Frauen in den Vorständen

Andere Fragestellungen und Herangehensweisen

18. Jänner 2012, 15:55
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    grafik: apa

Laut einer Studie des Beratungsunternehmens Ernst & Young hinken bei Umsatz und Gewinn Firmen ohne Frauen in Führungspositionen nach

Wien - Zwischen 2005 und 2010 haben Unternehmen mit weiblichen Vorstandsmitgliedern deutlich mehr Umsatz und Gewinn erzielt als Firmen ohne Frauen in Führungspositionen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Beratungsunternehmens Ernst & Young über 290 europäischen Großunternehmen. Frauen würden demnach andere Diskussionskultur, Fragestellungen und Herangehensweisen in der Führungsebene etablieren.

Der Anteil der weiblichen Vorstandsmitglieder bei europäischen Großunternehmen ist laut der Studie zwischen dem Jahr 2005 und 2010 von fünf auf acht Prozent gestiegen. 2005 hatten die untersuchten Unternehmen insgesamt 2.150 Vorstände, davon waren 103 Frauen. Bis 2010 stieg dann die Zahl der Frauen auf 178 von 2.262 Vorständen.

An vorvorletzter Stelle

In Österreich wurden von Ernst & Young sechs große börsennotierte ATX-Unternehmen unter die Lupe genommen. Nur 3 Prozent der Vorstände waren bei diesen heimischen Unternehmen im Jahr 2005 und 2010 weiblich. Damit lag Österreich unter 15 untersuchten europäischen Länder an vorvorletzter Stelle.

Im Vorzeigeland Irland stieg der Anteil der Frauen in der Führungsetage innerhalb des Untersuchungszeitraums von 10 auf 28 Prozent. Auch Schweden hat mit einer Verbesserung der Rahmenbedingungen bei Kinderbetreuung und Karenz den Anteil von acht auf 15 Prozent nahezu verdoppelt.

 

Besonders niedrig ist der Anteil der weiblichen Vorstände außerdem in Deutschland (2 Prozent), Luxemburg (2 Prozent), Belgien (3 Prozent), Polen (4 Prozent) und Spanien (4 Prozent). Deutlich mehr sind es in Finnland (12 Prozent), England (9 Prozent) und Frankreich (8 Prozent).

Frauen sind laut Studie im Vorstand meist für Personal oder Marketing zuständig: Im Jahr 2010 hatten 15 Prozent der untersuchten Unternehmen einen weiblichen Personalvorstand, bei 11 Prozent leitete eine Frau den Bereich Marketing. Einen weiblichen Finanzvorstand hatten nur 6 Prozent der Unternehmen. Nur bei jedem fünfzigsten Betrieb war eine Frau als Vorstandsvorsitzende tätig. (APA)

totp2 original
01
19.1.2012, 10:35
Ursache - Wirkung?!

Das tut echt weh, soviel Brett vorm Kopf.
IMO etwas wahrscheinlicher ist hier ein externer Faktor: in Unternehmen mit offener und flexibler Unternehmenskultur haben es Frauen leichter, in hohe Positionen zu kommen. Ebendiese Eigenschaften sind aber für ein Unternehmen dringend notwendig, wenn es erfolgreich bestehen will.

BTW grad Irland als Vorzeigeland hinzustellen, wär ich ein sexistischer Macho, würd ich sagen, seht's, das habt's davon, wenn man die Frauen ans Ruder lässt...

Hafniumcarbid
15
18.1.2012, 16:22
Das ist wieder ein Wirkung-Ursache-Problem.

Die Frage ist nun: Haben mehr Frauen im Vorstand "deutlich mehr Umsatz und Gewinn" zur Folge oder "deutlich mehr Umsatz und Gewinn" mehr Frauen im Vorstand?
Die Annahme, dass sich gutgehende Firmen eher Spompanadeln wie eine Frauenquote leisten können als solche mit weniger Umsatz und Gewinn, ist nicht ganz von der Hand zu weisen.

Neuer Nick neues Glück
02
18.1.2012, 20:03

Ich glaube schon, dass sich eine gute Mischung aus Männern und Frauen positiv auswirkt.

Das darf aber nicht durch Quote, sondern muss über die Qualifikation passieren.

zahnloser Tiger
12
19.1.2012, 09:52
eine solche gute Mischung ergibt sich von selbst wenn gute Leute mit einer offenen Einstellung mit einander arbeiten

neue Strukturen und Perspektiven brauchen Zeit um sich zu etablieren.

X-tausend Jahre mit patriarchal geprägten Kulturen und Traditionen kann man net samt Nachwehen von heute auf morgen einfach abschaffen.

wenn die alten Krauterer ausgewachsen sind ist Platz für jüngere Menschen mit frischen Ideen.

Und Innovation ist halt einer der Kernaspekte für ein gutes Produkt, eine gute Dienstleistung oder einen guten Worflow.

und bis die heute 30-35jährigen Frauen die keine Unterdrückungsopfer mehr mimen müssen in den Vorständen ankommen vergeht halt noch ein bisserl Zeit.

bis dahin zeigen uns eine Angie Merkel oder die Eders, Gürtlers, Treichl-Stürghks etc. dass Frauen schon lange in den Seilschaften der "Eliten" Einzug gefunden haben...

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