Sexarbeit in Wien

Frage der Erlaubniszonen weiter offen

27. Jänner 2012, 15:33

"Wir werden Plätze brauchen", so Sandra Frauenberger im Landtag - Die Bundeshauptstadt arbeite an einer "vorsorglichen Lösung"

Wien - Die Stadt Wien sondiert gerade ihr weiteres Vorgehen in Sachen Erlaubniszonen: Derzeit werde an "vorsorglichen Lösungen" gearbeitet, erklärte eine Sprecherin der zuständigen Stadträtin Sandra Frauenberger von der SPÖ am Freitag. Man könne nämlich noch nicht abschätzen, in welche Richtung sich die Zahl der Straßenprostituierten bewegen werde, wenn es im Freien wärmer werde. Es sei daher auch noch offen, ob überhaupt Erlaubniszonen gebraucht werden: "Im Moment haben wir kein Problem." Es gebe genug Platz für die Frauen.

Die Steuerungsgruppe arbeite derzeit daran, um auf verschiedene Situationen vorbereitet zu sein. Unter anderem werde über Plätze diskutiert, wo Straßenprostitution stattfinden könne, hieß es. Die Stadträtin stellte in der Fragestunde am Freitag im Landtag jedenfalls klar: "Wir werden Plätze brauchen." Ob die bereits vom Gesetz her erlaubten Areale dafür ausreichen werden oder ob es Erlaubniszonen braucht, sei noch offen, präzisierte die Sprecherin. Denn seit der Einführung des neuen Gesetzes habe sich die Straßenprostitution halbiert und sich Richtung Indoor-Bereiche verlagert. Auch der Frauenhandel sei durch das neue Gesetz zurückgegangen, wurde betont.

Durchforsten der Stadt

Derzeit laufen bei der Bundespolizeidirektion Wien drei Verfahren zur Schaffung von Erlaubniszonen: Diese befinden sich am Neubaugürtel, am Sechshauser Gürtel und am Josef-Holaubek-Platz. Das Verfahren sei noch nicht abgeschlossen, betonte Frauenberger, deswegen werde sie dazu keine Details bekanntgeben. Beim Standort am Sechshauser Gürtel gibt es aus verkehrstechnischen Gründen und bei jenem am Neubaugürtel wegen eines Mädchenspielplatzes Bedenken. "Was wir aber tun werden ist, dass wir mit diesen Bezirken weiterreden", kündigte sie an. Die Erlaubniszonen müssten nicht am Gürtel sein, versicherte sie.

Die Stadt müsse durchforstet werden, welche Gebiete den Kriterien von Erlaubniszonen entsprechen würden, unterstrich Frauenberger. Einmal mehr verteidigte sie in der Fragestunde das in der Vergangenheit von der Rathausopposition kritisierte Prostitutionsgesetz, das mit 1. November in Kraft getreten ist: "Ja, das Gesetz wirkt. Ja, die Straßenprostitution ist massiv zurück gegangen." Sie betonte aber auch, dass sich die rot-grüne Koalition gegen ein Verbot der Straßenprosituation ausgesprochen habe: "Es wird in dieser Stadt Straßenprostitution geben."

Auch auf die Straßenprostitution beim Aufhof kam die Stadträtin zu sprechen. Die Stadt hat - neben dem Prater - für dieses Areal eine Empfehlung ausgesprochen, diese aber zurückgenommen. Grund dafür war, dass die Sicherheit der Frauen dort nicht gewährleistet ist. Frauenberger betonte heute aber auch, dass die Sexarbeit zulässig gewesen sei und noch immer zulässig sei. Aktuell würden dort zwei bis maximal fünf Frauen pro Nacht stehen. Zum Prater meinte sie, dass dieser jetzt schon ein belastetes Gebiet sei: "Wenn wir jetzt dort mit dem Platz auskommen, dann werden wir im Sommer nicht mehr damit auskommen." (APA)

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10 Postings
StVO2
00
17.2.2012, 00:08
Echte Probleme lösen

Man hätte zuerst die echten rationalen Probleme analysieren sollen und für diese Lösungsmöglichklteine ausarbeiten und nicht mit der Rasenmähermethode über alles drüberfahren.
Sicher in der Felberstrasse hat sich ein deutlicher "Überbelag" breit gemacht. Diesen hätte man vielleicht auch mit einer Art von Standkarten" zurückdrängen können. Man hat aber emotional aufgebrachten Initiatoren (SChlagwort: "Strassenprostitution verbieten", was zwar schon versucht wurde aber stets gescheitert ist, in die Knie gegangen und hatte die gesichtswahrende Idee der Erlaubniszonen.
Bei diesen sollte auf eine entsprechende Infrastruktur geachtet werden, was beim Auhof nicht der Fall ist und beim Prater kaum.

Jonesie
01
30.1.2012, 10:57
EMPFEHLUNG FÜR AUHOF zurückgenommen ???

1. Was soll denn das jetzt heissen?
2. Man hat wohl vorher nicht gemerkt, dass die Gegend unterbeleuchtet, unübersichtlich, abgelegen - mit einem Wort - gefährlich sein könnte
3. Die Jungfamilien im Grüngürtel in der Nähe freuen sich sicher auch sehr über die neue Nachbarschaft - genau deswegen sind sie ja in diese eher ruhige Gegend gezogen...

Jonesie
02
30.1.2012, 10:54
HAHA - die Anzahl der Strassenprostituierten ist zurückgegangen - ES IST WINTER !!!!

Ein weiteres Hoch auf die offensichtlich über alle Maßen qualifizierte Stadträtin, die ja selber zugibt, dass die Anzahl wohl im Sommer wieder steigen wird - Welche Überraschung!

jackk 2
04
29.1.2012, 19:26
Behauptungen vs Belege

Aha und woran konnte man das messen dass der "Frauenhandel zurückgegangen ist"?? Das hat die gute Spö-Dame nämlich nicht untermauert.

Naja vermutlich wohl eher die Kategorie aus den Augen aus dem Sinn.

hatamatata
 
01
29.1.2012, 14:59
mal ein paar fakten zur Prostitution

"Anzahl der Prostituierten in Deutschland. Nach Schätzungen könnte es 400.000 oder auch weniger Prostituierte geben... stammen der großteil aus Osteuropa und der ehemaligen Sowjetunion. Mittel- und Südamerika, Thailand und Subsahara-Afrika sind weitere bedeutende Herkunftsregionen...Viele dieser Frauen werden von kriminellen Banden eingeschleust und dann zur Prostitution gezwungen. Oft greifen die Frauen aus psychischen Gründen auf Alkohol und Drogen zurück, die ihnen oft von denselben Banden verkauft werden. Ein Teufelskreis ist die (meistens provozierte) Folge.

400.000 Frauen, und die gutmenschen wollen die gesellschaft ständig verbessern indem sie über links und rechts diskutieren

hatamatata
 
01
29.1.2012, 15:03
weitere fakten

"Insgesamt bestehen Schätzungen, wonach es sich bei 95% der Straßen- und Bordellprostitution um Fälle von Zwangsprostitution handelt"

Zuhälter: "In den 1980er Jahren wuchs der Einfluss anderer ethnischer Gruppen, zu Beginn vor allem von Türken"

Anzeigen verlaufen im sande, die macht der banden ist größer als die der justiz/Polizei: "Kritiker sind der Auffassung, dass die Polizei nicht in der Lage ist, einen angemessenen Schutz zu gewährleisten"

Wie mädchen aus diskos in puffs landen (türsteher, ähnlich loverboys, hat nichts mit menschenhandel aus dem osten zu tun, ein anderes neues Phänomen)
http://www.youtube.com/watch?v=yW0fJxIvRC8

hatamatata
 
00
29.1.2012, 14:57
mal ein paar fakten zur prostitution:

Fritz Meyer
20
29.1.2012, 11:04
Eigentlich nur logisch und konsequent.

Das Verbot ist der Politik sowieso viel wichtiger bei der Profilierung in der Öffentlichkeit als ein funktionierendes Konzept - inkl. Ausnahmen.

der schwitzbär der schwitzt sehr
32
29.1.2012, 09:31
Hat die Sprecherin der Fr.Frauenberger auch einen Namen ?

supertoller Journalismus

Eine transparente Demokratie braucht eine Liste _sämtlicher_ Täter

Sobald der Rechtsstaat wieder hergestellt ist, werden sich die Verantwortlichen für dieses Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor Gericht zu verantworten haben

Individuen, die meinen "kein Problem" zu haben, daß unbescholtene Menschen plötzlich kilometerweit von ihren angestammten Wohn- und Arbeitsstätten entfernt bei Minusgraden und eisigem Wind auf finsteren Wiesen stehen müssen, werden das Gericht ganz besonders interessieren.

Seit 1945 ist keine Menschengruppe derart behandelt worden, und die Namen der Täter und Mittäter ersuche ich nicht verschämt zu verschweigen, sondern bekannt zu machen.

Vielen Dank! Für die Frauen! JA, auch für diese !

BK W. Shoyssel
01
28.1.2012, 12:10
Wir werden Plätze brauchen

was hat sie denn vor?

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