Abstimmung über neue Definition von Familie

10. Februar 2012, 17:49
  • Die Stiefkindadoption ist im neuen Familiengesetzbuch in Slowenien vorgesehen. Die Bürgerinitiative wehrt sich dagegen.
    foto: apa/michael löwa

    Die Stiefkindadoption ist im neuen Familiengesetzbuch in Slowenien vorgesehen. Die Bürgerinitiative wehrt sich dagegen.

Ein Referendum über das neue Familiengesetzbuch wird am 25. März stattfinden - Die Öffentlichkeit tendiert zu einer Modernisierung der Familie

Ljubljana - In Slowenien werden die WählerInnen das letzte Wort über das neue Familiengesetzbuch haben. Das Parlament hat am Freitag eine Volksabstimmung über das Gesetz für den 25. März ausgeschrieben. Das Referendum wurde von einer konservativen Bürgerinitiative beantragt, welche die erforderlichen 40.000 Unterschriften dafür gesammelt hat.

Die WählerInnen werden bei der verbindlichen Volksabstimmung gefragt, ob sie dem Inkrafttreten des Familiengesetzes zustimmen. Die aktuellen Meinungsumfragen zeigen eine mehrheitliche Unterstützung für das Gesetz, das die bestehenden Regelungen aus dem Jahr 1976 aktualisiert. Das Gesetz wurde im Juni 2011 von der scheidenden Mitte-Links-Regierung verabschiedet.

Umstrittene Definition der Familie

Das Familiengesetzbuch weitet die Rechte von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften aus. Außerdem führt es viele Verbesserungen zum Schutz der Kinder ein, wie etwa das Verbot von körperlicher Bestrafung oder die Institution eines Kinder-Ombudsmannes.

Umstritten sind nur einige Bestimmungen, insbesondere die neue Definition der Familie, die von der traditionellen Auffassung "Mutter-Vater-Kind" abweicht, sowie die Möglichkeit für Homosexuelle, die leiblichen Kinder ihrer PartnerInnen adoptieren zu können.

Widerstand der katholischen Kirche

Die Bürgerinitiative, die von der katholischen Kirche unterstützt wird, hat das Referendum aus Widerstand gegen die neue Familiendefinition beantragt. Sie ist der Auffassung, dass es für die Entwicklung eines Kindes das Beste sei "eine gute Mutter und einen guten Vater" zu haben. Das neue Gesetzbuch definiert eine Familie als "eine Lebensgemeinschaft von Kindern mit einem oder beiden Eltern oder einem anderen Erwachsenem, wenn dieser für das Kind sorgt". Die Initiative stellt sich auch gegen die Stiefadoption für Homosexuelle. (APA)

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Sie ist der Auffassung, dass es für die Entwicklung eines Kindes das Beste sei "eine gute Mutter und einen guten Vater" zu haben.

Dann am Besten gleich dazu das Gesetz, das dafür sorgt, dass alle Kinder eine gute Mutter und einen guten Vater haben. Wenn einer der beiden Elternteile fehlt oder nicht gut ist, muss das Kind sofort in staatliche Obhut genommen werden.

Ist aber schon ein Unterschied wenn von Anfang an klar ist, dass das Kind nur 1 Mutter oder 1 Vater hat oder wenn bestimmte Umstände dazu führen.

Wie passt Ihr Posting zu dem, auf das Sie geantwortet haben?

Wie das zum Vorposting passt

ist eigentlich ganz einfach zu erkennen, soferne man es nicht absichtlich nicht erkennen will.

Also erkennen Sie den Zusammenhang ebenfalls nicht? Muss so sein, sonst hätten Sie ein Posting gebracht, in dem Sie erklären, wie die beiden Postings zusammenhängen. Aber da Sie das nicht taten....

Der Zusammenhang besteht darin

dass das Kind bei manchen Konstellationen eben nichtmal die Möglichkeit hat, zu einer guten Mutter und einem guten Vater zu kommen.

Das haben viele Kinder in Paarbeziehungen ebenfalls nicht - genau darauf hat der Vorposter doch hingewiesen.

In einer Paarbeziehung bzw wenn die Eltern ein Paar sind

dann haben die Kinder immerhin die Chance auf eine gute Mutter und einen guten Vater.
Bei anderen Konstellationen haben sie diese Chance schon von hausaus gleich garnicht.

Nein, in vielen Familien haben die Kinder nicht die Chance auf eine gute Mutter und/oder einen guten Vater.

Andere Paare haben nie die Chance eine gute Mutter und/oder ein guter Vater zu werden. Weil es ihnen rechtlich verboten ist.

Aber niemand verbietet Eltern, die ihren Kindern keine Chance auf gute Mutter/guten Vater bieten können, Kinder zu haben.

Auf eine gute Mutter und einen guten Vater, nicht oder.

Was ist anderen Paaren verboten? Eine gute Mutter und ein guter Vater zu sein ist ihnen verboten?

Mensch verbieten Kinder zu bekommen, ist praktisch nicht/kaum möglich. Wenn sich aber herausstellt, dass sie als Mutter/Vater unzulänglich sind, kann man ihnen die Kinder entziehen.
Trotzdem hatten die Kinder aber die Chance auf eine gute Mutter und einen guten Vater.

Welchen Paaren ist es rechtlich verboten eine gute Mutter und ein guter Vater zu werden?

Gab es alles schon - unehelich geborene Kinder durften zwar bei der Mutter leben wurden aber vom Jugendamt kontrolliert, da die prakt. das Sorgerecht hatten. Ein backlash sozusagen, der nichts mit der realen Situation zu tun hat.

willkommen in der gegenwart

"..Sie ist der Auffassung, dass es für die Entwicklung eines Kindes das Beste sei "eine gute Mutter und einen guten Vater" zu haben."

Sehr schwammig, pathetisch, und dogmatisch.
Die Konstellation Vater- Mutter -Kind ist doch keine Garantie für die beste Entwicklung des Kindes.
Das ist lediglich ein Konstrukt aus der tiefen Sympathie zwischen Frau und Mann.

Gute Mutter, schlechter Vater
Guter Vater, schlechte Mutter
Guter Vater, gute Stiefmutter
Gute Stiefmutter, schlechter Vater
Gute Mutter, gute Stiefmutter usw

Bravo Slowenien, modernisiert euch.

Ein wunderbarer Beweis für

die vielgeliebte christliche "Nächstenliebe"!

Also Slowenien ist eigentlich ein besseres Land als Österreich!

Familie im Sinne von...

...Gesetz, Natur, Politik, Sonderinteresse, Lebensanschauung, Sexualität, Philosophie, Geschichte? Familie im Sinne von....was auch immer. Warum eigentlich wollen Leute, die vom Schema Mutter-Vater-Kind abweichen, unbedingt "Famillie" sein?

Weil sie es sind.

"Warum eigentlich wollen Leute, die vom Schema Mutter-Vater-Kind abweichen, unbedingt "Famillie" sein?"

Gegenfrage: warum sollten sie es nicht sein?

ganz einfach, weil damit rechte verbunden sind. warum sollen diese nur traditionellen konstellationen zukommen?

vielleicht auch interessant in diesem zusammenhang:
http://diestandard.at/132850724... er-die-Ehe

Dann aber bitte auch die gleichen Pflichten.
Es soll bitte sehr wohl ein Unterschied zwischen einer losen Partnerschaft ohne Verpflichtungen und der Ehe (theoretisch jetzt egal ob normale Ehe oder auch Homo Ehe) bleiben!
Wer für seinen Partner die Verantwortung zu übernehmen bereit ist, soll auch mehr Rechte haben als jmd. der diese Verantwortung nicht bereit ist zu übernehmen!

Was ist eine lose Partnerschaft?
Eine Partnerschaft, egal unter welchem Titel, impliziert immer eine Gemeinschaft.
Es hat keinen Sinn, unverbriefte Partnerschaften schlechter zu stellen, obwohl diese qualitativ nicht schlechter sind gegenüber der Ehe.

Nein, rechtlich ist sehr wohl (richtigerweise) ein Unterschied. Warum soll bitte eine Wohngemeinschaft genauso rechtl. gehandhabt werden wie eine Ehe?
In einer Partnerschaft/Lebensgemeinschaft hat keiner der Partner Pflichten - daher auch keine automatischen Rechte.
Das finde ich auch völlig in Ordnung so.
Der Staat soll sich da bitte nicht einmischen, wenn 2 oder mehr Personen zusammenleben wollen aber nicht heiraten wollen.

Na weil es keinen Unterschied zur Ehe gibt.

Welche Pflichten bürdet sich ein Paar auf, welches heiraten will, gegenüber dem Ist-Zustand?
Wie viele Familien mit Kinder leben ohne Schein, die in keinem Fall "anders" leben als Verheiratete?
Da laufen genau die gleichen Rechte und Pflichten gegenüber der Familie. Da herrscht ein Ungleichgewicht.

Ein Ja-Wort, entstanden aus einem emotionellen Resümee der bisherigen Beziehung ist kein Persilschein in Sachen Partnerschaft.

Wer es aber kitschig haben und konservative Anschauungen pflegen möchte, der soll sich Ringe um die Finger wickeln und die Flitterwochen genießen.

Wohngemeinschaft? Hä?

#Wohngemeinschaft? Hä?#

Ich kann mit 10 Männern zusammen wohnen und zusammen schlafen. Deshalb ist dies noch lange keine Partnerschaft. Bzw. kann das jeder für sich definieren. Kann aber nicht erwarten, dass der Staat solch selbst gewählte Konstrukte der Ehe gleichgestellt werden.

Sie meinen jetzt tatsächlich, dieser Vergleich ist nur halbwegs legitim?
Es ist ein Kuriosum und nicht die Regel mit 10 Männern zusammen eine Partnerschaft erklären zu wollen(Kommune?) und außerdem denke ich, wir sollten bei Vergleichen bleiben, die den üblichen partnerschaftlichen Modellen entsprechen.
Sie kennen aber schon den Unterschied zwischen Wohn- und Lebensgemeinschaft?

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