Strache wollte "Große Töchter" schon am Dienstag im Nationalrat aufs Tapet bringen: Abgelehnt - Debatte folgt am Mittwoch
Wien - Die FPÖ kann die Vertöchterung der Bundeshymne gar nicht mehr erwarten. Weil die Integration der Töchter erst Mittwochnachmittag auf der Tagesordnung des Nationalrats steht, haben die Freiheitlichen mittels einer Einwendungsdebatte schon am Dienstag Vormittag eine Diskussion erzwungen. FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache begründete das Ansinnen damit, dass er es nicht zulassen werde, dass dieses Thema versteckt werde.
Strache: "Lächerliche Verhunzung"
Natürlich ist die FPÖ gegen die Ergänzung der Hymne um die "großen Töchter" - eine "Verhunzung" erkennt Strache, "absurd und lächerlich" sei die Änderung. Er verstehe die ÖVP nicht, wieso sie willfährig "solchen Verrücktheiten immer wieder nachgibt", erinnerte sich der FPÖ-Chef noch mit Schrecken an den Beschluss der Eingetragenen Partnerschaft für Homosexuelle.
Petzner philosophiert
Auch dem BZÖ missfällt der neue Text, zumindest seinem Abgeordneten Stefan Petzner. Was komme als nächstes, werde der Bundesadler zur Bundesadlerin, philosophierte der Orange. Man solle sich lieber wirklich wichtigen Themen für Frauen widmen, etwa fehlenden Kinderbetreuungsplätzen, ungleichem Lohn und dem Leben von Alleinerzieherinnen unter der Armutsgrenze.
Schwentner: "Tut nicht weh"
Grünen-Frauensprecherin Judith Schwentner versicherte der Rechtsopposition, dass der neue Text ganz leicht über die Lippen komme. Von Töchtern zu singen tue nicht weh, assistierte Fraktionskollege Harald Walser.
Cap: Stolz auf Österreicherinnen
SPÖ-Klubchef Josef Cap argumentierte, dass die Bundeshymne kein unangreifbares Kunstwerk sondern Ausdruck einer Wertehaltung sei: "Hier geht es darum, welchen Stellenwert man Frauen in einer modernen Zeit zuordnet." Der FPÖ gehe es offenbar nur um 50 Prozent Heimat, nämlich um die Männer: "Wir sind auch stolz auf die Österreicherinnen."
Gerstl: Gibt Wichtigeres
Die ÖVP schickte ihren Verfassungssprecher Wolfgang Gerstl nach vorne. Der gab an, dass der Volkspartei die Diskussion sehr wohl wichtig sei, es gebe etwa mit der internationalen Finanzkrise aber Themen, die eben noch wichtiger seien und deshalb an der Spitze der Tagesordnung stünden. Die Hymnen-Debatte finde am Mittwoch aber sehr wohl in der Fernsehzeit statt und alle ÖsterreicherInnen hätten somit die Möglichkeit, die Diskussion zu verfolgen.
Der freiheitliche Antrag auf Änderung der Tagesordnung wurde erwartungsgemäß abgelehnt. Somit wird die Umtextung wie geplant am späteren Mittwochnachmittag zum Aufruf kommen. Davor werden neben der Schuldenbremse unter anderem noch die Erweiterung der Kompetenzen der Volksanwaltschaft sowie die Beamtenrechtsnovelle mit dem Gehaltsabschluss im öffentlichen Dienst debattiert. (APA)