US-Gleichstellung im Krieg

Soldatinnen auf "modernen" Schlachtfeldern

10. Februar 2012, 12:38
  • Artikelbild
    foto: apa/jalil rezayee

    Das Militär der USA in Afghanistan.

Neue Richtlinie des Pentagon öffnet die Kampfeinheit für Frauen - Der Einsatz in Infanterie-, Panzer- und Spezialeinheiten bleibt Soldaten vorbehalten

Washington - Die Gleichberechtigung im US-Militär schreitet auch bei den Kampfeinheiten voran. Künftig werden deutlich mehr Soldatinnen in kämpfenden Einheiten beschäftigt sein. In einer neuen Richtlinie, die das US-Verteidigungsministerium am Donnerstag (Ortszeit) vorlegte, bleibt das Verbot für Frauen in Kampfeinsätzen aber offiziell weiterbestehen. Den US-Soldatinnen stehen der Richtlinie zufolge 14.000 Stellen offen, demnach werden sie nicht mehr nur in Brigaden, sondern auch in den kleineren Bataillonen tätig sein - und damit häufiger an der Front. Außerdem werden sie als Panzermechanikerinnen oder an Raketenwerfern arbeiten.

Rund 238.000 Stellen bei der US-Armee bleiben nach Angaben aus dem Pentagon jedoch auch künftig Männern vorbehalten: Der Einsatz in Infanterie-, Panzer- und Spezialeinheiten wird weiterhin von Soldaten durchgeführt.

Denn im Prinzip will die US-Armee Frauen nicht in den Kampf schicken, auch wenn das in der Praxis längst passiert: Seit 2001 waren nach offiziellen Angaben rund 280.000 Soldatinnen im Irak und in Afghanistan im Einsatz. Das waren zwölf Prozent aller dort stationierten US-Truppen. 144 Soldatinnen kamen in beiden Ländern ums Leben - 79 von ihnen in Kampfeinsätzen.

Über das moderne Schlachtfeld

"Moderne" Schlachtfelder hätten "keine klaren Frontlinien und sichere Rückzugsbereiche, Operationen zur Unterstützung des Gefechts sind über Kampfgebiete zerstreut", hieß es in der Mitteilung des Pentagon. Diese Faktoren hätten es zuletzt schon in Afghanistan und Irak schwieriger gemacht, die geltenden Regeln umzusetzen.

Positionen wie SanitäterInnen oder AufklärerInnen hatten Frauen schon seit längerem inne. Im direkten Kampfgeschehen waren sie bisher jedoch nicht. Diese Regel diente dazu, Frauen hinter der Front zu stationieren und aus Gefechten herauszuhalten.

Nach "über zehn Jahren Krieg, in denen sich Frauen als unentbehrlich erwiesen haben", sei das Verteidigungsministerium zu der Entscheidung gekommen, ihnen mehr Einsatzmöglichkeiten zu bieten, sagte Vee Penrod, Personalverantwortliche im Pentagon.

KritikerInnen geht die neue Regelung nicht weit genug. Auch US-Verteidigungsminister Leon Panetta glaubt, "dass dies nur der Anfang, nicht das Ende eines Prozesses ist", wie Pentagon-Sprecher George Little in Washington sagte. Die Armee werde weiterhin prüfen, welche neuen Posten für Frauen geöffnet werden könnten. Die neue Richtlinie könnte binnen zwei Monaten in Kraft treten, wenn sich auch der Kongress dafür ausspricht. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 44
1 2
Sigrun1
10
13.2.2012, 12:09

hatte ja gehofft Rückmeldungen zu bekommen, aber solche?
Die Frauenfeindlichkeit, oder besser die ANGST vor Frauen, die bereit sind ihre Frau zu stehehen ist doch größer als anzunehmen war, deshalb versuchen männliche Chauvis zu verhindern, daß Bezahlung entsprechend klar definierten Beurteilungskriterien durchgeführt wird, da kämen sie nämlich hinten an ..

Heavyweather
00
23.2.2012, 01:23

Frauen die Kinder anderer Frauen ermorden..ein echter Fortschritt.

denke
00
13.2.2012, 12:51

1)Themenverfehlung
2)Fürchten sich Männer nicht davor, die Bezahlung den freien Kräften des Marktes zu überlassen.

denke
00
13.2.2012, 12:51

Männer lehnen übrigens nicht die Beteiligung von Frauen ab.
Was viele ablehnen, und dies ist verständlich, ist eine vielerorts übliche halbherzige Beteiligung.
Die Frau grinst aus den Medien und die Alltagspflichten bei den Männern ist eben keine Gleichberechtigung, auch wenn sie so bezeichnet wird.
Leider ist zu befürchten das es bei der Beteiligung an Kampfeinsätzen genauso ablaufen wird.
Ganz oder gar nicht.

Durin, Sohn des Thar
00
13.2.2012, 11:57

jetzt wirds aber komisch: "frauen haben positionen wie AufklärerInnen [...] inne". da könnte man aber wirklich mit kleinem i arbeiten ...

Fritz Meyer
00
13.2.2012, 09:40
"Scraping the barrel"

Wenn man nicht mehr genug Rekruten herbekommt und zuviele Kriege führt.

denke
10
13.2.2012, 08:54
50%-Frauenquote um Männer zu schützen

In unserer Gesellschaft gilt männliches Leben weniger als weibliches Leben.
Mit einer verpflichtenden 50%-Frauenquote bei Kampfeinsätzen würde somit die Wahrscheinlichkeit eines Kampfeinsatzes sinken.
Denn weibliches Leben würde man nur riskieren, wenn es wirklich keine andere Möglichkeit mehr gibt.

Sigrun1
92
12.2.2012, 11:22

diese Frauenfeindlichkeit ist unglaublich! Warum sollten wir Frauen nicht unsere Frau auch in Kampfeinsätzen stellen dürfen (männl. Chauvis sprechen von "den Mannstellen")?

Frauen wären sicher auch die viel besseren Kämpfer und sind ohnehin zahlenmäßig den Männern überlegen

okami
00
13.2.2012, 11:52
Frauen die besseren KämpferInnen?

Klar!

Dem Gegner eins mit dem Nudelwalker (drum heisst er ja so?) überbraten und wenn das nicht reicht eine Goschn anhängen.

Fritz Meyer
00
13.2.2012, 09:41
Dass Du eine Frau bist...

wage ich ernsthaft zu bezweifeln.

Wärst nicht der Erste, der sich hinter einem Weibernick versteckt, weil er meint, so leichter seine verquere Propaganda unters Volk bringen zu können.

denke
00
13.2.2012, 08:55

[...]Frauen wären sicher auch die viel besseren Kämpfer und sind ohnehin zahlenmäßig den Männern überlegen[...]
Weshalb man jene Politiker, die sich noch immer gegen eine geschlechtergerechte Wehrpflicht aussprechen wegen Fahrlässigkeit belangen sollte.

Neuer Nick neues Glück
02
12.2.2012, 17:57

"Frauen wären sicher auch die viel besseren Kämpfer"

Logisch wären sie besser, können sie doch nicht mal das halbe Gepäck schleppen.

Heavyweather
00
22.2.2012, 00:35

Knopferldrucken können sie aber genausogut wie Männer.
Drohnen basteln und Befehle für Massenmord geben. Bomben abwerfen und irgendwelche Uboote oder Flugzeugträger lenken...

00A4002C023F00
15
12.2.2012, 15:12

"Frauen wären sicher die viel besser Kämpfer" ist genause eine sexistische Kackscheiße wie "Frauen dürfen nicht an die Front (weil sie sich nicht wehren können)"

strangerinastrangeland
 
24
12.2.2012, 14:43

Kein Problem, wenn die Frauen den gleichen Leistungstest mit den gleichen Anforderungen wie für Männer bestehen.

In Israel mit der allgemeinen Wehrpflicht konnten Frauen schon immer in Kampfeinheiten dienen, wenn sie wollten.

Etwa 3% schaffen den dafür erforderlichen Fitnesstest.

Heavyweather
00
22.2.2012, 00:37

Wozu Fitness? Sind ja nicht die Taliban. Wir fliegen Hubschrauber und drücken Knöpfe...

SK26
02
12.2.2012, 14:22
Ihre Männerfeindliche Provokationsstrategie können sie sich sparen! Haben sie den Artikel überhaupt gelesen? de facto dürfen sie neben den Männern im Kampfeinsatz fürs Vaterland sterben...

sie haben keine ahnung von männern, frauen und militär...

"...zahlenmäßig den Männern überlegen..."
- schon mal was von Altersstruktur gehört? Frauen werden älter als Männer - im Kampffähigen alter gibt es gleich viele bis mehr Männer. Wenn sie mit 70 jährigen Frauen Krieg führen wollen...

"...die viel besseren Kämpfer..."
das ist GENAU was niemand am Schlachtfeld braucht, Leute die profiliersüchtig herumlaufen und allen zeigen wollen dass sie die *viel besseren* Kämpfer sind damit gefährden sie sich selbst, und ihre kameraden - es braucht Teamplayer! Zusammenhalt und Zusammenarbeit! Gegenseitige unterstützung, keine einzelkämpfer, Man kämpft MITEINANDER, nicht gegeneinander,

Soldaten gegen Soldatinnen aufstacheln macht SIE zum Feind.

Sand
50
12.2.2012, 09:21
Obwohl dieser Schritt nur Augenauswischerei ist

fühlen sich, was die Kommentare beweisen, Steinzeitmachos unter derstandard.at-Lesern auf die Palme bzw. zurück in die Grotte gejagt.

Super Kicker
10
11.2.2012, 18:48

"144 Soldatinnen kamen in beiden Ländern ums Leben - 79 von ihnen in Kampfeinsätzen."

Hä? und wobei sind die übrigen 65 Soldatinnen gestorben wenn nicht bei einen Kampfeinsatz?

Haben die sich beim überprüfen ihrer Waffe versehentlich selbst erschossen?

Immerhin sind 65 von 144 47-48% die nicht im Kampfeinsatz gestorben.

Bob Kelzo
00
12.2.2012, 19:31

Unfälle, Krankheitsfälle,...

Neuer Nick neues Glück
02
12.2.2012, 17:58

Unfälle.
Es werden immer wieder Leute von Fahrzeugen zerquetscht etc.

00A4002C023F00
00
12.2.2012, 15:13

Kommt immer auf die Definition von "Kampfeinsatz" an, meine Vermutung ist durch Minen oder Bomben die strategisch in den Straßen vergraben wurden.

Amy4
42
11.2.2012, 15:23
eine patriarchale errungenschaft " frauen (auch schwangere) schießen auf frauen (auch schwangere)

das thema sollte dabei auch nicht übersehen werden -
im irak-krieg waren die us-soldatinnen sexuellen übergriffen bis hin zu vergewaltigungen seitens der us-soldaten - also ihrer kameraden - betroffen "fast ein drittel der us-veteraninnen gaben an, kameraden hätten sie vergewaltigt. eine abgeordnete bilanzierte " us-soldatinnen werden im irak/krieg eher von kameraden vergewaltigt als im krieg getötet."
http://www.tagesspiegel.de/politik/i... 47160.html

Sigrun1
14
12.2.2012, 11:24

es sind auch genug sexuelle Übergriffe an Männern getätigt worden, mit aktiver MITWIRKUNG VON UNS FRAUEN, wie es diverse Fotos belegen, also was soll dieses Altmännergetue?

SK26
01
11.2.2012, 16:50
lol - nein

das ist eine *feministische* errungenschaft, diese frauen WOLLEN das machen, wurden aber bis jetzt daran gehindert...

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 44
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.