Islamexperten prüfen derzeit, ob Steinigungsurteil gegen Aschtiani entsprechend umgewandelt werden kann
Teheran - Die zum Tod durch Steinigung verurteilte Iranerin Sakineh Mohammadi Aschtiani könnte einem Medienbericht zufolge gehängt werden. Islamexperten prüften, ob das Urteil entsprechend umgewandelt werden könne, erklärte ein Justizvertreter der iranischen Nachrichtenagentur Isna.
Todesurteil nach Protesten aufgeschoben
Dabei gibt es keine Eile. Bereits im September 2010 wurde angekündigt, das Urteil zu prüfen, nachdem die vehemente internationale Empörung nicht nachließ. Der Fall Aschtiani hat der Islamischen Republik weltweit Kritik eingebracht und die schon wegen des Atomstreits belasteten Beziehungen zum Westen weiter verschlechtert. Nach den Protesten legte der Iran das Todesurteil einstweilen auf Eis.
Justiz-Chef trifft Entscheidung über Leben oder Tod
Aschtiani wurde wegen Ehebruchs im Jahr 2006 zur Steinigung verurteilt. Zudem wird sie beschuldigt, beim Mord an ihrem Mann Beihilfe geleistet zu haben. Sie sitzt deswegen eine zehnjährige Haftstrafe ab. Laut Nachrichtenagentur FARS sei der Vorwurf der Beihilfe nun Grund für die Pläne der Justiz, sie doch hinzurichten. Der Chef der iranischen Justiz Ayatollah Sadeq Amoli-Larijani sei dabei, diese Entscheidung nun zu treffen, hieß es seitens der Justizbehörden der Provinz Ost-Aserbeidschan.
BeobachterInnen hoffen nun aber darauf, dass er aufgrund der großen internationalen Aufmerksamkeit gegen eine Todesstrafe entscheiden wird.
Kapitalverbrechen Ehebruch
Nach Angaben von Amnesty International werden nur in China mehr Menschen
pro Jahr hingerichtet als im Iran. In der islamischen Republik gilt die
Todesstrafe unter anderem bei Mord, Ehebruch, Vergewaltigung und
bewaffneten Raubüberfällen. (Reuters/APA)