Femen

Aktivistinnen von Geheimdienstlern bedroht

20. Dezember 2011, 18:23

Nach Protestaktion gegen weißrussischen Präsidenten: Feministinnen offenbar verschleppt, mit Öl übergossen und nackt ausgesetzt

Minsk - Nach einer Protestaktion gegen den weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko sind drei ukrainische Feministinnen nach Angaben ihrer Gruppe von weißrussischen Geheimdienstagenten misshandelt worden. Wie die Gruppe Femen am Dienstag mitteilte, konnte sie am Dienstag einen Kontakt zu den drei Frauen herstellen, die bei Temperaturen um den Gefrierpunkt in ein Waldstück verschleppt, mit Öl übergossen, mit dem Tode bedroht und dann nackt ausgesetzt worden seien. Sie hatten am Montag vor der Zentrale des Geheimdienstes KGB gegen die umstrittene Wiederwahl Lukaschenkos vor einem Jahr protestiert, eine von ihnen hatte sich dabei mit Schnurrbart als Lukaschenko verkleidet.

Die ukrainische Botschaft in Minsk konnte zunächst nichts über den Verbleib der Frauen erfahren. Bei den Nachforschungen seien die DiplomatInnen auf eine "Mauer" gestoßen, sagte ein Mitarbeiter der Botschaft. 

Heftige Reaktion auf "Provokation"

Die Feministinnen Inna Schewtschenko, Oxana Saschko und Alexandra Nemtschinowa waren nach ihrer Protestaktion an einem Bahnhof in Minsk gekidnappt worden. Sie wurden laut einer Schilderung Schewtschenkos auf der Webseite ihrer Organisation über Nacht mit verbundenen Augen aus Minsk rund 320 Kilometer weit in die Region Gomel verschleppt. Die Entführer drohten den Frauen, sie in Brand zu setzen, nachdem sie sie mit Öl übergossen hatten. Auch hätten sie die drei Frauen mit einem Messer bedroht, mit dem sie ihnen später die Haare abschnitten. Die Agenten hielten demnach ihre Taten mit einer Videokamera fest. Die Frauen konnten sich in die Ortschaft Beki im Südosten des Landes retten.

Der KGB wollte sich nicht zu den Vorfällen äußeren. Sein Sprecher Alexander Antonowitsch hatte vor der Entführung gesagt, der Protest sei eine "Provokation" gewesen. (APA)

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