Beste Torschützin der WM 2011 als erste Asiatin ausgezeichnet - Fünfmalige Gewinnerin Marta landet auf zweitem Platz
Tokio/Zürich - Homare Sawa ist zur Weltfußballerin des Jahres 2011 gewählt worden. Die 33 Jahre alte Sawa hatte die japanische Nationalmannschaft bei der
WM-Endrunde im vergangenen Jahr in Deutschland als Spielführerin zum
Titel geführt.
Wenige Monate zuvor war Japan von der Erbeben- und Atomkatastrophe
heimgesucht worden. "Als Japan eine harte Zeit durchmachen musste, hat
uns das Frauen-Nationalteam große Hoffnung und hellen Glanz
gebracht", sagte Regierungssprecher Osamu Fujimura am Dienstag. "Das sind wirklich großartige Nachrichten, die uns Mut machen - und das Jahr hat gerade erst begonnen. Ich bin sehr stolz auf sie", so Premierminister Yoshihiko Noda.
"Neues Kapitel in der japanischen Fußball-Geschichte"
Sawa, die die Auszeichnung im traditionellen Kimono entgegenommen
hat, konnte ihr Glück auch in den Stunden nach der Ehrung kaum fassen.
"Als ich den Preis bekommen habe, hat mein Herz ganz laut gepocht, und
ich habe geschwitzt. Meine erste Gedanken waren, dass die Trophäe so
schwer ist", sagte die beste Spielerin und beste Torschützin der WM 2011:
"Ich kann es immer noch nicht glauben. Es erfüllt mich mit großer Demut,
ein neues Kapitel in der japanischen Fußball-Geschichte geschrieben zu
haben."
Auf den Plätzen: Marta und Wambach
Sawa hatte die Abstimmung mit knapp 29 Prozent der Stimmen
für sich entschieden. Die Brasilianerin Marta, die die Wahl zuletzt
fünfmal in Folge gewonnen hatte, landete mit 17 Prozent auf dem zweiten
Platz. Dritte wurde Vize-Weltmeisterin Abby Wambach aus den USA (13
Prozent). Als beste Deutsche landete die ehemalige Nationalspielerin
Kerstin Garefrekes auf dem siebten Platz (5 Prozent).
Erste AsiatInnen
Neben Sawa wurde Nationalcoach Norio Sasaki als bester Frauen-Trainer der Welt ausgezeichnet. Zudem erhielt der japanische Verband (JFA) den Fairplay-Preis des Weltverbands FIFA für seine Leistungen, die er trotz der Katastrophe vollbracht hat. "Ich fühle mich gesegnet. Sawa und Sasaki haben beide als erste Asiaten gewonnen. Das ist erstaunlich", sagte JFA-Präsident Junji Ogura. (SID)