Töchter in der Hymne

Verlag erwägt weiter den Klagsweg

30. Dezember 2011, 15:24

Der geschäftsführende Verlags-Gesellschafter kann sich vorstellen vor den Europäischen Gerichtshof zu ziehen

Wien - Erst ab Neujahr werden die "Töchter" in der österreichischen Bundeshymne offiziell besungen, doch der Thomas Sessler-Verlag, Vertreter der ErbInnen von Textdichterin Paula von Preradovic, wehrt sich schon im Voraus gegen die Textänderung. Der geschäftsführende Verlags-Gesellschafter Ulrich Schulenburg erwägt deshalb den Gang zum Europäischen Gerichtshof (EUGH).

Das erklärte er am Freitag im Ö1-"Mittagsjournal". Bevor das passiert, suche man jedoch noch das Gespräch mit der Republik. Generell zweifelt Schulenburg an, dass die Mehrheit der Bevölkerung hinter der Textänderung steht.

"Verfälschung" des Werkes

Im Parlament wurde die Textänderung von "Heimat bist du großer Söhne" auf "Heimat großer Töchter und Söhne" schon beschlossen. In Kraft tritt das Gesetz per 1. Jänner 2012. Verlagsleiter Schulenburg erkennt darin allerdings eine "Verfälschung" des Werks von Preradovic. Man habe deshalb vorgeschlagen, mit den ErbInnen gemeinsam eine Kommission zu bilden und nach einer für beide Seiten vertretbare Lösung zu suchen. Noch habe man aber keine Antwort seitens der Republik auf diesen Vorschlag bekommen, so Schulenburg.

Scheitern beim OGH

Der Verlag scheiterte mit seinem Anliegen bereits vor dem Obersten Gerichtshof. Auch die von der Popsängerin Christina Stürmer gesungene und von Unterrichtsministerin Claudia Schmied in Auftrag gegebene Version enthielt die "Töchter" und missfiel dem Unternehmen. Der OGH erklärte die Textänderung damals für zulässig. "Was die Töchter anbetrifft, gäbe es die Möglichkeit, zum Europäischen Gerichtshof zu gehen", so Schulenburg. Die nun durch "Jubelchöre" ersetzten "Bruderchöre" könnte der Verlag jedenfalls noch vor dem OGH bekämpfen. (APA)

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14 Postings
Antonius Birnstingl
00
Abgesehen vom krampfhaften Versuch...

...der "political/sexual correcness":

Es ist traurig und beschämend, dass die Regierung in einem wahlkampffreien Jahr 2011 hauptsächlich dies (und die sicherlich notwendige Rettungsgasse) umgesetzt hat.

HC Strache reibt sich die Hände. Hat sich niemand gefragt, warum der zuletzt seine Wortmeldungen eingeschränkt hat? Muss er ja nicht, machen alles die anderen.

Sorry für OT, aber hat felix austria keine anderen Sorgen?

Diona007
00

Ich schlage den Donauwalzer als Bundeshymne vor. Jeder kennt die Melodie, viele den Text und die Assiziation mit Österreich ist weltweit sicher gestellt.

Löst mit einem Schlag sämtliche Probleme und würde mir persönlich auch besser gefallen.

Pygar
 
125
30.12.2011, 22:23

Schlimm genug, dass sich hier ein absolut unwichtiger, misogyner Kerl in eine bereits abgeschlossene Diskussion einbringen will. Noch schlimmer könnte sein, dass seine Klage zugelassen wird und das unnötig Steuergeld kostet.

Chancen vor Gericht hat der Typ sowieso keine.

Der lachende Mann
11
31.12.2011, 12:22
unnötig Steuergeld?

Sie wissen wohl nicht, dass der Unterliegende die Kosten berappen muss.

Bei Ihnen siegt also der Verlag :-))

Asperitias
14
31.12.2011, 09:24
"und das unnötig Steuergeld kostet."

Der ursprüngliche Antrag auf diese Änderung an sich ist an Unnötigkeit doch sowieso nicht zu überbieten.
Darauf kommt es nun auch nicht mehr an. :)

Pygar
 
104
31.12.2011, 11:07

Dass dies die österreichische Polit-Kaste so viele Jahre beschäftigt hat, zeigt wie wichtig diese Änderung war. Es zeigt aber auch, welche patriarchale Gesinnung da noch immer vorherrscht.

Normalerweise hätte da jemand den Antrag einbringen müssen und das wäre schnell beschlossen gewesen, denn ist es doch eines modernen Staates nicht würdig die Hälfte ihrer Bevölkerung bereits in der Hymne auszugrenzen.

Duck of Death
27
31.12.2011, 13:42

Das die kleinen Frauen jetzt ausgegrenzt werden, finde ich aber auch gemein!

Observer 20
11
30.12.2011, 19:18
der eine denkt so, der andere so

über dieses Thema - aber einen "Urheberrechtsstreit"? Das wirds wohl nicht sein, denn man könnte ja (rein rechtlich gesehen, die alte Fassung belassen (ruhen lassen) und eine neue Auflegen, die verwendet wird. Diese neue Fassung ist dann keine Verfälschung - sondern eine Neuauflage für die halt (weil erhebliche Teile übernommen wurden) Lizenzen gezahlt werden - wie jetzt auch.

magdalena miaz
03
31.12.2011, 15:57

Mir gefällt der ganze Text nicht und die Musik auch nicht.Daß die von Mozart sein soll konnte ich noch nie glauben.

Pygar
 
52
31.12.2011, 22:39

Mir auch nicht. Besser hätte man gleich die gesamte Hymne gegen etwas zeitgemässes, fortschrittliches getauscht. Da wäre Österreich dann weltweit Vorreiterin gewesen.

Vielleicht hätte sie sogar ein Star komponiert und gesungen. Lady Gaga vielleicht. :-)

anders and
 
10
31.12.2011, 15:41
es wird zu viel gedacht

und zu wenig auf die Rechtslage geschaut

http://www.aume.at/show_cont... hor_0_9_10

Utrillitn
02
30.12.2011, 23:31

.
Welche Lizenzen werden gezahlt ?
Die Verfasserin wurde damals ausbezahlt.

s. Wikipedia.

Aber die Nachfahren/Verlag wollen unbedingt kassieren.

magdalena miaz
00

Eine neue Hymmne ist die Lösung.

Der lachende Mann
013
30.12.2011, 16:40
Recht muss Recht bleiben.

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