Google änderte Suchergebnis

Selektiertes Ergebnis zu Schwangerschaftsabbruch

16. Februar 2012, 15:40
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    foto: screenshot/google

    So sieht die Seite aktuell aus, wenn zum Stichwort "Abtreibung" gesucht wird.

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    foto: screenshot / google

    Und so sah die Suchanfrage noch letzte Woche aus.

Das Suchergebnis wurde von Google überarbeitet, bezahlte Werbung des Ambulatoriums pro:woman entfernt

Eine Eingabe des Stichworts "Schwangerschaftsabbruch" auf Google liefert heute nicht mehr dasselbe Suchergebnis, das noch bis vor kurzem zu finden war. "Die Auflistung von Seiten zum Stichwort 'Schwangerschaftsabbruch' hat sich seit letzter Woche deutlich verändert", so Elke Graf, Leiterin des pro:woman-Ambulatoriums, gegenüber dieStandard.at. Das Ambulatorium vermeldete am Donnerstag in einer Aussendung das eingeschränkte Suchergebnis für all jene, die Informationen zu Abtreibung suchen. "Auch bezahlte Anzeigen von uns wurden entfernt", ärgert sich Graf. Auch viele weitere Links und Anzeigen seien in den letzten Tagen von der Ergebnisliste gelöscht worden. Das Ambulatorium für Sexualmedizin und Schwangerenhilfe in Wien führt auch Schwangerschaftsabbrüche durch.

Aktuell sind auf die Suchanfrage zu "Schwangerschaftsabbruch" nur mehr zwei bezahlte Anzeigen zu finden. Eine davon bewirbt die Seite der Pro-Life-Einrichtung "Es gibt Alternativen". Doch laut Google soll auch diese verschwinden, erzählt Graf. Sie hat sich an den Support-Dienst, der für Fragen bezüglich ihrer Anzeigen zuständig ist, gewandt, nachdem ihr auffiel, dass einige der Suchergebnisse wie auch Anzeigen verschwunden waren. Die schriftliche Begründung von Google gegenüber pro:woman: "Auf Ihrer Website werden brutale Sprache oder verstörende Darstellungen in Bezug auf Dienste im Zusammenhang mit Abtreibung gesetzt."

Moralische Einschätzung von Google

Doch weder eine brutale Sprache noch verstörende Darstellungen sind auf der Website von pro:woman zu finden. "Wir reden hier von einem Thema, das seit über 35 Jahren legal ist. Jeder Porno ist auf Google zu finden, Informationen zu Missbrauch oder unzählige Seiten über Waffen. Ich kann diese Vorgehensweise absolut nicht nachvollziehen. Das ist schlichtweg eine moralische Einschätzung, Google nützt hier seine Monopolstellung aus." Der Zugang zu Informationen für ungewollt Schwangere wäre enorm wichtig, sagt Graf. Dass es ihnen nun zusätzlich schwer gemacht werde, möglichst viele und neutrale Informationen zu bekommen, ist für sie ein Skandal.

Wolfgang Fasching von Google Österreich kann die Änderung der Seite auf das Stichwort "Schwangerschaftsabbruch" nicht erklären: "Wir forschen gerade nach, was da passiert ist", so Fasching gegenüber dieStandard.at. Die kleine Zentrale in Wien sei auf Informationen aus der Engineering-Zentrale in England angewiesen, vorerst könne man daher noch nichts Genaues sagen.

Das pro:woman-Ambulatorium hat die Kartellbehörde eingeschaltet und Google aufgefordert, seine Entscheidung zurückzunehmen. (beaha, dieStandard.at, 16.2.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 185
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greenIT
13
20.2.2012, 08:18

die überschrift des artikels geht ja völlig am thema vorbei. bezahlte anzeigen werden nicht mehr eingeblendet und über gründe und motivation lässt sich da natürlich diskutieren.
die suchergebnisse selbst sind aber exakt die selben wenn man auch nach den selben begriffen sucht

BlackAdder
11
20.2.2012, 09:07

Das ist falsch, die anzeigen fehlen, sowohl am kopf der seite als auch der gesamte block am rechten rand der seite, und die reihenfolge der suchergebnisse stimmt auch nicht überein.

greenIT
00
20.2.2012, 19:01

genau die bezahlten anzeigen fehlen (am kopf und an der seite). die suchergebnisse sind bei mir identisch, in den gezeigten bildern wird einmal nach"abtreibung" und einmal nach "schwangerschaftsabbruch" gesucht.

wie gesagt die moralvorstellungen von google betreffend der inserate ist trotzdem fragwürdig aber die suche wird nicht beeinflusst.

BlackAdder
01
20.2.2012, 19:06

Nein, die ergebnisse sind NICHT identisch, an dritter stelle ist jetzt ein link zu gesundheit.gv.at der auf dem "vorher" screenshot nicht aufscheint.

Außerdem ist die trefferliste um 100.000 einträge geringer geworden, immerhin satte 8%

greenIT
01
20.2.2012, 19:39

stimmt gerade nochmals probiert. heute morgen bekam ich als erste 3 treffer noch exakt das gleiche ergebnis wie im "vorher" screenschot. die anzahl hab ich nicht angeschaut.

die "nachher" schaut bei mir mittlerweile auch schon wieder anders aus

schräg.

annabrecht
00
19.2.2012, 10:39
Können wir uns bitte Kanada als Vorbild nehmen!!!

http://www.svss-uspda.ch/de/facts/kanada.htm

Steph.
40
20.2.2012, 10:24

... und den Massenmord an Unschuldigen entkriminalisieren.
Die Menschheit lernt wirklich nix dazu!

BlackAdder
02
20.2.2012, 16:13

Darf ich sie höflich ersuchen ihre völlig unhaltbaren "rechtsansichten" künftig für sich zu behalten ?

B R I X
05
18.2.2012, 19:04
"Und so sah die Suchanfrage noch letzte Woche aus ..."

Letzte Woche wurde aber (in den Screenshots) nach Schwangerschaftsabbruch gesucht, und diese Woche nach Abtreibung.

Captain Smoker
23
18.2.2012, 14:58

Kann ich mich jetzt auch an diestandard wenden wenn Google meine Werbung nicht wie gewünscht platziert? ;)

Hofzwerg
01
18.2.2012, 06:48
na, geh google manipuliert doch nicht, hat es nie und wird es nie ;)

der gärtner
204
18.2.2012, 03:22

wäre ja auch absurd werbung für auftragsmorde schalten zu lassen.

lacabeza
11
19.2.2012, 12:59

ich würde echt gerne mal eine sinnvolle und niveauvolle debatte zu dem thema lesen bzw. daran teilnehmen.

jedoch dank solchen kommentaren ist das absolut unmöglich. dank solchen fundis wie ihnen fühle ich mich dem anderen lager nach wie vor näher.

selbst wenn mich welten von ihnen trennen.

Steph.
20
20.2.2012, 10:26

...dann diskutieren wir doch mal sinnvoll:

Wo genau liegt, ihrer Meinung nach, der Unterschied zwischen einem Mord und einer Abtreibung?

Verdammt Coole Schreckschrauwe
00
20.2.2012, 18:08
troll dich!

grifter
10
20.2.2012, 11:15

Da es allgemeiner Konsens ist, dass eine Abtreibung kein Mord (vom größtenteils gesellschaftlichen Konsens bis hin zur Rechtsprechung) und dies somit also der Status Quo ist, müssten Sie zuerst einmal erklären warum entgegen dieses Faktes eine Abtreibung für Sie ein Mord ist - bzw. um es genauer auszudrücken:

Warum Ihrer Ansicht nach jemand anderer Argumente für einen Unterschied zwischen zwei Begriffen finden sollte, die von ihrer Begrifflichkeit her schon nichts miteinander zu tun haben und der Unterschied dadurch ohnehin gegeben ist.

Sollte das Ganze aber sowieso nur ein Sticheln aus der fanatischen Fundi-Ecke gewesen sein (Abtreibung = Mord) bin ich ohnehin gleich wieder weg.

Steph.
20
20.2.2012, 11:55

Als Provokation wars nicht gedacht, wohl eher eine ernst gemeinte Frage. Weil sich mir abseits von gesellschaftlichem Konsenz und Rechtssprechung eben diese Frage stellt.

Ich würde Mord damit definieren jemandem das Leben zu nehmen. Und um das tun zu können muss dieser Jemand ein Leben besitzen. Mmn ist dies bei einer Abtreibung der Fall und deshalb sehe ich Mord und Abtreibung eher in der gleichen Ecke als weit von einander weg.

Ich weiß dass der nächste Vergleich hinkt, aber er zeigt, dass gesellschaftlicher Konsens und Rechtssprechung nicht immer richtig liegen.

Unter Adolf Hitler war es sowohl vom Gesetz, als auch von der Gesellschaft her in Ordnung Juden zu hassen und zu töten.

Poldi Fesch
00
20.2.2012, 15:36
der Vorsatz

ist der Unterschied

grifter
10
20.2.2012, 12:11

Für mich ist eine Zellansammlung kein Leben im Sinne eines Menschenlebens, obwohl es natürlich schon "Leben" als Zellverband darstellt; weiters kommt es sehr auf den Kontext der Gesamtheit der Situation an, in der sich die meiner Ansicht nach bereits "tatsächlich Lebenden", allem voran die werdende Mutter, befinden.
Zudem noch Vergewaltigung, Drogenmißbrauch, etc. - die Abtreibung muss m.E. immer auch im Kontext gesehen werden.

Nun, damit ist die Diskussion aber leider auch wieder am Ende, denn wir diskutieren nicht objektive, sondern subjektive Sachverhalte.
Die NS-Zeit war übrigens keine Demokratie, ist daher als Verlgeich nicht zielführend; Die wichtige Selbstbestimmung der Frau haben wir bei alldem noch nicht einmal angeschnitten.

ipatov_19
 
23
17.2.2012, 19:07
frechheit.

Fritz Meyer
00
17.2.2012, 11:52
Was ist daran neu?

Aus lauter Menschenliebe bieten's einem die Suchmaschine ganz bestimmt nicht "kostenlos" an.

IncontinentIceweasel
00
17.2.2012, 11:20
Also ich hab selbst bei einem Browser ohne Adblock....

.... bei keiner Suchanfrage Werbung ("bezahlte Suchergebnisse").

Zusätzlich dazu, dass man sich fragen sollte, ob absichtlich manipuliert wurde: Gleicher PC? Gleiche IP? Gleicher Provider? Gleicher Standort? Gleiche Filtereinstellungen? Was habe ich in der Zwischenzeit alles gesucht? Etc., etc. All das fließt ins Suchergebnis mit ein.

"Schau mal was in Google als erstes kommt, wenn du 'wasauchimmer' eingibst" Das funktioniert schon lange nicht mehr. Zu viele Parameter fließen in die Suche mit ein, die einen eigentlich noch viele weitere dringende Fragen stellen lassen sollten.

BlackAdder
00
17.2.2012, 12:07

Das ist ja einer der kritikpunkte, der ganze block rechts der suchergebnisse ist leer, siehe die vorher / nachher screenshots.

IncontinentIceweasel
10
17.2.2012, 12:44
Ich seh aber auch keine Werbung...

...wenn ich nach "Zeitung" suche. Keine Ahnung, was/wer das wegfiltert. Der Browser jedenfalls nicht. Muss ich mal zu Hause probieren.

Andererseits wurde ja schon festgestellt, dass Google - transparent und nachvollziehbar in den Richtlinien nachzulesen - keine Werbung zum Thema Abtreibung schaltet, weil Abtreibung in Österreich zwar unter bestimmten Umständen straffrei, aber dennoch nicht legal ist.

Wie man das jetzt bewertet, sei dahingestellt, klammheimlich und nicht nachvollziehbar ist es augenscheinlich nicht geschehen.

BlackAdder
00
17.2.2012, 13:06

Man hat aber entweder von dieser richtlinie nichts gewusst als man den werbeauftrag annahm, oder ...

Derzeit scheinen aber tatsächlich keine hervorgehobenen werbungen mehr präsentiert zu werden, egal zu welchem thema.

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