Unterwäsche-Läden werden männerfreie Zone

Erlass tritt mit Donnerstag in Kraft: Über 28.000 Verkäufer werden durch Frauen ersetzt, die bislang aufgrund der Geschlechtertrennung vom Handel ausgeschlossen waren

Riad - Männer dürfen in Saudi-Arabien künftig keine Unterwäsche für Frauen mehr verkaufen. Ab Donnerstag sind in Dessous-Geschäften nur noch Frauen zugelassen, wie aus einem Erlass des saudischen Arbeitsministeriums vom Montag hervorgeht. Mehr als 28.000 Frauen sollen demnach eine Stelle als Verkäuferin annehmen und ihre männlichen Kollegen im Königreich ablösen.

Vom Handel bislang ausgeschlossen

Die Verordnung, die bereits im Juli beschlossen wurde, wird von FrauenrechtlerInnen als ein Schritt des saudischen Königshauses zu mehr Frauenrechten gewertet. In Saudi-Arabien, wo die Religionspolizei für die Einhaltung der strengen Geschlechtertrennung in der Öffentlichkeit sorgt, dürfen Frauen nicht in Bereichen arbeiten, wo die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme zu Männern besteht. Deswegen waren sie von Verkauf und Handel bislang ausgeschlossen. Frauen dürfen weiterhin aber nur dann einen Job annehmen, wenn ihre Ehemänner oder männlichen Verwandten dem auch zustimmen.

In der Gesellschaft des Landes wird der sunnitische Islam besonders orthodox ausgelegt. Der Großmufti des Landes kritisierte den Erlass als kriminell und respektlos. (APA/Reuters)

Share if you care
2 Postings

Solange Feministen sich daran aufgeilen, wenn Männern verboten wird was Frauen erlaubt ist und bleibt und nur auf mehr Rechte pochen ohne dabei pflichten zu übernehmen, werde ich dem Feminismus nicht zugestehen, dass sein ziel gleichberechtigung ist, sondern ihn als eine bloße interessensvertretung der frau ansehen

Boom-Branche

Wow, die Branche muss einen ordentlichen Stellenwert haben in Saudiarabien ... 28.000 Verkäufer ! Nur Verkäufer ! Von der Produktion und vom Produktdesign ganz zu schweigen !

Apropos: wie sieht´s denn dort aus ? Wie hat der Großmufti dort sichergestellt, dass Anstand, Moral und Sauberkeit gewahrt werden ?

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.