Uruguays Senat stimmt für Abtreibung in ersten zwölf Wochen

28. Dezember 2011, 07:22
  • Vor dem Parlament in Montevideo demonstrierten sowohl AbtreibungsgegnerInnen als auch -befürworterInnen. Der Senat stimmte mit knapper Mehrheit für eine Abbruch-Legalisierung innerhalb der ersten zwölf Wochen.
    foto: apa/iv•n franco

    Vor dem Parlament in Montevideo demonstrierten sowohl AbtreibungsgegnerInnen als auch -befürworterInnen. Der Senat stimmte mit knapper Mehrheit für eine Abbruch-Legalisierung innerhalb der ersten zwölf Wochen.

Gesetzentwurf muss nun noch Abgeordnetenhaus passieren - Vor dem Parlament demonstrierten BefürworterInnen und GegnerInnen

Montevideo - Der uruguayische Senat hat am Dienstag einen Gesetzentwurf zur Legalisierung von Abtreibungen innerhalb der ersten zwölf Schwangerschaftswochen mit äußerst knapper Mehrheit gebilligt. Für das Gesetzesvorhaben stimmten 17 von 31 SenatorInnen - alle Mitglieder der regierenden Mitte-links-Bündnisses Frente Amplio sowie ein Senator der oppositionellen Nationalen Partei. Vor dem Parlament demonstrierten AbtreibungsgegnerInnen und -befürworterInnen.

Das Gesetz sieht unter anderem vor, dass alle medizinischen Einrichtungen, öffentliche und private, die Schwangerschaftsunterbrechung unentgeltlich vornehmen müssen. Bei einer Schwangerschaft infolge einer Vergewaltigung, bei Gefahr für das Leben der Mutter oder einer schweren Behinderung des Kindes soll die Zwölf-Wochen-Frist nicht gelten. Der Text muss nun noch das Abgeordnetenhaus passieren. Das derzeitige Gesetz aus dem Jahr 1938 bestraft Frauen, die einer Abtreibung vornehmen mit drei bis neun Monaten Haft. Mitwirkende an Abtreibungen können mit sechs bis 24 Monaten Gefängnis bestraft werden.

Traditionell katholisches Land

Im November 2008 war ein Gesetz zur Entkriminalisierung von Abtreibungen an der Blockade des damaligen Präsidenten gescheitert. Der an der Spitze einer Mitte-links-Koalition regierende Präsident Tabaré Vázquez, ein Arzt und strikter AbtreibungsgegnerInnen hatte sein Veto gegen das Gesetz eingelegt. Von seinem Nachfolger José "Pepe" Mujica vom Frente Amplio ist das nicht zu erwarten.

In dem vorwiegend katholischen Land mit 3,4 Millionen EinwohnerInnen werden nach Angaben von Nichtregierungsorganisationen jährlich geschätzte 30.000 Abtreibungen vorgenommen. Die Dunkelziffer dürfte jedoch weit höher liegen. Zahlreiche Frauen sterben bei illegalen, heimlichen Abtreibungen. Umfragen zufolge liegt der Anteil der Uruguayer, die für die Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen eintreten, zwischen 57 und 63 Prozent. (APA)

Ohne die vielen TaufscheinkatholikInnen nicht möglich.

Auch in Österreich gehts voran. In 20 Jahren nur mehr jedeR zweite einE KatholikIn.

"taufscheinkatholikInnen" tangiert das aber ohnehin nicht, sost gäbe es auch in österreich keine 70+% zustimmung zur fristenlösung.

Das meine ich.

Wären soviele KatholikInnen nicht TaufscheinkatholikInnen wär der kirchliche Einfluß weitaus stärker.

Im Vatikan werdens eh rotieren. Noch ein weiteres verlorenes Land.

Bravo!

Ein Schritt hin zur Selbstbestimmung der Frau und weg von der Bevormundung durch eine Religion.

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