Gender Talks

Krise der Männlichkeit oder Re-Maskulinisierung der Gesellschaft?

7. Februar 2012, 17:29

White Ribbon lädt zum Vortrag über Antifeminismus und Weiblichkeitsabwehr in der neuen deutschen "Männerbewegung"

"Es gibt keine aktuelle Krise der Männlichkeit, denn in männlich dominierten Kulturen und Gesellschaften ist Männlichkeit grundsätzlich ein fragiles und krisenhaftes Konstrukt." Das konstatiert Rolf Pohl von der Universität Hannover, den White Ribbon Österreich zum ersten Gender Talk im Jahr 2012 eingeladen hat.

Beherrschendes und diffamierendes "Feminat"

In seinem Vortrag wird er auf die "verbreiteten Klagen über die 'Krise der Männer', die 'benachteiligten Jungen' und die 'entsorgten Väter' als eine rückwärtsgewandte Reaktion auf die marktradikale Verschärfung des gesellschaftlichen Krisengeländes, die immer wieder mit misogynen (frauenfeindlichen) Schuldzuweisungen einhergeht", eingehen. "Eine kritische Auseinandersetzung mit der Überlagerung gesellschaftlicher und geschlechtlicher Ungleichheitslagen schrumpft bei vielen diskursbestimmenden Ansätzen auf das manichäistische, die Welt der Geschlechterbeziehungen in 'gut' und 'böse' unterteilende Bild eines die Männer beherrschenden und diffamierenden 'Feminats' zusammen." 

Re-Maskulinisierung der Gesellschaft

Vor diesem Hintergrund könne die daran entzündete, selbsternannte" Männerbewegung" laut Pohl als Backlash, als antifeminine und antifeministische Gegenbewegung im Rahmen einer allgemeinen Re-Maskulinisierung der Gesellschaft interpretiert werden.

Der Vortrag wird diese Entwicklung kritisch nachzeichnen und mit einem eigenen Ansatz zur Konstitution der von einem grundlegenden Dilemma gekennzeichneten Struktur von Männlichkeit in Gesellschaften mit männlicher Hegemonie konfrontieren. (red)


Termin

Mittwoch, 15.02., 19:00 Uhr

"Gibt es eine Krise der Männlichkeit? Über Antifeminismus und Weiblichkeitsabwehr in der neuen deutschen 'Männerbewegung'"

Ort: Kapelle im Albert Schweitzer Haus, Schwarzspanierstraße 13, 1090 Wien

Link

White Ribbon Österreich

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 83
1 2 3
LebenIstSinnlos
10
Keine Bio-Gleichstellung, dann keine Jus-Gleichstellung

Jede Frau, egal wie schirch, wie bladd, wie stinkend, wie demoliert ihres Gesicht ausschaut, wird ein Mann finden können. In den Online-Börsen gibts eine riesige Übergewicht an Männer. Beim Fortgehen mutiert selbst die ärgste Schokofresserin zu einer Sexkönigin, die sich Männer bloss aussuchen kann. Lediglich das Auswahl unterliegt Schwankungen. Es gibt kein Love-shyness unter Frauen, denn jede Frau, die einem Mann will, hat auch die Möglichkeit eins zu bekommen. Das gilt nicht für Männer.

Deswegen stellt sich die Frage; wenn es auf biologischer Ebene so eine riesige und ungerechte Unterschied zugunsten der Frau existiert, warum sollten die Männer auf rechtlicher Ebene Gleichstellung befürworten?

die rote baronin
03
Sie haben ein Problem mit Frauen - kann das sein?

mlzt
02
11.2.2012, 15:59

Und nicht nur damit will mir scheinen.

Sophoklex
15
Männerkrise?

Feminismus hat heute nichts mehr mit einer Gleichstellung der Geschlechter zu tun. Es geht ausschließlich darum, der eigenen Klientel möglichst viele Rechte/Geld/Macht zufließen zu lassen.

Eine Männerkrise, weil sich die Frauenrechts-Bewegung mittlerweile ad absurdum führt (z.B. Festhalten am ungleichen Pensionsantrittsalter, obwohl dies die Fraueneinkommen schmälert)?

Das Hauptproblem, welches Männer heute haben, ist, dass manche Frauen ihre in sich widersprechenden Ansprüche an Mr. Right nicht unter einen Hut bringen können (Softie od. Macho).

Ungleichbehandlung der Männer vor dem Gesetz müssen und werden natürlich ausgeglichen werden, sind aber kein Zeichen einer Männerkrise sondern Begleiterscheinung feministischer Klientelpolitik.

SK26
03
"Männlichkeit...ein fragiles und krisenhaftes Konstrukt." - lol schauen sie sich mal feministische diskussionen über das Thema was ist "weiblichkeit" an...

["marktradikale Verschärfung des gesellschaftlichen Krisengeländes, die immer wieder mit misogynen (frauenfeindlichen) Schuldzuweisungen einhergeht""
...
die Welt der Geschlechterbeziehungen in 'gut' und 'böse' unterteilende Bild eines die Männer beherrschenden und diffamierenden 'Feminats' zusammen."]
-> Tauschen sie die Begriffe aus und sie haben exakt das was feminismus anklagt:
Männer wollen die Frauen beherrschen, unterdrücken, diffamieren... eine einteilung in weiblich = gut, männlich = böse, die immer wieder mit Misandrien (Männerhass) Schuldzuweisungen (männlich = Gewalt, roheit, demgegenüber steht die "weibliche sanftheit" - lächerlich) einhergehe.
Unfuckingbelievable...

frauenzimmer
01
meine empfehlung:

herr pohl soll sich mit vielen taschentüchern eindecken!

Sven Dirks
07
Die verbreiteten Klagen.....

..."über die 'Krise der Männer', die 'benachteiligten Jungen' und die 'entsorgten Väter'"

haben sicher ebenso eine Berechtigung wie die verbreiteten Klagen über die ewige Benachteiligung der Frau in unserer Gesellschaft.

Ein Diskurs über die Neufindung des Verhältnisses der Geschlechter wird immer damit einhergehen dass Missstände aufgezeigt und Lösungen gesucht werden.

Und genau wie es radikalfeministische Wahnsinnige gibt, die alles im Leben in die Schablone der Geschlechterungerechtigkeit pressen wollen, gibt es das die männlichen Gegenstücke dazu.

Das ändert nichts daran, dass negative Gesellschaftsverhältnisse gleich welcher Art aufgezeigt und beseitigt gehören.

Lectrice
00

Weise und vernünftige Worte zu dem Thema.

frauenzimmer
20

genau. dazu empfielt sich ein besuch in Riad.

SK26
00

und was findet man in Riad?

manto bamminger
11
???

ggenau bloß nix verbessern, weil woanders is noch schlechter.
diese logik immer,...und damit kommt ihr durch auch noch, das ist erst das schlimme

d0cN0
00
Gehts noch ein bisserl akademischer?

Ich hab noch niemals so viele Fremdwörter in einem so kurzen Artukel gelesen. Bei einem Thema bei dem sich eigentlich jeder äussern könnte weil ja eigene Erfahrungen vorhanden sind muss man sich natürlich abgrenzen und mit Fremdwörtern herumwerfen - sonst ist es schwer das eigene Expertentum zu untermauern.
Schade, ich werde mich aus Prinzip nicht mehr mit den Erkenntnissen des Hr. Pohl auseinandersetzen. Wer weis was er erreichen hätte können, wenn er sich von seinem akademischen Ross herabgelassen hätte.

SK26
00

wenn er sich von seinem akademischen Ross herabgelassen hätte, hätte er sich zusätzlich den kritiken der nicht akademiker ausgesetzt, denn dann hätten auch nicht akademiker die unstimmigkeiten erkannt, hat schon einen grund warum er es so macht... ;)

Poldi Fesch
00
wenn der Artikel

nicht umgeschrieben wurde, ist es aber nicht so wild

manto bamminger
01
der herr pohl und die selbsternannte männerbewegung

selbsternannt????
is die frauenbewegung nicht auch selbsternannt??

so a bissl problem haben wohl beide geschlechter, das kann jetzt wohl keine seite verleugnen.

vielleicht sollt mas mal gemeinsam probieren??

also ich weiß das diese vater-sohn sache ein problem ist,....ansonsten fällt mir nix sehr gravierendes ein.
was is das größte problem der frauen?

frauenzimmer
31
"was ist das größte Problem der Frauen?"

vielleicht männer wie du?

manto bamminger
12

wie passt das jetzt?

ich mein wenn sie mich kennen würden,...ok dann würd ich ja nix sagen, aber rein von meinem posting her???
kein angriff, ein entgegenkommen, und die frage danach, was denn jetzt so das gößte problem ist bei euch frauen,....weil so alles is scheiße, ist a bisserl schwierig zum lösen.
(hihi softi oder macho,...das is glaub ich ihr großes problem,...das ist eine verzwickte sache wenn einen die hormone steuern, was?)

SK26
13

eher frauen wie sie...

Lectrice
24

Wie wäre es, wenn man die sogenannten "männl. Eigenschaften und Bedürfnisse" nicht mehr als Mass aller Dinge betrachten würde und als erstes den Menschen mit seinen Talenten und Bedürfnissen und erst in 2. Linie das Geschlecht betrachten würde.

Sonst müssen sich immer eine Menge Menschen in Formen pressen lassen, die ihnen nicht wirklich entsprechen.

LebenIstSinnlos
00
I have a dream...

Wie wäre es, wenn Männer und Frauen Flügel bekämen, so etwa wie in der alten RedBull Werbung, und rummatum fliegen würden?
Es stimmt schon, es ist mir wurscht ob man mich Mann, XY, Zygmorfisk, Abrakadabra oder was auch immer nennt, so lange ich 1) xbox spielen darf, und 2) eine XX-modell f*cken darf. Pkt 2) geht sich schlecht aus, und es geht sich umso schlechter aus, je bessere Jobs die Frauen bekommen, je höhere Gehälter, denn mein Wert verringert sich dann im Vergleich. So schaut die Realität aus, bis gleichgewicht herrscht auf dem Sexmarkt, teile ich wenig Sympatie mit deiner Ansichten.

Lectrice
00

Flügel haben Männer u. Frauen eh - ist immer nur die Frage, wie weit sie sich diese stutzen lassen.

fritz1004
00

Dem Plädoyer für Individualität und Diversity ist ausser Zustimmung nichts hinzuzufügen!

again and again
11
Dort, wo die sogenannten "weiblichen Eigenschaften und Bedürfnisse"

als Mass aller Dinge betrachtet werden, dort gibts halt eine Krise der Weiblichkeit.

Darum wird (hier) von Frauen ja ständig wegen dem Schönheitsideal herumgejammert, besonders wenn sehr attraktive Moddels vom Werbeplakat lächeln. ;-)

Lectrice
01

'Ich habe nichts davon gesagt, dass männl. Mass aller Dinge in das weibl. umzusetzen (das war jetzt Ihre Interpretation), sondern mal Talente und Eigenschaften neutral zu sehen und die Person aussuchen lassen, was ihr liegt/sie an auszubauenden Talenten hat.

again and again
00
Eh nicht, ich auch nicht.

Ich wollte nur aufzeigen, dass es eben nicht nur ein männliches Mass der Dinge gibt, sondern auch ein weibliches und dass das männliche Mass der Dinge nicht das Mass aller Dinge ist.

Dass daher diese (angebliche) Krise der Männlichkeit nicht darauf beruht, dass "männl. Eigenschaften und Bedürfnisse" als Mass aller Dinge gesehen wird, wie Sie es in Ihrem Posting behauptet haben.

Dort wo "weibl. Eigenschaften und Bedürfnisse" als Mass aller Dinge gesehen werden, dort kommt Weiblichkeit genauso in die Krise. Was sich wie in meinem genannten Beispiel deutlich zeigt.

Talente und Eigenschaften sind aber auch nicht "das Mass aller Dinge".

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 83
1 2 3

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.