Zwei Studentinnen bastelten das Video "Sh*it White Feminists Say" und nehmen darin sich und andere privilegierte Feministinnen auf die Schippe
1851 auf der Frauenrechtsversammlung in Ohio. Die als
Sklavin geborene Afroamerikanerin Sojourner Truth will das Wort ergreifen, aber
das Sprechen am Podium wird ihr aufgrund ihrer Hautfarbe verweigert. Mutig
stellt sie sich dem Verbot mit der Frage entgegen: "Ain't I a Woman? – Bin ich etwa keine Frau?"
Dass das politische Bündnis des Feminismus nicht schlichtweg mit "Frauen"
zu fassen ist, ist ein klassisches (Streit-)Thema der Bewegung. Es gibt weit
mehr Identitäten als das Geschlecht. Der soziale, kulturelle, religiöse,
ökonomische oder auch der politische Hintergrund prägt die Forderungen von
Feministinnen. Forderungen, mit denen sich nicht alle Frauen identifizieren
können.
Ernst,
aber doch nicht durch und durch
Die Kritik "Das ist doch weißer Mittelstands-Feminismus"
können die verschiedensten Projekte, Initiativen und politischen
Zusammenschlüsse noch immer nicht auf die leichte Schulter nehmen. Schlichtweg,
weil sie sich ja oft tatsächlich vorwiegend aus einer bestimmten Gruppe von Feministinnen zusammensetzen, die mit der
Lebensrealität von anderen Frauen – beispielsweise
der von Arbeiterinnen – herzlich wenig am Hut haben.
Das Thema ist also noch immer ernst. So ernst aber nun doch wieder
nicht, dachten sich zwei junge Privilegierte (oder anders gesagt:
Harvard-Studentinnen), die sich über sich und alle, die sich in ihnen wiederfinden,
gehörig lustig machen. Unter dem für YouTube-Videos beliebten Titel "Sh*t
… Say" ("Sh*t Project Managers Say", "Sh*t Mom Bloggers
Say") haben die beiden jungen Frauen kürzlich das Video "Sh*t White
Feminists Say" hochgeladen, das die gängigsten "White Feminist"-Sager
präsentiert:
"Wie androzentrisch! Hast du diese Werbung gesehen? Das ist so was von Erste Welle! Das ist so was von Zweite Welle! Welches Pronomen bevorzugst du? Ich meine, es ist mein Körper, meine Entscheidung! Hmmm - Simone de Beauvoir. Aber dieser Gedanke ist total sozial konstruiert! Das so was von heteronormativ! Ich bin über diese Binarität total hinweg! Ja - aber welche Frauen? Radikal subversiv! Ist das Bio? Fair Trade?"
Den beiden macht es sichtlich Spaß, sich durch diese Sätze
zu wühlen, und sie tänzeln durch die "White Feminist"-Parade
mit viel Schmäh und noch mehr Ironie. Und ganz nebenbei erinnern sie mit dem
Video auch noch an die Ignoranz gegenüber so vielen anderen Problemfeldern für
Frauen, von denen die beiden Studentinnen keinen Schimmer haben. Denn es gilt
auch, was ein/eine UserIn unterhalb des Videos als weiteren Vorschlag für "Sh*t
White Feminists" postete: "Lasst uns das problematisieren!" (red,
dieStandard.at, 2.2.2012)
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ich denke, ich meine mit "stark" frauen, die die kraft, die persönlichkeit, den mut u.dgl. besitzen, für andere auf- und einzustehen. (und die über den eigenen tellerrand schauen - wie offensichtlich diese beiden)
Woman was created as much superior to man as the name she has received is superior to his. For Adam means earth, but Eve is translated as life. And as far as life is to be ranked above earth, so far is Woman to be ranked above man. Henricus Cornelius Agrippa. »Declamation on the Nobility and Preeminence of the Female Sex«, 1529
Die ganze Geschichte war ja eigentlich als Allegorie zur Ergänzung der beiden Geschlechter miteinander gedacht und sicher nicht, um eines über das andere zu stellen. Bloß so ausgelegt wurde es von den Religionen nicht.
Relevant ist allein, was die Realität darstellt und nicht was sich irgendein Geschichtenschreiber vor tausenden Jahren gedacht hat.
Der Kommunismus war als Theorie auch mal als tolle Entwicklung gedacht. In der Realität ging es den meisten Menschen aber schlechter und alle hatten mehr Einschränkungen hinzunehmen.
Anders beim Islam. Da kann man froh sein, dass sie ihn nicht konsequent nach dem Koran und den Haditen auslegen!
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