16 Tage gegen Gewalt

"Alles exklusive" - als ob du nicht existieren würdest

Video | 9. Dezember 2011, 18:19

Paradiesische Verhältnisse gibt es in der Dominikanischen Republik nur für TouristInnen - Die dominikanische Menschenrechtsaktivistin Sonia Pierre im Interview

Circa eine Million europäische Touristinnen und Touristen urlauben jährlich zu günstigen Konditionen in All-Inclusive-Clubs in der Dominikanischen Republik. Möglich wird dies u. a. durch die billige und rechtlose Arbeitskraft der Dominiko-HaitianerInnen und der haitianischen MigrantInnen.

Sonia Pierre (1963-2011), langjährige Leiterin der dominiko-haitianischen Frauenbasisorganisation MUDHA und weltweit prämierte Menschenrechtsaktivistin, spricht im Interview mit der Frauensolidarität über die spezielle Situation der Rechtlosigkeit der dominiko-haitianischen Frauen und der haitianischen Migrantinnen und über ihre Forderungen im Bereich der Menschenrechte auf nationaler und internationaler Ebene. Sie verweist auf die Wichtigkeit internationaler Solidarität bei der Einforderung von staatlich vornenthaltenen Grundrechten und auf die Notwendigkeit der Abhaltung einer 5. Weltfrauenkonferenz, um Rückschau zu halten und den Regierungen ihre Versäumnisse in Sachen Frauenrechte aufzulisten.

Erst im Herbst 2011 war die mutige Menschenrechtsverteidigerin Sonia Pierre wieder Hetzkampagnen von Seiten dominikanischer Mainstreammedien und nationalistischer Kräfte ausgesetzt - weltweit fürchteten Frauen- und Menschenrechtsorgansiationen um das Leben der Feministin. Am 4. Dezember 2011 erlag sie einem Herzversagen. Hier geht's zum Nachruf der Frauensolidarität über Sonja Pierre. (red)

Klappe 8 Frauensolidarität:

Interview und Übersetzung: Helga Neumayer
Kamera: Petra Steiner
Schnitt: Katja und Christina Schröckenstein
Trailer: Doris Mayer

Weitere Informationen:

Die Frauensolidarität informiert durch Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit zu Frauen in Afrika, Asien, Lateinamerika und zu globalen Machtverhältnissen aus feministischer Sicht.

www.frauensolidaritaet.org

Bernd Irmler
01
10.12.2011, 20:05
All Inclusive und Hungerlöhne auch in Österreich

Bei netto, Penny, Lidl und Aldi (Hofer) liegen die Prospekte gleich am Eingang aus.
79 Euro für 1 Woche All Inclusive im Bayerischen Wald oder in Tirol am Achensee - Für diesen Betrag kann natürlich kein Hotelier mehr normale Löhne zahlen.
Weil in Deutschland entgegen der kapitalistischen Propaganda und der vom Kapital abhängigen Medien über 10 Millionen Menschen arbeitslos sind, weitere 10 Millionen zu 400-Eurojobs oder ähnlich arbeiten, 10 Millionen Rentner weniger als 700 Euro Rente im Monat bekommen und wegen der immensen Teuerung kleine Unternehmen, Handwerk und Gastronomie immer schlechter gehen, viele Selbständige kaum noch über die Runden kommen, deshalb macht die Touristikbranche jetzt das Geschäft mit den ganz billigen Urlauben.

her mit den Strichen!
03
11.12.2011, 14:21
Sie gehen also bei Diskontern einkaufen...

...ein Einkauf beim Urlaubsdiskonter ist aber verwerflich?!

Interessanter Standpunkt.

Bernd Irmler
01
11.12.2011, 15:23
Konzerne machen den Tourismus kaputt.

Auch wenn Sie es noch nicht mitgekriegt haben: Immer mehr Hotels und Gasthöfe haben Probleme wegen der geringen Belegung und der Belegung durch Billiggäste.
Die einzigen, die davon profitieren, sind Reisekonzerne, weil bei denen die Masse kleiner Beträge trotzdem noch Profite bringt.
Wenn kein Deutscher und kein Österreicher mehr einen Job kriegen und nur noch Billigstjobber aus Bulgarien oder Afrika hier arbeiten, werden Sie schon sehen, was die Billigschiene bringt.

her mit den Strichen!
00
12.12.2011, 17:32
Gasthöfe?

Meinen Sie den Tourismus in Österreich?

Da sollten Sie schon etwas differenzieren, denn Spitzenhotels leiden nicht an geringer Auslastung und Billiggästen. Das tun vielleicht Gasthöfe in der Provinz, die ausser Schnitzel und Palatschinken nicht viel zu bieten haben.

"Wenn kein Deutscher und kein Österreicher mehr einen Job kriegen und nur noch Billigstjobber aus Bulgarien oder Afrika hier arbeiten..."

Also mir zeigt sich ein anderes Bild, jedenfalls ist die Arbeitslosenquote in Österreich relativ niedrig - es tut mir natürlich für Sie leid, dass Sie nichts G'scheites finden können.

Und wo genau kann ich die Billigstjobber aus Bulgarien oder Afrika hier finden?

spiehsbürger
20
11.12.2011, 13:57

na dann hättens was gscheits glernt und könnten mehr verlangen in einem job, wo die leute gesucht werden wie ein bissen brot.

ich rede von deutschland.

Bernd Irmler
15
11.12.2011, 15:18
Bildung

nützt nicht viel. Immer mehr Leute mit excellenter Ausbildung, selbst viele Akademiker arbeiten jetzt in Deutschland für Hungerlöhne.

Nicht der Euro ist in Gefahr, sondern das menschenwürdige Leben.

Schuld ist der Kapitalismus, 10% Reiche besitzen 90% des gesamten Vermögens. Immer mehr arme Menschen wissen nicht, von was sie morgen leben können. Deshalb sollte diese Art der Menschenfeindlichkeit rigoros beseitigt werden.

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