Debatte um Frauenmund-Urinale in Deutschland

51 Postings

Gleichstellungsbeauftragte hält "Kisses" für unzumutbar - Ähnliche Becken sorgten auch schon in Österreich für Diskussion

Lüchow - Um die aus Sicht von Feministinnen frauenfeindlichen Urinale im "Rolling Stones Fan Museum" im niedersächsischen Lüchow im deutschen Wendland ist eine Debatte entbrannt. Die Herrentoiletten namens "Kisses" sind geformt wie aufgerissene Münder, die Öffnungen eingerahmt von knallroten Lippen. Die niederländische Künstlerin Meike van Schijndel hat sie an das Logo der britischen Kultband angelehnt.

"Die bleiben dran"

Die Urinale halte sie für nicht zumutbar, sagte die Gleichstellungsbeauftragte Marianne Jönsson-Olm von der Samtgemeinde Lüchow nach mehreren Beschwerden. "Das ist Kunst", verteidigte Museumsbesitzer Ulrich Schröder die beiden Urinale. "Da wird nix abgebaut, die bleiben dran."

In Österreich wieder abmontiert

Frauenmund-Becken stießen bereits in New York und Wien auf heftigen Widerstand von Feministinnen. 2006 waren in Wien vier Exemplare in der "Opera Toilet" in der Nähe der Staatsoper nach Sexismus-Vorwürfen von Politikerinnen verschiedenster Couleur wieder abmontiert worden. Sie wurden im Anschluss versteigert und ein Viertel des Erlöses ging an SOS-Kinderdörfer. (APA/red)

  • Der niederländischen Künstlerin Meike van Schijndel ist mit den Becken "Kisses" kein origineller Wurf gelungen, denn Urinale in Form von aufgerissenen Frauenmündern gibt es schon längst. Ihre Urinale hängen passend im deutschen Rolling Stones Fan Museum.
    foto: apa/epa/philipp schulze

    Der niederländischen Künstlerin Meike van Schijndel ist mit den Becken "Kisses" kein origineller Wurf gelungen, denn Urinale in Form von aufgerissenen Frauenmündern gibt es schon längst. Ihre Urinale hängen passend im deutschen Rolling Stones Fan Museum.

Share if you care.