"Angry Brides"

Wenn die Bräute sauer werden

16. Jänner 2012, 14:50
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    foto: angry brides/facebook.com/shaadicom

    "Eine Frau wird dir die Kraft, Fürsorge und Liebe geben, die du brauchst...nicht Mitgift": Bei den "Angry Brides" spielt frau eine an die mehrarmige Hindu-Gottheit Durga angelehnte Braut, die Haushaltsgegenstände auf ihre potenziellen Zukünftigen wirft, damit die von ihren Mitgift-Forderungen ablassen.

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    foto: shop.angrybirds.com/angry birds/rovio

    Die Vorlage zu den "Angry Brides" ist das mittlerweile zum Klassiker avancierte und meistverkaufte App 2010 "Angry Birds", bei dem frau Vögel auf Schweine oder Affen schmeißt.

Eine Spiele-App will für die Problematik der Mitgift-Praxis in Indien sensibilisieren: Denn alle vier Stunden stirbt deshalb eine Frau

Schon "Angry Brides" gespielt? Sie haben richtig gelesen, hier geht es nicht um das Erfolgsspiel "Angry Birds", sondern um das indische Quasi-Pendant zur Hit-App des Jahres 2010. Seit letzter Woche werfen die zornige Bräute nicht mit Vögeln, dafür mit Schuhwerk, Tomaten oder dem Nudelholz um sich. Die Zielscheiben: Bräutigam 1 bis 3 - ein Pilot, ein Bauarbeiter und ein Arzt -, an denen jeweils ein Preisschild hängt, das mit jedem Treffer billiger wird. Während deren Wert so abnimmt, wird der "Anti-Mitgift-Fund" der Spielerin/des Spielers aufgefettet.

Töchter kosten Mitgift

Über diesen spielerischen Zugang sollen die NutzerInnen auf die Problematik der in Indien zwar seit fünf Jahrzehnten offiziell verbotenen, aber nach wie vor weit verbreiteten Praxis der Brautmitgift gestoßen werden. Die muss von der Familie der Braut für die zukünftigen Schwiegereltern samt Gatten aufgebracht werden, kann Auto, Schmuck, andere Luxusartikel und Geld beinhalten - und somit äußerst teuer kommen. Darin liegt auch die Problematik: Weil eine Tochter viel kostet, ein Sohn dafür viel einbringt, werden Mädchen und Frauen in Südostasien als die unliebsameren Nachkommen gesehen.

Mitgift kostet Leben

Das kann ihnen ihre Gesundheit oder das Leben kosten. Die Statistik des indischen "National Crime Records Bureau" (NCRB) zeigte für 2007, dass alle vier Stunden ein Mensch weiblichen Geschlechts stirbt, weil Familien fürchten, durch die Tochter zu verarmen - auch weil die Familie des Ehemanns weiterhin Geldforderungen an die Familie der Ehefrau stellen kann. 2008 verzeichnete das NCRB knapp 2.000 Verurteilungen und knapp 4.000 Freisprüche vor dem Hintergrund der Mitgift-Praxis. 2010 wurden 8.391 Todesfälle landesweit registriert und 90.000 Fälle von Folter und Grausamkeit gegenüber Frauen durch ihre Ehemänner oder Schwiegereltern.

Der Druck auf die Frauen aufgrund der Mitgift ist so groß, dass Suizid oft der einzige Ausweg ist. Auch eine weitere schwere Form der häuslichen Gewalt hat sich durch die Mitgift etabliert: Frauen, deren Familien nicht zahlen, werden mit Brennstoffen wie Petroleum überschüttet und angezündet. 

Viel zu wenige Frauen

Weiterhin werden auch unverhältnismäßig viele weibliche Föten abgetrieben, auch wenn die missbräuchliche Geschlechtsbestimmung im Mutterleib sowie selektiver Abbruch bereits verboten ist. Die indischen GesetzgeberInnen haben damit auf das krasse Ungleichgewicht von Frauen und Männern reagiert: In Indien kommen auf 1000 Buben nur mehr 914 Mädchen, macht Shaadi.com aufmerksam, eine indische Heiratsvermittlungsagentur mit zwei Millionen Mitgliedern, die hinter "Angry Brides" steckt. Das Spiel sei ihr Beitrag, auf die schwere Lage der Frauen hinzuweisen, betont Ram Bhamidi von Shaadi.com. Ein Beitrag, der bereits bei vielen InternetuserInnen angekommen ist: Die "Angry Brides" gefallen bisher knapp 270.700 Leuten. (Reuters/red)


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20 Postings
HAL 9000
158
16.1.2012, 17:24
Bei uns ist es eh umgekehrt

Inoffizielles Motto vieler Twentysomethings: "Ich mach erst die Beine breit wenn´s Geld und Immobilien schneit"

virginia plain
00
21.1.2012, 13:11

ist das echt alles, was Ihnen zu diesem artikel einfällt?

Jane Lane
 
02
18.1.2012, 10:47

Das muss an Ihnen liegen.

O5
24
16.1.2012, 21:08

Sind Sie FPÖ-Propagandatexter?

HAL 9000
00
18.1.2012, 17:51
Mein Kontostand

spricht stark dagegen

rabbit heart
02
16.1.2012, 19:41

was kennen sie für leute?

HAL 9000
34
16.1.2012, 20:25
Man kann sich seine KollegInnen nicht aussuchen

Jane Lane
 
00
18.1.2012, 10:48
Ihe KollegInnen aber auch nicht.;)

Mathias Steinlaus
 
00
18.1.2012, 08:52
;-)

Man kann selbst als ehrlicher Mensch nicht laufend den Arbeitsplatz wechseln, weil man mit "EgomanInnen" zu tun hat ...

Lilith Boessse
 
00
16.1.2012, 19:07
wenn's so inoffiziell ist,

woher wissen sie's dann?

(man muss nicht alles glauben, was einem die doofen raper videos vorzeigen!)

HAL 9000
10
18.1.2012, 06:25
"wenn's so inoffiziell ist, woher wissen sie's dann? "

Offiziell und öffentlich bedeutet nicht dasselbe, genau wie inoffiziell und gehein.

Wenn jemand sagt, "I am from Austria" oder "an der schönen blauen Donau" sei die inoffizielle Hymne Österreichs, meint er nicht, dass diese Lieder geheim seien.

Empire CPSIII
00
16.1.2012, 19:00
Wieso gibts hier rote Striche?

HAL 9000 ist nicht in der Lage fehler zu machen.

Dieses Gespräch hat keinen Sinn mehr. Lebe wohl.

mikesh713
 
58
16.1.2012, 18:58

vielleicht liegt dem auch das motto "typen, die nicht richig ticken kommen bei mir nicht zum..." zugrunde

HAL 9000
22
16.1.2012, 19:22

Aus den Gesprächen der Kolleginnen am Mittagstisch (35 Angestellte, 4 davon Männer) entnehme ich dass das Phänomen der Gold Diggerin aus den USA mittlerweile heftig bei uns angekommen ist.

Aus den Dramen die sich abspielen kann ich eigentlich nur schließen dass Typen die nicht richtig ticken ganz im Gegenteil äußerst anziehend sein müssen.

Empire CPSIII
00
16.1.2012, 19:03
Bezogen auf seinen/ihren Kommentar

bedeutet es das nur jemand mit Geld und Immobilien richtig tickt...

ausserdem reimt sich 'zum' nicht auf 'ticken' ... hoho

Dr Don Tango
18
16.1.2012, 16:01
...

no romance without finance!

zahnloser Tiger
15
16.1.2012, 15:29
Fokus verloren

das "dowry"-System ist nicht nur in Indien präsent, auch hierzulande wurde/wird es praktiziert als "Mitgift" oder "Aussteuer" bzw. als "Widerlage".

diese Geschenke sollten die Lebenshaltungskosten der Braut bzw ihrer Kinder auch in finanziellen Krisen abdecken.

Diese Praktiken sind seit dem Codex Hammurabi in verschiedenster Weise codifizierte Gebräuche, denen allen eines gemein ist:

sie dienen EIGENTLICH der Absicherung der Braut, sei es gegen wirtschaftliche Unbill, aber auch gegen eine "nicht standesgemäße" Heirat.

und allen gemeinsam ist dass die Menschen ob der Tradition nicht hinterfragen ob die Tradition noch zeitgemäß ist.

Auch der "Brautpreis" fällt in diese Kategorie...

Aeddan Hunt
10
16.1.2012, 21:02

Im lslam gibt's sowas auch - nur dass der Frau Geld gezahlt wird, wohlgemerkt.
..da sagen die lslamliebhaber dann immer, dass das eine Herabwürdigung der Frau sei, als würde sie wie eine Ware verkauft.

Mynnia
11
16.1.2012, 18:11

Danke für den historischen Kurzabriss.

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