AKH

Hebammen: Kontrollamt ortet Mängel

13. Jänner 2012, 17:49
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    foto: apa/helmut fohringer

    Im Herbst 2010 haben die Hebammen des Wiener AKH auf sich Aufmerksam gemacht: Chronische Unterbesetzung und zu geringe Gehälter waren die Vorwürfe der Geburtshelferinnen.

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    foto: ap/ronald zak

    Auch bei der Jubiläums-Demonstration am 19. März 2011 trugen die Hebammen ihre Anliegen auf die Straße und waren Teil des Demonstrationszuges.

Auf Ansuchen der Grünen wurde die Arbeitssituation der Geburtshelferinnen eingehend untersucht: Das Kontrollamt spart nicht mit Kritik

Wien - Das Kontrollamt hat die Arbeitssituation der Hebammen des Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) unter die Lupe genommen - dabei insbesondere im AKH. Denn PrüferInnen wurden auf das Ansuchen der Grünen hin tätig, die im Geburtenbereich von Österreichs größtem Spital Missstände orteten - dieStandard.at berichtete. Das Ergebnis war in einem am Freitag veröffentlichten Bericht zu lesen: Im AKH gab es zwischen 2007 und 2010 eine hohe Zahl an unbesetzten Dienstposten, eine Verdreifachung der Krankenstandstage von 2009 auf 2010 und eine jahrelang ungelöste Führungsproblematik.

Das Kontrollamt wurde auf Ansuchen der Wiener Grünen tätig. Die Vorwürfe der Partei - sie war damals noch in der Opposition - bezogen sich nicht nur auf Mängel bei der technischen und sanitären Ausstattung, sondern vorrangig auf die Arbeitssituation der Hebammen. Eine personelle Unterbesetzung wurde ebenso kritisiert wie der Umstand, dass viele Geburtshelferinnen "ausgebrannt" seien und teilweise in andere Bundesländer abwandern würden.

Unterbesetzt

Um dem Vorwurf der personellen Unterbesetzung nachzugehen, haben die PrüferInnen das jährliche Ausmaß der Nichtbesetzung vorhandener Hebammen-Dienstposten im AKH bzw. in den anderen Anstalten erhoben. Im AKH seien "in allen Jahren durchschnittlich deutlich mehr als vier bis zu rund sieben der für diese Bedienstetengruppe vorgehaltenen Dienstposten" vakant gewesen, hieß es im Bericht. Damit seien im Betrachtungszeitraum im Schnitt zwischen 13 und 20,5 Prozent der vorgesehenen Stellen unbesetzt gewesen. In allen anderen geprüften KAV-Einrichtungen sei der Wert immer unter sechs Prozent gelegen.

Im Bericht wurde jedoch auch darauf hingewiesen, dass man bei diesem Ergebnis nicht außer Acht lassen dürfe, dass vom AKH intern vorgenommene Personalbedarfsberechnungen einen geringeren Bedarf an Hebammen ergeben hätten als Dienstposten vorhanden gewesen seien. Langweilig war es den Hebammen im größten Krankenhaus Österreichs sicher nicht: Bezogen auf sogenannte Vollzeitäquivalente wurde dort die höchste Zahl an Geburten pro Hebamme gemessen.

Verdreifachung der Krankenstandstage

Ins Auge gestochen ist den PrüferInnen der massive Anstieg an krankheitsbedingten Absenzen bei den AKH-Hebammen. Im Jahr 2010 hätte sich die Zahl der Krankenstandstage gegenüber 2009 verdreifacht. Der krankheitsbedingte Ausfall entsprach damals einem Ausmaß von durchschnittlich 4,60 Bediensteten. Bei näherer Betrachtung kam heraus, dass sechs Geburtenhelferinnen besonders häufig krank gewesen seien. Im Wilhelminenspital hingegen halbierten sich die Krankenstandstage 2010 gegenüber 2009 beinahe. Grund dafür war, dass zwei Hebammen, die krankheitsbedingt oft abwesend waren, in den Ruhestand versetzt wurden.

Die hohe Zahl an krankheitsbedingten Abwesenheiten könne sich "sowohl negativ auf die Belastungssituation der übrigen im jeweiligen Bereich tätigen Bediensteten, aber auch insgesamt auf den Dienstbetrieb - bis hin zu temporären Leistungseinschränkungen - auswirken", wurde im Bericht gewarnt. Das Kontrollamt empfahl dem KAV in diesem Zusammenhang, gemeinsam mit den Anstalten diesen Entwicklungen künftig insbesondere präventiv gegenzusteuern.

Gehälter beinahe angeglichen

Auch das Gehalt der Wiener Geburtenhelferinnen wurde unter die Lupe genommen und mit jenen der Hebammen verglichen, die bei der Niederösterreichischen Landeskliniken-Holding und der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft (KAGes) beschäftigt sind. Die Einkommenssituation der Wiener Hebammen sei durch die Schaffung von Zulagen im Jänner 2011 im hohen Maße an die Einkommenssituation der steirischen Mitarbeiterinnen angeglichen worden, hieß es. In Niederösterreich sind die Einkommen jedoch nach wie vor deutlich höher.

Kritisch merkte das Kontrollamt an, dass die Dokumentation der Arbeitszeiten im AKH nach wie vor handschriftlich erfolge, während sich die städtischen Spitäler bereits eines "EDV-Dienstplanpakets" bedienen würden. Die PrüferInnen stellten ausdrücklich unmittelbaren Handlungsbedarf fest, da die handschriftliche Dokumentation einen hohen administrativen Aufwand wie auch ein hohes Fehlerrisiko bedeuten.

Führungsprobleme im Kreißsaal

Kontrollamt-Kritik gab außerdem es am jahrelang ungelösten Führungsproblem im Kreißsaal des AKH. Seit 2005 war der Posten der Stationshebamme nicht besetzt. Der Job wurde im Verlauf der Jahre mehrfach ausgeschrieben, jedoch ohne Erfolg. Der KAV entschied sich schließlich, den Posten nicht - wie angedacht - zur Oberhebamme aufzuwerten, sondern vielmehr eine zusätzliche Stelle für eine solche Führungskraft zu schaffen. Die "Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit" einer solchen Entscheidung konnte vom Kontrollamt nicht nachvollzogen werden. Laut KAV hat die Oberhebamme am 2. November 2011 ihren Dienst angetreten, hieß es einer Stellungnahme im Bericht.

Während die Verantwortlichen die Führungskraft suchten, gab es Probleme zwischen den Mitarbeiterinnen und der interimistisch eingesetzten Stationshebamme. Hier hätten laut Kontrollamt Konsequenzen gezogen werden müssen: u.a. die umgehende Besetzung der Leitungsfunktion, Maßnahmen wie Teamtrainings oder auch möglicherweise notwendige Versetzungen einzelner Hebammen. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 26
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UnterwegsNachNirgendwo
21
16.1.2012, 07:54
Wann kommt die Quote?

Minimum 40% Männer sollte Plicht sein.

keywords
01
16.1.2012, 09:26

finde ich gut.
kaum männer möchten geburtshelfer werden. zu gering ist die bezahlung und zu hoch die belastung. wenn man sie über eine quote dazu kriegt geburtshelfer zu werden, los gehts!

anti.these
00
16.1.2012, 18:27
zu hoch die Belastung...

nachdem Sie vorhin erwähnt haben, dass man Hebamme an der FH Johanneum studieren kann hab ich mal auf deren Website geschaut.

Berufsprofil:

"betreuen und begleiten Sie schwangere und gebärende Frauen (...) beraten in Fragen der richtigen Ernährung und angepassten Lebensweise, bereiten die werdende Familie auf die Geburt vor (...)"

"Im Falle von (...) sich ankündigenden Risikosituationen, ziehen Sie einen Arzt oder eine Ärztin hinzu."

wenn man dem glauben darf haben Krankenpfleger sicher höhere Belastung und deren Gehalt ist auch nicht sehr hoch. Bezahlung & Belastung als Grund ist zu einfach gedacht.

witchdoctor
01
15.1.2012, 23:57
Husslein ist viel mehr an Privatpatientinnen interessiert!

Albatros99
00
16.1.2012, 09:32
Re: witchdoctor

Pssssssssssst, ist doch ein Geheimnis ;-)).
Trifft aber nicht nur ihn.

Albatros99

Amy4
03
15.1.2012, 12:43
hebamme = hebammer, hebammerich -

@ sand - warum nicht hebamme - das ist ein sehr früher begriff für diese tätigkeit, die nur von frauen ausgeübt wurde. natürlich schreckten die männer zurück, sich z.b. als `männliche hebamme` hebammer oder hebammerich zu bezeichnen, als sie - die wenigen - , ausnahmsweise diesen beruf wählten. sie sind so gar nicht bereit, weibliche berufsbezeichnungen anzunehmen - gut nachzulesen in "die eier des staatsoberhaupts" . dagegen dürfen sich weibl. hebammen wieder einmal ableiten lassen vom geburtshelfer - warum nicht einmal den spieß umdrehen? hebamme = hebammer oder hebammerich ...http://www.fembio.org/biographi... e-glossen/

Die grausame Realität 2012
00
15.1.2012, 11:01

Schnell, öffentlichen Dienst einsparen! Wird alles besser!!!

Sand
11
15.1.2012, 10:58
GeburtshelferInnen!

Wenn schon, denn schon! Mit Gender-I! Oder ist Die Standard das Lobbyorgan des Gender-Appartheit?

keywords
00
16.1.2012, 09:30

wieso?
frauen werden nicht geburtshelferin.

Spucks
00
16.1.2012, 09:12

Meines Wissens nach dürfen in Ö nur Frauen Hebamme werden.
Den Grund dafür verstehe ich allerdings nicht.

keywords
00
16.1.2012, 09:28

weil die männer geburtshelfer werden. aus irgendeinem grund wird da nicht gegenderd sondern es ist ohne probleme möglich, einen völlig neuen begriff zu erfinden.

Spucks
00
16.1.2012, 09:45

Okay, ich hab jetzt mal nachgeschaut. Laut Wikipedia ist es Männern doch erlaubt, und zwar seit 1985 (warum war ich so sicher, dass Männer in Ö nicht dürfen?), die heißen auch "Hebamme", nur gibt es in Ö keinen Mann mit diesem Beruf.
Wie gesagt - laut wikipedia.

keywords
00
16.1.2012, 11:07

also an der FH Joanneum, wo man das studieren kann, werden männer geburtshelfer. ich hab mich das nämlich auch gefragt und mich schliesslich erkundigt. aber das studium hat meines wissens noch kein mann begonnen.

Lilith Boessse
 
00
15.1.2012, 13:59
Im eigentlichen Sinn des Wortes wird jede Frau zur Amme, sobald sie stillt.[1] Erst im übertragenen Sinn des Wortes gilt das Wort Amme für Frauen, die ein fremdes Kind gegen Entlohnung zur Brust nehmen.[2]

wollen sie stillen ;O)

strgcstrgc
00
15.1.2012, 12:43

es ist echt schön, wenn man immer korrekt bleibt aber ich kenne keinen hebamme- sehen sie, ich weiß nicht einmal was die männliche bezeichnung dafür ist.

keywords
00
16.1.2012, 09:28

geburtshelfer.

Akuma
00
15.1.2012, 15:43

ich kenne auch keine programmiererin (bin viele jahre in der it taetig), aber irgendwo da draussen wird es schon welche geben (weswegen der webstandard auch immer brav programmiererInnen schreibt). das ist noch lange kein argument maennliche geburtshelfer (die es mit sicherheit auch gibt) sprachlich auszuschliessen...

strgcstrgc
31
15.1.2012, 16:44

das ist halt echt bitter für das männliche geschlecht, aber es kann keine kinder kriegen. deshalb ist dieser bereich eben eine weibliche domäne. hier schließt nicht die sprache sondern die biologie das männliche geschlecht aus.

Tethys
01
16.1.2012, 15:39
hier schließt nicht die sprache sondern die biologie das männliche geschlecht aus.

Inwiefern bitte?

keywords
01
16.1.2012, 09:29

blödsinn.
das ist wie bei volksschullehre: das schlechte gehalt schliesst männer aus.

anti.these
03
16.1.2012, 08:03

"hier schließt nicht die sprache sondern die biologie das männliche Geschlecht aus"

es soll ja mittlerweile sogar schon männliche Gynäkologen und weibliche Urologen geben, die der von Ihnen beschriebenen Biologie trotzen.

Mal ganz ehrlich, Ihre Argumentation ist sogar für ein Internetforum peinlich.

strgcstrgc
20
16.1.2012, 12:00

jetzt wo sie es sagen laufe ich ganz rot an, so peinlich ist es mir, dass ich die meinung habe, dass nur frauen kinder bekommen können.
natürlich gibet es gynäkologen, warum wohl? vielleicht weil sich erst seit kurzem frauen im ärztInnenberuf etabliert haben und welches fach nehmen sie in der ausbildung, wenn ihnen eines angaboten wird-so gut wie jedes, also auch weibliche urologen. natürlich wissen viele ärzte und ärztinnen wie man einen dammschnitt macht, geburtshilfe ist und bleibt aber eine sache von frauen für frauen. das hat nichts mit diskriminierung von männern zu tun, aber das muss nicht jeder verstehen...

Tethys
02
16.1.2012, 15:38
geburtshilfe ist und bleibt aber eine sache von frauen für frauen

Wie kommen Sie darauf?

Ihre Argumentation hat nichts mit Biologie zu tun, sie ist reine Diskriminierung. Geburtshilfe kann von jedermann/frau gemacht werden, der Ahnung von dem hat, was er/sie tut, sprich wer ausgebildet ist und praktische Erfahrung sammeln konnte und sich laufend fortbildet. Wo genau sollen hier Männer "von der Biologie her" ausgeschlossen sein? Der Ausschluss findet in Ihrem Gehirn statt, nicht in der Biologie.

aidz1
10
16.1.2012, 10:03

ist auch klar: männer sind bessere ärzte, denen die frauen vertrauen, während es beim hebammen-job ja nur darum geht, der mutter ein bissl die hände zu halten und gut zuzureden. ja vielleicht noch bissl heißes wasser zustellen und das wars.

Akuma
01
15.1.2012, 16:57

was hat bitte jemandem bei der geburt zu helfen mit dem geschlecht zu tun? die aerzte in diesem bereich sind ja sogar viel eher maenner als frauen...

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