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Good News versus Bad News: Die Wiener Watchgroup zeigt anhand von Beispielen auf, wie WerberInnen es machen können respektive wie sie es besser nicht machen sollten.
Nach Graz und Salzburg startete am Mittwoch auch Wien mit einer Watchgroup gegen sexistische Werbung. Alle drei stoßen sich an derselben Problematik: der alltäglichen Begegnung mit Geschlechterklischees und Rollenbildern, Sexualisierung, dem Körper als Stilmittel, Verharmlosung von Gewalt und Mehrfachdiskriminierung in der Werbung. Sei es auf Plakaten, in Radio- oder TV-Spots, Postwurfsendungen, Zeitungen oder im Internet: Sexistische Darstellungen prägen das Bewusstsein und die Geschlechterwahrnehmung.
"Frauen müssen in Wien selbstbestimmt und frei von sexistischer Werbung leben können", gab sich Stadträtin Sandra Frauenberger von der SPÖ bei der am Mittwoch veranstalteten Pressekonferenz kämpferisch. Auch das Ziel wurde klar definiert: In enger Kooperation mit dem Werberat, den GrazerInnen, SalzburgerInnen und Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek soll ein bundesweites Verbot sexistischer Werbung gesetzlich verankert werden. Durch die Kooperation mit Graz und Salzburg soll der Druck auf die Bundesregierung effektiver werden. Monika Vana, Gemeinderätin der Grünen, fügte hinzu, dass sich Österreich 1982 mit CEDAW* verfassungsrechtlich dazu verpflichtete, entsprechende gesetzliche Regelungen umzusetzen. Geht es nach Vana, soll das "Gesetz gegen sexistische Werbung keinen Symbolcharakter haben, sondern mit Sanktionen bestückt sein".
Keine offizielle Stelle vorhanden
Weil es dieses Gesetz noch nicht gibt, gibt es bis dato in Österreich auch keine offizielle Stelle, die sich der Problematik annimmt. Erst kürzlich veröffentlichte der Werberat zwar, dass im vergangenen Jahr Sexismus als häufigster Beschwerdegrund genannt wurde, doch von einer gesetzlichen Lösung scheint man hierzulande noch weit entfernt. Immer wieder werden Anträge von Frauenpolitikerinnen abgelehnt. Für die rot-grüne Wiener Stadtregierung, die die Installierung dieser Watchgroup im Regierungsprogramm verankert hat, ein Grund mehr, die Bemühungen der Frauenministerin um ein entsprechendes Gesetz zu unterstützen. Frauenberger betonte, dass man nicht vergessen dürfe, dass der Werberat lediglich ein Selbstkontrollorgan der Werbewirtschaft ist und im Vergleich zu den Watchgroups nicht aktiv vorgeht, sondern lediglich prüft, wenn Werbungen eingereicht werden.
"Softporno-Ästhetik"
Daher haben die WienerInnen gemeinsam mit der Grazer Watchgroup einen ausführlichen Kriterienkatalog erarbeitet, ab wann eine Werbung als sexistisch einzustufen ist. Dieser umfasst traditionelle Geschlechterklischees und sexualisierte Darstellungen, die vor allem Frauen betreffen. "Sexismus ist ein gesellschaftliches Phänomen, das natürlich auch Männer als Models, als Medienmacher, als Konsumenten mit einschließt. Daher besteht das ExpertInnenteam auch aus sensiblen und fortschrittlichen Männern und Frauen", so die Medienwissenschaftlerin Ulrike Weish, die mit ihrer Expertise bei der Installierung der Wiener Watchgroup bisher mit Rat und Tat zur Seite stand.
Die Kriterien und auch die Forschung haben sich seit den 1980er Jahren kaum verändert oder weiterentwickelt. Verändert jedoch hat sich laut Weish die Häufigkeit sexistischer Werbung: Sie beobachtet einen starken Anstieg. Vor allem aber die "Softporno-Ästhetik" ist ihr ein Dorn im Auge. "Wir wollen keine Spaßverderberinnen sein, sondern Grenzen aufzeigen, ab wann eine Werbung nicht mehr vertretbar und durch ihre Körperpolitik gefährlich wird. Sexistische Werbung operiert mit dem tiefen Herrenwitz", für den Weish kein Lachen übrig hat.
Zivilgesellschaftliche Mithilfe nötig
Ähnlich wie die SalzburgerInnen und GrazerInnen hoffen auch die Proponentinnen der Wiener Watchgroup auf zivilgesellschaftliche Mithilfe. Auf ihrer neu installierten Homepage können und sollen verdächtige Sujets anhand einer vorgefertigten Maske an die PrüferInnen geschickt werden. Wird eine Werbung als sexistisch eingestuft, ergeht eine Beschwerde an das jeweilige Unternehmen und an den Werberat. Dieser wiederum kann das Unternehmen dazu auffordern, die Werbung zu stoppen - jedoch ohne rechtliche Sanktionen zu verhängen. (eks, dieStandard.at, 15.2.2012)
* CEDAW ist ein internationales Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung von Frauen, initiiert von der UNO und seit 1981 in Kraft. Bisher haben das Übereinkommen 186 Staaten ratifiziert.
Links
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Ein Berufsverbot für Körpermodels? Oder was will man erreichen? Da verdienen Frauen mal deutlich mehr mit einer Arbeit als Männer im gleichen Job und man will ihnen deshalb das Leben so schwer als möglich machen?
Naja, wenn da mal nicht der Neid ein Hauptgrund ist...
http://www.youtube.com/watch?v=-daPmzKLKNU
ein wenig offtopic - aber ist das nicht sexistisch und menschenverachtend?
Hat sich wirklich noch niemand über die omnipräsenten Axe-Kampagnen der letzten, hm (seit wann macht Axe schon Werbung?) Jahre aufgeregt?
Wenn ich schon eine Watchgroup installierte, dann würde ich meine Beobachtungen bei tatsächlich breitenwirksamen Softpornos beginnen lassen. Stattdessen, so scheint es, werden Inserate aus dem Baumarktkatalog als Manifest des Sexismusteufels bemüht.
jetzt einmal ehrlich, welcher mann kauft einen rasenmäher, bohrmaschine od. bier wegen einer nackten frau in der werbung? was mich etwas wundert ist warum man hier den frauen einen gut bezahlten job nicht gönnt oder sonst was ? es wird ja kein model gezwungen für solche späße. und wenn man mir als mann anbieten würde für die selbe summe halb nackt für damen rasierer zu posen würde ich es auch tun einfach weils schön bezahlt ist . verstehe die ganze aufregungn nicht so lange die modells nicht gezwungen werden sich so anzuziehen/fotografieren zu lassen. die werbewirkung auf männer wage ich zu bezweifeln. also schönes taschengeld für werbung bei produkten wo die männer sowieso nach nutzen und preis gehen.
man könnte ja zB auch eine gute werbefachfrau einstellen und diese gut bezahlen. dann müssten sie sich keinen sorgen mehr darum machen, dass ein frau um ihr gehalt umfällt- und die frauen müssten nicht glauben, dass sie nur dann gut bezahlt werden, wenn sie möglichst sexy sind.
aber da diese Plakate dann überall hängen, muß ich sie mir ansehen.
Pornos werden ja auch nicht immer und überall ausgestrahlt. Aber in der Werbung spreizen (natürlich nur) die Damen die Beine und rekeln sich herum. Auch auf Sachen, welche fast nur Frauen kaufen. Und meiner Tochter muß ich dann erklären, daß Frauen in Ö auch mehr als nur schön sein dürfen. Auch wenn ihr Chef und ihre Kollegen das dann vielleicht anders sehen und sie viel mehr fürs gleiche kämpfen muß
Wenn selbst J. Ratzinger als sog. oberster Geistlicher einer Glaubensgemeinschaft mit seinen 80 Jahren beim Anblick einer jungen, (bewusst) etwas anzüglich gekleideten Frau zu sabbern beginnt, dann sage ich (leicht ironisch):
Das könnt's doch nicht machen, dass ihr die anregenden Frauenkörper so einfach verbannt. Jeder braucht seinen Spaß und sein Spielchen!?
setzt die Werbung halt mehr auf Flaschen (Almdudler). Dürfte bei Frauen möglicherweise besser ankommen, wenn sie Männer als Flaschen serviert bekommen und zudem hat das den Vorteil, dass es problemlos an der Moral der der Moralwächterinnen vorbei geht. ;-)
dann werden die alten Knacker eben vermehrt wieder die gemischte Sauna zum "optischen Vergenusszwergeln" in Anspruch nehmen.
Der Vergröberung und Verderbung der Sinne sind heute keine Grenzen mehr gesetzt.
Und gleichzeitig ist - praktisch gesehen - in den Betten so viel tote Hose wie noch nie (behaupten zumindest die Sexualwissenschaftler).
In der Praxis wird ein gesetzliches Verbot von sexistischer Werbung nie durchkommen.
Begründung: Es sitzen und stehen zu viele Männer im Nationalrat! :-))))
aber sind es nicht gerade die Politikerinnen, die als erste auf sexistische Werbung in Wahlzeiten zurückgreifen, wenn es nur um die Absicherung und den Erhalt ihrer parteipolitischen Machtfunktionen (aus Macht-Geilheit) geht? Da ist den meisten ja jedes Mittel recht.
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