Billig-Silikon

"Erfahren, wo das Vermögen von PIP ist"

23. Jänner 2012, 09:31

Gegen PIP ist das erste Urteil gefallen: Eine Betroffene erhielt 4.000 Euro Schadenersatz - Es geht auch um den Verdacht der illegalen Bereicherung

Paris - Im Skandal um französische Billig-Brustimplantate gibt es ein erstes Urteil: ein Gericht in Avignon verurteilte den Versicherer des insolventen Herstellers PIP zu 4.000 Euro Schadenersatz. Der Richter gab damit der Klage einer 31-jährigen Betroffenen statt, der ein PIP-Silikonkissen eingepflanzt worden war. Eine Sprecherin der Allianz-Versicherung in Paris konnte die Angaben zum Urteil am Freitag auf Nachfrage zunächst weder bestätigen noch dementieren.

Nach Ansicht des zitierten Klägerinnen-Anwalts ist das Urteil gegen den Versicherer der Firma Implant Prothese (PIP) vom 11. Jänner richtungweisend. Der Richter habe sich auch nicht vom Einwand der Versicherung beeindrucken lassen, dass sie in einem laufenden Verfahren wegen vorsätzlicher Täuschung durch die Verantwortlichen bei PIP auf Nichtigkeit des Versicherungsvertrags klage. Er war nach den Angaben im Juli 2010 abgeschlossen worden.

Illegale Bereicherung

Nach den gleichen Angaben ging in Toulon die erste Strafanzeige gegen den Firmengründer sowie Teile von dessen Familie ein. Neben der vorsätzlichen Lebensgefährdung geht es dabei auch um den Verdacht der illegalen Bereicherung. Die Anwältin Christine Ravaz wird mit den Worten zitiert: "Wir wollen erfahren, wo das Vermögen des Unternehmens PIP geblieben ist."

Weltweit sollen rund 500.000 Frauen minderwertige Silikonkissen der französischen Firma Poly Implant Prothèse (PIP) erhalten haben. Deren Silikon kann heraussickern, sich im Körper verteilen und Entzündungen auslösen. Unerwiesen ist, ob dies das Krebsrisiko erhöht. (APA)

Pygar
 
13
23.1.2012, 10:48

Wieso hat sich eigentlich noch keine Anwaltskanzlei präsentiert und den betroffenen Frauen angeboten sich an einer Sammelklage zu beteiligen?

4000 € ist auch für eine einzelne Frau ein bisschen wenig, finde ich!

Gerhard Müller
01
23.1.2012, 11:01
4.000 Euro ist wenig?

Wo ist der Schaden? Der einzige Schaden liegt darin, dass vorsorglich, bezogen auf eine mögliche zukünftige Gefährdung (Undichtheit) das Kissen entfernt werden muss und ein neues eingesetzt wird. Oder auch gar nicht eingesetzt werden muss, denn die Mehrheit der Frauen dieser Welt kommen ohne Silikon aus.

Pygar
 
11
23.1.2012, 12:36

Ich habe es auch lieber, wenn sich Frauen keine Silikon-Brüste machen lassen. Aber darum geht es doch gar nicht.

Die 4000 € decken vermutlich nicht einmal die Kosten des Austauschs ab. Wäre ich Richter, hätte ich die Firma zur kompletten Übernahme der Austausch Operation verurteilt. Den emotionalen Stress darf man auch nicht vergessen! So eine Operation ist ja auch belastend. Gar nicht zu reden von dem Schaden, als die Frauen erfahren haben, dass hier mit minderwertigen Material gepfuscht wurde. Ein 5 - 6stelliger Betrag als Schmerzensgeld wäre hier das Mindeste!

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