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Wien - Im Jemen soll in etwa zwei Jahren die Übergangsperiode beendet werden: "Ich fürchte mich vor diesen Wahlen", sagte die jemenitische Professorin Bilqis Jubari am Donnerstagvormittag in einem Pressegespräch in Wien. "Wenn Fundamentalisten an die Macht kommen, fallen wir um 100 Jahre zurück", meinte sie in Hinblick auf die Situation der jemenitischen Frauen. "Wir brauchen jetzt internationale Unterstützung", betonte der jemenitische Ökonom Mohammed Al-Maitami.
In den kommenden zwei Jahren werde sich die gesellschaftliche Position der Frauen im Jemen kontinuierlich verbessern, schätzte die Psychologin und Vorsitzende der jemenitischen Organisation "Familienrat und Entwicklungsstiftung" die Lage ein. Allerdings könne sich dies mit den Wahlen in zwei Jahren schlagartig ändern, falls islamistische Kräfte diese für sich entscheiden können.
Frauen waren maßgeblich beteiligt
In der jemenitischen Protestbewegung waren Frauen "maßgeblich" beteiligt, so Jubari. "Wir Frauen haben an den Demonstrationen teilgenommen, manche haben auf dem 'Platz für eine Änderung' mit ihren Kindern übernachtet. Viele Frauen sind in Menschenrechtsorganisationen tätig, waren Übersetzerinnen und haben so als internationale Informationsschaltstelle gearbeitet", erzählte sie. "Das gute ist jetzt, dass die Anerkennung für Frauen im Allgemeinen gewachsen ist."
Hinsichtlich der Gesichtsverschleierung jemenitischer Frauen meinte sie, dass diese in den vergangenen 15 bis 20 Jahren zugenommen habe. "Früher haben viel weniger Frauen ihr Gesicht verhüllt, heute macht das die Mehrheit." Von etwa 100 Studentinnen, die sie an der Universität von Sanaa lehrt, tragen nur rund vier keinen Gesichtsschleier - Jubari miteingeschlossen. "Wenn ich sie frage, warum sie sich verhüllen, sagen sie, dass sie sich wohler fühlen." Verbale Belästigung auf offener Straße sei leider gang und gäbe. Ob sich dies jemals verbessern werde, könne sie nicht sagen.
Internationale Unterstützung
Hinsichtlich der politischen Entwicklungen sagte Al-Maitami, dass sich derzeit ein Machtkampf zwischen den demokratischen und traditionalistischen Kräften abspiele. Damit die islamistischen Kräfte die Demokratiebestrebungen nicht "entführen" und für sich benutzen könnten, plädierte er für internationale Unterstützung. "Wir haben 8.000 Nicht-Regierungsorganisationen im ganzen Land, allerdings haben die kaum finanzielle Unterstützung und geringe Möglichkeiten zu agieren." Fundamentalisten verfügten dem entgegen über viel Kapital und somit über eine große Handlungsfähigkeit vor der Al-Maitami warnte.
Gemäß dem Abkommen des Golfkooperationsrats zur Lösung der politischen Krise im Jemen bleibt der ehemalige Regent Ali Abdullah Saleh bis zur Präsidentschaftswahl am 21. Februar als Ehrenpräsident formell im Amt. Der langjährige Machthaber hatte den Plan der Golfstaaten Ende November nach monatelangem Zögern unterzeichnet. Der Plan sieht vor, dass Vizepräsident Abd Rabbo Mansur Hadi das Land für eine zweijährige Übergangsperiode führt.
Bilqis Jubari und Mohammed Al-Maitami wurden von der Organisation "Frauen ohne Grenzen" nach Wien eingeladen. (APA)
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