Ägypten

"Erschreckende Bilanz": Zwölf Frauen unter 498 ParlamentarierInnen

31. Jänner 2012, 12:13

Internationale Gesellschaft für Menschenrechte bezeichnet Abschaffung der Frauenquote und weibliche Unterrepräsentanz als Katastrophe

Kairo/Frankfurt am Main - Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) kritisiert "weitere Rückschritte in Bezug auf Frauenrechte" in Ägypten. Dem neu gewählten 498-köpfigen Parlament gehörten 486 Männer und zwölf Frauen an. Diese "erschreckende Bilanz" sei auf die vom Obersten Militärrat verfügte Abschaffung der unter dem gestürzten Präsidenten Hosni Mubarak eingeführten Frauenquote im Parlament zurückzuführen, schrieb die IGFM in einer am Dienstag veröffentlichten Aussendung.

Die erst 2010 eingeführte Quote sei durch die Regelung ersetzt worden, dass auf jeder Wahlliste mindestens eine Frau stehen müsse. Über 70 Prozent der Abgeordneten gehörten dem islamistischen Spektrum an. Für Frauenrechte bedeute dies eine "Katastrophe", so die IGFM.

Frauen unten gereiht

Die Diskriminierung weiblicher Kandidatinnen sei bereits bei der Platzierung auf den Wahllisten sichtbar geworden. Sowohl in den Listen der islamistischen Parteien als auch in denen der liberalen und säkularen Parteien habe man die Mehrzahl der Frauen nur in der unteren Hälfte gefunden.

Die Freiheits- und Gerechtigkeitspartei der Muslimbrüder, mit 235 Sitzen stärkste Partei im Parlament, schickte laut IGFM etwa 70 Kandidatinnen ins Rennen und stellt nun mit vier "Muslimschwestern" die meisten weiblichen Abgeordneten. Das Programm dieser "Muslimschwestern" sei ebenso wie das ihrer männlichen Kollegen fundamental-islamistisch ausgerichtet und richte sich gegen den Fortschritt im Bereich Frauen- und Kinderrechte.

Nach Angabe der IGFM gehören vier weibliche Abgeordnete der Freiheits- und Gerechtigkeitspartei an, drei Abgeordnete der liberalen Wafd-Partei und jeweils eine Abgeordnete der Ägyptischen Sozialdemokratischen Partei und der Reform- und Entwicklungspartei. Die drei weiblichen Abgeordneten Susie Adly Nashed, Marianne Malak Kamal, Hanna Georges Grace, die alle Angehörige der koptischen Minderheit sind, wurden vom Oberbefehlshaber des de facto herrschenden Militärrats, Marschall Hussein Tantawi, direkt bestimmt.

"Muslimschwestern" dürfen parteiintern nicht mitbestimmen

Die IGFM ist nach eigenen Angaben "bestürzt" darüber, dass die meisten weiblichen Abgeordneten einer Partei angehören, die ihre eigenen Mitglieder diskriminiere. Die sogenannten "Muslimschwestern" dürften immer noch nicht an parteiinternen Wahlen teilnehmen, auch die Mitgliedschaft in den oberen Parteiorganen sei Männern vorbehalten, so die IGFM. (APA)

Captain Smoker
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Verstehe ich das jetzt richtig?

Der "Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte" waren also die Alibiquotenfrauen unter dem Regime von Mubarak lieber als das demokrtisch gewählte Parlament?

R.M. S.
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"Das Programm dieser "Muslimschwestern" sei ebenso wie das ihrer männlichen Kollegen fundamental-islamistisch ausgerichtet..."

Haben die Weiblichen Kandidaten in Österreich andere Parteiprogramme als ihre Mänlichen Kandidaten? Ich dachte immer das Partreiprogramme für alle Parteimitglieder gelte.
Wo bekommt mann die Männliche und die Weibliche Parteiprogramme her, konnte nämlich nichts auf den Webseiten der Österreichischen Partein (und Partein aus anderen Ländern) finden, wer kann mir da helfen?

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