Steiermark

"Reformpartnerschaft" auf Kosten der Frauen

11. Jänner 2012, 13:19

Weibliche Betroffenheit bei Einsparungen im Sozialbereich überproportional - Grüne Politikerinnen fordern die Umsetzung von "Gender-Budgeting"

Graz - Während die steirische "Reformpartnerschaft" von SPÖ und ÖVP vielfach als vorbildhaft hingestellt wird, sehen die Grünen Frauensprecherin Judith Schwentner und die steirische Sozialsprecherin Ingrid Lechner-Sonnek die Frauen als Verliererinnen: Die Auswirkungen der bisherigen Maßnahmen im Bereich Soziales und im elementaren Bildungsbereich gingen in erster Linie zulasten von Frauen, wie am Mittwoch in einer Pressekonferenz kritisiert wurde.

Erste sichtbare Auswirkungen orteten die beiden Grünen-Politikerinnen im aktuellen Ansteigen der Frauenarbeitslosigkeit, obwohl sich die Kürzungen etwa im Behindertenbereich jobmäßig erst sukzessive niederschlagen würden. Auch die Anhebung des Pflegegeldzugangs durch den Bund bringe Nachteile: Der Anteil des häuslichen Pflegebedarfs steige, wodurch vor allem Frauen aus dem Arbeitsmarkt und in prekäre Einkommensverhältnisse gedrängt würden. Ähnliches gelte auch für die häusliche Kinderbetreuung durch die Abschaffung des Gratiskindergartens.

Hemmschwelle Regress

Bei der Mindestsicherung, die zu 56 Prozent von Frauen bezogen wird, hätten auch die Steirerinnen die schlechteren Karten: Trotz Verschlechterungsverbotes gebe es Fälle, die früher mit der Sozialhilfe mehr Unterstützung bekamen. Dazu käme der Regress als Hemmschwelle, ein aus Sicht der Grünen problematisches Instrument, das in der Steiermark auch in der Pflege wieder eingeführt wurde.

Aus dem Landtag sei von den Regierungsparteien nur "Betroffenheitslyrik" zu hören, der kein Handeln folge, kritisierte Lechner-Sonnek. "In der Regierung setzt ein SPÖ-Landeshauptmann (Franz Voves, Anm.), der sich gerne als Sanierungsmanager sieht, ein ÖVP-Programm" um. Seitens der Grünen werde man sich verstärkt hinter die Einführung eines "Gender Budgeting", die Erstellung wirkungsorientierter Budgets - wie auch vom Rechnungshof eingefordert - klemmen. (APA)

burniman
00
12.1.2012, 13:22

bin absolut für gleichberechtigung aber dann bitte auch bei allen dingen und nicht nur dort wo man einen vorteil daraus zieht liebe damen !!
Wie wärs zum beispiel mit zivildienst für frauen ??
Oder mit gerechtem penionsantrittsalter?
Denn die rechte die euch natürlich auch zustehen bringen ebenso pflichten mit, die es wahrzunehmen gilt, ansonsten gesteht euch ein das ihr nur auf bevorteilung aus seids und nicht auf gleichberechtigung.

Herzerzog Johann
21
12.1.2012, 09:48
"Betroffenheitslyrik" ...

... nehme ich aber schon eher seitens der Grünen wahr.

Mäander
10
12.1.2012, 10:58

Müssen Sie das nicht?
Solche "Wahr-Nehmungen"
gehören bei rechtsextremen Hetzern
schließlich zum täglichen Pflichtprogramm!

thatslife
31
11.1.2012, 18:12
gott wie erbärmlich

anstatt faymann und spindelegger zu kritisieren jammern die grünen über die einzigen beiden fähigen politiker österreichs.

juuni
11
12.1.2012, 00:04
abseits der

Redaktionsstuben hält wirklich niemand die beiden für "fähig", bzw. zu allem fähig. Die Reformen in der Reformpartnerschaft bewegen sich zwischen lächerlich (Gemeinde- und Bezirkszusammenlegungen, Einsparungen bei Heizung und KLimaanlagen in den Büros und Landesbeamten und ähnlicher Unfug) und einfach nur asozial (das Sparpaket, die Regresse usw.).
Die beiden können sich das nur erlauben weil keiner von ihnen bei der nächsten Wahl antritt. Alles außer ein fulminanter Wahlerfolg der FPÖ (und vielleicht, wer weiß, de KP) wird nur in den Köpfen der Kommentarspalten überregionaler Medien stattfinden.

mika33
43
11.1.2012, 17:28
Die Frauen bekommen auch wesentlich mehr Geld aus diesem Topf.

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