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Familiensprecherin Daniela Musiol: "In Niederösterreich sperren Kindergärten teilweise bereits um 13 Uhr zu."
Wien - Nun haben sich auch die Grünen nach Arbeiterkammer und Industriellenvereinigung für eine Reform der Familienförderung ausgesprochen. Ihr Maßnahmenpaket sieht eine Umschichtung von Geld- auf Sachleistungen vor. Ohne zusätzliche Belastung des Budgets könnten durch Reformen bis zu 500 Mio. Euro für 80.000 Kinderbetreuungsplätze lukriert werden, rechneten Familiensprecherin Daniela Musiol und Grünen-Budgetexperte Bruno Rossmann am Donnerstag auf einer Pressekonferenz vor.
Ziele des grünen Pakets seien, die Frauenerwerbstätigkeit zu steigern, der Kinderarmut entgegenzuwirken, gleiche Bildungschancen zu schaffen und auf unterschiedliche Lebensformen einzugehen, fasste Musiol die Forderungen zusammen. "Bei den von der ÖVP gerühmten Steuerentlastungen für Familien wird aber immer noch von einem klassischen Familienmodell ausgegangen", so Musiol auf Nachfrage von dieStandard.at. Dabei würden gerade AlleinerzieherInnen und Mehrkindfamilien eine armutsgefährdete Gruppe bilden, auf die noch zu wenig Rücksicht genommen werde.
Derzeit gebe es bei der Familienförderung einen Überhang an Geldleistungen, die weder messbar noch transparent seien. In ihrer Kritik stützte sich Musiol auch auf den Rechnungshof, der alleine 117 verschiedene Arten der Förderung durch Bund und Länder erfasst habe.
"Standards für alle Bundesländer"
Rossmann nannte Skandinavien als Vorbildregion, wo der Anteil von Sachleistungen wie Kinderbetreuungsplätzen wesentlich höher sei als in Österreich. Gegenüber dieStandard.at betonte Musiol auch die Relevanz von Kinderbetreuungsplätzen für getrennt lebende Eltern, außerdem müsse es gleiche Qualitätsstandards für alle Bundesländer geben. "In Niederösterreich beispielsweise sperren Kindergärten teilweise bereits um 13 Uhr zu."
In Österreich würden zudem von den meisten Geldleistungen vorrangig Familien mit höherem Einkommen profitieren. Ein Umschichten würde hier Startvorteile in der Schule, höhere Einkommen durch mehr Bildung sowie einen leichteren Wiedereinstieg von Müttern ins Berufsleben mit sich bringen. Im Gespräch betonte Musiol, dass zwar die Langzeitvariante des Kinderbetreuungsgeldes (30 plus sechs Monate) noch am häufigsten gewählt werde, es aber doch schon leichte Rückgänge gebe. "Es wäre dennoch wichtig, hier Motivforschung zu betreiben, warum sich viele für diese Variante entscheiden." Musiol vermutet, dass auch das mit fehlenden Betreuungsplätzen zusammenhängt.
Von den errechneten 500 Mio. Euro sollen rund 300 Mio. aus einem neuen, einheitlichen Karenzmodell kommen, das die Frauensprecherin der Grünen, Judith Schwentner, Ende Jänner vorstellen wird. "Derzeit gibt es fünf Modelle. Selbst wenn man rechnerisch begabt ist, fehlt einem da schnell der Durchblick", so Musiol.
Weitere Mittel will man aus der teilweisen Rücknahme des Familienpakets aus dem Jahr 2009 (Kinderfreibetrag und steuerliche Absetzbarkeit für Kinderbetreuung) lukrieren. Aber auch eine Verwaltungsreform wünschen sich die Grünen: Derzeit seien sieben Ministerien für Förderungen zuständig. Das grüne Paket soll nun den Regierungsparteien als Grundlage für Maßnahmen dienen. Auch dementsprechende Anträge im Nationalrat kündigte Musiol an. (red, APA)
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Wer länger daheim bleiben will soll das auf eigene Kosten tun, sofern die nötigen Betreuungsplätze für Kinder bestehen ist das unproblematisch.
Wer meint länger die Glucke spielen zu müssen kann ja bittschön auf Tagesmutter umsatteln und die Berufung zum Beruf machen. Dafür wirds ohnehin viel Bedarf geben.
Und sofern Frau das Zertifikat gleich mitmacht gibts sogar einen Qualitätsstandard der ein angemessenes Einkommen rechtfertigt.
win-win-Situation
es ist ohnehin nicht einzusehen wieso Eltern glauben dass die erzieherische Freiheit um die man speziell in den 70ern gekämpft hat ihnen noch immer zustünde.
Die Zeiten haben sich geändert, heute hat Mutter gefälligst als Vorbild für ihre Kinder zu arbeiten.
Ich finde, die Idee ja prinzipiell gut, allerdings wirkt die Sprache der Grünen auf mich oft totalitär!
Wenn
1. eine allein erziehende Mutter nach einer Horrorehe einmal nicht oder nur geringfügig arbeiten WILL,
2. eine Frau mystische oder künstlerische Selbstverwirklichung sucht oder
3. eine Hippie-Commuity die Kinder lieber selbst entgegen der patriarchalen Mann-Frau-Kind Familienordnung großziehen WILL,
fällt sie schon aus den förderungswürdigen Personenkreis heraus.
(Beispiele 1 und 2 habe sind real, Beispiel 3 nur aus Erzählungen von Leuten, die wieder mehr zum klassischeren Familienbild wechselten)
Prinzipiell dürften die Leute in alle 3 Beispielen zum Wählerpotential der Grünen zählen, aber ...
Obiger Beitrag war etwas sarkastisch, die Einkommensungerechtigkeit sofort zu reduzieren, würde vielleicht dazu beitragen, dass mehr Männer Karenz in Anspruch nehmen, weil der Hauptverdiener nimmt oft die geringere Karenzzeit. Allerdings unabhängig vom Einkommen dauert es einige Zeit bis sich geschellschaftliche Rollenbilder ändern. Bei der Kinderbetreuung kann leider auch nur auf die Masse, die von 7h-17h arbeitet, berücksichtigt werden. Was macht eine Ärztin, Pflegerin, Pilotin, Polizistin, Busfahrerin, ... die unregelmäßig auch Nachtdienste hat?
Ich bin sehr für den Ausbau der Kinderbetreuungsplätze - sowohl in der Quantität als auch bei der Qualität. Aber wenn die Grünen Skandinavien als Vorbild nehmen, dann bitte anständig: Ich weiß nicht wie es in Dänemark, Norwegen oder Island ist, aber in Schweden gibt es ein sehr flexibles Karenzsystem. Es gibt eine maximale Anzahl von Tagen (480), die man sich frei einteilen kann, bis das Kind 8 Jahre als ist. Dabei kann man nicht nur einzelne Tage in Anspruch nehmen, sondern auch halbe, viertel und achtel Tage.
warum wird 30 + 6 am meisten gewählt? weil in summer die meiste geldleistung ausbezahlt wird. wenn man mehr verdient zahlt sich die einkommensabhängige variante aus, dann bleibt man eben 2 jahre zuhause. arbeiten gehen ist nicht unbedingt an erster stelle der wunschliste. wenn es ginge, würde viele frauen daheim bleiben. bitte in einschlägigen foren nachlesen. nur vermuten ist hier ein schlechter weg! ich empfehle hier dazu www.parents.at
sachleistungen sind kein guter weg. das geht in die richtung, dass förderungen am schluß abgeschafft werden. als gelernte österreicherin weiß man dies!
so ein Blödsinn. Nur weil Sie vielleicht in einem und ein engstirnigen, altmodischen Umfeld bzw Leben leben, sollten Sie nicht für "die meisten Frauen" sprechen.
Ich möchte auf gar keinen Fall zu Hause bleiben sobdern arbeitne gehen und unabhängig bleiben.
Lieber eine glückliche arbeitende Mutter als eine Unglückliche zu Hause.
Es ist ein Fakt dass die längste KBG Variante am häufigsten gewählt wird. Die meisten Mütter und Väter sind eben lieber länger bei ihren Kindern daheim. Warum soll man das gegen den Wunsch der Mehrheit abschaffen? Die meisten Menschen haben kein Problem mit einer "Abhängigkeit" denn man ist ja eine Familie, da gibt's sowieso nur ein gemeinsames Einkommen, egal wer es erwirtschaftet hat.
Aha, die wirtschaftliche situation also. Die zwingt Frauen eher dazu möglichst früh wieder hackeln zugehen- genauso wie die gesellschaftliche. Welche Frau wird heute bitte noch ernst genommen, wenn sie sagt sie möchte eine Zeitlang nur Mama und Ehefrau sein? Sie selbst bezeichnen solche Frauen ja gerne als dumm. Also was jetzt?
als an der wirtschaftlichen Situation, dass Mütter früher wieder arbeiten gehen müssen.
Was genau meinen Sie damit, dass die gesellschaftliche Situation Frauen zum arbeiten zwingt?
Das war vielleicht etwas mißverständlich ausgedrückt, ich wollte zum 150.Mal der Freigeistin klarmachen, daß es sich die Frauen eben nicht immer aussuchen können.
Sie haben keine vernünftigen Kinderbetreuungseinrichtungen in der Nähe, keine Untestützung durch Verwandte, die Männer denken nicht dran, die Karenz zu teilen, von ihnen wird aber als selbstverständlich erwartet zurückzustecken, was die Karriere, die finanzielle Absicherung, spätere niedrige Pensionen usw. betrifft.
Noch dazu besteht in gewissen Kreisen immer noch die Ansicht, daß die Mutter die einzig richtige Wahl für das Aufziehen eines Kindes ist.
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