Gehaltsangaben bei Job-Inseraten

"Der totale Umkehrschwung"

11. Jänner 2012, 11:13
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    foto: apa/helmut fohringer

    Brigitte Ruprecht hat federführend am ersten Jännerwochenende Inserate in Tageszeitungen untersucht: 82,7 Prozent hielten sich im Untersuchungszeitraum an das Gesetz. Im Vorjahr waren es fünf Prozent.

Sanktionen wirken: ÖGB-Frauenchef Ruprecht untersuchte Stellenanzeigen: 82,7 Prozent halten sich ans Gesetz

Wien - Sanktionen wirken - davon zeigt sich ÖGB-Frauenchefin Brigitte Ruprecht überzeugt, wenn sie durch die Stellenausschreibungen vom jüngsten Wochenende blättert. Die ÖGB-Frauen haben die Inserate unter die Lupe genommen und festgestellt: In 82,7 Prozent davon wird nun die Pflicht erfüllt und das zu erwartende Mindestgehalt angegeben. Im Vorjahr, als das Gesetz zwar bereits in Kraft war, bei Nichteinhaltung aber noch nicht gestraft wurde, waren es lediglich fünf Prozent.

"Das ist der totale Umkehrschwung", zeigte sich Ruprecht erfreut. Die Pflicht zur Angabe des Mindestgehalts in Ausschreibungen wurde mit der Novelle des Gleichbehandlungsgesetzes im März des Vorjahres eingeführt. Ernst genommen wurde die Verpflichtung damals allerdings noch nicht. Laut einer Überprüfung durch die ÖGB-Frauen im vergangenen Herbst hielten sich nur rund fünf Prozent an das Gesetz. Seit dem neuen Jahr drohen jedoch Sanktionen, die Folge: Nun finden sich in über 80 Prozent der untersuchten Inserate korrekte Angaben.

Ein Jahr verloren...

Die wichtigste Botschaft für Ruprecht ist dabei: "Mit Freiwilligkeit und Sanktionslosigkeit kommt man nicht weiter." Sie bedauert allerdings, dass man durch die bisherige Straffreiheit fast ein ganzes Jahr verloren habe: "Wenn es gleich Sanktionen gegeben hätte, wären die Angaben jetzt schon flächendeckend drin. Mit Freiwilligkeit kommt man offenbar keinen Schritt weiter", verweist sie etwa auch auf die Forderung nach Frauenquoten in Aufsichtsräten.

Die ÖGB-Frauen haben am ersten Jännerwochenende (7./8. Jänner) Inserate in den vier Tageszeitungen "Der Standard", "Die Presse", "Kurier" und "Kronen Zeitung" untersucht. Die mangelhaften Ausschreibungen werden nun an die Gleichbehandlungsanwaltschaft weitergeleitet, so Ruprecht.

Als Gewerkschafterin nie zufrieden

Zwar könne sie als Gewerkschafterin nie zufrieden sein, über den "kleinen Erfolg", nämlich die Thematik ins Bewusstsein der Unternehmer gerufen zu haben, zeigte sie sich aber dennoch erfreut. Nicht glücklich ist Ruprecht darüber, dass es offenbar Strafen brauche. Im Fall der Stellenanzeigen beläuft sich diese auf bis zu 360 Euro. (APA)

Gerlinde Putz
01
12.1.2012, 11:33
keine aussagekraft

ich habe mir auch am WOEND die anzeigen angesehen, es wird wohl immer der niedrigste irgendwie mögliche kollektivvertrag angegeben. damit hat das ganze 0 aussagekraft.

aber hauptsache es gibt ein neues gesetz, dass den gesetzgeber nix kostet, aber den leuten vor augen führt, dass vater staat was macht.

Ein Mann
42
11.1.2012, 21:02

Die soll lieber mal ihr widerliches Beharren auf die ungerechte frühere Pensionierung für Frauen aufgeben, von der zufällig... genau sie noch profitiert.

Und das verkauft sie den jungen Frauen, die dann ihre Pension mitzahlen dürfen, auch noch als tollen Beitrag.

annabrecht
20
12.1.2012, 11:09
solange

frauen um soviel weniger verdienen als männer, brauchen wir über eine anhebung des pensionsalters nicht zu diskutieren. wir sollen die selbe leistung erbringen, verdienen dabei aber weniger; wir sollen die kinder kriegen und mit ihnen in karenz gehen, was wiederum große gehaltseinbußen nach sich zieht. und dann sollen wir unter diesen bedingungen auch noch länger arbeiten, um dann kleine pensionen zu kriegen, mit denen wir weiterhin an der armutsgrenze entlang schrammen? ja. das ist wirklich gleichberechtigung. sie haben vollkommen recht!

verinus
01
12.1.2012, 15:27

der sog. gender-pay-gap ist eine lüge, genährt von schlechten statistikerinnen (bewusst?) und ungenügender datenbasis.

in wahrheit verdienen frauen mindestens das gleiche, müssen aber wender die gleiche arbeit leisten und gehen auch noch früher in pension!

burniman
02
12.1.2012, 13:35

bin absolut für gleichberechtigung aber dann bitte auch bei allen dingen und nicht nur dort wo man einen vorteil daraus zieht !! also gleiche gehälter gleiche pension usw.
aber wie wärs zum beispiel zum auftakt mit zivildienst für frauen, da habts ungefähr 60 jahre nachholbedarf ;-) ??
aber ernsthaft das würde selbst die größten frauenfeinde davon überzeugen das es euch zusteht das selbe zu verdienen.
Denn die rechte die euch natürlich auch zustehen bringen ebenso pflichten mit, die es wahrzunehmen gilt, ansonsten hat es den schalen beigeschmack durch den vorwand der gleichberechtigung vorteile erhaschen zu wollen !

zahnloser Tiger
02
12.1.2012, 12:42
wenns DARUM ginge brauchten sie nur eine ARBEITSPFLICHT für FRauen einzuführen

so lange nämlich 2/3 der Frauen in Österreich im erwerbsfähigen Alter garnicht VOllzeit schuften brauchens mit solchem Unfug garnicht aufzutreten

klar, wenn 2/3 nicht hackeln, bei den Männern allerdings sehr wohl... dann verdienen Frauen in Summe weniger...

dafür werden sie aus den Töpfen mit Transferzahlungen versorgt, in die sie nichtmal ein Drittel des Gesamtvolumens einzahlen

sie bekommens ja nicht nur Versicherungsjahre sondern auch Berufsjahre angerechnet für die Karenz

ein Luxus dens für Männer nicht gibt.

erklärens mal wie "gleichstellung" ihrer Meinung nach aussieht? erkennt man sie daran dass alle Frauen gemeinsam bei weniger Arbeit gleich viel verdienen?

oder daran dass sie nur zu sudern brauchen wenn ihnen was net passt?

mika33
12
11.1.2012, 17:31
Die wichtigste Botschaft für Ruprecht ist dabei: "Mit Freiwilligkeit und Sanktionslosigkeit kommt man nicht weiter."

Na das öffnet den Feministinnen ja einige Türen ...

Außerdem wird eh immer nur der Kollektivvertrag in den Anzeigen angegeben, also eher sinnlos.

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