Verhütungsmittel auf Krankenschein

Obama gibt Druck von rechts nach

13. Februar 2012, 11:06
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    foto: apa/epa/shawn thew

    US-Präsident Barack Obama und US-Gesundheitsministerin Kathleen Sebelius sind nun doch zurückgerudert, was die kostenfreie Abgabe von Pille und Co. über die Krankenversicherungen kirchlicher Arbeitgeber anbelangt.

Kirchliche Arbeitgeber müssen Mitarbeiterinnen keine eigene Krankenversicherung mit Kostenübernahme von Pille und Co. anbieten - Versorgung mit kostenfreier Verhütung auf Versicherungen übertragen

Washington - Im Streit mit der katholischen Kirche über Verhütungsmittel auf Krankenkassenkosten bemüht sich US-Präsident Barack Obama mit einem Kurswechsel um Schadensbegrenzung. Kirchliche Einrichtungen müssten ihren Mitarbeiterinnen doch keine eigene Krankenversicherung mit Kostenübernahme von Verhütungsmitteln anbieten, teilte das Präsidialamt am Freitag mit. Vielmehr sei es an Versicherungskonzernen, den weiblichen Angestellten auch katholischer Schulen und Universitäten, Wohlfahrtseinrichtungen und Krankenhäusern auf Anfrage kostenlos Mittel zur Familienplanung zur Verfügung zu stellen. Die mit Obama rivalisierenden Republikaner waren wie auch die katholische Kirche gegen das ursprüngliche Vorhaben Sturm gelaufen.

Zugang zu kostenfreien Kontrazeptiva dennoch gewahrt

Obama sagte, durch die neue Regelung werde jede Frau Zugang zu kostenlosen Verhütungsmitteln haben - egal wo sie arbeite. Weil nun die Verantwortung für die Versorgung auf die Versicherungen verlagert werde, könne die religiöse Freiheit gewahrt bleiben. GegnerInnen von Obamas Vorstoß, der zu seiner ohnehin umstrittenen Gesundheitsreform gehört, hatten eine Einschränkung ihrer Religionsfreiheit ins Feld geführt. Ursprünglich hätten auch kirchliche Einrichtungen eigene Krankenversicherungen mit voller Übernahme der Verhütungskosten anbieten müssen - nicht aber die Kirchen selbst.

"Berechtigte Bedenken" der Religiösen

In die Kritik geraten war dies nicht zuletzt deshalb, weil die kirchlichen Arbeitgeber so indirekt von der Kirche abgelehnte Methoden der Empfängnisverhütung hätten finanzieren müssen. Die katholische Kirche sperrt sich gegen die meisten Verhütungsmethoden. Obama sagte, die religiösen Gruppen hätten berechtigte Bedenken an der geplanten Regelung vorgebracht. Das Thema sei aber von einigen als politischer Spielball missbraucht worden.

Mehrheit der US-AmerikanerInnen für Übernahme

Obamas ursprünglicher Vorstoß galt als eine Steilvorlage für die Republikaner, um die KatholikInnen im Wahlkampf für sich zu gewinnen. Dabei befürworten Umfragen zufolge die meisten AmerikanerInnen - KatholikenInnen eingeschlossen - Obamas Regelung für eine Empfängnisverhütung auf Kassenkosten. Indem Obama nun die Versicherungen verpflichtet, versucht er den Republikanern im Wahlkampf den Wind bei diesem Thema ganz den Wind aus den Segeln zu nehmen. (Reuters)

Lichtfreak
10
13.2.2012, 14:37
könne die religiöse Freiheit gewahrt bleiben.

Steht die Religion jetzt dort schon über den für alle geltenden Gesetzen?

Bzw. kann man keine Gesetze machen, die für alle gelten?

BlackAdder
00
16.2.2012, 08:15

Nein, in einem land, wo offen die einführung eines katholischen gottesstaats propagiert wird, wo in manchen bundesstaaten darwin aus dem unterricht verbannt wurde und die schöpfungsgeschichte als einzige quelle dienen darf, dort steht die religion über allen anderen gesetzen, die freiheit des menschen ist nichts wert, außer jene waffen zu tragen, die ist unantastbar.

rggre rewqfew
00
16.2.2012, 15:04

katholischer gottesstaat....in den usa?

BlackAdder
00
17.2.2012, 13:18

"christlich", nicht "katholisch".

BlackAdder
00
17.2.2012, 13:17

Korrekt, den fordern die evangelikalen.

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