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Bonn/Wien - Im Skandal um minderwertige Brustimplantate ist ein weiterer Hersteller betroffen. Das deutsche Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) warnte vor den Brustimplantate der früheren GfE Medizintechnik GmbH. Die Implantate, die von September 2003 bis August 2004 unter dem Namen "TiBREEZE" auf dem Markt waren, enthalten Silikongel der französischen Firma PIP. "Nach unserem derzeitigen Wissensstand sind diese Implantate in Österreich nicht eingesetzt worden", sagte Christa Wirthumer-Hoche von der AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit).
Allerdings könne nicht ausgeschlossen werden, dass Frauen sich die Implantate im Ausland einsetzen haben lassen. Die Silikonkissen der früheren deutschen Firma GfE seien auch viermal teurer als jene der Firma PIP.
Österreich: Zehn Betroffene
Die "TiBREEZE"-Implantate wurden demnach die Silikonhüllen durch die frühere GfE Medizintechnik GmbH zusätzlich beschichtet und von PIP mit Silikongel befüllt. PIP-Gründer Jean-Claude Mas hatte zugegeben, einen Großteil seiner Implantate mit einem Billig-Gel gefüllt zu haben, das mit einem eigentlich für Industrieprodukte bestimmten Silikon zusammengemixt wurde.
Weltweit tragen Hunderttausende Frauen die mit Billigsilikon gefüllten Prothesen. Laut den bisherigen Informationen der AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) sind in Österreich zehn Frauen von den defekten Implantaten der Herstellerfirma PIP betroffen.
Es gebe derzeit "keine gesicherten Erkenntnisse" darüber, ob die damals bezogenen PIP-Implantate ebenfalls mit dem Billig-Silikon befüllt wurden, teilte die pfm medical titanium gmbh als Rechtsnachfolgerin des Herstellers in einer Kundeninformation mit. Bei insgesamt 728 in Verkehr gebrachten "TiBREEZE"-Implantaten seien bisher in zwei Fällen Risse gemeldet worden.
Zudem gebe es wissenschaftliche Anhaltspunkte dafür, dass die Titanschicht der "TiBREEZE"-Implantate ein "Ausschwitzen" des Silikons um 40 Prozent und damit das Risiko für die Frauen reduziere. Vorsichtshalber sollten die betroffenen Frauen jedoch von ihrer Ärztin/ihrem Arzt informiert werden.
Festgenommener auf freiem Fuß
PIP-Gründer Jean-Claude Mas war am Donnerstag festgenommen worden. Nach Angaben seines Anwalts kam er inzwischen gegen die Zahlung einer Kaution in Höhe von 100.000 Euro auf freien Fuß. Gegen den 72-Jähren wurde am Freitag ein Ermittlungsverfahren wegen "fahrlässiger Verletzung" eingeleitet. Im Dezember war in Marseille bereits ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung gegen Mas eingeleitet worden. (APA)
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Diesen Verbrecher sollte der Prozess gemacht werden, hier ging es nur noch um den Profit...
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