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Auch der Kontrollbehörde Afssaps und dem deutschen TÜV werden gravierende Fehler vorgeworfen.
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Nach Tablettenherstellern gerät in Frankreich die ganze Schönheitsbranche in Verruf. 2010 war in Paris der sogenannte Mediator-Skandal aufgekommen - benannt nach einem Schlankheitsmittel des französischen Pharmalabors Servier. Mehr als 500 Mediator-KonsumentInnen dürften an Herzversagen gestorben sein; der Unternehmensgründer wird sich bald vor Gericht verantworten müssen. Entwickelt als Diabetesmittel, wurde Mediator meist als Hungerstiller eingesetzt.
Derzeit machen nach wie vor die fehlerhaften Silikonkissen der französischen Firma PIP Schlagzeilen, die weltweit bis zu 500.000 Frauen als Brustimplantat eingesetzt worden sein sollen, tausenden allein in Frankreich, acht in Österreich. Die Angehörigen von zwei verstorbenen Trägerinnen der Implantate mit Industriesilikonfüllung haben in Frankreich Klage eingereicht.
Dazu haben 2400 Französinnen die inzwischen aufgelöste Firma PIP angezeigt; die Stadt Marseille sucht derzeit nach einem großen Saal, um bei dem erwarteten Monsterprozess sämtliche Klägerinnen aufnehmen zu können. Wie schädlich die PIP-Silikonprothesen tatsächlich sind, wird derzeit noch geprüft.
"Die chemische Zusammensetzung dieser Silikonkissen macht Angst", schrieb Le Figaro am Dienstag. Baysilone (ein Treibstoffzusatz), Silopren und Rhodorsil heißen die Stoffe, die in der Bau- und der Computerindustrie etwa als Dichtungsmasse Anwendung finden. Und neuerdings im menschlichen Körper: Der deutsche Chemikaliengroßhändler Brenntag bestätigte, auch den französischen Brustimplantat-Hersteller PIP beliefert zu haben.
Der Anwalt des PIP-Gründers Jean-Claude Mas präzisiert, die genannten Inhaltstoffe seien in der Schönheitsindustrie verbreitet - in Hautcremen oder Lippenstift.
Angekündigte Kontrollen
Am Pranger stehen aber auch Behörden wie die französische Gesundheitskontrolle Afssaps. Ihr wurde schon im Mediator-Skandal vorgeworfen, jahrelang die Augen zugedrückt zu haben und von der Pharmalobby unterwandert zu sein. In der Silikonaffäre wirft ein Anwalt betroffener Frauen der Afssaps "gravierende Fehler" vor. Der Vorwurf richtet sich auch an die deutsche Kontrollfirma TÜV, die ihre Besuche der PIP-Werkstätte jeweils einen Monat vorher angekündigt haben soll.
Vom anstehenden Strafprozess erwarten die FranzösInnen wenig. Bei der Affäre um aidsverseuchte Blutspenden in den Achtzigern reichte die Anklage bis zum ehemaligen Premier Laurent Fabius hinauf; dann wurden alle Hauptverdächtigen freigesprochen. (Stefan Brändle aus Paris/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 4.1.2012)
Urteil wird für Dezember angekündigt - Verteidigung plädierte auf teilweisen Freispruch - Staatsanwalt fordert Haftstrafen
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Der Firmengründer wurde ausgebuht und behauptet, wegen "der Kohle vor Gericht gezerrt" zu werden - Angeklagter lehnt das Gericht ab
VKI vertritt die Interessen von 73 Österreicherinnen - Drei Betroffene sind in Marseille zum Prozessauftakt angereist
Der Brustimplantatehersteller PIP muss sich ab 17. April vor Gericht verantworten
Das Verfahren, das am 17. April beginnt, könnte der größte Implantat-Strafprozess der französischen Justizgeschichte werden
Richterin: Gefahr allein rechtfertigt noch kein Schmerzensgeld, nötig sei der Nachweis gesundheitlicher Schädigungen
Der VKI vertritt dabei 72 Frauen aus Österreich, die rund 550.000 Euro Schadenersatz fordern
In über 1.000 Fällen diagnostizierten ÄrztInnen Entzündungen
Der 73-Jährige saß seit März in U-Haft
KonsumentenschützerInnen verhandeln drei exemplarische Fälle - Versicherer Allianz ist mit 72 Schadensmeldungen aus Österreich konfrontiert
Der Verein für Konsumenteninformation hat am Donnerstag in Paris drei Fälle für einen Musterprozess eingebracht
Beruhigung für betroffene Frauen: Britische Studie gibt Entwarnung bezüglich karzinogener Wirkung
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Ein Sammelklage wird durch EU-Recht verhindert - Geschädigten Frauen bleibt die Möglichkeit, sich dem Strafverfahren gegen PIP als Geschädigte anzuschließen
Die plastische Chirurgin Millesi fordert strengere Kontrollen und beurteilt das Gesetz von Alois Stöger als "sehr, sehr gut"
Spanisches Gericht spricht Patientin Entschädigung von rund 7.500 Euro zu
Britische Gesundheitsbehörde hält diesen Schritt dagegen nicht für notwendig - EU-Arzneibehörde fordert strengere Regeln für Implantate
Die schadhaften Medizinprodukte sollen auch bei Männern eingesetzt worden sein - Der französische Gesundheitsminister fordert Regelungen auf EU-Ebene
Die deutsche Firma Brenntag könnte als Mitverantwortlicher im PIP-Skandal ebenso vor das Gericht kommen - Forderung nach schärferen Kontrollen
Gegen PIP ist das erste Urteil gefallen: Eine Betroffene erhielt 4.000 Euro Schadenersatz - Es geht auch um den Verdacht der illegalen Bereicherung
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