Leere Kassen in Italien

Bologna will Sex­arbeiterinnen besteuern

12. Jänner 2012, 07:00
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    foto: reuters/toby melville

    Die Stadt Bologna kontrolliert Sexarbeiterinnen, zählt sie und ihr Einkommen und will dieses besteuern. 

Die norditalienische Stadt hat mit einer Zählung von Prostituierten begonnen, um sie zu besteuern - Anzeigen blieben dabei nicht aus

Rom - Der finanziell in Not geratene italienische Staat, der unter dem Damoklesschwert der Schulden- und Finanzkrise mehrere Milliarden Euro eintreiben sollte, will das Geld von Prostituierten, um seine leeren Kassen aufzufüllen. Die Stadt Bologna hat mit einer Zählung der Prostituierten auf den Straßen begonnen, um sie zu besteuern. Wochenlang wurden die Frauen beobachtet und von der Polizei vernommen. Dabei sammelten die Behörden Informationen über das Geschäft der Sexarbeiterinnen und ihre Preise. Die Informationen sollen dem Steueramt weitergegeben werden, das eine scharfe Aktion gegen die Steuerhinterziehung plant, berichteten italienische Medien am Mittwoch.

"Wir wollen feststellen, wie viel die Prostituierten verdienen, und ihre Gewinne besteuern. Auf diese Weise wollen wir auch aktiv das Problem der Straßenprostitution bekämpfen", sagte ein Polizeisprecher. Neben dem Erheben von Zahlen wurden 30 Frauen bei Kontrollen angezeigt.

Umsätze in Milliardenhöhe

Sexarbeit generiert in Italien, wie in vielen anderen Ländern, milliardenschwere Umsätze. Seit Jahrzehnten wird in Italien über die Einrichtung sogenannter Rotlicht-Viertel in den italienischen Städten diskutiert, in denen Prostitution geregelt werde soll. Schätzungen zufolge gibt es in Italien bis zu 100.000 Sexarbeiterinnen, ein Drittel davon kommen aus dem Ausland. Mehr als die Hälfte davon arbeitet auf der Straße, rund ein Fünftel ist minderjährig.

Unter dem Druck der Krise hat die Regierung um Premier Monti eine scharfe Offensive gegen die Steuerhinterziehung begonnen. Seit 1. Jänner werden Konto- und Depotauszüge in regelmäßigen Abständen an die Steuerbehörden geschickt. Damit kann der Fiskus Widersprüche zwischen dem deklarierten Einkommen und den Beträgen auf den Bankkonten aufdecken. Italien gilt europaweit als eines der Länder mit der höchsten Steuerhinterziehungsrate. Dem Fiskus entgehen dadurch jährlich zwischen 150 und 250 Milliarden Euro an Einnahmen. (APA)

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13 Postings
Pedro Hofmann1
14
12.1.2012, 19:26
Ein Job wie jeder andere?

Das ist doch immer der Spruch wenn man die meisten (wohlgemerkt nicht die die eigentlich nicht wollten) fragt, wie sie das tun können. Also sollen sie auch Steuern zahlen - wie bei jedem anderen Job. Was ist daran komisch?

Anton J. Helmreich
12
13.1.2012, 07:49
komisch ist gar nix

ausser:
abcashen: ja - vernünftige geregelte arbeitsbedingungen schaffen: nein

zahnloser Tiger
00
16.1.2012, 12:58
worauf genau basiert ihre Einschätzung?

frequentieren sie öfters italienische Prostituiert?

oder verdienen die das Geld für sie?

woher diese unglaublich qualifizierte Einsicht in die Rotlichtszene von Bologna und die italienische Innenpolitik?

Silvio? bist du es?

Fritz Meyer
00
12.1.2012, 16:07
Die konservative italienische Politik...

ist sich seit Berlusconi für nichts mehr zu schade.

ländliche Genreszene
00
12.1.2012, 15:48
steigt die steuer ..

.. steigen die preise .. die damen werden das hoffentlich an ihre kunden weitergeben!

Niemand & Keiner
00
12.1.2012, 17:06

Und die Herren die diesem Gewerbe nachgehen ebenfalls. ;-)

Bastardl
03
12.1.2012, 15:09
Begrüßenswert wenn sich damit die Situation für Prostituierte verbessern würde

Schutz vor Ausbeutung
Krankenversicherung
etc

Sie dann trotz Steuerleistung weiter zu ächten wäre mehr als brutal...

Fritz Meyer
04
12.1.2012, 16:08
Und genau das wird NICHT passieren.

Hier geht's nur um's Abkassieren zur Abschreckung und sonst um GAR NICHTS.

Kleinhirn
06
12.1.2012, 12:31

"Wochenlang wurden die Frauen beobachtet und von der Polizei vernommen."

Dafür ist genug Personal da.

"rund ein Fünftel ist minderjährig."
Um diesen 25.000 Kindern zu helfen ist anscheinend keines da. Oder sollen die auch besteuert werden?

"um seine leeren Kassen aufzufüllen"
Da hat man sicher die richtige Berufsgruppe gefunden bei der man Geld eintreiben kann. Ist ja bekannt das (ausländische) Prostituierte soviel Geld haben und in Saus und Braus Leben und so ein wunderschönes einfaches Leben haben. Außerdem sind die für Krise voll verantwortlich und haben Mrd eingesackt.

Aristarch
21
12.1.2012, 14:47
Vielleicht ist die Prostitution von Minderjährigen

(es wird sich ja hoffentlich ganz überwiegend NICHT um Kinder handeln) in Italien nicht einmal verboten.

Auch in Österreich ist die Prostitution von Minderjährigen erst vor wenigen Jahren strafbar geworden (Prostitution von Personen unter 14 Jahren war natürlich auch schon davor strafbar).

BFR_strikes_back
00
12.1.2012, 09:11
mit der steuer

saniert berlusconi im alleingang das budget.

Sand
00
12.1.2012, 11:09
Hä?!?

Liest du nur Die Standard?
Der Bungabunga wurde doch längst auf den Misthaufen der Geschichte geschmissen.

Tascehnrechner
00
12.1.2012, 13:25
und?

Schließt ja nicht aus, dass er dort weiterhin Mist baut ... ähmmm... bungat...

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