dafür diesen durch den Staat auszugleichen.
Die Aufgabe einer ManagerIn ist es die Kosten zu minimieren und die Einnahmen zu maximieren... Mehr Geschlechtergerechtigkeit zu schaffen ist eine Aufgabe für Gesellschaft und Staat... die Wirtschaft kann das (im Normalfall) nicht leisten.
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