Bruno-Kreisky-Preis an Haderlap und Nöstlinger

Kärntner Autorin für Roman "Engel des Vergessens", die Kinderbuchautorin für Gesamtwerk ausgezeichnet

Wien - Die in Kärnten geborene Schriftstellerin Maja Haderlap hat am Freitag für ihren Roman "Engel des Vergessens" den Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch 2011 erhalten. "Engel des Vergessens" ist die Geschichte eines slowenischen Mädchens und die der Kärntner SlowenInnen unter der Nazi-Diktatur.

Kulturministerin Claudia Schmied würdigte in ihrer Laudatio auf Haderlap deren Buch als "Werkzeug, das helfen kann, Themen, die unter einer dicken Eisschicht begraben sind, an die Oberfläche zu holen und sie besprechbar zu machen". Haderlap sei die Chronistin der bislang verschwiegenen Geschichte der Kärntner SlowenInnen, so Schmied.

Plädoyers für bessere Lebensverhältnisse

Christine Nöstlinger wurde für ihr Gesamtwerk ausgezeichnet. Nöstlinger, die auf mehr als 40 Jahre literarisches Schaffen zurückblicken kann, zählt mit über 100 Büchern zu den bekanntesten, beliebtesten und maßgebendsten KinderbuchautorInnen des deutschen Sprachraums. Der Vorsitzende der S&D-Fraktion im EU-Parlament, Juryvorsitzender Hannes Swoboda Swoboda, würdigte Nöstlinger in seiner Laudatio vor allem dafür, dass sie so viele Menschen mit ihren faszinierenden Geschichten begeistert hat. "Sie hat es immer verstanden, auf gesellschaftspolitische Hintergründe und auf die Sorgen und Nöte der Menschen hinzuweisen und für bessere Lebensverhältnisse zu plädieren."

Weitere PreisträgerInnen

Maria Wirth und Markus Marterbauer erhielten Anerkennungspreise: Wirth für "Christian Broda", die politische Biographie des bedeutendsten sozialdemokratischen Justizministers Österreichs, Marterbauer für das Sachbuch "Zahlen bitte! Die Kosten der Krise tragen wir alle", in dem er sich für eine aktive Verteilungspolitik, die Verringerung der staatlichen Verschuldung und für einen starken Sozialstaat ausspricht.

Der Sonderpreis für verlegerische Leistungen ging an "Edition Lex Liszt 12". Der im Burgenland ansässige Verlag fördert vor allem den literarischen Nachwuchs des Landes. In den zeitgeschichtlichen Publikationen liegt der Schwerpunkt auf der Volksgruppe der Roma und den ehemaligen jüdischen Gemeinden im Burgenland.

Der Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch wird jedes Jahr vom Karl-Renner-Institut, der politischen Akademie der SPÖ, in Kooperation mit der sozialdemokratischen Bildungsorganisation verliehen. Mit diesem Preis wird im Sinne des Lebenswerks Kreiskys politische Literatur geehrt und gefördert, die für Freiheit, Gleichheit, soziale Gerechtigkeit, Solidarität, Toleranz, Kampf gegen Rechtsextremismus und für die Freiheit der Kunst einsteht. (red, 23.4.2012)

Share if you care