Verklemmte Mitleidssuppe

Gastkommentar
31. Jänner 2012, 11:07
  • Tina Leisch über "Whore's Glory": "Unhöflichkeit und Respektlosigkeit, die fast jeden Moment des Filmes durchdringt."
    foto: lotus-film gmbh/g.m.b. akash

    Tina Leisch über "Whore's Glory": "Unhöflichkeit und Respektlosigkeit, die fast jeden Moment des Filmes durchdringt."

Für die Jury des Österreichischen Filmpreises die beste Doku: Wäre Michael Glawoggers Film nicht so erfolgreich, müsste kein Wort darüber verloren werden - Von Filmemacherin Tina Leisch

Das Wort "Hure" rufen verlassene Ehemänner der Ex nach. Pubertierende Burschen bezeichnen damit alles Weibliche, das ihnen nicht geheuer ist, und zornige Väter die Tochter, wenn sie nicht pariert. "Hure" ist ein Wort, das hauptsächlich benützt wird, um Menschen zu beschimpfen, die mit Prostitution gar nichts zu tun haben. Sprechen Menschen, die vom Verkauf sexueller Dienstleistungen leben, von sich selber, nennen sie sich meist SexarbeiterInnen, wenn es z. B. darum geht, die Gleichstellung ihrer Arbeit in arbeitsrechtlichem Sinne zu erwirken. In Werbeanzeigen preisen sie sich auch als Freudenmädchen, Liebeselfen, LiebeskünsterInnen, Escortladies, immergeile Busenwunder oder Französischexpertinnen an.

Wenn also ein Dokumentarfilm eines männlichen österreichischen Regisseurs über Sexarbeiterinnen in Thailand, Bangladesh und Mexiko "Whores' Glory" heißt, dann sagt schon der Titel, dass dieser Mann die elementarsten Höflichkeitsregeln im Umgang mit diskriminierten Minderheiten nicht kennt oder nicht respektieren will (dass nämlich zwar die Diskriminierten selber natürlich diskriminierende Bezeichnungen affirmativ oder ironisch verwenden können, aber Angehörige der diskriminierenden Mehrheit das tunlichst zu unterlassen haben).

Zu viel Gleitgel im Stativkopf

Unhöflichkeit und Respektlosigkeit, die fast jeden Moment des Filmes durchdringt. In opulenten Bildern werden Sexarbeiterinnen abgefilmt. Die Kamera glitscht über die Körper und Gesichter, als wäre ihr ein bisschen zu viel Gleitgel in den Stativkopf geraten. Ab und zu verweilt sie, um eine Sensation einzufangen: wenn ein Mädchen an eine Zuhälterin verkauft wird, und wir sind live dabei! Wenn Hunde vorm Bordell kopulieren. Wenn eine offensichtlich psychisch kranke alte Frau sich auszieht, und die Kamera hält drauf und drauf und drauf. Wenn eine Cracksüchtige für die nächste Portion Gift ihr nacktes Geschlecht der Kamera präsentiert und der Kameramann glotzt, als sähe er so etwas zum ersten Mal. So sehr ihnen die Kamera auch zudringlich zu nah auf die Haut rückt: Den Frauen, die dafür bezahlt wurden, dass sie sich als SexarbeiterInnen, Zuhälterinnen, Frauenhändlerinnen abfilmen lassen, kommt der Film dadurch nicht näher. Den gesellschaftlichen Verhältnissen, die dafür sorgen, dass anderen Lust zu bereiten ein verfemter, verachteter Beruf ist, noch viel weniger.

Zahnärztinnen, Physiotherapeuten, DienstleisterInnen, deren Beruf es ist, körperliches Wohlergehen zu verschaffen, genießen üblicherweise hohes Ansehen. Nur ausgerechnet die SexarbeiterInnen, die doch außerordentlich große Freude zu bereiten verstehen, werden verachtet. An diesem Rotlicht-Paradoxon wird die Infamie patriarchaler Dominanz sichtbar, die jahrtausendelang durchzusetzen versuchte, dass die Körper der Frauen den Männern gehören und zu gehorchen haben, dass von Männern regierte gesellschaftliche Institutionen über die Lust, die Reproduktionsfähigkeit, das Aussehen und die Arbeitskraft der Frauen verfügen. Mit Hilfe von Weltreligionen, die die dafür notwendigen menschenverachtenden Regeln und Gesetze als von einem allmächtigen, strafenden Gott gegeben erklären. Mit Hilfe einer gesellschaftlichen Moral, die all die Frauen ächtete, verfemte, als Hexen verbrannte, steinigte und steinigt, als Abtreiberinnen einsperrt, die sich anmaßen, das Spiel der Körper und der Lüste nach eigenem Gusto zu spielen.

Das Dilemma dabei: Die zur "Anständigkeit" disziplinierten Frauen begehren nicht mehr. Es braucht also für die Lust zuständige Ausnahmefrauen, die aber gleichzeitig dermaßen der Demütigung und Verachtung ausgesetzt werden müssen, dass ihre Existenz kein attraktiver Lebensentwurf ist. Daher die Dichotomie von Heiliger und Hure. Daher das stereotype Verhalten von Freiern: Sie müssen diejenigen verachten, die ihnen Lust bereiten. Die bequemste Art, diesen Widerspruch loszuwerden, ist, Dankbarkeit und Verachtung zusammenzukochen zu einem bisserl Mitleid für die arme Hur'. Oder man romantisiert die Rotlichtwelt zur antibürgerlichen Gegenwelt. (1)

Romantisierung, Mitleid, Verachtung

Michael Glawogger dämmert leider nicht eine Sekunde - von mühsamen 118 Minuten -, dass er selber als Filmemacher nur die stereotypen Haltungen der Kunden gegenüber den Huren abschreitet: Romantisierung, Mitleid, Verachtung. Von Selbstreflexion der Erzählhaltung so wenig eine Spur wie von einem Versuch, sachliche Fragen zu den Details des Handwerks zu stellen oder die gesellschaftlichen Zusammenhänge des oftmals sauschlecht inszenierten Elends zu erkennen.

Ohne jegliches Interesse an den Ursachen des niedrigen sozialen Status der SexarbeiterInnen weidet er sich an entwürdigenden Situationen, geilt sich auf an verletztem Schamgefühl und inszeniert die Frauen als Opfer. Dass das doch relativ reibungslos funktioniert, liegt auch an der Auswahl der Drehorte. In Wien hätten ihm vermutlich selbstbewusste Sexarbeiterinnen deutlich zu verstehen gegeben, was von dieser klischeehaften und reaktionären Inszenierung zu halten sei. Wenn sich überhaupt Frauen dafür hergegeben hätten, für ein dermaßen jämmerliches Bild ihrer selbst zu posieren. Doch Glawogger hat sein Fördergeld in die Dritte Welt getragen: Wo der Mindestlohn 35 Euro im Monat beträgt und man für einen Dollar ficken kann, kann man für 100 auch einen Fick vor der Kamera kaufen. Die Aneinanderreihung dreier exotischer Schauplätze kompensiert die dumpfe Gedankenlosigkeit des Filmes durch die bunte Vielfalt der Welt im Reisebürokatalog für Sextouristen.

Mitleid unerwünscht

Dabei gibt es ja in Thailand und in Mexiko und in Österreich SexarbeiterInnen-Selbstorganisationen, bei denen Glawogger sich die Grundzüge einer fortschrittlichen, emanzipatorischen Perspektive auf Sexarbeit hätte erklären lassen können. Nämlich, dass Sexarbeiterinnen kein Mitleid brauchen, sondern gesellschaftliche und gesetzliche Anerkennung ihrer Arbeit. Recht auf freie Berufsausübung wie jede und jeder andere Dienstleistende auch. Streichung der Sittenwidrigkeit. Aufhebung der Verbotszonen. Schutz gegen Gewalt.

Dass sie sich Kunden wünschen, die genießen und ihren Genuss zu würdigen wissen. Die wie vereinbart zahlen. Kunden, die nicht ihre eigene Sexualfeindlichkeit als Mitleid oder Verachtung auf die SexarbeiterInnen projizieren. Dass es um die Würdigung eines vielfältigen und anspruchsvollen Berufes ginge, der an der Grenze zur Sozialarbeit, zur Psychotherapie, zu medizinischen Berufen einerseits, zur Schauspielerei und Performance andererseits wichtige gesellschaftliche Aufgaben erfüllt. Dass Sexarbeit unter guten Rahmenbedingungen ein geiler, erfüllender, toller Beruf sein kann und es deshalb einem engagierten Film darum gehen müsste, die ökonomischen, sozialen und juristischen Rahmenbedingungen in den jeweiligen Arbeitszusammenhängen so genau zu betrachten, dass man draufkommt, was es jeweils ist, das die Arbeit erschwert und diskriminiert.

Vernichtendes Feedback von Organisationen

Die Sexworkers und Lefö äußerten nach Rohschnitt-Screenings heftige Kritik: Die Frauen seien nur als Opfer dargestellt, es gebe keine Momente, die Selbstbestimmung und Entscheidungsbefugnisse der Sexarbeiterinnen sichtbar machten. Die Auswahl der Drehorte befördere neokoloniale Attitüden. Der Film mache Stimmung für abolutionistische Positionen, die am liebsten Sexarbeit ganz verbieten würden, statt für mehr Rechte für die SexarbeiterInnen einzutreten.

Das Nichteinverständnis der NGOs der Betroffenen hätte wohl jede österreichische Dokumentarfilmerin sofort zum Anlass genommen hätte, ihre Arbeit grundsätzlich zu überdenken. Glawogger wischt es vom Tisch. Die beiden einschlägigen ExpertInnenorganisationen lehnten es daraufhin ab, beim Kinostart eines solchen Filmes auch nur als Diskussionspartner aufzutreten.

"Whores's Glory" ist also ein Film, über den es sich nicht lohnte, auch nur ein Wort zu verlieren, wäre er nicht so erfolgreich. Beim österreichischen Filmpreis, der am 27. Jänner vergeben wurde, gewann er den Preis für den besten Dokumentarfilm und für die beste Kamera. Das ist tatsächlich unerhört: ein Filmpreis für Glawoggers verklemmte Mitleidssuppe? So armselig sind die politischen, moralischen und intellektuellen Ansprüche der Akademiemitglieder an einen guten Dokumentarfilm!

Intelligente Annäherungen

Es gab in den letzten Jahren einige interessante filmische Versuche, sich intelligent dem Themenkomplex anzunähern. Sisi Klocker erklärt uns mit dem brüllend komischen Kurzdokumentarfilm "Laura. Alles, was Sie immer schon über Telefonsex wissen wollten" die Dramaturgie einer erfolgreichen erotischen Fantasie. Ihr Film "Ausstieg" porträtiert eine ehemalige Sexarbeiterin, die sehr offen und präzise über die Höhen und Tiefen, die Wüsten und die Oasen ihres Berufes erzählt. Hätte Sisi Klocker darauf verzichtet, selber etwas albern und selbstverliebt ins Bild zu treten, wäre das ein rundherum wunderbarer Film.

Anja Salomonowitz' Film "Kurz davor ist es passiert" über Frauenhandel führt vor, wie man gesellschaftliche Zusammenhänge anklagen kann, ohne dafür die Opfer filmisch ein zweites Mal zu viktimisieren. Und vor allem Sabine Derflingers Spielfilm "Tag und Nacht", produziert von Nina Kusturica und Eva Testor, liefert ein intelligentes Beispiel dafür, wie eine von Frauen recherchierte, geschriebenene, inszenierte und produzierte Auseinandersetzung mit dem Thema aussehen kann. Der Film folgt zwei Studentinnen ins Abenteuer Escortservice. Weder romantisierend noch verklärend, erfährt man von Untiefen und Risiken des Berufes aus der Sicht der Sexarbeiterinnen und kann dabei einen ausführlichen Blick auf verschiedene Sorten von Kunden werfen. Obwohl "Tag und Nacht" von Kritik und Publikum begeistert aufgenommen wurde, verkaufte er sich nicht rasend. "Der Weltvertrieb gestand uns irgendwann: 'Naked men don't sell'", sagt Produzentin Nina Kusturica.

Da ist Glawogger marktgängiger: Nackte Frauen verkaufen sich immer, wie dumm der Film drumherum auch sein mag. Noch ist das so. Könnte sich ja auch ändern. (Tina Leisch)

1) Zwar haben sich 87 Jahre nach dem Wiener Sexualbefreier Hugo Bettauer und 43 Jahre nach den ersten "Dr. Sommer"-Tipps in der "Bravo" vielfältigere und selbstbestimmtere Formen von Geschlechtsrollen und Machtverteilungen zwischen den Geschlechtern entwickelt, aber die Verachtung der SexarbeiterInnen besteht fast unverändert weiter. Wenngleich sich die Begründungen für die Verachtung säkularisiert haben: Linke verachten die Käuflichkeit der Liebe mit antikapitalistischen Argumenten: Wenigstens Lust und Liebe sollen von der kapitalistischen Ökonomie unberührt bleiben. Feministinnen verachten sie wegen der besonders schlimmen Frauenausbeutung, die angeblich da stattfindet. Wenn man ein bisschen an den Argumenten kratzt, kommt meist eine unreflektierte und schlecht camouflierte Positionierung auf der Seite der Moral Majority hervor.

Wir danken dem "Augustin" für die Nach-Publikation des Artikels. Dieser erschien erstmals in der "Augustin"-Ausgabe Nr. 313 vom 25. Jänner.

Zum Thema:

Machos Glory - Kritik von Katja Wiederspahn

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Zahnärztinnen, Physiotherapeuten, DienstleisterInnen

ist das tatsächlich so gemeint wie es hier steht, oder nur eine falsche Verwendung des Binnen-Is

Geh bitte

Der Film zeigt doch eher den glitschigen Blick der "Kunden" die sich gespielte Nähe kaufen. Diese Nähe vorzuspielen ist auch nichts erstrebenswertes, sondern ein Frage des Überlebens. Das hat mehr mit Ökonomie, als mit Moral zu tun. Um Sexarbeiterinnen in ihrer Würde und als Menschen zu achten muss man ihre Tätigkeit nicht zum Beruf machen, wenn sich jemand dafür entscheidet, dann ist das eben einfach zu akzeptieren und darf auch so filmischen dargestellt werden, denn es ist ihr Alltag und der emanzipierte Blick darauf sollte sich diesem - meiner Meinung nach - nicht verschließen.

danke

fürs formulieren dessen, was ich mir während und nach dem film gedacht hab!

vielleicht ists ja einfach auch so

vielleicht sind diese frauen auch größtenteils opfer, in einem zerFleischenden beruf, würde muss man sich da erst mal LEISTEN können. selbstbestimmtheit ahoi, ja genau, trifft vielleicht auf dieses romantische callgirl-finanziert-sich-sein-studium-bild zu.
ich verstehe in keinster weise, wie man sich auf die seite eines solchen menschenverachtenden gewerbes schlagen kann und das noch als feminismus verkaufen will!

http://www.prostitutionresearch.com/pdf/Prost... ntries.pdf

>41% waren unter 18 als sie ins geschäft gekommen >sind
>47% wurden vergewaltigt
>64% mehr als fünf male
>74% waren vorher oder zum zeitpunkt der befragung >obdachlos
>48% wurden als kind vergewaltigt
>60% wurden mit ptsd diagnostiziert

>Sexarbeit unter guten Rahmenbedingungen ein >geiler, erfüllender, toller Beruf

:)

die Studie dürfte wohl stimmen, man hört immer ähnliche zahlen egal wo

"Sexarbeit unter guten Rahmenbedingungen ein geiler, erfüllender, toller Beruf" einfach nur zynisch

Gute Rahmenbedingungen

... wo gibt es die, wenn ein Großteil der Frauen über Menschhandel zu uns kommt, ihnen die Papiere abgenommen werden, sie mit Gewalt und Drogen gefügig gemacht werden, ihnen angedroht wird ihren Familienmitgliedern in der Heimat würde schlimmes passieren wenn sie aussteigen ... Warum geht in dem Gewerbe so gut wie nichts ohne Zuhälter ... dass im Dreiländereck D. Ö. Tschechien schon 12-Järige von ihren Müttern auf der Straße angeboten werden ... dass in der ganzen Welt die Mädchen immer jünger werden müssen ... ect. ect.

Interessanter, als wie oft man ähnliche Zahlen liest, wäre, wo die Zahlen herkommen. Wie wurden sie erhoben?
Bei allen Studien zu Prostituierten gibt es von Beginn an ein Problem: Wie kommt man an die Prostituierten heran und gewinnt sie zur Mitarbeit, um eine repräsentative Stichprobe zu erhalten?

Ein kritischer Artikel von Ronald Weitzer über die methodischen Mängel vieler solcher Studien:
http://web.archive.org/web/20060... rVAW-1.pdf

Studien

Kann es sein, dass das mit der Selbstbestimmung ein frommer Wunsch ist, dass man an die Frauen nicht herankommt, weil sie weder das Selbstbewußtsein noch die Möglichkeit zu Kontaken nach außen haben ...

Über die, an die man nicht herankommt, kann man nichts sagen.

Das Problem ist, wie und wo soll man potenzielle Studienteilnehmerinnen ansprechen?
Es gibt für Prostituierte kein Branchenverzeichnis, aus dem man sie auswählen könnte. Reagieren Prostituierte auf Zeitungsinserate? Warum sollte eine Prostituierte ihre Zeit damit verschwenden, sich wissenschaftlich studieren zu lassen?
Der hohe Migrantinnenanteil wirft auch die Frage der sprachlichen Verständigung auf.

Im Allgemeinen endet das bei diesen Studien damit, dass man sich an soziale Einrichtungen wendet, die Prostituierte betreuen. Damit erreicht man aber nur die Prostituierten, die so eine Betreuung in Anspruch nehmen.

ich verstehe zwar,

worauf sie hinauswollen, aber:

die zahlen meinens jetzt nicht ernst, oder?

es steht dir frei eine bessere studie zu zitieren.

schade im übrigen, dass die zeilenumbrüche nicht wirklich hingehauen habe.

ich habe keine bessere studie zu zitieren

ich sehe nur einen widerspruch zwischen

>47% wurden vergewaltigt
>64% mehr als fünf male
>48% wurden als kind vergewaltigt

also 48 % wurden schon als kind vergewaltigt, 67 % wurden mehr als fünf mal vergewaltigt - aber nur 47 % wurden überhaupt vergewaltigt?

das erklärens mir bitte

47% von hundert befragten wurden vergewaltigt = 47 frauen

64% der 47 frauen mehr als 5x = 30 frauen

48% der 47 frauen als kind = 23

capito?

interessante sichtweise

und sie sind sicher, daß jetzt nicht 48% der 67% der 47% als kind vergewaltigt wurden?

sorry, aber es geht doch darum, daß solche zahlen immer etwas fragwürdig sind (woher wissen sie denn, daß hundert frauen befragt wurden bzw. überhaupt ein repäsentatives sample?), und wenn sie so dargestellt werden, fördert das eben das vertrauen in sie auch nicht unbedingt

oh. hab das deutsche nur kopiert. woher derjenige es hat dessen aussage ich zitiert habe weiß ich nicht.

Die Frage ist, ob es gute Studien gibt.

Melissa Farley hat jedenfalls eine eindeutige Agenda. Der wissenschaftliche Wert ihrer Studien ist umstritten.

Melissa Farley is a psychologist and researcher who has studied the sex trade in Nevada for the past years.

und wer war schnell noch mal tina leisch?

inwiefern? der name sagt mir nix.

Der Name Melissa Farley sagt Ihnen nichts? Sie berufen sich oben auf eine Studie von ihr!

ja das war mir bewusst. kannte sie halt vorher noch nicht. hab mal auf wikipedia recherchiert und verstehe daher den einwand inzw.

Ich kann zwar insgesamt Tina Leischs Argumentation nachvollziehen, ein Denkfehler liegt aber darin, dass sie an Sexarbeit ein Mittelschicht-Verständnis von selbstverwirklichender, professioneller Arbeit, vielleicht gar noch als EPU anlegt...(ist also Würde und Selbstbestimmung (ja eben bis zu einem gewissen Grad auch unter ausbeuterischen Bedingungen) nur dann gegeben, wenn dieser Status erreicht ist - wohl nicht)

"... dass dieser Mann die elementarsten Höflichkeitsregeln im Umgang mit diskriminierten Minderheiten nicht kennt oder nicht respektieren will (dass nämlich zwar die Diskriminierten selber natürlich diskriminierende Bezeichnungen affirmativ oder ironisch verwenden können, aber Angehörige der diskriminierenden Mehrheit das tunlichst zu unterlassen haben)."

Ich hatte mir bereits erschlossen, dass eine solche Regel existieren muss (bei "Schwulen" und "Lesben" darf man allerdings mittlerweile, auch an pc-Etiketten geht der gesellschaftliche Wandel nicht vorbei), aber dass jemand sie so offen als moralische Selbstverständlichkeit postuliert, erstaunt mich doch. Irgendwie muss das etwas mit der Heiligkeit von Opfern zu tun haben.

Warum hängen sogar einige Feministinnen so am Bild der scharfen, selbstständigen, selbstbewussten, freiwilligen etc Prostituierten?
Das sind doch völlig unrealistische Wunschvorstellungen.

Glanz und Elend der Kurtisanen.

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